Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
546
JPEG-Download
 

546

Haim.

Hickel.

wo er sich verheyrathete, und im I. 1804. in einerglücklichen aber kinderlosen Ehe lebte. Von Zeitzu Zeit machte er kleine Reisen nach Dresden , indie Lausitz u. s. f. Kenner behaupten, daß er invielen Stücken, wie z. B- in den Formen und derLeichtigkeit seiner Baume sogar seinen Lehrer über-rrcffe. Mensel Archiv l. ,. S. 5 ?-61. wosich auch sein Bildniß befindet. Nach ihm hat C.G. Morasch zwey Landschaften aus dem Kabinettedes H. Pcchwells gestochen.

H i a m, ( ). So heißt irgendwo ein Kupfer-

stecher, von welchem man ein allegorisches Blattauf Ludwig XVI. nach Cochins Erfindung kennt.

Hib 0 n, ( ). So heißt ein uns sonst ganz

unbekannter Künstler, von welchem in Deeour-nelle's Hecueü ä'^roftitecture Lsü.lX. (, 8 o 4 -)einTriumphbogen erscheint. cVorw. Z 36 .

Hidalgo, (Don Joseph Garcia). EineSelbstbiographie dieses wenig bekannten spanischen Künstlers unterlaßt sein Geburtsjahr anzuzeigen,das ungefehr in , 656 . fallen mochte. Eben so un-gewiß ist seine Herkunft, aus einer (wie seinWappen zu erweisen scheint) angesehenen Familie.Er selbst sagt, daß man in Valenzia ihn einen Casti-lianer genannt habe. Sehr jung legte er sich aufdie Malerei) zu Murcia , wohin er mit seinem Vatergekommen — vielleicht gar daselbst geboren war,da um 1607. ein Maler, Namens Franz Garciadort lebte (s. seiner Zeit das neue Supplement) vondem unser Hidalgo erzeugt seyn mochte. Denersten Unterricht empfieng er übrigens, nach seinerSage, von dem Ritter Villacis und Gilarte, dieihn vorzüglich zu einer richtigen Zeichnung anhielten.Hierauf gicng er nach Rom , wo er, unter Anlei-tung von Hyac. Brandi, die Antiken und die großenitalienischen Meister studirte, und des Umgangsvon Salv. Rosa, Berettini und Maralti genoß;seiner schwachen Gesundheit wegen aber in seinVaterland zurückkehren mußte, von dessen sanftemClima er wieder hergestellt wurde. In Valenzia,wo er sich nun einige Jahre aufhielt, arbeitete erVieles, theils für Kirchen, theils für Privat-sammlungen, und copirte häufig nach Joanes undde Ribalta. Alsdann reiste er nach Madrid , woer in 167s. *) den Auftrag erhielt, den Kreuzgangim Kloster von Sr. Fclipe el Real mit Gemäldenzu zieren, wobey er den Vorschriften des DonJuan Carenno folgte, und zur Seite dieses vor-rreflichen Künstlers malte, als ob er dessen Schülergewesen wäre. Alsdann verfertigte er ein schönesAltarblatt für die Königl. Kapelle, welches denNeid des Palomino erweckte, so daß er, in seinenBiographien der spanischen Maler, Hidalgo's bloßim Vorbeygehn, und noch mit einer beißenden An-merkung gedenkt. Deswegen gelangte letztrer nichtminder zu größtem Ansetzn bey Hofe, und wurdesogar von dem Tribunal der Inquisition zum Censorder Malereyen in öffentlichen Gebäuden (zweydeu-rige Ehre'.), in 170Z. zum Kammermaler, undvon Philipp V. zum Ritter von St. Michel ernannt.Die Auftrage, die er erhielt, häuften sich allmaligl» sehr, daß er im Zenith seines Glückes (dies sagtnun eben Palomino von ihm) Mehreres von Conrchillos verfertigen ließ, was er für seine eigeneArbeit ausgab. Im I. 1711. vollendete er die 2PGemälde in dem Kreuzgange des Klosters Sa»Felipe, die von Seite der Composition einen vor-züglichen Werth haben; zog sich dann, wieEinige behaupten, in die Einsamkeit eben diesesKlosters zurück, und endigte daselbst seine Tage.Dieser Künstler gab sich die größte Mühe, denkranken Zustand, worin sich die Malerey in seinemVaterlande befand, zu verbessern, und den Ge-schmack, vorzüglich an alten Kunstwerken, zu be-fördern. Er stellte daher im I. iLgi. seine I'rin-

