Band 
Zweyter Theil [1].
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G u e r i n.

oberflächlich behandle." Auch inReichardtsvertrauten Briefen I. 55. heißt es davon: „Ken-ner rühmten zwar daran die einfache, ächt antikeGestalt des Hypolirhs, so wie hingegen die krei-dige Lodtengestaltderphadra, und die krampfhafteWuth ihres Gemahls Theseus einen unangenehmenEindruck machten; besonders vermißte man imColorir fast allgemein Natur und Wahrheit." Ur-theile über die Komposition desselben, und über dieArt wie die dargestellte Handlung von dem Künst-ler motivirt wurde, von Fr. Schlegel s, in Me u-sel Arch. lll. t—5- »nd eine andre, sehr lobprei-sende , in der Allg. Runs!; 177—81-, Ein rusfi-ser Fürst hatte ihm für dieses Gemälde 5o,onc>.Fr. geboten; seither wurde es im I. XII. (schwer-lich um diesen Preis) von der Regierung gekauft.Nunmehr gieng (wie es scheint um »Zoz.) unserKünstler, als französischer Penstonnair wirklichnach Rom . Dort kannte man, neben Andern,,von ihm ein Stafeleygemälde, dessen Gegenstanddie Geßnersche Idylle war, wo zwey Hirten aneinem Grabmonumenr sich von einer jungenHirtin, die an dem nahen Bache Wasser reicht,die großen Handlungen der Person, deren Aschein diesem Grabmale ruht, erzählen lassen. „ DieWahrheit des Ausdrucks, die richtige Zeichnung,und die weise Komposition in diesem Gemälde"(urtheilt ein Kenner) „sind des gerechten Ruhmsdieses liebenswürdigen und bescheidenen Künstlersvollkommen werth " Gegen Ende von 1805., kamer wieder nach Paris zurück. Neben oberzahltenWerken werden von ihm: Der Tod Laro's von Urika(> 797 -); Orpheus, der auf dem Grabe der Eu-ridice weint (,301.), und zwar dieses als einesseiner schönsten; ein Opfer an den Aescnlap,ebenfalls nach einer Geßnerscben Idylle, und end-lich die Vorstellung zweyer Liebenden, welche Amorverbindet, genannt. Fiorillo giebt überhaupt alsdie Kunstcharakteristik unsers Künstlers : Edle Ein-falt, Richtigkeit der Zeichnung, Sinn für das Pa-thetische und einen kräftigen und leichten Pinselstrichan, und bemerkt noch am Schlüsse, daß derselbebereits einen (wir wollen hoffe» geschickten) Zög-ling an Louis Adel gebildet habe. Auch Lan-ds» scheint unserm Guerin mit einer ganz vorzüg-lichen Achtung und wirklicher Liebe zugethan zuseyn. In desselben Annalen (I. 39-4«- 42 . 240—21.256-57. — II 199—201.216.— 111 - 51 — 53 .— VI. 34.) werden sein Markus Sextus, Orpheusbeym Grabmal der Euridice, Phädra und Hypoli-thus, das Opfer an den Aescnlap, und dann nochüberdies ein bisher unberührtes Lindergrupp(Deckcngemäld in Oel im Saale Laokoons) abge-bildet, ausführlich beschrieben, und unbeschränkt ge-priesen ; und namentlich von seiner Phädra undHypolithus heißt es dort (der oben angeregtenCritik ganz entgegen): „Das Eolorit ist reich undglänzend, wie dasjenige der flamändischen Schule,die Lokalfarbe richtig durchgeführt, die Schattendurchsichtig, das Ganze voller Harmonie." Hier(wie bey so Vielem unter der Sonne ) sieht mansich alle Augenblicke bemüßigt, zu fragen (aberWen?): Was ist die Wahrheit? Immerhinmüßen die Umrisse bey Landon (denjenigen vonOrpheus beym Grabmal der Euridice ausgenom-men) und namentlich auch der von Markus Sextus(wozu ihm doch der Maler selbst die Zeichnunggab) schlecht genug gelungen seyn. Noch müßenwir bemerken, daß unser Guerin zu denjenigenfünf Künstlern gehöre, welche, dem Gutachteneines Kunstcommittös zufolge, in 1806 von derRegierung den Auftrag erhielten, eine Folge gros-ser Bilder von den merkwürdigsten Ereignissen desneuesten deutschen Feldzugs zu malen, welche nach-her die Galerie des Louvre zieren sollten. Gesto-chen nach ihm, und zwar ganz mit dem Grabstichel,kennen wir einzig das schöne Blatt seines MarkusSextus von Blot. Eine Beurtheilung davon , undeine, nach unserm Ermessen sehr richtige Würdi-gung des Urbilds findet sich in dem Journal fürLitteratur und Runst 70—73.

