Holde in.
von einigen auch für den Angeber des Portikus desGrafen von Pembrock zu Wilton gehalten wird,was uns, wenn es wahr seyn sollte, für sein um-fassendes Genie nicht befremden darf: Wirklichnennt ihn Mili'zia (Lll. ters. II. r/ 5 .) den Ein-führet einer bessern Baukunst in England, und be-merkt übrigens von jenem Porticus: Der Geschmackdaran sey zwar reiner, als derjenige vieler seinerNachfolger, aber doch immer eine Bastardgattungzwischen dem Gothischen und Griechischen; Orna-mente und Ebenmaaß daran aber wären graziösund wohlgewählt.
* Holbein , (Sigmund). Von ihm führt derKatalog von Brandes einen mit H8. k. bezeich-neten Holzschnitt (St. Matthias an der Zollbank,und Jesus mit seinen Jüngern zur Seite), dochselbst bloß als zweifelhaft an.
Ho Icke, (C ) Nach einem sonst unbekanntenKünstler dieses Namens hat I. Tscherning dasDildniß des Arztes E. G. Nitschke gestochen.
Holder, (L.) So heißt irgendwo, ohneWeiteres, ein uns sonst ganz unbekannter Kupfer-stecher.
Holdermann, (G.), ein Goldschmied, ver-muthlich zu Nürnberg . Seinen Namen findet mannämlich auf Schaumünzen von iliig. die auf dasRathhaus dieser Stadt Bezug haben. Sammlungberühmter Medailleurs -i». 283.
* Holl, (Mas). „Diesem Baumeister" (sagtd'Argensville I. 395—98.) „gebührt der Ruhm,die allzugroße Pracht der Italiener durch deutscheEinfalt gemildert zu haben. Auch begaben sich baldalle jungen deutschen Architekten seines Zeitaltersunter dessen Leitung. Sein Rathhaus zu Augs-burg darf an Geschmack, zweckmäßiger Pracht,Dauerhaftigkeit und Bequemlichkeit keiner ähnlichendamaligen deutschen Baute weichen. So soll esauch Gustav Adolph beurtheilt, dann aber (nachseinem Standpunkte) gefunden haben: Augsburg hakte besser gethan die darüber ergangenen Unkostenan eine — Festung zu wenden (?). Fast eben so sehrwird sein dortiger Spital gerühmt. Von seinemunermüdlichen Fleiß wird erzählt, daß er auf seinemNachttische stets eine Schreibtafel neben sich liegenhatte, welche alle Morgen mit Bemerkungen überseine Kunst voll überschrieben gefunden wurde."
* Hollar oder Hollarr, (Wenzel). Vonseinen rechtschaffenen Eltern war er anfänglich demStudium der Rechte bestimmt, als die bürgerlichenUnruhen in Böhmen ausbrachen, wobey er, mitallen den Seinigen, als »richt gur Kaiserlichgesinnt, gänzlich zuGrund gerichtet wurden. Lange,ehe er nach England kam, hatte er bereits einigeVersuche im Aezen gemacht. So z. B. kennt manvon ihm ein Ecce Homo von 1625 und eine Mariaund Christus (unken mit griechischen Versen); danndas Glück aufder Kugel, u. a. Alles nach A. Dürer .Schon frühe führte dieser Künstler ein unstätesLeben und hatte sehr mit seinem harten Schicksalzu kämpfen. Es war in Kölln, wo er mit demGrafen Arundel Bekanntschaft machte, der damalsan den Kais. Hof gieng, ihn nachwerts auf Reisennahm, und um 1627. nach London brachte. Hierfieng er damit an, theils englische Gegenden, theilsallerley Seltenheiten aus dem Kabinet seinesGönners zu atzen (worunter z. B- der berühmteKelch nach A. Mantegna gehört); und Heinecke(Ickos Generals p. 208.) bemerkt, daß Hollareiner der ersten war, derben Geschmack für Gravur
Hollar.
