Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
485
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Grignion.

-i- Grignion, (C), oder Grignion derJunge Derselbe hieß Carl. Zeichner, Stechermit der Nadel und dem Grabstichel, geb. in Frank-reich um 1710. Man hält ihn für einen Anver-wandten des nachfolgenden Künstlers. Die Zeitseiner ersten Niederlassung in England ist unbekannt.Er nahm an mehrerer Werken Theil, welche um dieMitte des vorigen Jahrhunderts zu London er-schienen waren So z. B. an den von R. Daltonin Italien gezeichneten antiken Statuen; so (1753)an den Tapisserien des Vatikans. Dann kenntman von ihm mehrere einzelne Blatter, deren einVerzeichniß meines sel Vaters an die 20. und auchRost VII. 336—37. etliche enthalt. Dieselben sinddes verschiedensten Inhalts. So z. B. das Bild-niß des Lord Ansons nach A- Poud; so verschie-dene englische Prospekte, theils nach seinen eignenZeichnungen, theils nach W. Bellers, A. Hecketund Sim. Vallee; dann aber auch allerley Histori-sches, worunter: Die Wahl eines Parlamentglieds(eine reiche Zusammensetzung, von ihm, Eave undAveline 1755—58 auf vier Blattern gemeinschaft-lich gestochen» nach Hogarth — Garrick, in derRolle Richard III. nach Ebendems. (1745.) undPhryne und Xenokrates nach Salvator Rosa , diebedeutendsten seyn mögen. Uebcrdies hat er meh-rere Titelblätter und Vignetten nach Mortimer undandern englischen Künstlern gestochen. Rost I. c.Hinwieder kennt man auch nach ihm zwey sehrschöne in Schwarzkunst geschabte Bildnisse, desCap. Farmers von Murphy, und Sir RichardPearson's von Watson.

* Grignon oder Grignion, (Jacob),auch Grignion der Alre genannt, Zeichner undKupferstecher, geb. in Frankreich — wohl ziemlichfrüher als um 1640. wie Rost VII. 335 meint —und blühete, nicht gegen das End — wie es dortund im Lex. heißt — sondern gegen die Mitte des-selben Jahrhunderts. Seine meisten und beßtcnArbeite» sind Bildnisse, welche wegen ihrer Net-tigkeit sehr geschätzt werden. Nicht das nämlicheVerdienst haben seine historische Blätter, nach Ann.Carracci, Poussin u. s. f. welche meistens unrichtiggezeichnet sind, und wenig Wirkung thun. EinVerzeichniß meines sel. Vaters führt an die 40.Stucke von ihm, eben fast lauter Bildnisse nach leFevre, Mignard u. s. f. die meisten aber ohne Na-men des Malers, und von 1652—71. datirt, an;dann ein Bild der 5 ). Jungfrau, nach A- delSarto, u. s. f. Rost aber, neben Anderin, meh-rere Platten zu dem Werke: los Psbleanx cw Inkorütenco, nach den Zeichnungen von Chauveau.

* Grignoux. S. Gignoure.

Grille nzoni, (Horatius). So nennt Lanzi(II. 271.) einen Maler aus Carpi, der sich langein Ferrara aufgehalten, wo ihn Tasso gekannt,und ihm in seinem Gespräche II dblilen^one 0l'Lpit-iHn ein unverwesliches Denkmal gestiftethabe. Uebrigens kennt man, selbst in Earpi, keineArbeit als sicher von ihm. Er soll 1617. in ziem-lichem Alter verstorben seyn.

Grillet, ( ) ein Stempelschneider, dessen

Namen auf zwo Schaumünzen von Joh. WilhelmChurfürsten in der Pfalz stehen soll. Man ist aberzweifelhaft, ob es nicht den Grate bedeute.Sanilung berühmter Medailleurs X". 129.

— — ( ). So wird auch irgendwo ein

Maler genannt, nach welchem Littret historischeBlatter gestochen habe.

Grills, (Blas). So nennt Fiorillo (IV.138-einen Maler von Scvilla, der, gegen Endedes XVI. Jahrh, mit andern Künstlern sich be-schäftigte, die alten Kunstwerke in der dortigenKathedrale auszubessern.

