Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
651
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Küchelgen.

ristisch, getreu und prunklos" (und was Weiters?)heissen. In einer andern Beurtheilung eben diesesSalons (Meus. Arch. II. 3 . 5 .) werden nebenObigem noch zwey Brusibildex eines Heilands undeines Moses von ihm, ihrem hohen Sinn voll-kommen entsprechend genannt, und überdas dreyvon Ebendemselben ausgestellte Modelle in GypstVenus , Mars, und Simon im Kerker sitzendangeführt: Alle drey" (heißt es) »in wohlge-wählten Stellungen, und lctztres besonders vollAusdruck". Dieser Künstler scheint jetzt seinenfesten Aufenthalt in Dresden genommen zu haben.

Büchelgen, ( ). So heißt auch ein

deutscher Bildhauer, von welchem man auf demDresdner -Kunstsalon von 1807. drey Modelle einerVenus, eines Mars, und eines Simsons sah,der seine Ketten sprengen will, die sich durch tüch-tiges Verständniß der Form (?) und sorgfältigeAusarbeitung empfahlen, wegen ihrer unbeträcht-lichen Größe aber sich zu wenig ausnehmen. Lüb.M. Bl. 4 Z 4 -

Büchser, (Ioh. Christoph), von Darmstadt ,zeichnete sich (es giebt eben der Gattungen Künst-ler in Deutschland gerade so viel als derjenigender Dilettanten) durch eine besondere Art vonKunst aus; er streute nämlich mit gefärbtem Zuckerallerhand Landschaften und Figuren auf Bonbons.In diesem Beruf arbeitete er um 1780. zu Ansbach .Mensel Miscell. XXV. 53 .

Büffner, (Abraham Wolfgang ), Bildniß-maler und Kupferstecher zu Nürnberg , geb. zuGräfenberg (»I. Imb. Petzenstein), einem Nürn-bergischen Landstädlchcn 176«. Derselbe war fürdie Handelschaft bestimmt, folgte aber seiner Nei-gung zur Kunst und zum Studiren, und begabsich auf die Universität Altorf, wo er aber bald alleseine Zeit der erster» widmete, und sich selbst, ohneLehrmeister, zum Künstler bildete. Nachher wurdeer zum Lehrer im Zeichnen auf eben dieser Universitätangestellt, und beschäftigt: sich damals meistensmit Bildnißmalen in Miniatur, Nachworts auchmit kleinen historischen Stucken, welches Alles vielBeyfall fand. Alsdann ließ er sich in Nürnberg häuslich nieder, wo er sich verheyrathete, undfieng dort mit glücklichem Erfolg an, auch inKupfer zu siechen. Um 1786. vertauschte er seinenStadtaufenthalt mit einem, eine Meile von dortentfernten sogenannten Zeidelgut im MarktfleckenFeucht , wo er in ländlicher Stille seinen fernernArbeiten besser obliegen konnte. Mehrere seinerBlätter, Bildnisse u. a. findet man bey MenselII. Desselben Museum IX. 218. XI. 482. ArchivI. 3 . ih6. 160. und II. 2. i 53 . i 5 g. Dahin ge-hören: König Gustav III. Ermordung an einemBall zu Stockholm, und Kaiser Ludwig von Bayern ,«ach der bekannten herrlichen Anekdote r DemMan« ein Ey, Schrveppermann Zwey lwelches man für sein Hauptblatt halt. Noch inden neuesten Tagen sah man von ihm Vieles,theils für seinen eigenes Kunstverlag, theils fürden Buchhandel Gearbeitetes. So B. eineSammlung von Ruinen der Ritterburgen,Blöster, Buchen u. s. f. /ranken«, mit er-läuterndem Texte, wovon das erste Heft i 8 o 3 .das zweyte 1806. letztres bey Korn in Fürth er-schienen war; dann die Blätter zu der ZeitschriftEudora, welche 1804. in seinem eigenen Verlagans Licht trat, aber nur eines kurzen Daseynsgenoß. Dort fanden sich z. B. die Abbildung derschönen Einsamkeit von Vauklüse, Charakterzeich-nungen der deutschen Haupkmoden, Theater-Cosstume's, u. s. f. welches Alles sehr gerühmt wurde.Oonf. sein Leben und Bildniß im zweyten Heftevon C- U). Bocks Samml. von Bildnissengel. Männer und Rünstler.

