478 Gravenstein.
edles, fruchtbares Genie, und richtige Beurthei-lung in Ausfindung der schicklichsten Umstände,unter welchen er seinen Gegenstand darstellen wollte.Da er überdiest durch fleisslge und überlegte Lectur,die besonders in spätern Jahren sein liebster Zeit-vertrieb war, sich eine Menge schöner Kenntnisseerworben hatte, wußte er immer viele Wahrheitund vollkommene Schicklichkcit in sein Detail zubringen. Das Costume kannte er aus dem Grund;eben so die Architektur und Liuearpcrspcktiv. Umvon seinen mannigfaltigen Talenten eine Idee zugeben, darf man nur seine Zeichnungen anführen,welche er für Racine, nach der Ausgabe von Lu-neau dc Boisjermain, für Marmonrels Erzäh-lungen, für den Boccaz und Ariofl, und beson-ders für die Prachtedition der Werke von Voltaire geliefert hat, welcher letztre, von seinem großenVerdienst überzeugt, ihm die Auswahl der Gegen-stände vollkommen überließ" (und damit, möchtenwir hinzusetzen, einen ganz andern Beweis vonseinem eignen KunstgeichMacke gab, als man essonst von andern sehr berühmten Namen zu sehengewohnt ist.. „In seinem Alter führte er ein äussersteingezogenes Leben Kunst und Lectur blieben,wie gesagt, seine einzige Leidenschaft; dessen unge-achtet war er nichts minder als menschenfeindlich,sondern vielmehr von sauften einnehmenden Sit-ten, und anziehendem Umgänge" Er selbst hatmehrere, doch meistens nur kleine Blatter in Kupfergeatzt, und selbst diese gewöhnlich noch von andernbeendigen lassen. Die Stecher dann, welche vor-züglich nach seinen Zeichnungen gearbeitet haben,waren: Aliamet, I Baron, P Chenu, P. Chof-fard, Cochin, N Dclaunay, Duclos, Feffard,
R. Gaillard, de Lauraine, le Mire, D- Nee, I.F. Rousseau , I. B. Simonet und le Vasseur.
Gravenstein , ( ). Von einem sonst
unbekannten Maler dieses Namens findet man in
hZorhnagels Derzeichniß 25. ein Stück, wel-ches todtes Wildprät mir einem Hühnerhunde vor-stellt.
Gravier, ( ). So heißt ein Künstler,
der in 1779. den Hortus komanus gestochen hat.
* Gravis.« Setzehinzu: Auch Gravius.
S. Graf.
* Graziani, (Herkules). Lanzi II. 2. 174.setzt seinen Tod erst in 1765. und sagt von ihm:„Dem Styl seines Meisters (Creti) fügte er einengrößern Charakter und frischem Pinsel bey, undnäherte sich so dem Franceschini u. a. welche aufdie Schule von Cignani folgten. Freylich tadelteeiner seiner Nebenbuhler an ihm das allzuweichlichein seiner Manier, und das allzukleinliche Bestrebennach neuen und doch unbedeutenden Zierathen.Andre vermißten bey ihm ein besseres Farben-Gleichgewicht, noch andre mehrern Geist; alle in-dessen müssen ihm doch das Genie und die Beflis-senheit zugestehen, mit den guten Künstlern seinerZeit wettgeeiferr zu haben, ja daß er Manchenüberkroffen hätte, würde ihm nur ein geschicktererMeister zu Theil worden seyn. Bey St. Peter inBologna ficht man von ihm diesen Apostel, derden St. Apollinaris ordinirt, eine große Komposi-tion voll Würde, die er späterhin, aus Auftragdes Papstes (Lambertini) auch für St. Apollinarezu Rom wiederholte. Auch sein St. Pellegrin zuSimgaglia, und zu St. Peter zu Piaccnza seineFürsten der Apostel, die sich mit dem Ausdruckesüßer Trauer von einander trennen, um jeder zuseiner Marter zu wandeln, haben viel Verdienst."Nach ihm hat I Benedetti den sei. Archang. Car-netoni, C Bianchi das Bildniß des Gottcsgelehr-ten und Juristen I. I. Letus, V. Franceschini densel. Kardin. Niclaus Albergatti, und Cantarellieinen St. Apollinaris (wahrscheinlich eben obgc-nanntes Gemäld) gestochen,
* — — (Joh. Paul). Ist ein irriger Renvoi,
Green.
und betriff den unten folgenden Joh. Paul Graszini und Caspar Venturini.
