Hackert.
sichten, welche von erwähnten Künstlern geetzt,und von ihm mit dem Grabstichel beendigt wurden.In der Allg. Ruustz. 1 . c. wird das Blatt derUebersicht der phlegraischen Felder, vom Camal-dulenser - Berge genommmen, besonders gerühmt.Endlich kennt man von ihm einen Morgen undAbend nach Gasparo Dughet. Von mehrernKunstrichtcrn wird seine Arbeit überhaupt einigerHarte und Trockenheit beschuldigt, winkelm.u. s. Jahrh. 35 o.
* Hackert, (Jacob Philipp), Rost II- si 5 .setzt sein Geburthsjahr in 1704. 3 » Berlin zeichneteer zuerst nach den Bäumen des dortigen Thiergar-tens. Zu Paris studirte er nach Lorrain, Poussin und Vernet. In Italien vergrößerte das Stu-dium der Natur und Kunst seine Manier, undgab seinem Colorit mehr Leben. Seine neue Artin Del und Gouache zu malen fand bald allge-meinen Beyfall. Mehrere Jahre arbeitere er un-ermüdet zu Rom , Albano und Tivoli, wo erein eigenes Haus hatte. Zu Livorno malte erfür die Kaiserin von Rußland die Zerstörung derFlotte zu Tschesme auf eine über zehn Fuß hoheTafel; und der Graf Orlow lies ihm zu diesemBehufe ein altes rußisches Schiff in die Luftfliegen *). Von dem Pabste und dem Großherzogevon Loscana wurde er ebenfalls mit Gunstbezeu-gungen überhäuft. Endlich wurde er i. I. 1786.von dem Könige von Neapel als Hofiandschafts-maler mit einem Gehalt von 1200. Dukaten beru-fen, und Acton, den er schon in Livorno kannte,ward bald sein entschiedener Gönner. Mit Ve-nuti wurde er nach Rom gesandt, um die Farne-fischen Kunstwerke abzuholen. Die geschickte undfeste Weise, womit er sich Hiebey benahm, erwarbihm die Gunst, daß ihm zu Neapel ein Flügeldes königlichen Pallasies Francavilla an einer derherrlichsten Aussichten, und zu^Caserta der kleinealte Pallast zu bewohnen eingeräumt wurde. Auchbezahlte ihm der König alle Stücke die er fürihn malte, nach dem Preise, um welche der Künst-ler selbst sie ihm anschlug. Von dem feinen undgroßen Ton, auf welchem dieser Mann lebte,dem Talent und Glück so viel zuwandte, wissenReisende und Reisebeschreiber nicht genug theilszu erzählen, theils zu preisen. Gerühmt wirdneben andern« von ihm, daß gewöhnlich diejeni-gen Arbeiten seine beßtcn sind, welche er fürKenner und Freunde malet; getadelt hinwieder,daß er eine Preisliste von der Größe seiner Ge-mälde, wie man sie bey ihm bestellen konnte, dru-cken lies, und dadurch seine Kunstwerke zu einergewöhnlichen Kaufswaare herabzuwürdigen schien.Von seinen Bisterzeichnungen, welche in der Fernedie kräftigste Wirkung thun, wird bemerkt, daßer sie gleichsam — nur hinschreibe. — Neben denbereits im Lexikon bemerkten Künstlern haben »achihm gestochen: Georg Hackert, sein Bruder; dannAloja, Antonini, Barnes, Deny, Düfour, Dun-ker, Eichler, Gmelin, le Gouaz, de Grado ,Haldenwang, Lacroix, Lorieux, Morel, Mouchy,Dzanne, Paris , le Vasseur und Volpato. Eben-falls Rost führt 21. von Jacob Philipp selbst(176Z—66.) geehte Gegenden aus Pommern undder Insel Rügen , (wo er sich früherhin zu Bol-dewitz ein Paar Jahre aufgehalten, und die dor-tige Natur mit großer Wahrheit gemalt hatte),b andre aus Schweden , 6. aus der Normandie ,und endlich 4. neapolitanische vom I. 1779. an.Die beliebten Mondschein-Landschaften, welchepteftenchaler aus Salzburg zuerst ausgeschnitten,hatte Hackerr durch Üelfarben vereinfacht undverbessert. In 1799. las man daher von unserm
