„Eine Folge von höchster Seltenheit." In neuernLagen erschienen eben diese, vielleicht etwas auf-gestochen, doch noch immer schön genug, in Eng-land , unter dem Titel: tde vsnee ok Oestü,
p-nnteä //o/beür, rrnä en^raveä
//o/tar-, mit einer, so gut als nichts sagendenhistorischen Vorrede. Dann kennt man, ganz neugestochen, den tzolbeinschen Tvdtentanz auf 35 Bl.(nicht unwahrscheinlich nach der oben angeführtenLyoner-Ausgade von iojg.) in den Oeuvres «je//o/bei» etc. pur ft/r»'. äe Mec/re/, Nom. I.kvl. Lasle 1780. Was übrigens invonMurr'sJournal zur Runstgeschichre XVI. S. 10. u. ff.und zwar eben nach der Angabe des H. von Mechelbehauptet wird, daß nämlich die Originalstöcke zudieser wunderwürdigen Arbeit, nicht von Holbein selber, sondern von einem Hans Luzelburger,genannt Frank, geschnitten seyen — so beruhetdiese Vermuthung einzig auf dem Monogrammem. welches sich am Fußgestclle des Bettes derJungfrau, die der Tod abreicht (X°. 26. der Ori-ginalschn. und 21. derMechelschen Copie) befindet— und scheint uns wenigstens nichr hinreichendbegründet zu seyn, da nämlich erwähnter Lüzelsburger in der Kunstgeschichte beynahe ganz unbe-kannt ist, und jenes Zeichen zwar ebenfalls aufeinem figurirten Alphabete mit kleinen allegorischenTodtcnfigürchen (auf der Baselers Bibliothek) er-sichtlich seyn soll, sein wirklicher Name aber (HansI^eucreUbur^er b'urmscknicler rb22.) unsersWissens einzig auf einem Blatte (gleichfalls aufder Baseler-Bibl.) erscheint, welches ein Gefechtim Walde zwischen einer Räuberbande und einerSchaar Bauern darstellt (Murr l. c. V. 2h.) unddessen, uns unbekannter Rrmstwcrth, unsers Er-messens, den Knoten noch am zuverlässigstenlösen könnte. — Nicht ganz von gleichem Interesse,noch von der nämlichen Schönheit (dieFiguren sindzu kurz, und haben häufig übertriebene und ge-zwungene Stellungen) ist eine andre (wahrscheinlichursprünglich frühere) Folge, ^ wie Rost sagt von90 Blättern, welche Gegenstände des alten Testa-ments (in 2" hohem, und 3 " 3 "/breitem Raume,deswegen aber nicht in größer» Figuren) darstelle»,bey den erwähnten Gebrüdern Trexct zu Lyon rüZsi.gedruckt und von Rost als die bcßte Ausgabe an-gegeben sind. Wir inzwischen haben eine solche(ebenfalls Tu^stuni, sub scuto Lolonlcnsi 8P.^o)r. et Rranc. prellonios, frstres ch/, 3 .) auf gä-Blättern vor uns, die wir uns, für den Schnitt,nicht besser denken können *). Fast noch bewnn-dernswerther aber als beyde ist ein, ebenfalls voruns liegendes, und auch bey winklern angeführtes(aber nirgends mit jenem HI.. bezeichnetes) Alpha-bet von 2g. kaum halb Zoll hohen Buchstaben, jedermit einem oder ein Paar Gebrüdern Hein und ihrerBeute, mit einem Geist und einer Kunst ausge-stattet, welche durchaus nicht ihres gleichen hat ").Wenigstens wird auch diese Juweeic durchgehendsunserm Holbein zugeschrieben; und wenn sie nichtvon ihm seyn sollte — wahrhaftig, so hat dergroße Mann im Formschneiden noch seinen Meistergefunden. Nach Rost soll er dann auch seinen inBasel gemalten Baucrntanz in mehren« (äusserstseltenen) Blattern in Holz geschnitten haben. Ein-zelne dieser Kunstgattung von ihm sind uns keinebekannt, ausser daß zwey männliche Brustbilder,von W- Hollar gestochen, sich also bezeichnet finden:/s. //o/bain incrältm li^nurn, exOollsct. (srunä./^. fcc. Dagegen kennt der LHinklerscheKatalog, so gut als zuvcrläßig von ihm, gestochen,wenigstens mit seiner, von Rost angeführten, Chif-fcr bezeichnet: Einen Christ Mischen den Schächern;und, als ihm ebenfalls zugeschrieben, drey Blättervon höchster Seltenheit: Eines, das vielleicht denMarius auf den Ruinen von Karthago vorstellen
N) Wahrscheinlich war es nach diesen Blattern, daß stGulferich von Frankfurt erschienenen kleinen Duo!scheu fanden.
