652 Kuermer.
fürt gelangte, wo sie im I. 1799. zu sehen war.Mensel rst. Ä. X. S. 207.
Ruermer, (I. I.). So heißt irgendwo,ohne Weiteres, ein Kupferstecher, der in Augs burg gearbeitet habe.
Rärzinger, (Jgnaz und Aloys). So heissenin Meusels Mus. VI. 97. ohne Weiteres,zwey Künstler, welche unter den bessern gezähltwurden, die in 1788. zu München bey einer feyer-lichen Gelegenheit ihre Arbeiten ausgestellt hatten.
— — (Maria Anna), Malerin, nicht un-wahrscheinlich Schwester der beyden Obigen, geb.zu München 1767. lernte bey ihrem Vater und beydem Galerie-Inspektor Dorrer. Dieselbe malteGeschichte, sowohl Copien nach großen Meister-stücken, als nach eigener Erfindung. So z. B.ein Nachtstück: Psyche, die den Amor aufsucht;Scenen aus dem Trauerspiele: Der Graf vonEssex. Auf der im vorigen Art. erwähnten Kunst-ausstellung sah man von ihr eine schöne Semiramis(I. c. 98.). Einen ausführlichen Aufsatz über steliest man in der Ofalzbayrischen Muse 1786.70. u. ff. und aus derselben, ebenfalls in Meu-sel's Mus. V. 70—77. abgedruckt, wo ebenauch hauptsächlich ihre zwey zuerst genanntenBilder, und dann etliche andre hochgepriesen wer-den, welche der Herzog von Curland an sich ge-kauft hatte. Noch später erfährt, ebenfalls in derpfalzbayrischeri Muse, l. a. 96. u. ff. undwieder bey Meusel I. c. X. 370—73. einer Arte-niisia von ihr, vor dem Grabmal des Mausolus ,gleiches Lob; und heißt es dort am End: „ Alleszusammengenommen, und alle einzelnen Theile mitdem Ganzen verglichen, beweisen, daß diese Künst-lerin die Mischung der Farben in Absicht auf daSwärmste Colorit ganz in ihrer Gewalt hat, und inder Zeichnungskunst das ist, was sie seyn soll , undin kurzer Zeit noch mehr seyn wird — die bayerische Angelika Kaufmann . Möchte es ihr doch, zurEhre der Nation, nicht an Unterstützung fehlen l " —Wie dem Allem immer seyn mag — Neueres habenwir nichts von ihr vernommen.
— — ( ), der obigen Künstlerin, und
wohl auch Igna; und Alops Rurzingers Vater.S. den vorhcrgehndcn Artikel.
* Rüssel, (Johanna Sibylla ), Kupfersteche-rs, (nach Rost I. 3 o 3 .) geb. zu Augsburg 1646.und dort gest. 1717. (somit 71.1. nicht 67. wie dasLex. sagt), von des unren folgenden Melch. Küsselsdrey kunstbefliiienen Töchtern die fähigste. Nach-dem sie ihrem Vater in allen seinen Unternehmungenbeygestanden hatte, heyrathete sie bekanntlich denwackern Kupferstecher Joh. Ulr. Rraus, undward dann auch eine getreue Gehülfin ihresMannes. Rost l. 3 o 3 . nennt von ihr vier Blätter:Juno, Venus, Pallas nach Elzheimer; und dann:Den Satyr und den Bauer. Der LVinklerscheKatalog dann zwölf sehr schöne Landschaften mitGebäuden und Figuren siassirt, und den (seltenen)Kopf einer jungen Orientalerin den man für ihreigenes Bildniß hält; diesen in Rembrandts Ge-schmack geätzt.
— — (Lucas). So nennt/lorent le Tomre,wohl irrig (wie es dem übrigens wackern Mannezum öftern begegnet) einen Künstler dieses Ge-schlechts.
* — (Matthäus), des folgenden Mel-chiors älterer Bruder (dessen das Lex. unter demArt. des letzter» gedenkti, Zeichner, Kupferstecherund Aetzer, geb. zu Augsburg 1621. und gest. 1682.Ew arbeitet^ zu Augsburg und München . Seinegeätzten Blatter zumal werden von Kennern sehrgeschätzt. So z. B. seine 42. Thealerscenen ausder Oper: il ?omo lj'Oro, nach L- Burnacini'sErfindung. Eben so seine Bildnisse von welchenRost I. 3 o». mehrere nach G. Beyschlag, I. U.Mayr, Pfannensticl, Jof Werner, und andreohne Namen des Malers anführt, und namentlich
Kugler.