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Jacob Philipp in der Gotthaischeri gelehrrenZeitung (S. Z20.) aus einem Briefe aus tKea-pel eine Notitz, die eines solchen Künstlers kaumwürdig war: »Hackert" (heißt es dort) „hatdie Erfindung gemacht, unsre Zimmer mit male-rischen Darstellungen von Landschaftsszenen zubeleuchten. In ein längliches Kästchen, das hin-ten durch ein Paar Lampchen matt erleuchtetwird, steckt man von vorne hinter Glas ein be-sonders dazu gemachtes Gemählde von einerLandschaft, welche sich dann durch das matteLampenlicht so präsenkirt, wie eine vom Mondbeschriebene Scene. Dieses Kästchen, des Abendsins Schlafzimmer gestellt, kann die Stelle einesNachtlichts vertrete», und der schöne Anblick derLandschaft dem Einschlafenden einen angenehmenTraum verschaffen " Indessen zeigt eine nochausführlichere Nachricht hierüber im deutschenMuseum i/gi. St. VI. S. 687. (welche vonH. Doktor Mexer in Hamburg herrührte), daßHackerr schon um diese Zeit sich mit solchenKunstwerken abgegeben; „was freylich" (heißtes dort) „um so viel begreiflicher war, wenn manwußte, daß so ein Bild, von Z—4^ Breite, und2— 3 ^ Höhe, für die russische Kaiserin gemalt,mit 200. Zecchinen bezahlt wurde. Von seinemThun und Wesen in Neapel liest man i8c>Z. inder Allgem. Runstz. (in. 229—Z2.1 neben An-dern«: „Mit venuri ward er nach Rom gesandt,um die Farncsischen Kunstwerke abzuholen, wozueinige Schiffe nach Eivita Vechia segelten. Erbenahm sich dabey würdig und polirischklug, be-nutzte die Vakanz-Zeit der Kardinale, drohte mitHchebecken und diktirtc dem verlegenen venuridie Formeln wegen der päbstlichen Erlaubniß undden Pässen. Dieses artistische Geschäft wardnur indirekte ministeriell unterstützt und gelangbald nach Wunsche Dieß erwarb Hackerren dieGunst, einen Flügel des dem Könige heimgefalle-nen und einen Theil Per Stadt und des Meer-busens übersehenden Francavilla-Pallastes, auchzu Caserta den kleinen alten königlichen Pallastzu bewohnen. Hackerr ist ein feiner Hof- undWeltmann. Zu Easerra geht er ins KöniglicheBillard-Zimmer, und der König sieht ihn auchda gern. Er hat den Titel: krimo stirtore ciiLsmera. Aber Don Flilppo zu heißen, ist nursein genüglichcr Stolz. Bald giebt er ministe-rielle, bald artistische, bald Fremden-Tafeln,und die Zahl der Gaste läuft, nach Art der Grie-chen und Römer, fast nie über die Zahl der Musen,und nie unter die Zahl der Grazien, an einemder traulichen Gesellschaftlichkeit geweihten rundenTische. Er lebt auf einem großen Fuße, hältEquipage und Reitpferde, und genießt sein fleisrsiges Leben in heitrer Gesundheit. Früh Morgensoder vor dem Essen reitet er spazieren; dann ar-beitet er einen langen Vormittag, und um 3 . Uhrwird gespeist. Der übrige Theil des Tages istder Erholung und Besuchen gewidmet. Zuweilenzeichnet er noch Abends, wo Montags und Frey-tags Künstler und Fremde sich bey ihm versam-meln. Geht der Hof nach Caserta , und folgt derKünstler nicht auch dahin, so bezieht er dannseine Wohnung zu Pozzuoli , und holt sich neueStudien in jenen mahlerischen Gefilden. SeinTalent wird baar und reichlich belohnt; wasvielleicht anderwärts nicht in dem Grade der Fallwäre, weil hier jeder bedeutende Fremde, der ge-schickte Künstler besucht, von jedem etwas mit-bringen will, und dazu schon sein Gewisses be-stimmt hat. Hackerr ist schon ein Veteran in derKunst, und fährt fort in jugendlicher leichterStarke die Liebhaber mit seinen Gemählde» und
) FtorlUo Rl Sckr. II. S. -. erzählt diese soektaculöse Kunstanekdote genauer, wie folgt: »Ein hohesInteresse hat (in den'Gcschichtssälen zu Petershoff) das Gcmäld, welches das schiff des tapfern Seehelden,des Mceadmirals Spiridow darstellt, welcher, da die Pulverkammer in Brand gebieth, in die Luft flog.Die Offiziere von Pahlen , von Handwich u. a. retteten sich auf einem Boot, und sind in einiger Entfernungnoch zu sehen. Wie Orlow dem Maler diese Scene aufgab, sagte dieser; „Das kann ich nicht malen, dennich sah nie ein Schiff in die Luft fliegen." „Gut"! erwiederte Orlow, „sie sollen es sehen." Alsdann. kaufte er ei» altes Schiff, dessen Pulverkammer gefüllt und durch eine brennende runde angezündet wurde-Der Maler wartete am Ufer und konnte nun die Wunsche des Admirals befriedigen.
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