Guerre.

Guerin. S. auch Guerrrn.

Guerino, (Renat). So nennt Gandellinreinen Künstler, welcher Ornamente, Groteskenund Mvresken gestochen habe. Dann führt einVerzeichniß meines sei. Vaters unter dieser Rubrikverschiedene Blätter an, von welcher, aber die be-deutendsten auch oben, einem Guerignan oderGueriman zugeeignet sind, so daß entweder dieeine Angabe irrig, oder, noch glaublicher, an bey-den Orten von Einem und demselben Künstler dieRede sey muß. Unter Guerino wird noch vonden Satyren gegen Spanien besonders genannt:1e 8avetisr LspuZnol, au sujst cle ta Latailleües Dunes 1658.

* — — S. auch Gerino.

* Guernier, (Ludwig duX Derselbe warein Verwandter von Jak. Parmentier. IiorillsIII. 197. nennt ihn einen der vorzüglichsten Minia-turmaler seiner Zeit. In dieser Eigenschaft wurdeer zum Maler des Königes ernannt.

— der Kupferstecher,dessen im Lex. unter dem Art. des Obigen Erwäh-nung geschieht. Nach I D. Poiüy'ö Erfindungkennt man von ihm ein kleines Blakt: Die Pest;dann 10. Blätter: lss .souenrs; ferner 7 Blätterzu den Hirtengedichten von Gay, und andre zueiner Ausgabe von Spencer; alle diese nach derZeichnung von la Guerre.

* — — (Peter), des obigen ersten LudwigsBruder, dessen im Lex. unter dem Art. desselbenkurz Erwähnung geschieht. Auch Er genoß, sowie der dritte Bruder Anton, der dort ebenfallserscheint, als Miniaturmaler viele Achtung. Fio-rillo lll. 197. Nach perer ist es wahrscheinlich,daß I. Frosne (1671.) das Bildniß des Wundarz-tes Cosm. Diardel gestochen hat.

* Guernieri, (Joh. Franz). Unter seinemNamen findet man eine lateinische Beschreibungder im Lex. benannten Pallastes und Wasserwerkezu Carlsberg , welche 1706. und 1749 zu Casselmit 16. Kupfertafcln in Folio gedruckt ist. S. auchim Lex. die Art. Guarnieri und Joh. Hess.

Guer 0 uIt, (Jacob von). So nennt Basan(h)ci. 80 , 7 .) einen uns sonst ganz unbekannten Kupfer-stecher, geb. zu Toulon 1654. von welchem manverschiedene Hefte von Schissen kenne.

* Guerra, (Johann). Sein Heft Weiber-köpfe führt zum Titel: Varie aoconcigturo tllUte40. ko-J. Von oder nach ihm in Holz geschnittendann, kennt man das erbauliche Blatt: Die zumMartern der Heiligen gebrauchten Instrumente.Seine Zeichnungen für ein ungeheures historischesBilderbuch soll er, wie Gandellini sagt, zumGebrauch großer Fürsten verfertigt haben, damitsie (wie es dort ausdrücklich heißt) über dem Lesenso vieler Geschichtschreiber nicht — die Zeit ver-lieren müßten.

* — — — — So nennt auch Fiorillo II.333. einen Bologneser, der in Thon gearbeitet habe,und aber wahrscheinlich kein andrer, als der An-dreas Guerra des Lex. ist.

* — — (Joseph), winkelmann in einemBrief an Bianconr nennt ihn (Querra.

— — ( ) ein neapolitanischer Künstler,

Freund und Liebling des (1797.) noch lebenden be-rühmten neapolitanischen Geographen Rizzo Zan-noni, der desselben trefliche Karten gestochen hat.Msc.

Guerre, (Johann), des gleich folgendenLudwigs Sohn, ein Kupferstecher, arbeitetenach W. Hogarth . (l^c.

* — — ( ). Derselbe hieß Ludwig.

Don seiner Arbeit sieht man in dem großen Saale