Guai.
für den Reuter. Besser, und sprechend ähnlichwar des Künstlers eigenes Bildniß. Eben sowaren ein Paar Bauernstücke von ihm nicht zuverachten, wo ein französischer Landmann, seinSohn hinter ihm , auf einem Esel sitzt, und wahr-scheinlich zur Kirche reitet. Eine Diana hingegenfand man unleidlich, steif und hart in Zeichnungund Colorik. Mensel Archiv. IV. 89 -
* Guai, (Jacob), der Edelsteinschneider. Be-sonders vielen Geist legte er in einen Carniol, aufwelchem er den Sieg bey Fontenoy, nach einerZeichnung von Bouchardon, ausdrückte. ^Ate/et.
Gualdi, (Franz), von Rimini . So heißtirgendwo ein uns sonst ganz unbekannter Künstler,nach welchem M Greuther — wir wissen bloß nichtwas? gestochen hat. .
Gualla, (Peter) So nennt Lanzi II. 2. 38s.einen um 1760. verstorbenen Fresko - und Oel-Ma-ler von Cajal - Monkeferralo, von dem man zuTurin , und überhaupt in Piemont mehrere Arbei-ten, besonders Bildnisse finde, welche derselbe,obgleich er erst spät zur Kunst gekommen war, mitvieler Lebhaftigkeit gemalt, dabey aber auch hattestehn bleiben sollen, da es ihm au Zeichnung undallem andern Stoff zu Größer»» gebrach. In seinemAlter nahm er noch den Paolotten-Orden an,und fieng an, in der Kirche desselben zu Mailand einen Plafond zu malen, worüber ihn aber —desto besser! der Tod überraschte. Wahrscheinlichist es der nämliche Gualla, von welchem auchRare» spricht, und von ihm einen Martyrtod desSt. Fidelis in der Kapuziner-Kirche zu Voltri an-führt.
* Gualtier. S. Gaulrier.
* Gualtieri , ( ) lebte um 1550. Der-
selbe war ausser Padua (wo man einiges Schätzba-res von ihm auszuweisen hat) wenig bekannt. Dochmalte er, gemeinschaftlich mit Campagnuola undJohann di Verzara, an dem berufenen Gigcmten-saal zu Venedig , welcher späterhin für die öffent-liche Bibliothek gebraucht wurde. DanM II. 95.und Fiorillo II. 26..
* Guapana, (Jacob). Nach ihm hat Bar-tolozzi eine Dreyeinigkeit, den Platfond einer Him-melfahrt, und eine Diana — dann F. Bcrardi eineHagar in der Wüste, und endlich ein Ungenanntereine Samaritanerin gestochen. )I§rc.
Guardi, (Franz), ein Maler von Venedig ,starb i 78 >. 8r Jahr alt Derselbe (sagt LanziII. 22g.) wurde für einen zweyten Canaletto(von dem er Schüler oder doch Nachahmerwar) gehalten, und seine Aussichten von Venedig fanden in und ausser Italien großen Beyfall; doch(wird hinzugefügt) bloß bey denen, die sich mitdem lebhaften Effekte begnügen; denn in Absichtauf Wahrheit und Genauheit der Proportionen kamer seinem Vorbilde nicht bey.
* Guardolino. S. Carl vJatali.
Guarenghi, ( ). So nennt Fiorillo
(Rl. Schr. Ü. 59) einen, uns bisher unbe-kannten, ganz vorzüglichen Baumeister, der unterder Kais. Eatharina II. die neue Börse, das Hof-theater und eine Menge Palläste zu St. Petersburg erbaut habe.
* Gu ar»ent i , (Peter). Nach Lanzi II. 2.IS 3 — 9 ff gebürtig von Verona , starb zwischen1753. und 69. Von seinem vermehrten Hbece-üario pittorioo des P. Grlandi sagt He» neckeOachr. I. 235. daß er die Fehler desselben nochvermehrt habe, ungeachtet er in Dresden die bcßteGelegenheit hatte, solche zu verbessern.
