644 Koslowskij.
Boskowskij, auch Raslovsky,(Michael),ein Russischer Bildhauer, der lange in Italien undmehrere Jahre in Rom zugebracht hatte. In 1794.wurde derselbe in die Zahl der ältern Professorenzu St. Petersburg aufgenommen, und erwarb sichdurch Fleiß und rühmlichen Wetteifer mit andernKünstlern seiner Zeit einen ausgezeichneten Ruhm.Er war dreist und groß in seinen Unternehmungen,wovon das Monument des Fürsten Suwarow,sein Simson bey der großen Cascade in Pekerhoss,verschiedene Basreliefs für die med'.cinische Aka-demie und eine Menge anderer Arbeiten zeugen.Unter seiner Leitung besonders wurde das berühmtePantheon (der Taurische Pallast) des Fürsten Po-tcmkin verziert. Durch seine großen Kenntnissevon den Regeln der Zeichenkunst war er auch alsLehrer den Schülern der Akademie sehr nützlich.Mehrere Zeichnungen von ihm befinden sich in derSammlung des Admirals und Ritters Mordwinovzu St. Petersburg . Erstarb 1802. oder 2. Hall.A. L. Z. i 8 o 5 . Zm.BI. Fiorillo L. S-62. und 71.
Lorra, (Franz), Hofmaler zu Rudolstadt ;lebte im I. 1804. und stand besonders wegen Por-zellanmalerey in gutem Rufe. „ Man kann ihm"(hieß es in öffentlichen Blattern) „Portraite, Sil-houetten u. s. f. senden, die er mit vielem Ge-schmackauf Tassen, Pfeiffenköpfe u. s. f. malt."
Routwenburg, (Martin van). So heißtirgendwo, ohne Weiteres, ein Künstler, nachwelchem H. Hondius gestochen habe.
Ar. . (E.), ein deutscher Landschafter, nachdessen Zeichnungen G. M. Kraus in Wien ein Heftcolorirter Ansichten aus dem Fürstenthum Schwarz-burg mit einer Beschreibung (ebenfalls vom Künst-ler) herausgab, welche wenig Beyfall erhielt, wo-von indessen eine Art Vertheidigung des Verfassersgegen den Verleger inMeufels zJ. M. XHl.626. et 8699. zu lesen ist.
Rramer, (Niclaus), ein uns sonst Unbe-kannter alter Maler von Straßburg , kaufte beydes Malers, Hans Baldungs , Tode im 1 .1646.desselben ganze Aunst (Kunstnachlaß) und mitdemselben ein Haarlocke Albrecht Dürers, die sichnach mehrern Handänderungen im 1 .1799 in demAntiquitäten-Cabinet des H Hüsgen zu Frankfurt befand. Rrä'nier st. jm I. i 55 o. MeriselM- X. 5 u 6 .
*Braer,( ). Derselbe hieß IohantiGeorg, und war von Regensburg gebürtig. Mankennt von ihm auch schöne Diehstücke. SeineArbeit und sein Colorit sind verschieden, weil erseine Manier oft änderte. In dein Cabinette vonI. G.E- ° 46 - u. 47 - findet man von seinenGemälden angeführt. Er starb um 1772. Nachihm hat I. G- Clers oder Elers )ur. Landid. 5 .Landschaften mit Bauern und Vieh (Lra» 4 e§), undein Ungenannter die steinerne Brücke zu Regensburg gestochen Dorgemeldte Landschaften scheint derwmklersche Gantkatalog ihm selbst zuzuschreiben.Zuverlässig von ihm selbst geatzt aber sind zweykleine Blätter: Ein liegender und ein stehender-Ochse, in Landschaftsgründen.
*Rrafr oder Rraffr, (Adam). DieserBaumeister war zugleich Maler und Holzschneiderim Helldunkel, und arbeitete auch in plastischerKunst. Von dergleichen hat nach ihm G. Fennizerein Tabernackel, und dann die zwölf Apostel, lauterBildnisse von — Rathsherren zu Nürnberg ge-stochen Don ihm selbst kennt man, freylich ohneseinen Namen, ein großes äusserst seltenes Blatten Camayeu, welches Christum vorstellt, wie erdie Kinder zu sich ruft.
* — — (David). Von ihm selbst in Rem-brandts Manier geatzt, kennt man vier alte Manns-köpfe mit Barken.
* — -7 (Gottfried). S- Grsaft.
Kraft.
