Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
741
JPEG-Download
 

Luterbur g.

Lnrerburg (Jacob), von Bern , zeichnetefür Carl Patin antike Schaumünzen. ITitzü 11 . 192.

» S. auch Lsutherbsurg.

Lllteriiau ( von), von Amsoldnigen,ein Bernerscher Kunstdilettante. Auf dem dortigenSalon von 1Ü04. sah man von ihm zwey'Sepia-Land-schaften, von welchen es in den oft angeführtenAunst,lachrichren aus der Schweiz (M eus.Arch. 1 - 4 - 6 ») heißt, »daß solche einen des laRive würdigen Schüler bekannt machen."

Lurhenburger ( ). So heißt irgend-

wo ein uns sonst ganz unbekannter Künstler, nachwelchem I. G. Seiler das Bildniß des (wahrschein-lich Baselschcn) Gottesgelehrten Hier. Durkhardsgestochen habe.

Luther (F.). Und so ein andrer, nach wel-chem man das Bildniß des Frankfurter-Bürger-meisters Arnold Wcsenfeld von Bernigcroth ge-stochen kennt.

* Luc, oder Lutt» (Denedikt). Nach Rom gieng er, in der Absicht, den Unterricht von Ciro Ferri zu erhalten, der aber mittlerweile verstorbenwar. Jetzt mußte er sich von seinem eigenen Genieund guten Mustern leiten lassen. Seinen Stylkann man daher ein Produkt mannichfaltiger Nach-ahmungen nennen. Schon und hell in der Farbe,künstlich in Aussvendung von Licht und Schatten,entzückte er das Aug mit seiner Harmonie, so wieein Redner mit dem Numerus seiner Tone dasOhr der Menge fesseln kann, die deswegen nichtweiß, woher der Zauber rühre. In so weit warseine Manier wirklich neu, machte ihm zu Rom einen großen Namen, und gefiel besonders ClemensXl. der ihn mit dem Ordenskreuz, und nochbesser, mit seinen Aufträgen beehrte. Schade,daß er sich zu viel mit Pastellarbeitcn beschäftigte,die durch ganz Europa Curs hatten. Sicher warer für Größeres geboren Er malte in Fresko undOel ; besser in letzten,,. Ucberhaupt soll ihn seineArbeit sehr viel Mühe gekostet haben, die er aberunter einen, Schlcyer von Leichtigkeit geschicktzu verbergen wußte. Zu seinem Dcßten in Rom gehört sei» St. Antonius bey den HH. Aposteln,und seine Magdalcna bey den Schwestern vonMagnanapoli (wovon man einen Stich hat); dasWunder von St. Pins im Pallasi Albani, und einePsyche in der Galerie des Capitoliums, welcheden elegantesten, feinsten Geschmack athmet InFlorenz dann findet sich von ihm Einiges im Groß-herzoglichen Pallaste; zu Pisa , was schon dasLex. erwähnt, und das man zu dem Schönsten inder dortigen Kathedrale zählt. Ehe er solchesöffentlich ausstellte, unterwarf er es der Critikseines Meisters mit einer Bescheidenheit, welcheihm die größte Ehre brachte (I^tt. IHtcur. B. I I.Lp. Z 5 . p. 61. et 8099.); und vor seinem eigenenBildnisse i» der Galerie zu Florenz stand schon mehrals Ein Kenner mit dem Ausrufe still:Dieserwar der Letzte seiner Schule"! 1 . 256 . und

5ä2. Er selbst bildete sich Eine, in der sowohlfi enide als einheimische Künstler Unterricht erhielten.Fiorillo l. 216. Bey Rsft IV. 96. wird dasmehr erwähnte Bild zu Pisa , im Ganzen manierirtund geleckt genannt. Besser übrigens als obigegeschraubte Charakteristik von La,,;, gefällt unsdiejenige, welche Lands», von Lur» giebt.-DieNatur hatte ihn nicht zum Original gestempelt, undseine Manier war in der That gewöhnlich bloß einekalte Nachahmung der Meister, die ihm vorzüglichgefielen. Hauptsächlich suchte er das Colorit undzwar mit solchem Erfolge, daß seine Werke inkurzer Zeit durch ganz Europa beliebt wurden.Und doch war damals die-italienische Kunst imvollen Verfalle, was man am Beßten an den Ar-beiten unsers Künstlers wahrnehmen kann, dessenGenie nicht so groß war, daß es alle Theile derKunst umfassen konnte; »och so kräftig, um sichüber seine Zeitgenossen emporzuheben Lands»,An»,. X. ,4Z. Das Französische Museum besitzt