* Guariento von Padua . Von ihm stehtman noch ein Fresko - und ein andres Gemäldein Bassano, auch zu Padua , im Chor der dortigenEremitaner, Mehreres, jetzt aber übermaltes,
Guarinoni. 4gr
nach welchem jedoch Zanerri ihn als einen erfinderi-schen Kopf, geistvoll in den Bewegungen seinerFiguren, und für sein Zeitalter geschickt im Fal-tenwürfe nennt. Danr:» II 6—7. Nach FiorilloII. Z/j. soll er auch in Bassano den bessern Ge-schmack eingeführt haben. Eben dieser Schrift-steller macht sich, bey Gelegenheit dieses altenKünstlers (den Ridolfi an die Spitze seiner Ge-schichte der venetianijchcn Schule setzt), über denAusdruck gräcisirend (ArccKcA§lsnts) lustig,dessen sich oben erwähnter Zanerri bey unsermGuarienro und andern Künstlern des Zeitaltersbedient, und sagt: „Warum nennt man dies nichtlieber den-alten, damals herrschenden italienischenStyl? Warum will man sich nur das Gute undSchöne zurechnen, und die Barbarey auf die Rech-nung des Auslandes schieben"? und findet es dannüberhaupt lächerlich, dergestalt die Manieren,Schulen und Epochen mit so schneidenden Linienzu sondern; da zumal in jenem Zeitalter, wovonhier die Rede ist, alles so vermischt, und nurdurch leichte Nebel geschieden war.
* Guarini , (Camillus oder Guarino), eigent-lich Don Guarino Guarini . „Wenn" «sagtMilizia Lcl. tII. 260. u. ff.) „jemals einBaumeister die Borrvminischen Exzesse auf denhöchsten Gipfel brachte, so war es dieser. Er hattePhilosophie und Mathematik studirt; davon zeu-gen seine ?lacita yüllusopklcu. sein blucliclesaclgnctus , und seine 0oele8tis IVliitkematica,worinn er von der Gnomonik, und der Art dieGebäude zu messen, spricht. Nebendem las er diebeßten Schriftsteller über seine Kunst inbesonders,wie solches aus seiner eignen Hrcliitctturu civile(2. Vol. lol. Dorino 7Z7-) erhellet. Aber füreinen verdorbenen Magen ist auch gurerCkab-rung ungesund" Hierauf werden seine vor-nehmsten Bauten zu Turin : Die Po-Pforte, dieKapelle dcl Sudario, die Theatiner-Kirche St.Lorcnzo, die Kirche Et. Philippo Neri, die Pal-läste des Prinzen Philiberts von Savojen, unddes Prinzen von Carignan, ausser Turin aber nochdie Menge andrer, zumal Tempelgebäude in Mo-den«, Verona, Vicenza , Mefflna — vollends zuParis, Prag, und bis nach Lissabon angeführt(was denn wirklich von dem herrschenden Ge-schmacke des Zeitalters einen schadeltreffenden Be-weis ablegt) und daran ihre abentheurlichen Gebre-chen im Ganzen und allen ihren Theilen, haupt-sächlich auch sein bekannter köstlicher Haß gegendie geraden Linien, nach Verdienen gezüchtigt, undso ziemlich erwiesen, daß wahre Schönheit undächte Zierde unserm Don Camillo - auch nicht inTraum erschienen war, der, weil er beym Virrnvgelesen, daß das ionische Ebenmaaß vom Frauen-zimmer genommen sey, diese Ordnung flugs mitBlumen, Juwelen und andern» Weibersciimnckeverzieren zu müssen glaubte. «Auf den Verfassergegenwärtiger Zusätze machten Guarini's Bautenin Turin , neben Andern», den unvergeßlichen Ein-druck : Daß dieser Tausendkünstler ein so besonderesVergnügen an der Täuschung finde» mußte, daßer das Leichtere (oft fast durchsichtige) mit demSchwerern zu belasten, und dergestalt den Zu-schauer mit der stündlichen Gefahr eines Einsturzesbedrohen zu wollen schien.
* Guarini , (Joh. Baptist). Man siehet vonihm in der Kirche zu Garlenda im genuesischenGebiete eine Geburt Maria im Geschmacke derCarracci . Larto/i. Ohne Zweifel ist dies der näm-liche Guarini, welchen Lanzi II. 2. > 48 - einenRavennaten nennt, seine Blüthezeit in 1617. setzt,ihn als einen Künstler von gründlichem Styl, dersich eben, wie obige Notiz; sagt, nicht weit vonder Carracci's ihrem entfernt habe, beschreibt, undzum Beweis eine Pieta in St. Francesco znRimini anführt.
* Guarinoni , (Lucas). Nach R. Seberanhat er die Grausamkeit des Herodes gestochen.Mrc.
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