dasjenige des Augsburgischen Dezemvir's k.Weißen, nach Werner, im vollen Costume desZeitalters, ein großes prächtiges Blatt, und einandres, des Philologen I. M. Dilherr's, mit 16.Medaillons von Kirchenvatern, u. s. f. eingefaßt,nach I. U. Mayr eben so schön als selten nennt.Oonk. und A
* Rüssel, (Melchior), des obigen Marrbäusjüngerer Bruder, Zeichner, Kupferstecher undAetzer, geb. zu Augsburg 1622. Seine 148 nachW. Baur geätzte Blätter, und dann sein Altesund Neues Testament (zusammen 241. Bl.)4. Augsb. 1679. werden besonders geschätzt. „Anden erstem bewundert man" (sagt Rost I. 302.)„eben so sehr die schöne Harmonie, als den Fleißund die Nettigkeit in der Ausführung; und wirgetrauen uns, zu behaupten, daß man in dieserArt nichts Besseres kenne". Alsdann führt er,nebst einigen Bildnissen, besonders aus jenen Ab-arbeiten nach Bau'r von ihm an: Die Leidesge-schichte (2H. B!.); italienische u. a. Landschaften(16. Bl.); italienische Seehafen (17. Bl.); Gärtenund Landhäuser (18. Bl.); verschiedene Gegenden(40. Bl.), welche meist das Datum von Jahrenkurz vor seinem Tode tragen. OonI den Winkle» -schen Gantkatalog, wo neben Andern» noch seiner58 . Blatter von den Abentheuern des Ulysses, und6. anderer, welche die fünf Sinnen vorstellen mitdem Titelblatt: örsnia victrix gedacht, und diesesdort besonders eine seltene, und für die Feinheitdes Stiches köstliche Folge genannt wird.
Ein Verzeichniß meines stl. Vaters bann enthältvon der ganzen Familie Rüssel, d. h. von denbeyden Brüden», und den drey Töchtern vonMelchior (von welchen Christian« und Magdalenain gegenwärtigen Zusätzen nicht erscheinen) n8.
und über 5 oo. Bl. darunter an die 70. Bildnisse(diese meist von Matthäus); dann, neben denbereits oben genannten: Die Ovidischen Verwand-lungen (» 5 o. Bl.); den Pastor Fido (42. Bl.);große emblematische Figuren (i 5 . Bl.); Schlachten(7. Bl.); Cvstumes von allerley Nationen (16. Bl.):Diese alle von Melchior, nach Baur . Von derJohanna Sybilla: Den Marsch der Jsraelitendurchs Rothe Meer, nach Callot ; die rühmlichenThaten des Lothringischen Herzogs Carls V. inUngarn (21. Bl.), und die Eroberungen Ludwig XIV . (9. Bl.); diese alle nach S. le Clerc; vonC. und M. (wahrscheinlich Christiana und Mag-dalena), 100. Biblische Figuren, »2. Bl. Blumen-sträuße, und 6. Bl. Blumengeschirre, und so vielAnderes, wovon es ungewiß ist, welcher vondiesen Personen solches zuzueignen sey.
Rüsswieder, ( ), ein um 1807. zu
Freyburg im Breisaau lebender Maler, von wel-chem es im Tüb. M- Bl. S. 470. heißt, daß erin der Nachbildung von Basreliefs, und vorzüglichim Nachahmen des Metalls seines gleichen suche.
Rüster. S. Rüster.
Rüttner oder Ruener, (I. G. oder Sa-muel). Wir glauben Samuel Rüttner sey seinrechter Name, Kupferstecher und Lehrer der Zeichen-kunst an dem Gymnasium zu Mietau, lernte beyI. F. Baust, und arbeitete um »777. zu Mietaunach Gemälden des Herzogs von Curland. Vonihm kennt man, neben Andern,: Die holländischeBäuerin (1772.) nach Ger. Dourv aus dem Wink-lerschen Cabinet; und: la Klönsßörs, nach Eben-demselben (1779.). Dann Bildnisse, wie z. B.dasjenige des Tonkünstlers I. S. Bach, nach E.Hausmann; Saurins, L. Eulers (»780.) u. s. f.ohne Namen des Malers; ferner des damaligenHerzogs von Curland, nach seiner eigenen Zeich-nung, und des letzten Königes von Polen , wofürer von diesem Monarchen eine goldene Schaumünzeerhielt; und endlich verschiedene Vignetten. Ber-noulll» III. 245. Meusel II.
Ruffner, (Paul). S. Rüffner.
Rugler, (Madame). S. Weyler.