Leis.
nach Westphalen, und zwey Jahre hernach rief sieder Markgraf Friedrich nach Baireuth, wo sievier Jahre arbeiteten. Zum zweyten Mal reiste»sie wieder für ein Paar Jahre nach Italien ,brachten einen Sommer am Hofe zn Turin zu,und zogen von da über Lyon nach Paris , woGeorg Christian beynahe zwey Jahre blieb.Hierauf gieng er durch Flandern und Trabantnach Holland und von da nach Kopenhagen , woer fünf Jahre lang an dem Königlich DänischenHofe für das dortige Schloß und Schloßkirchearbeitete. Schon gedachte er auf eine dritte Reisenach Melschland, als er wieder nach Baireuthberufen ward, von wo er endlich sich nach Ans-bach begab, und bort im Jun. 1798. verstorbenwar. Seine größte Stärke hatte er in der Ge-schichtsmalerey. Baun Mensel M Misc.VIII. 1089. wo ihm, wie wir glauben, irrig einAlter von 84. I. zugeschrieben wird.
Leis ( ). So wird in des Grafen
Algarotti's Katalog, ohne Weiteres, ein Schwe-discher Maler seiner Zeit genannt.
Leister (I.), ein englischer Künstler, maltein 1776. zu Madras das Bildniß von Hyder Ali ,welches Waidstone in pnnktirter Manier gestochenhat. LrarrLä und vMr.
* Leiteustorffer, Le idenstorfer oderLeydensdorf (Franz Anton) erster Historien-Fresco- und Kaöinetsinaler, wie auch Professorder Zeichnungs-Akademie zu Mannheim . Vonihm ist auch der Plafond des neuen dortigenComödien - und Redoutcnhaufes. Noch kenntman von ihm einige akademische Figuren, die erin Rom in der Manier großer Meister geätzt hat.Zwey derselben (eine sitzende und eine stehende)führt der Minklersche Katalog an. Er starb zuMannheim 179b. Laur. Meu se l n. Misc.I. 12h. )k?Lc.
* Leithner (Johann Sebastian ) hieß bloßJohann, geb. zu Nürnberg 171h Derselbe hattevornehmlich Schaumünzen und Naturalien feingestochen. So z. B. für die Anorrischen Natur-werke , für I. /. Joachims neues Kunstkabinet,UVll's Nürnbcrgische und Spießen'« Brandewburgische Münzbelusiigungen. Er starb in seinerVaterstadt 179h. Mensel I. 'Ebendess hs.Misc. I- t2v. u. A/n. Gandellini führt vonihm das (zu Nürnberg gestochene!) Titelblatt voneinem (175kl.) zu Venedig gedruckten italienischenTelemach an.
— — — So hieß des Obigen Vater, der,heißt es bey Mensel rI. Misc. 1. c. mehrereJahre vor dem Sohn verstorben war. Ob erselbst bildender Künstler gewesen, wird nicht be-merkt; doch ist es wahrscheinlich, da erstrer ir-gendwo S. Leithner der jüngere genannt wird;und dürfte das im Lex. angeführte Titelkupfer zudem italienischen Telemach eben von ihm seyn.
* Lejuge, s. Juge.
* Leix, vermuthlich der/ranz Leux des Lex.
Leizel ( ). So wird irgendwo, ohne
Weiteres, ein Kupferstecher genannt.
Leland ( ), ein Engländer, baute um
Z760. zu Thelwall in Cheshire eine so artige Kirche,daß viele Dissentirende aus diesem — artigen Grundbewogen wurden, sich wieder zur englischen Kirchezu schlagen. Volkmann IV. 209.
Leleu (L.D.), ein französischer Kupferstecher,zeichne nach der Natur, und atzte i. I. i8»-j.ein Blatt, welches den Zug des Kaisers Napoleon nach Notre Dame am Tage seiner Salbung vor-stellt, und 3 . Fr. schwarz, und 6. Fr. colorirt ko-stete. Xouv. 80.8 -^rt8 IV. it)». Ob es derselbeLeleu sey, der schon im Mmaimoh 8es kesux-^rts von 1800. unter den damals zu Paris leben-
Lelli. 639
den Zeichnern (nicht Kupferstechern) genannt wird,ist uns unbekannt.
Lelievre oder Gelievre, s. Liköre.
