Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
559
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Holbern. Holbein . 559

von Florenz sein eigenes Bildniß, und Luthers , wenn man ihm das Recht auf jene Reihe emble-Diejenige von Düsseldotfein Weib als Bacchantin; matischcr Gruppe»/ die unter dem Namen vonandrer deutscher, niederländischer u s. f. theils Holde ins Todtentanz bekannt sind, nicht un-stehender (?), theils wandernder Sammlungen langst mit zu glücklichem Erfolge streitig gemachtnicht zu gedenken. Indessen bemerkt Füßli (l. c. hatte" -). So viel von Holbein , dem Maler.29.) sehr gut, daß in Deutschland und der Schweiz Und nun sein zweytes großes Verdienst, alsArbeiten von Christoph Amberger und Hans Asper , Formschncider. Wahrscheinlich, daß auch in die-nliche Holdem» Art zu malen folgten, ihn aber sein Kunstzweige sein Vater, oder dann Albrechtfreylich nur von Ferne erreichten, häufig vor die Altorfer sein erster Lehrer war, dessen Arbeiten(einige gehalten werden. Eben so richtig heißt es ziemliche Aehnlichkeik mit den seinigen haben, denbey gedachtem Schriftsteller am End seiner- freylich er aber nachwerks, so wie überhaupt Alles, wasnoch sehr unvollkommenen, aber immer höchst vor und nach ihm hierin geleistet worden, weitlesenswerthen Biographie unsers Künstlers: „Es übertroffen hat. Schon gegen 1211. fieng er an,zeugt für die Hochachtung und Liebe, welche Heinrich in Holz zu schneiden, und fertigte von da an, bisfür die Kunst hatte, zugleich aber auch von der er nach England gieng, eine ansehnliche Samm-Klughcit und weisen Mäßigung des erster«, daß er lnng meist kleiner Blätter aus, die von Schweizer-sich in der Gunst des letzter» bis an dessen in scheu, Deutschen, selbst Niederländischen (Leydcn)

erfolgten Tod zu erhalten wußte, was sonst in der und Französischen (Lyon ) Buchhandlungen bey ihmGeschichte dieses launischen Monarchen so selten bestellt wurden. Hiehcr gehört hauptsächlich seinwar. Aber er begnügte sich auch an der Ehre, sein berühmter Todtentanz, wovon die etwas größeregrößter Maler zu seyn, und geizte nach keinem am Originalzeichnungen mit der Feder leicht ausge-dern Rang am Hofe, was sonst so Manchem unter tuscht (/,j. Blätter) sich einst in der Crozatschendiesem Könige den Kopf gekostet hat. Er selbst Sammlung befanden und seither »ach ein Paarstarb bekanntlich in an der Pest. Der Graf Handänderungen, in Besitz der Russischen Kaiserinvon Aruudel bemühete sich vergeblich, den Ort Catharina 1 l. gekommen sind. „Um den Werthseiner Begräbniß zu erfahren, um ihm ein seiner dieser schönen Blätter ganz zu erkennen" lheißr eswürdiges Denkmal zu setzen. Wahrscheinlich, daß bey Rost I. i 5 >.) „muß man die ersten Abdrückeer, mitten in der allgemeinen Verwirrung, unter sehen, welche nur auf Einer Seite gedruckt sind-so vielen andern Opfern des großen Todes in irgend und wovon H. Otto in Leipzig ein Exemplar von'eine Grube geworfen worden. — Eine eigentliche 21. Blattern besitzt." Rost selber dann führt einKunstcharakccristik von ihm giebt kein uns bekannter solches von HZ. Abbildungen (2" 5 "^ hoch, 1"Schriftsteller. Seine Erfindungen in historischen 10^" breit) mit dem italienischen Titel an: 8imn-Zusanimensetzungen waren nicht selten groß , gelehrt lachre, Historie e ti^ure <lo la blorts. Inl.zeonejund bisweilen acht poetisch. Das Ideal, welches nypresso (ft-w. iZ-,g., welches Papilkon

er sich schuf, war freylich nicht RaphaelS seines, auf 10. S. ausführlich beschreibt, und meynt, daßnicht aus den Antiken, aber aus dem Schönsten an die iou,oou. Ex. davon seyen abgezogen worden,geschöpft, was die Natur um ihn her ihm darbot, Wir hinwieder haben vor uns ein früheres, mitund sein großer Geist zu veredeln wußte. In rieh- -so. Abbildungen- ohne die Schlußvignette undktger Zeichnung durfte er nur Wenige, in der Wahr- dem französischen Titel: Des östmuwchres ethelt des Ausdrucks und des Eoloriis, so Wie über- Instorioes b'aos.s <jo In lVIorr. antunt ölöZirmsntHaupt in Allem, was meisterhafte und völlige De- pourtraictez gue nrtllicnkliement imaxftnöes.endigunq heißt, Keinem seiner Zeitgenossen weichen, wz'on, snukt 1 'escu cke Lolchen? 5 Z 8 . mit latei-„ Ihm fehlten" (heißt es in der Schrift: ^uoh ich Nischen und französischen Versen, und einem an-var in Paris III. ivz.) „ bey seinem feine», weichen Hangende» französischen Texte voll theologischer undund markigten Pinsel nichts als gelindere Umrisse, philosophischer Excursen über den argen Knochen-und bey feiner Kraft, die Natur aufzufassen, nur mann, und am Schlüsse signirt: DxcuäsdantNoch etwas mehr Sinn für das Ideal des Eha- ImAllimi Mv/c/üo»- et , strstres.