cipios para estuclias el nc,blll88>mc> arte <le la

pintura (IVlallriä) mit vielen Kupferstichen ansLicht, worin er von der Anatomie, als der unent-behrlichen Grundlage aller artistischen Verhältnisse,von den mannigfaltigen Gattungen der Malerey,der Composition, den Tinten, und von der zweck-mäßigsten Lehrmethode handelte. Zugleich gab ereinige westliche Anweisungen für's Kupferstecher,,und schätzbare Nachrichten von spanischen Malernund Liebhabern. Ausser seinen berckts angeführtenöffentlichen Werken sieht man von ihm in St. Juan del Hospital zu Valenzia eine Vorstellung derSchlacht bey Lepanto , mit vielen HH. in einerGlorie; eine weitläuftige Arbeit im Refektoriumdes St. Dominicus, u. a. ebendaselbst, das vonBermudaz beschrieben ist. Fiorillo IV. 344 ^ 47 -

Hiddlnga, ( ). So heißt in den Ham-

burg . R. Vl- S- 88. ein Künstler, Schüler vonAmama, welcher nicht uneben Blumen in Wasser-farben gemalt habe», und, wie es scheint, um1792. gestorben seyn soll.

Hiebel, ( ). Und so ein uns sonst ganz

unbekannter Maler oder Zeichner, nach welchemA. Birkart die Bildnisse von Ioh. Nepomuk undvon F. A. Grafen von Spork gestochen hat.

Hickel, (Anton), K.K.Hofmaler, Geschichts-und Portraitsmaler geb. zu Vöhmisch-Eipa in demLeitmerizer.-Kreise 1746. Eckn gleich nachfolgenderälterer Bruder Joseph nahm ihn in seinem zehntenJahre zu sich nach Wien , vertrat bey ihm Vaters-stelle und war sein Lehrer in der Oelmalcrey; da-neben besuchte er fleißig die dortige Akademie.' Um1/77- gieng er sodann über Tyrol und die Schweiz nach Frankreich , und hinterließ überall Arbeiten,die ihm Ehre machten. Die Königin von Frank-reich und ihre unglückliche Freundin, die Prinzessinvon Lamballe , seine besondre Beschützerin, warenihm zu verschiedenen Bildnissen gesessen. BeymAusbruche der Revolution begab er sich nach Eng-land, wo er Anfangs, von Seite seiner Kunstsowohl als in politischer Hinsicht, nicht gleich be-urtheilt wurde, endlich aber doch durch sein 179a.angefangenes Gemälde vorn brittischen Unterhause,zu dessen öffentlicher Ausstellung sich halb London drängte, seinen Ruhm festsetzte. Dasselbe stellt be-kanntlich eine genau nach der Bank genommeneSitzung des Parlamentes dar. Die Figuren sindlebensgroß, 96. an der Zahl, und Alle nach derNatur gemalre Bildnisse. Die Aehnlichkcir dermeisten ist treffend, dabey aber die Composition desGanzen, wegen der reihenweise sitzenden Figuren,ziemlich einförmig und steif. H. fand bey dieserGelegenheit sowohl bey Pitt, als auch bey Fox undihren beydseitigen Freunden, eine sehr gute Auf-nahme. Dessen ungeachtet schlug er ein ansehn-liches Gebot aus, welches man in England aufdies Bild legte, und gieng damit und mehren,andern Arbeiten nach Hamburg , wo er im Oktober1798. Todes verblich. Seine Verlassenschaft windean seinen Bruder in Wien geschickt, somit auchjenes große Gemälde, welches in die Breiteund 1 w in die Höhe hat (In einem Nekrolog sei-nes nachfolgenden Bruders Joseph findet sich dieNotiz, daß dieses berühmte Bild mit andernhinterlassenen Werken der beyden Brüder gegenwär-tig (Avr. 1807.) in Wien zur Versteigerung stehe).Ob dasselbe seither seinen Käufer gefunden, ist unsunbekannt. In den letzten Monaten seines Lebensmalte er noch ein Kniestück von Klopstock , einesseiner bcßten und vollendetsten Werke, das seit-her von Huck in Hannover gestochen worden ist.Hickel war sehr glücklich in der Darstellung größererund kleinerer Scenen aus dem häuslichen Leben,spielender Kinder, und überhaupt in Familien-stücke». Sein Colorit ist meist warm, und die

Fiorillo IV. z;z. sagt, „»„erachtet er bereits ziemlich bejahrt war", was mit dem oben von eben diesemSchriftsteller angegebene» Geburtsjahre unsers Hidalgo sich eben so wenig reimen will, als sein sieben, bisachtjähriger Aufenthalt zu Valenzia mit den Jahr-zahlen >670. (seiner Ankunft zu Murcia ) und r<>7). (zuMadrid ). Man verzeihe uns diese Mikrologie! Ohne solche vermehren sich kleine und große Irrthümer inder Kunstgeschichte ins Unendliche.