Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
583
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H u r a u d.

gestorben zu Paris ,772.Derselbe" (heißt esbey Rost Vl!l. 8081.)hat sich durch seineausgebreitete Kenntnisse und mannigfaltigen Ge-schmack um Künste und Künstler sehr verdientgemacht. Sein Haus stand allen diesen letzter»sowohl als auch bloßen Liebhabern gewisse Stundenin der Woche offen. Hier brachte man den Abendmit Durchsicht seiner Portefeuilles und den Unter-weisungen über verschiedene Kunstgegenständc, beydem Vater Huguier, wie man ihn nannte, sehrangenehm zu. (Michael Huben genoß dieses nütz-lichen Vergnügens in den Jahren ,76266« undverdankte demselben seine erste Bekanntschaft mitden schönen Künsten). Bey seinem Tod hinterließer eine schöne Sammlung von Zeichnungen undKupferstichen, die durch Auction verkauft wurden.

Sein Sohn Gabriel dann, geb. zu Paris um1726. lernte die Anfangsgründe der Kunst im väter-lichen Hause, und gieng hierauf, nach Basan (bis.sec.) »ach England, wo er sich um 1789. nochaufenthielt, und sich eine Zeitlang mit Portrait-maler, in Pastell beschäftigte.

Von beyden gemeinschaftlich (oder wenigstens so,daß ihre, meistens bloß geatzte Blatter nicht nachjedes besondern, Namen benannt sind), führt RostI. c. 8 ,- 83 . eine ziemliche Anzahl mythologischerund Gattungsstücke nach Watteau eben so ähn-liche, und bann allerley Hefte von Zeichenbüchernnach Doucher ; wieder von dieser letzte,!, Art nachDaitiste uudOpvenort; dann nach ihm selber 6uo.Vasen (auf ,c>8. Bl.)c und eine Iconolorffe c>uKscueil cls Vignette« slie^aligues (216. Bl.)an, was Alles nicht viel bedeuten mag. Dannhat ein Verzeichniß meines sel. Vaters wieder aller-ley Aehnlichcs von ihnen nach I. A. Meissonier;eine ^nscomis nsss88k>irs portr I'uzsAs clu cls8-8sin, und in b'nntuine cls« 6rs^ss» nach E. Bou-chardon; I« ?N88SFS clu stsc und listour clsElmsst;ach Berghem; eine Kirche nach 26 Lon-berseel und endlich zum Schlüsse das Spek-takclstück*vön Damicns Hinrichtung (,707.) Dannnach einem aus ihnen etliche Bildnisse; wie z. B.der Schauspieler le Kam und Gimat de Bonneval,beyde von I. B> Michel, und 12. Blatter mitThieren von Dunkcr geatzt, und von einem derHuquier's mit dem Grabstichel beendigt. Laut',s. v.

Einige, ausschließlich Gabriel zugeschriebeneBlatter, alle nach Boucher, wie z. B-l'^ucliencscis l'kstmpsreur Lbinois und Is Premier ec lsseoouä Lorps <ls 6sr<ls; dann le lkepos cbnm-petrs, le Komell er ls steveil u. dgl. sind eben-falls bey Rost 1 . c. 85 . verzeichnet.

Huraud, ( ). So heißt ein alter franzö-

sischer Kunstvcrleger, mit dessen exe. z. B. einBildniß der Herzogin Mar. Anne von Bonrbonbezeichnet ist.

* Hurdrer, (Jot). Ulrich), des Lexikons sollteHurrer rubrizirt seyn.

Hnrer, (A-) So heißt irgendwo, ohne Wei-teres, ein Kupferstecher - von dem man ein Bildnißdes Bischofs Claude Nueil von Bayonne kenne.

* (Franz). Derselbe war auch Kunst-verleger. In dieser Kathegorie sind verschiedeneBildnisse in den Oloriö cleAll lncoAnltl (16/fi.)und dann eine Karte, nebst Beschreibung, vonVerona mit seinem Namen bezeichnet.