Lutma. 741

von ihm eine Magdalcna vor einem Kruzifire, zweyCherubim über ihr.Dieses Gcmäld" (heißt es I.wo dav.on ein Abriß gegeben wird)hat sehr schc ne,dann aber auch wieder sehr schwache Theile. DerAusdruck der Heiligen ist kalt; die Zeichnung ohneZierlichkeit. Die Formen sind rund, die Drap-perien schwer; aber ein lebhaftes und gel.hrkesColorit, und eine schöne Vertheilung des Lichtsgeben diesem Bilde eine harmonische Wirkung "Noch urtheilt die Schrift Winkel»,raun und sei»,Jahrh. S. 2Z6. sehr richtig über unsern Künstler,wie folgt:Ungefehr wie Trevisan», zeichnete erseine Figuren, nach damals üblicher akademischerManier, ziemlich richtig, ohne sich jedoch in denFormen zu einem großen Sinn erheben zu können.Sein Geschmack neigte sich mehr zum Zierlichenund Geschmückten, die Ausführung zumMatten,mit fröhlichen Farben in den Gewändern, welcheallen seinen Gemälden ein sehr munteres Ansehengeben." Gandelli»,, bemerkt, daß er zu Rom in der Kirche St. Nicola da Perfctti ohne Grab-schrift begraben liege. Nach ihm gestochen sindvon Bartolozzi : Eine H. Familie; von N. D. deBeauvais .für'sKabinet Crozat), eine Magdalenain der Wüste; von B- Rivalz dieselbe Heilige diedas Abendmal nimmt, (welche ist wohl die obge-nannte von Magnanapoli? und welche die imFranzös. Museum? ; von L- Bonner in Röthel-manicr eine reuende Heilige auf den Knieen; vonB- Fariat die Kircbe, und St Brigitta; von G.Wagner ein Tod Adels (nach der Zeichnung vonCipriani), und Jesus an der Tafel beym Pharisäer.(Copien von beyden, glauben wir, von Ph A.Kilian). Von weltlichen Gegenständen dann:Atalante und Dixpvnienes, und den sich bewun-dernden Narciß; Cupido, von, Merkur unterrichtet,in Luschmanier, und Angelica und Mcdor, nacheiner Aquarellzeichnung (die beyden letzter» schoneund seltene Blätter), und endlich eine gebirgigeLandschaft, alle fünfe wieder von Bartolozzi ; einenJungen mit einer Flöte von Picor; Pomona vonT>- Sinzenich, in punktirtcr Manier gefärbt (einschönes Blau) u. s. f. Hinwieder kennt man vonihm selbst geätzt: Zwey Magdalene», und eineLandschaft nach Guercino ; und nach seiner eignenErfindung: Christus am Kreuz, und unter dem-selben Maria, Johannes und Magdalcna. Xsftl. e. kkrMrcwL. Von

seinem Kabinct von Zeichnungen italienischerMeister, dessen das Lcx. Erwähnung thut, wurdeein Theil von Bartolozzi und Zucchj i» Kupfergebracht, und erschien in gr. Zvl. zu London ,765.liloo oto. p. 109.

*Lurma (Abraham), dessen im Lex. unterdem Art dcs'Janus Lurina Erwähnung geschieht.Von ihm nennt der Katalog von Brandes einschönes Bildniß von Rubens , nach van Dyck.

Lurma (Jacob). So heißt ein wenig be-kannter niederländischer Kupferstecher und Kunst-verleger, ohne Zweifel Zcitgenoß der übrigenKünstler dieses Geschlechts, aber ausdrücklich vonihnen zu sondern. Denn nicht nur erschien, mitseinem Namen: Anc /mtma exo. bezeichnet, einunten bemerktes Blatt des jünger» Jarius (dasChor der Kirche zu Amsterdam ; so »den, der wink-le r sehe Katalog führt noch besonders eine mit dreyBildnissen angefüllte große Cartouche an, welche:Nomim'L /.ick.-»»» ä'()«ä« (dies wäre der ältereJanus) luv.jacob /ecitaq. kort. et oxo. an.

* (Janus, d. i. Johann), Vater undSohn. Der Sohn, geb. zu Amsterdam in» 1609.blübele von i 656 -i 6 di. Von erster»»» Darum istdas Bildniß seines Vaters, geistreich, in Rem-brandts Manier; von letzten»» sein eigenes. Wel-cher von beyden dann ins Kabinet von Reynstgestochen ferner welchem vier Landschaften nachI. Both, das Bildniß des Admiral Corn.Tromp nachI. Livens, und ein St. Johann nach Rembrandl,zugehörcn, ist uns unbekannt. Zu des Sohns vierbesonders berühmten Bildnissen, deren das Ler.