5 bl
in England verbreitet hatte. Bey dem bürgerlichenKriege gerieth er, (jetzt als ein Ränicklichqe-sinnrer), ins Gefängniß, woraus er sich aberflüchte» konnte, und nach Antwerpen gieng. Wah-rend seines dortigen Aufenthaltes arbeitete er häufigfür die Kunst - und Buchhändler um die niedrigstenPreise; dahin gehören die Menge Bildnisse, dieLandschaften und Gesellschaftsstücke, nach Breug-hcl, Elcheimer, Lenicrs, u. s f. und so vielAndres zwischen den I. i 6 g 5 . und 5 i. Dakirtes.Unter der Regierung Carl II. kehrte er wieder nachEngland zurück; fand aber daselbst, besonders seitdem Brande zu London 1666. so wenig Glück, wiezuvor. Für die Zeichnung und den Stich der Aus-sicht von Greenwich , in zwey großen Platten ( 56 "lang und 6" hoch), zahlte ihm der Londner-Kunst-hänvler P. Skent - 20. englische Schillinge. Jetztbetraf ihn ei» andres Unglück durch den Verlusteines Sohns, der bereits in der Kunst viel ver-sprochen hatte Bey einem so mühestligen unddabey so arbeitsamen Leben gelangte er dennoch zneinem Alter von 70. Jahren, in welchem er aberbekanntlich, gleich Elshcimern, im Elende starb,und die Welt so arm verließ, daß er sterbend,- seinerSchulden wegen, eine Wache im Hause hakte.Seine bessern) Werke sind bis jetzt noch vonKennern sehr geschätzt, und ein guter Abdruck ist(wie Rost bemerkt- nach seinem Lobe oft theurer,als einst die Platte, bezahlt worden. Unstreitiggehott Hollar, wo er mit Muffe arbeiten konnte,zu den ersten Künstlern mit der Nadel. „ Er wußte"(sagtwaeeler) „seinen Blättern den einnehmend-sten Ton zu geben, und nur selten kann man seinenTaillen einige Steifheit vorwerfe»; ohne dem Grab-stichel nachzuahmen, habest sie nicht alles der Nadeleigene Spiel (?). Ueberhaupk hielt er sie sehr enge,pnd gelangte dann freylich durch dieses Mittelleichter zu einer kräftigen und ruhigen Wirkung,als wenn er ihnen mehr Weite gegeben hatte."Seine Meisterstücke finden sich besonders in seinenLandschaften, Thieren, Insekten, Schnecken, undvor Allem im Pelzmerk. Hierin ist er fast uner-reichbar ; und wer nur einige Bekanntschaft mitseinen Werken gemacht hat, weißt, wie sein be-rühmter — Katzenkopf alles in dieser Art übertrift.Auch einige seiner Bildnisse werden mit Recht sehrhoch geschätzt. Doch bemerkte man, daß er;. B. inVan Dycks Geist nicht so gut, wie mehrere andre da-malige Stecher, eindringen konnte. Vielleicht nochminder glücklich indessen war er in großen Compo-sitionen nach berühmten Meistern. Seine mensch-lichen Figuren sind oft fehlerhaft, und seine Umrisseunrichtig. Rost l. 279—88. wo die beßten Blättervon ihm angeführt sind.^ Noch weit belehrenderaber, als selbst das voklstästdigste Verzeichniß seinerArbeiten von G- vertue, ist dasjenige in demwinklerschen Katalog wegen seiner Genaubeitsowohl, als wegen der richtigen Würdigung vonan die 700. des Gesamtwerts, welches be-kanntlich an die Zooo. Blatter, und in erwähntemKatalog selbst einige enthalt, welche vertue ent-gangen sind. Die Rubriken dieses Katalogs, auswelchen sich die Mannigfaltigkeit der Talente, ebenso sehr als der unglaubliche Fleiß unsers Künstlersbeurtheilen laßt, sind folgende:
t. Künfilerbildnisse
Berühmte Italiener .z. Bildnisse nach Halbem4- » » » vmlbyck ,
5. » » (verschiedene)
6. „ „ „ (anonyme)
7. Weibertrachten ....
8. Andre Trachten ....
Nummern.
jedermann Bekanntes über unsern berühmten Landsmann beygebracht, und verschiedene^ Schwankendes »1 derGeschichte seines Lebens und seiner Kunst berichtigt zu habest, fühlen wir nicht» desto mmder alle Gebrechenunsrer diesfallige» Bemühungen. Möchte es einem geschickten Dianne unter seinen ehemaligen Aiüburgerngefallen, die Lücken alle zn ergänzen, die schon der wackre ikasp. 8usslr Viogray^e
gelassen, und welche wir bey Weitem nicht alle auszufüllen vermochten.. Mag es dann nv» ganz besonderseinem ächten Kenner, welchem das Glück vergönnt war, die großen Meisterstücke unser» Künstler» ,n den Ur-bildern zu seben und mit Muffe zu prüfen, gelingen, seine» ganz hohen Werth und unterscheidendenwarakter so zu schildern, wie es bisher nirgends geschehen ist,für uns selbst, nicht geschehen konnte.
H Wovon oft Eine an die 25—z». einzeln? Blätter enthält.
Kiinst-
und von uns am allerwenigsten geriugthucnh
Cccc
l-
7 ' N
1 (>
!,: .".7 -
' ü>. ^ !D>('- l >1