Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
564
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Zv4 Hölzer.

ganz gut verträgt. Hölzer war nämlich von einemeben so aufgeweckten als sanften und tugendsamenGemüth. der lateinischen und französischen Sprachemächtig, sehr belesen, und besonders ein Freundder Schöne» Wissenschaften. Einmal wollte er sogarselbst Schriftsteller werden, und die Kunst nachRegeln der Mathematik lehren. So lebte er vierJahre zu Augsburg , die einzige — Frau Bergmillerinausgenommen, von jedermann geehrt und geliebt.Unter seinen bekannten Gemälden an öffentlichenGebäuden zu Augsburg verdient allerdings seinVauerntan; an einem dortigen Vraunbier-WirthS-Hache die größte Aufmerksamkeit. Der Graf Alga-rotti und der H. Bianconi konnten sich eines Tagsan den schönen schwäbischen Bäuerinnen mit denkurzen Röcken, wie sie, die Füße in der Luft,deutsche Capriolcn machen, kaum satt sehn. (Ml-fön hat es gestochen). In der ernstem Gattungsind dann von seinen Mauergcmalden zu Augsburg eben so bemerkenswerlh: Das über Lebens großeEcce Homo am Klenkerrhore (von P A. Kilian inseiner Kupferbibel gestochen), welches ihm ebendas Bürgerrecht zu Augsburg erwarb; hienächst dieGeschichte von Castor und Pollux, an dem Hausedes Banquiers Carli. Don Oelgemälden dann,neben andern, die beyden Altarblatter in der Domi-nikaner -Kirche, und die beyden Kabineksstücke, derAlte und Neue Mensch, welche er für seine Freunde,den Kupferstecher H. Sperling und dessen Gattin,die berühmte Miniaturmalcri» Hecklin. malte. DerRuhm dieses Künstlers war indessen nicht auf Augs-burg eingeschränkt; bald an allen deutschen Höfen,von den berühmtesten Gotteshäusern u. s. f. wurdenseine Werke gesucht. So malte er z, B- mit be-sonderer Schönheit die St. Antonskirche zu Bar-thenkirch in Bayern ; den Gartensaal zu Eichstädthwodurch er sich den Titel eines dortigen Fürstl. Hof-malers erwarb, und ebendaselbst das Altarblatt inder Jesuiterkirche: Duum est lis^nnm; und vorAllem aus das Meisterwerk seiner sieben Deckcn-siücke in der Abtey Schwarzach, in seinem Neun-undzwanzigsten verfertigt; die Beschreibung einesderselben (der.Marter St. Sebastians ts. inMeu -sels Miscell. I- 42 ^ 44 - An einem gewissenBischöflichen Hose dann, wo er bereits die Scizzenzu Ausmalung eines prächtigen Palais vollendethatte, hieß es von ihm — der doch wahrlich sostark als ein Piazetta oder Tiepolo war (dies ist dieoben gerügte Stelle): Er sollte erst nach Italien reisen; dann wolle man ihm den Saal und — dieStiegen aufbehalte». Dagegen wurde er in 1740.von dem Kur-Köllnischen Hofe, wo der dortige eng-lische Gesandte seine Kunst gelobt hatte, nach Bonn berufen. Hier fleug er damit an, den KurfürstenClemens in Lebensgröße auf — ein Brett zu malen,solches nach dem Contour auszuschneiden, in einZimmer zustellen, und damit (sagtZapfausdrück-lich) alle Personen von Adel, die hineinkamen, sozu tauschen, daß sie glaubten, der Kurfürst steheam Fenster. Alsdann erhielt er den Auftrag, dasLustschloß Clemenswart auszumalen, wo er be-kanntlich im Zi. Jahr seines Alters den Tod fand.Das Gerücht, als ob ihm sein Leben, aus Neid,durch Gift geraubt worden, soll eben so unbegrün-det seyn, als daß er sich solches durch unordent-liche Lebensart und Schweigern ) selbst abgekürzthabe. Vielmehr dürfte sein vieles Studiren undunabläßiges Arbeiten die einzige Ursache seinesfrühen Endes genannt werden, so wie auch viel-leicht eine fast übertriebene Sparsamkeit seine ein-zige Schwachheit war. Seinen Nachlaß von Ge-mälden und Zeichnungen kaufte der damalige Di-rektor der Augsburgischen Malerakademie, M.Günther, an sich. Zu seinem Kunstcharakter, sowie ihn das Lcx. giebt, dürfte noch hinzuzusetzenseyn, daß seine Grazie sich freylich fast immer ineinen Undulismus verirrte, den sein HauptstecherNilson, seinem dürftigern Geiste gemäß, nochmerklich zu übertreiben beflissen war. Die Blättervon diesem sind am Genauesten im winklerschenKatalog verzeichnet. Dann haben ferner, nebenden bereits Genannten, nach ihm gestochen: Ph.