(Paul), Kupferstecher, geb. zu Nürn-berg 1712. vielleicht des Obigen Vater. Von ihmkannte maw freylich vorzüglich bloß Schriften,Landkarten, u. dgl. Doch arbeitete er auch z. B.an den Anorrischen Naturalienwerken, und starb

.Künast. 65t

1786. Merisel Miscell. XXIX. 3 rg. undEbendes. Bünstlerlex. I. II.

Büglein, ( ), ein Bildnißmaler. Nach

ihm wurde dasjenige des Russ. Kaisers Alexander I.(das beßte von vieren, welche um das I. 1804. inLondon erschienen) in Kupfer gebracht. Ob nichtvielleicht hier von obigem Carl Büchelgen dieRede sey? Denn aus einem Büchelgen ein-gelgen, und aus diesem vollends ein Büglein zuschaffen, macht sich die neuere Kunstgeschichte nurkein Bedenken.

Bühn oder Bühne, ( ), ein deutscher

Bildhauer, Schüler des Sächsischen Hofbild-hauers Patrich. Von ihm sah man auf der Dresd-ner -Kunstausstellung von 1800. ein marmornesviercckigtes Gefäß von antiker Form mit Basreliefswelches in der Aug B. Z. 1 . 3 - 3 . 3 i. sehr gerühmtwurde. Eben so auf dem Salon von - 8 o 5 . einstehendes Kind, welches durch die beygefügtenAttribute die Unsterblichkeit anzeigen soll, natür-licher Größe, in carrarischem Marmor; wie eswieder hieß, »ein wohlgcrathenes Bild", mit derbeygefügten Bemerkung: »Gewahrte man demKünstler einigt Aufmunterung, so würd' er esnoch viel weiter bringen Auch im Tüb. M- B.S. 435 . wird seiner, aus Veranlassung der Kunst-ausstellung zuDresden von 1807. neuerdings rühm-liche Erwähnung gethan, wo von ihm (Meu s.Arch. II. 3 . 7.) die wohlgetroffene Büste desMaler Friedrichs von Riga ersichtlich war.

Rühnel, (Ch. Friedrich). So heißt imNdinklerschen Gantkatalog ein von Dippoldis-walde gebürtiger Maler, Zeichner und Kupferätzer,der (1802.) bey der Porzellanfabrik zu Meisten an-gestellt war, und von welchem gedachter Katalogi 3 . Blätter Militär-Scenen von Husaren undPatrouillen-Gefechten, mit 1776. und 77. datirtkennt. In wie weit dieser Künstler mit dem gleichfolgenden Eine Person seyn dürfte, ist uns unbe-kannt. Indessen scheinen das Geburtsjahr desletztem <.1766.) und die Iahrszahlen der Blättervon unserm Ch. Fried. <1776. u. 77.) gleich zuver-läßige Data zu seyn.

(Friedrich),. Maler, geb. 1766 zuDippoldiswalde. Derselbe kam 1781. nach Dres-den , genoß dort des Unterrichts von Schenau undCasanova, studirte fleifsig nach den Antiken undnach dem Modelle, und malte Bildniß und Ge-schichte mit gutem Erfolge. So kannte man z. B.von ihm um 1788. einen Meleager und Aralanta.In seinen Bildnissen fand man durchgehcnds Wahr-heit, ein kräftiges, jedem Gesicht eigenthümlichesColorit, schönt Formen, Charakter und Züge einesHistorienzeichners. Dann gebührt ihm die Ehre,daß in eben erwähntem Jahr (als wegen Verän-derung des Akademiegebäudes die akademischenUebungen eine Weile unterbleiben mußten), erdenersten Gedanken zu der nützlichen Intcrimsansialtgab, welche von ihm und etlichen andern jungenKünstlern (Albrecht, Caffe ', Marrersperger,ochmann, Gack und Seysferr) errichtet wurde,on da an haben wir nichts Weiteres von ihmvernommen. Rekler. Oonk. die Bemerkung amSchlüsse des gleich vorhergehnden Artikels.

Büt lecker, (Freyherr von), eines der erstenmechanischen Genies in Deutschland , welchenwir hier nur deswegen anführen, weil er zugleichein sehr geschickter Graveur in Gold und Silberwar. Er starb in Arnstadt 1766. Von seinenLebensumstanden findet man sehr lesenswercheNachrichten in dem AUg. Lirr. Anzeiger 1796.X.» 4 r.

Bünast, (Balthasar Ludw.), lebte ,'m I. 1649.zu Straßburg ; ein großer Kunstliebhaber, überdessen Raritaten-Cabinetim 1 .1668. eingedrucktesVerzeichnis! herauskam. (S. Goglischer Bücher-Catalog X.o 1400.) Unter drnselben befand sicheine Haarlocke Albrecht Dürers, welche nach meh-rern Handänderungen an tz. Häsgen in Frank

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