— — (Friedrich), Professor der Philosophiebey dem Königl. Preuss. Kadettencorps zu Berlin ,geb. zu Wettin 1739. und gest. 1802. Ob derselbeein ausübenderKunsidilettante gewesen sey, ist unsunbekannt. Von ihm finden sich eine Menge Auf-

Grimaldi. 485

satze über Kunst und Kunstgeschichte in den Meu-selschen Kunstjournalen. So Mus. l. Hz. Nach-richt von Pascals Kunstetablissement in Berlin .XV. 153 Verzeichniß Wateletischer Kunstblätter.— Vl. Mus. 35z. Nachrichten von dem Bau desBrandenburger-Thores. 510 12. Wie die Altertden Tod gebildet? und: Db die Alten — Steig-bügel gehabt? — Dann besonders in den Vl Mis-cell. III. 26z. von den Künsten überhaupt, undvon den schönen insbesondre, nach Kant. lV 437.Charakteristik neuer radirter Blätter des DirektorsRode. VI. 721. Ueber Kunst, nach Kant ; und mitder beygefügten Bemerkung : „ Für denkende Künst-ler, die die Critik der Urtheilskraft nicht lesen."VIII. 967. Ueber das Ideal der Schönheit, nachPlato und Kant. An Madmois. Carol. Wegeli;und endlich XI. 412. Gedanken über die Verzierungder Bücher mit Kupferstichen.

* Grimaldi, (Alex.). Derselbe stand im Ma-

len und Kupferstechen weit unter seinem Vater Joh.Franz. Sein beßtcs Blatt ist: Die

eherne Schlange, nach seiner Zeichnung geatzt.

* — — (Franz), geb. zu Oppido im Nea-politanischen. Das Lhearinerkloster zu Neapel warsein erstes Werk. Die in 1608- erbaute Schatz-kapelle schreiben einige dem Pater F. Negro zu;ein griechisches Kreuz, 48 - Palmen lang und 94.breit, mit 7. Altären und 42. Säulen von Broka-tell», mit Nischen voll Statücn, und von Dome-nichino und Lanfranco ausgemalt; eine der schön-sten und gründlichsten Bauten der Hauptstadt- undvor allen auch das Behältniß der Reliquien und —silbernen Statuen ihrer Heiligen, St. Januars zu-mal, und seines wunderthätigen (in Schwabe»und der Schweiz sagt man, rvunderbarlichen)Blutes. Auch die Kirche von Andrea della Dallavon Rom wird ihm zugeschrieben; und sicher vonihm ist (nebst der Zeichnung derjenigen der HH.Apostel zu Neapel ) St. Maria degli Angioli aPizzo Falcone, ebenfalls eine Theacinerkirche da-selbst, und die beßkproportionirte in dieser Stadt.

(Lcl. tel'2.) II. 98-99.

* — — (Joh. FranV, Bolognese genannt.Lanzi II. 2. 152. nennt ihn einen wackern Archi-tekt, trcflichen Perspektiv- und guten Figurenmaler,auch Stecher u. s. f. In seinen Blättern könneman sehen, mit wie viel Urtheilskraft er seineStandpunkten gewählt; wie schön seine Staffagenvon Gebäuden, sein Blätterwurf noch weit breiterals der Carracci , und überhaupt, in wie fern ervon demselben verschieden war (wie solches beson-ders in den stetter. pittor. II 289.) bemerkt wird:Eben so in seinen Gemälden seinen leichten Pinsel-strich, seine starke Färbung, sein — oft nur allzu-hohes Grün. Zu Rom wurde er von mehrernPäpsten angestellt; Jnnoceuz X. ließ ihn im Vati-kan und Quirinal arbeiten; und selbst in Kirchen,namentlich zu St. Martin a Monti, wo sich vonihm zwey vortrefiich gedachte, und in Fresko heitercolorirte Landschaften befinden, welche in derSchrift: Minkelmann und sein Jahrh. i 84 >nach Verdienen gepriesen werden. Nicht nur derPallasi Dorghcse, sondern auch die Galerie Cv-lonna u. a. sind reich an vortrefiichen Werken vonihm, da er nicht so viel Bestellungen für's Aus-land, wie Gelee und Poussin erhielt. Bologna ,wo damals noch andre gute Landschafter blüheten,besitzt wenig von ihm. Bey Rost I. 333 — 34 - sowie in den Gantkatakogen von winkker (s. v.Bolognese) und Brandes findet man das Verszcichniß mehrerer von ihm sowohl nach eigner Er-findung, als nach Carracci und Likian vortrefiichgeätzter Landschafksblätter, und eben so auch einigesnach ihm in England Gearbeitetes, wovon beson-ders ei» sehr großes von Gsupy gezeichnetes undvon Vivarss und Chatelain gestochenes Blatt:Li^tel 6sncic>sto, anü p«rc ol tkie süjoinin'A Isne>vitli r> prospect of tür Ernnpa^na ok Home sehrschön ist. In den neuesten Tagen hatFikhol nachihm'ein Blatt für's XXIX. Heft des Laues lilsto--