* Lelli (Herkules), geb. zu Bologna 1702.lernte bey Joh. Peter Zanotti. Lanzi II. 2. 179—180. der seiner bekannten vortreflichen Kunst inden, gemeinschaftlich mit Mansolini verfertigten,Wachspräparate», und eben so seinem geschicktenakademischen Unterrichte in allen Zeichenkünstenvolle Gerechtigkeit widerfahren läßt, bemerkt übri-gens, daß er, was die Malerey betreffe, besserdavon gesprochen, als solche geübt habe Im6ui8a 81 Dolo^na wird eines seiner Bilder ( desersten, das er gemacht hatte, vielleicht desselben, dessendas Lex. gedenkt), und im 6 u 18 a 81 kiscenL»eines andern (eines St. Fidelis bey den Kapuzi-nern), ungefähr mit obigem Urtheil begleitet,kürzlich Erwähnung gethan. Bey /iorillo II.680. heißt es: „Ich schätze mich glücklich, eben-falls den wohlwollenden Unterricht des Lelly inder Anatomie genossen zu haben." Ein Gedichtdes Zanorri zu seinem Lobe s. in den Settersxitcor. II. 57. Vergl. außerdem: hetterg prell-lninare, in cul allguanto üiscoresi 8el celebrsD'coie /.e//r. al Ov. O/ro/rr'o /?o»i äcc in denMsMor-re per' /e be/ü Mir dennajo 1788. 4.p. 111. und vornehmlich einen Aufsatz (eben auchvon /iorillo) in Mensel« Misc. Vlll.357-69. der vorzüglich zu Lelli's Vertheidigung,besonders gegen Crespi's Brief im III. Thl dersselsln» pircrice, bestimmt war Aus diewm letz-ter» lernen wir noch verschiedene Lebensumstandeunsers Künstlers kennen. „ Anfänglich legte ecsich auf den Beruf seines Vaters, eines Büchsen-machers, worinn er nicht geringe Fortschritte that.Nachher fand er Geschmack an der Zeichenkunst,in welcher er (unter Zanotti, wie wir schon wis-sen) ebenfalls ganz ungemcin zunahm. Da er nunbald bemerkte, daß man in dieser letzter» ohneanatomische Kenntnisse zu keiner Vortreflichkeitgelangen kann, studirte er die Zcrgliedcrungskunstmit dem größten Eifer. Dann fieng er an in Kupferzu stechen, und zeigte sich auch hierin als einenvorzüglichen Künstler (S. z. B. seines LehrersCanotti's Bildniß in der Hcaäewla Llemenrlna).Mit dem mindesten Glück legte er sich auf dieMalerey; dagegen modellirte er mehr als mittel-mäßig in Kreide. Es geschah durch Vermittelungdes Marchese P. Magnani, daß Benedikt XIV. ihm die Verfertigung einer anatomischen Statüeauftrug, um die im Institute zu Bologna bereitsvorhandene Folge vollständig zu machen. DieseArbeit erfüllte vollkommen die davon geschöpfteErwartung." Hierauf nimmt /iorillo ihn, wiegesagt, gegen Crespi in Schutz, der gegen alleWahrheit behauptet, daß Lelli seinen Ruhmvornehmlich seinem Schüler Mansolini zu ver-danken gehabt. Dann wird der berühmten kleinenanatomischen Statüe Erwähnung gethan, derenUrbild der Abt Farsetti zu Venedig besäst, undwelche bekanntlich bald auf allen auswärtigenSchulen als Canon gebraucht wird. Währendseinem Aufenthalte zu Rom gab er auch Beweiseseiner gründlichen Kenntniß der Optik, Dioptrikund Katoptrik. Endlich, da er die Oberaufsichtüber die hohen Oefen hatte, beschäftigte er sichzuletzt, nebst der Optik, allein mit Stempelstechen,und mit dem Vergnügen, seinen Freunden gefälligzu werden; denn er hatte das menschenfreundlichsteHerz von der Welt, und starb dann, größtentheilsals ein Opfer der Übeln Begegnung, die er vonden Neidern seiner Wissenschaft und Kenntnißerfahren mußte, worunter sich mancher befand,der ihm Wohlthaten zu verdanken hatte. Bekanntist auch, daß er einige anatomische Zeichenbücherzum Nutzen der Jugend geschrieben, die sich inVieler Händen befinden. Von seinen geatzten,gewöhnlich mit L. I>. bezeichneten Blattern führtMalpo, nebst etlichen Bildnissen (darunter dasvon I. P. Zanetti), eine Thesis: Hagar undJsmael nach seiner eigenen Zeichnung, eine H.
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