* (Gregorins). Dieser Künstler (sagtWareler) verdient mit Recht, als Zeichner undStecher, eine größere Achtung, als er wirklichgenossen hat. Seine Effekte sind pikant, seineKöpfe ausdruckvoll, seine Gewänder gut geworfen,seine Erfindungen neu und sinnreich, und in Ncben-werken ist er nie überladen; ohne ihn eben in denRang der ersten Stecher zu fetzen, kann man ihmdoch nicht absprechen, daß er den Grabstichel gutgeführt habe, nicht um durch eine sich auszeichnendeBehandlung in Verwunderung zu setzen, sondernum die zu befriedigen, welche glauben, der Künstler

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verstehe sein Werkzeug hinreichend, wenn er damitalles, was die Kunst verlangt, ausdrücken kaun.Sein Stich ist überhaupt weich und leicht; seineSchraffirungen von guter Wahl, und in einigenTheilen voll Geschmack. Ob er gleich meist bloßnach seinen eigenen Zeichnungen gestochen hat, soscheinen seineBlarcer dennoch immer nach schr kräftigcolorirten Gemälden gefertigt zu seyn. Rost Vll.i/,is2- wo eine Anzahl derselben, theils Bild-nisse, theils historische Blätter geistlichen Inhalts,wie z. D. die Passlonsgeschichte in 32 . Bl. (1664.)u. s. f. angeführt sind. Dann aber enthält einVerzeichniß meines sel Vaters an die 80. Blätter,größtentheils Bildnisse französischer angesehenerund berühmter Personen; Einiges nach Bourdon,Champagne, u. s. f. meist aber, ohne Namen desMalers; verschiedenes Historisches und (im Ge-schmack des Jahrhunderts) Allegorisches, die Zeit-geschichte betreffend, von , 637 65 . datirt. Ge-stochen nach ihm hinwieder haben I. Couvay(8. Bl. französischer Charlatane), H. David, F.Langot, F. Nagot lDemple cls la Lloirs-, E.Rousselet u. s. f. In , 665 . gcrieth unser Künstlermit dein Redacteur des Journal ils8 8nv-m8, deSallo, in einen heftigen Streik, über eine kleineAbhandlung von ihm, in Betreff die genaue Regel,das Profil eines Säulenschayt's zu beschreiben.De Sallo hatte diese Schrift für ein Plagiat er-klärt. Hurer vertheidigte sich gröblich genug, undblieb ohne Antwort. Das Stillschweigen seinesGegners beleidigte ihn noch mehr, und erzeugte einNeues Pamphlet: Limz avi8 cls Ln et

uux g>,tsu> 8 clu Aonr'na/ cft't str§ Kc?ua»§, suconsiclsration cls ss gu'ils sont clsmsurs8 san-irspllgcis ü «es rsponss8 cln 5. IVlsrz , 665 . wasfreylich wie es sich gebührte feine Sache umkein Haar besser machte. Ueber ihn Lauf. ft'cmcft/-. der ebenfalls von seiner Kunst ein sehr günsti-ges und wohl motivirkes Urtheil fällt; was sichüberhaupt bey diesem.Schriftsteller vielleichtmehr als bey andern weit gepricsncrn findet.

Hu rieften, (Richard)« Nach einem sonstunbekannten englischen Künstler dieses Namensführt der Katalog von Brandes ein sehr großesschönes Blatt: Diana. Lentimsutnl-journe^.Vol. 2cl. und anderwärts: Marie, die unglücklicheTochter, rubrizirt an«

Hurrankr, ( ), ein junger Baumeister zu

Paris . In Dsronrnelle's iLssueil cls cliversproistz uonvsaux il'/zrclntscture, Esü. Vl.ou Vll. sieht man nach ihm den Plan einer Lourgsmaritime.

Hurrer, (I. M-), ein Bildnißmaler zu Schaff-hausen in der Schweiz , nach welchem I. C. Müllerdasjenige des Musikers I. Casp. Leggelers vondorr gestochen hat.

* (Ioh- Ulrich). S. Hurdrer.

( ), einSchmclzmaler von Schaff-

hausen, anfänglich ein Glafi'rmcister, brachte esdurch sein Genie in der Kunst um ,770. schon soweit, daß seine Ackert von St. Liotard bewundertwurde, welcher ihn auch, in Hoffnung, von derdamals neuen Danphme, Marie Antvinette vonOesterreich eine Menge Bildnisse zu verfertigen,und so, neben seinem eignen Vortheil, auch desjunge» Künstlers Glück zu'machen, mit sich nachVersailles nahm , oder ihn dahin berief. Da aberdiese Hoffnungen fehl geschlagen und Liotard selbstmit großer Mühe dazu kam ei» Bildniß von derPrinzessin machen zu können, gieng Hurrer vonda in England über, wo er um 178». arbeitete,ruck ein Gemald von ihm bis auf 60 Guiueen be-zahlt wurde. Neueres wissen wir nichts

von ihm.

* Hurrrel, (Simon). Zwey von seinenEtatüen in den Gärten zu Versailles oder Marly,den kleinen Flötenspieler und eine Therme vonHippokratcs sieht man gestochen in S- ThomasensPfuscherwcrke: dl°. /j-j. und ,76.