soll; ein Zweytes nicht unwahrscheinlich Juda,welcher der Thamar Gewalt anthun will; dasdritte eine Frau unter einem Betthimmel, eineMannsperson zu Füßen, und ein Kind in derWiege. — Und nun gestochen nach ihm erwähnenwir zu allererst der zwar nicht glänzend aber nichtminder geistreich von Casp. Merian geatzten 83 .Verzierungen zu einer von dem gelehrten Carl Patin(1676.) veranstalteten neuen Ausgabe vou desgroßen Erasmus I.8U8 lUorire » welche Holbeinin einem auf der Bibliothek zu Basel aufbewahrtenAbdrucke dieser treflichen Posse von i 5 ij. inner —ro. Tagen hinzugezeichnet, und seinem Freundedamit mehr als Ein Lächeln abgewonnen hakte.So z. B. als er darin sich selber am Schreibpulte,noch ganz jung erblickte, rief der theure Desiderius aus: ,, Oho, oho! Wenn Erasmus noch so aus-sähe, würd' er gewiß eine Frau nehmen!" NurWenige — 0 der Schande! selbst von denen,welche dies — von Aussen unscheinbare Schatzkäst-chen der feinsten attischen Laune des Künstlers wiedes Schriftstellers besitzen, wissen seinen Werthgehörig zu schätzen. Von einzelnen Blättern dannfinden sich gegen 5 o. in dein Winklersche», Katalog(derjenigen nicht zu gedenke welche ebendaselbst unterdem Art. LVenzesl. Hollar, derbesonders viel nachihm gearbeitet hat, erscheinen), und an die 100. ineinem Verzeichniß meines scl. Vaters eingetragen,von welchen aber weit mehr als die Hälfte Bildnissesind. Unter diesen werden besonders eines von Th.Morus, ein anderes des Großadmiral Th. Howard,beyde von Luc. Vorstennann gestochen, und eindrittes von I. Faber (17/,2.) in Schwarzknnst ge-schabt, Meisterstücke genannt, die indessen viel-leicht doch von John Cbamberlaine's und Bar-rolozzi's berühmter Sammlung merkwürdiger Per-sonen aus den Zeiten Heinrich VIII. alle nachHolbeins Handzeichnungen geätzt, und in ver-schiedenen Zeichnnngsmanieren ausgearbeitet, nochübertreffen werden. Das erste Heft derselben,unter demTitel: Imitations ofOriZingl-OrawinAsbzr Raus blolbein, I'ol. erschien 1792. Nochbemerken wir, als Schweizer , von H. Bildnisseninsbesonders eines, durch den Derncrscheu Twing-hcrrn-Krieg berüchtigte» Peter Kistlers, vonI. I. Stölzel, mit der Unterschrift: Es schicktejedermann den Mann von altem Schrote inUisilers Zeit zurück. Von historischen dannscheinen die Katalogen theils von winkler, theilsvon Brandes besonders zu schätzen; von W.Hollar, als sehr zart und mit Genaubeit geatzt:Juda und Thamar (von dem oberwahnten ver-schieden); eine Magdalena in der Wüste, und dreyGegenstände aus der Geschichte Davids, allewahre Mignakuren, in Sedez; ferner, als schön:Der Geizhals und sein Liebchen, geschabt vonPhil Dawe. Als merkwürdig: Das berühmteSchiff, Prinz Heinrich, gestochen von Canot 18"hoch und 27 /breit, nach-holbeins Handzeichnnng;eine Baseler-Familie auf den Knieen vor der H.Jungfrau, aus der Düsseldorfer-Galerie, vonPontius, u. a- Dann, wieder von Hollar, alsselten: Salomon und die Königin von Saba,eine Abnehmung vom Kreuze, und ganz besonders6. Bl. (andre haben gar 16.) einer satyrischen,gegen das Mönchthum gerichteten Passion; undendlich einen fetten Kerl mit gallsüchtiger Miene,einen großen Becher in der Hand; mit der Unter-schrift : DIo sie (nicht s. I.) olim scl vlvum clc-pinxit AoMEr//o/üem. ponclus inutile tsrrrc.ohne Namen des Stechers; und endlich abermalsvon Hollar mehrere Hefte von Vasen, Degenzie-rathcn, u. s. f. wahrscheinlich nach den oben an-geführten Zeichnungsbüchern in dem Königl Kabi-nette, u. s. f. u. f Alles mit weit Mchrern ***).Noch dürfen wir nicht vergessen, daß unser Künstler
h (wie es irgendwo heißt) in einer 1554. bey Hermanncz-Kupferbibel, mehrere gute Cvpien von einer Holbein-
Das v- von unserm Eremvlare hat sich verirrt. Wir zahlen dem redlichen Finder oder dem gefälligen Er-ganzer einen N Thaler dafür-
Ungeachtet wir glauben, in dem gegemvärtisen — vielleicht nur allzuansführlichen Artikel Mehreren, nicht