Rraft, (I. Ch>), ein (1807.) noch lebenderfranzösischer Baumeister, und theils Verfasser,theils Herausgeber von drey bedeutenden Werken,seine Kunst betreffend, nämlich: Xouvelle^rcki-tecture sranhoise, ou Collection des editicespublics et maisc>N8 psrticulieres bätis ä ?ariset aux environs depuis 22 ä 20. aus ; bravesau trait par O/r. et ^Mrsonette, wovon
in 1802 die (zwanzigste) letzte Lieferung, jede zu 6.Blättern (das Heft für 6. Livr.) erschienen war. Einenähere Nachricht davon, mit verdientem Ruhmdesselben s. in Landons Annal. I. 200-201.Dann: Plans, coupes et elevations de diversesproductions de I'art de Is cüsrpente, executestaut en krsnce gue dans les pa^s etrsnZers.recueillis p. C. Ouvra^e composö
ds 220. plsnckes, divisees en ouatre parties,avec un texte rrüsonne erc. rol. ?sris 8uö.
et Xcüo//. (160. I.. und auf holl. Pap.lavirt 1200. 1 ..). Den Prospektus des Ganzen s. inden Xouvelles des ^rrs lV. 111—112. u. 196—97.Der Text davon soll auch im Deutschen erschienen.seyn. Und endlich (wie es scheint) als Fortsetzungdes erstgedachten Werks: Uecueild'Hrckitecturscivile, contenant les plsris, coupes et ö!e-vstions des chäteaux, maisons de campatzneet kabitatious rurales, jardins an^lois , temyles»cbsumieres, kiosgues, ponts etc. situös auxenvirons de Uaris etdans les deysrtemens voi-sins, avec les decorations iuterieures etc.braves au trait. Or. in-t'ül. welches 20. Hefte,jedes von 6. Blättern mit Text begleitet ausmachensollte (dasHeft zu 6. Fr. und ausgetuscht zu 18. Fr.),wovon das erste in 1804. erschienen war. Xouv.desi^rts 1. c. 228—29.
* — — (JohaUn Ludwig oder Laurenz). Lud-wig ist sein rechter Name, geb. zu Brüssel um 171c».Von einzelnen Blättern von ihm kennt man : Hiobauf dem Kothhaufeu, Jesus der St. Peter dieSchlüssel ertheilt, Jesus bey Nicodemus, alledrey nach Gemälden von Rubens ; dann eine Darmeund eine Venus (beyde nach Rubens Zeichnung,jene nach Titian, diese nach Giorgione ); Sk.Mar-tin, der seinen Mantel mit den Armen theilt, nachvan Dyck; den Herr und die Dame des Dorfs inUnterredung mit einem Bauer, und den Dorf-Zicgenhirt «.diesen von 1762. datirt), und ein See-stück mit einem Schiffbruche, alle drey nach Teniers ;lauter seltene Blätter, und zumal sehr selten diesesietztre in den Abdrücken mit weissen Aufhöhungen.
— — (Martin), Goldschmied und des KleinenRaths von Nürnberg , starb 1247. Derselbe iffuns einzig durch sein Bildniß bekannt.
— — — — — Derselbe, den das Lex.unter dem Art. Foh. Ludwig Kraft's kürzlichanführt, geb. 17Z8. lernte anfangs seines Vaters,eines Goldschmieds (und vielleicht Nachkommensdes alten Martins) Kunst, legte sich aber hernachauf das Stempelschneiden, worinn er einer derbeßten Meister seiner Zeit wurde. Er that großeReisen durch Deutschland, Frankreich und Italien ,und war Mitglied der meisten dortigen Kunstaka-demien Um 1770. arbeitete er zu Wien , dannward er Kaiserl. Königl. Medailleur zu Mailand .Endlich wandte er sich nach München , wo er kurzhernach 1781. verstorben war, und der Kurfürstihm durch Augustin Egel ein Grabmal bey dendortigen barmherzigen Brüdern errichten ließ. Zuseinen schönsten Arbeiten gehören: Eine Schau-münze auf die Akademie zu Paris , und eine andreauf den Abt Metastasto. Dann hinterließ er inWachs bosslrt, eine Sammlung von an die 260.Bildnissen von Regenten und berühmten Männernseiner Zeit. Meusei II- und B. d. Sch. N).XXIX. 210. u. f. Ohne Zweifel ist es derselbe,der auch als Ehrenmitglied der Akademie zu St.Petersburg noch in 1804 in dem dortigen Hof-kalender erscheint, dessen Redaktionsich um Lebenoder Tod eines — zumal auswärtigen Künstlersmehr oder minder, wenig kümmern mochte.