* Graziani, (Paul). In P. de NobilibusVerlage hat er z. B. Männer, welche gegen Ther-men Ziel schießen, nach Mich. Angelo, dann einenTriumph der Galathee, ohne Namen des Malers(1582. oder 85 -) gestochen.
* — — (Peter), von ihm, oder dann vonCicero Graziani, dessen im kex. unter PetersArt. Erwähnung geschieht (doch glaublicher vonLetzterm, als dem wahrscheinlich ältern), sageLanzi I. 519. daß er ein Schüler von Bourgjgnongewesen sey, der aber von demselben nichts alsseinen Farbenauftrag und den weiten Gesichtspunktangenommen habe.
* Grazini oder Grazzini, (Joh.PauU,ein Maler von Ferrara , starb 1632 micht um1620. wie das Lex. im Art. von Caspar Venturinisagt). Er war anfänglich Goldschmied und lernteerst spät die Grundsätze der Malerey von seinemvertrauten Freunde, Carl Bonone u. a. Dannfieng er damit an, für seine Handwerksgenossenihren Kunsihciligen, St Eligius zu malen, brachtedamit acht Jahre zu, lieferte aber dann ein Werk,das schon allein hinreicht, ihn für einen vortref-lichen Künstler zu erklären. Dasselbe sieht ganzeinem Pordenone gleich. Und damals war er einFünfziger! Aehnliche kleinere Arbeiten sieht mannoch hin und wieder von ihm bey Privaten.
II. 2. 259-
* Grebber oder Greeber, (Peter oder
P. D-). Sein einziges selbst geätztes Blatt führtHves in seinem Suplement zum ReinbrandtschenKatalog S i?8- c. an Dann kennt mannach ihm z. B das Grabmal eines Lizcntiaten derTheologie, Niclaus Nonius «wie es scheint seinesFreundes) mit der Unterschrift: U. l). Orebberconsec. von C. Dloemart. Dann unbekannte Bild-nisse von A. Riedel; einen Kopf von Schulze, undeinen St. Johann in der Wüste, ohne Namendes Stechers. und
Grebel. S. den Art. Erda.
Greben, (Hans 1, ein Maler zu Cvlln an derSpree , starb 160z. lJicolai.
*Grebler, ( ). Nach einem sonst unbe-
kannten Maler dieses Namens findet man einen ge-ätzten Kopfvon Riedel. Mrc. Wohl obiger Grebbcr.
* Greca, (Vincenz della). Von seiner KircheSt. Domenico zu Rom kennt man ein gestochenesBlatt.
* Grecche, auchGreco, (Doiuinik. belle),S- Teoscopoli.
(Frecheres. S. Gregherrs.
* Grecchi, (Marc Anton). Nach LanziI.zäo. war er auch Maler, und sah man von ihm ineiner Kirche zu Foligno eine mit seinem Namenund der Jahrszahl ikzß. unterzeichnete H. Familie,vielleicht dieselbe, welche man von ihm, mit derH. Catharina siaffirt, auch gestochen findet. NachGandellini arbeitete er bloß mit dem Grabstichel.Seine dort angeführten Blätter sind 1 595 - 97 -datirt.
Greco, (Vita), ein jüdischer Maler von Ve-rona ; machte sich um 1779. zu Florenz durch feintKunst in Bildnissen berühmt.
— — (Vitus), ein Maler zu Neapel , warPauls, dessen das Lex. gedenkt, Vater, und Sal-varsr Rssa's mütterlicher Großvater.
Grecoff. S. Greksff.
* Grecolini, (Anton). S. Cricslini,nicht Oricolini, wie es im Lex. heißt.
Green, (Hippisley). S. Georg Farringrsn.