rakrers. Und in Schlegels Europa I. i sZ. Schöneres, zugleich zarter und leichter Behandeltes,

„ Holbein geht nicht bloß auf den reizenden oder so voll Bewegung und Ausdruck, ohne irgend eineimposanten Effekt; er geht im Portrait auf die Uebertreibung, laßt sich von Formschneidcrkunsttreuste ticfsteWahrheit und Objectivität aus; daher nichts gedenken. Etliche weibliche Figuren zumalmeistens die Stellung ganz gerade und einfältig , der haben eine Grazie zum Küssen schön. Kein ein-Hincergrund nur eine dunkelgrüne Fläche — alles, zigcs, das nicht entweder Rührung oder Lachenauch in der Tracht aufs fleißigste und genaueste erweckt. Im Tod zum Bauer am Pflug geht dieausgeführt; so daß der Charakter recht, in seiner Sonne am Horizont auf, und scheint die GegendBeschränktheit conzcntrirt und gleichsam 'fest eilige- nicht bloß zn beleuchten, sondern zn erwärmen,schloffen erscheint. — Stellung, Hand und Klei- Die eben erwähnte Ausgabe ist, wie aus dendüng pflegen bey ihm - jedes wiederum den Eha- Bogen-Signaturen erhellt, ganz complek, undrakter des Gesichts auszusprechen, wodurch denn mochte späterhin (ob von Holdem» oder fremderdie Eigenheiten desselben oft bis beynahe zur Carri- Hand, ist uns unbekannt), etliche Zusätze erhaltenkatur deutlich und objectiv werden." Füßli endlich haben; und, wie hoch das kleine Büchlein schonin seinen Vorlesungen (Uebersctz. S. isx.) sagt von vor Ho. Jahren geschätzt wurde, wo es im Besitze,unserm Künstler — Viel und Wenig, wie man des Zürcher -Künstlers Conrad Mepers war,will, und nebe» her, wie wir bald hören werde», beweist, daß der geschickte Mann bevschrieb : Istetwas Wesentlich Unrichtiges, wenn es dort heißt: 8 Gulden werth. Dann nennt der Wmklersche„ Die gewissenhafte Genauigkeit, die hohe Vollen- Katalog eine alte gestochene Eopie die,es wunder-dung und das kitiansche Colorit desselben würden baren Kunstwerkes,^ complet in Zo. DI. mitden kleinsten Theil seiner Vortreflichkeit ausmachen, et VV. H. (zuverlaßig Wenc. Hollar) signirt:

Dieses betrist nämlich den ehemals auf dem Prediger-Kl'rchhose in der Vorstadt St. Johann zu Basel aufeine Mauer >n Oel gemakte», scbvn früherhin aber durch Ueberstreichen verdorbnen, und nunmehr ganz zer-störten, Todtentanz, welcher lange für Holbein« Arbeit geachtet wurde. Allein schon Walpole harre er-wiesen, daß solcher lange ehe Holbeim auf der Welt war, zum Andenken der Pest gemalt werden, welchein i sz-. während der Kllcheiivcrsammllmg z» Basel , dort gewütbet batte. Späterhin wurde er vollends,vielleicht mir allzuviel Zuversicht einem sonst ganz unbekannien alten Künstler, Johann Glauber , Riaubevoder Rluber, so wie seine Renovationen, (-,8°.) einem Hans ZZock, und (iz-o.) cmem Han« -ougoGlaub er — Alles bloß deswegen zugeschrieben, weit bey der Vorstellung, wo der Tod den Maler holt, derUnten stevnde Vers anficng:

Haust Hug Glauber laß malen stöhn. ......

Vun mochte Holbein immerhin von diesem alten Stücke die ersten Grundideen nn Allgemeinen, zu seineneignen berühmte» Zeichnungen und Schrillten über denselben Gegenstand, von welchen «ofort die Rede seynivird, genommen hüben: Das Recht aus d'e geistvolle ^rst'ndung und fo zahllose emzelne Schönheiten dreier.I-ktern — also gerade dasjenige was Füßli für Holbein verloren glaubt, kann ibm mcinand rauben. Stichenach diesem Todtentanz kennt man von Hsas Denireker (Ang^b. und von Math. Merlan (1621.1(^9. 1690. u. ,725. 44. Bl.). S. v-n Muvr's Idurnalzur Runsigeschrchte x. 74. u. xvi. 2..