Holzman n.

A. Kilian die Bewirthung der Engel; dann, gl-kchLetzterer, E- Eichel und I. G. Hayd das EcceHomo ; letztrer auch ein allegorisches Blatt, einen(wahrscheinlich) St. Dominic , der mit einem Licht-kreuze den bösen Genius der Welt zu Boden schlägt;I. D. Herz die Erfindung des Kreuzes; M. Her;einen Christus am Oelberg, und endlich I I. Haydetliche Bildnisse, die er ebenfalls sehr gut malte.Hinwieder weißt man, daß er selbst, in großemmalerschen Styl, verschiedene Blätter, theils nacheigner Erfindung, theils nach Bergmillern geatzt:Nach letzterm die Anbetung der Könige, und dievier Temperamente; nach ihm selber: Eine An-betung der Hirten, sein Ecce Homo, eine Mariain einer Glorie, die Enthauptung Johannis, eineJudith, und zwey Philosophen-Köpfe.

Hölzer. S. auch Hoelzer .

Holzhaeuser, (Johann Philipp), Königl.Stempelschneider zu Warschau um 1749- Manhat von ihm eine Folge von Schaumünzen derKönige in Polen , einiger Gelehrten u. s, f. Ber-noulli V. 17. und VI. 107. wo seine Arbeitenweilläuftig beschrieben werden.

Holzhaib, (Joh), geb. von Zürich , erfandum 1642. eine hölzerne Brücke von 1 5 a. Schuhen,ohne Joch und ohne Eistnwerk, worüber Wagen-läste geführt werden. Diese Brücke findet man zuLangnau, Zürich -Gebiets, über ein wildes Wald-wasser, die Sihl , erbaur. C. Meyer hat davoneinen Stich geliefert, Rkc.

—(Joh. Jacob), von Zürich ; zeichneteund ätzte um 1692. den Untergang etlicher Häuserin dem Flecken Gotklieben im Thnrgau, am Rhein unweit Constanz gelegen. Er arbeitete auch, ge-meinschaftlich mit I. Meyer, an einer kleinenKupferbibel.

— 7- (Johann Rudolf), Kupferstecher undKupferätzer, geb. zu Zürich 17 0. Den Grund zuseiner Kunst legte er bey David Herrlibcrger. SeinGrabstichel war rein und gefällig, und seine Radir-' nadel fieisskg. Richtige Zeichnung, und eigeneComposition war nicht seine Sache. BedauerlicheZeugen davon sind eine Menge der von ihm gelie-ferten Neujahrsgeschcnke für die Jugend feinerVaterstadt. Einige Mte Bildnisse von ihm siehtman dagegen in Füßli's Geschichte der beßte»Künstler in der Schweiz , und in Lavarers Phy-siognomik ; hier besonders den schönen Charakter-kopf I. H. Blatters, eines Mechanikers vonKryuau im Toggenburg. Ihm gebührt die Ehre,den geschickten Abr. Zingg zuerst unterrichtet zuhaben. Unter der chevorigeu Regierung bekleideteer die Landvogtey Knonau, und starb zu Zürich i 8 o 5 . Rost II. igZ. und

Holzb ey, (Johann Georg), ein deutscher Skempelschncider, lieferte, schon um 1767. eineSchaumünze auf die Vermählung des Prinzen vonOranien, und Er, oder vielleicht ein Sohn vonihm gleichen Namens, erst noch in 1806. eine andrezum Andenken der beyden bekannten nützlichen hol,ländischen Schriftstellerinnen, Elis. Wolf, geb.Bekker, und Agathe Dekken. Ob er hinwieder selberetwa der Sohn desjenigen Martin Holzheys vonUlm , ebenfalls Stempelfchneiders, den das Lex.hat, seyn dürfte, ist uns unbekannt. Immerdeutet die Arbeit des oder der beyden unsrigen aufeinen, wenigstens zeitigen, Aufenthalt in Holland .Mrc.

* Hölzmann, (Carl Friedrich), Maler,Zeichner, Kupferstecher und Kupferätzer, geb. zuDresden 1740. eines dortigen RathssteinmetzersSohn, der ihn zuerst für die Baukunst bestimmte;anfänglich Schüler von Kürschner , nachher vonDietrich, bey dem er sechs Jahre in der Lehre blieb,nach deren Endigung (1757.) er sich, des Kriegswegen, vorzüglich auf das Bildnißmalen legte,„neben bey vornehmen herrschaftlichen Rindern