742 L u t m a.
erwähnt (man kann sich nichts Schöneres denken!)welcheOpu« Nsllei unterzeichnet sind, bediente der-selbe sich eines kleinen Klöpfels, um seine Punze aufdem Kupfer wirken zu lassen. „ Die Platte" (sagtMareler) „durft' er dann nur mit Röthel- oderSchwarzkreidenstaub, in Oel abgerieben, abdruckenlassen, um den Crayon nachzuahmen. Lurinakann daher als der wahre Erfinder dieser Manierangesehen werden, und die HH. Fran^ois undDesmarreau hatten sich somit in der Folge ver-gebens um die Ehre solcher Erfindung gestritten.Nur die Art und Weise des Druckes war ihneneigen; und allerdings kein Geringes." Nebenjenen Hauptblattern führt der Minklersche Katalognoch vom Sohn an: Den Chor der Hauptkirchevon Amsterdam , nach seines Vaters Zeichnunggeatzt; dann das sehr große Blatt des großenObelisken zu Rom , mit einer Menge Figuren,von ihm selbst gezeichnet, und sehr geschmackvoll,mit einer Mischung von Radirnadel und SchwarzerKunst gearbeitet; und eben so die große Fontaine,mit derTrajanischen Säule (diese nach seiner eignenErfindung).
Lutschers (Dominicus), aus Mähren ge-bürtig, stndirte die Architektur in der Academie zuWien , wo er 1784. einen Preis erhielt. Neuereshaben wir nichts von ihm vernommen.
Lutten ( ), ein Braunschweiger und
Russisch-Kaiserlicher Hofmaler unter Peter II. ar-beitete in niederländischer Manier. Die Fluchtnach Egypten, ein schönes Nachtstück von ihm,wird in der akademischen Kunstkammer zu Peters burg aufbewahrt. Er starb daselbst 1789. MeuselLlliscell. II. 262.
* Lutterell (Heinrich). Nach ihm haben:
Cooper das Bildniß der Duchesse de la Balliere,va» Gunst dasjenige Gilb. Burnets, I. Smithund R. Williams, beyde, des Herzogs Wilh. vonDedford, und ein Ungenannter des Grafen Arthursvon Esiex, wahrscheinlich alles in Schwarzkunstgeschabt. Einen namhaft von dem im Ley. nachpilkingron enthaltenen Artikel über diesen Künst-ler giebt Rost IX. 83 --84. welcher also lautet:Henry Lurrerell, Zeichner und Schwarzkunst-stechcr, geb. zu Dublin i 65 o. und blühend zu London um 1680. Derselbe widmete sich zuerst der Juris-prudenz; da er aber Neigung zur Zeichenkunst insich spürte, vertauschte er das Studium der Gesetzemit dem der Künste. Seine neue Laufbahn trat erdamit an, daß er Zeichnungen in Crayon machte.Als er den Fortgang sahe, den die Schwarzkunsthatte, die damals in England noch Geheimnißwar, setzte er sich in den Kopf, sie ebenfalls durcheigene Versuche zu entdecken. Einiges in dieserGattung gerieth ihm ziemlich; unter anderm: Einealte Frau die ein Licht anblast; das wahre Ver-fahren aber blieb ihm unbekannt. Endlich machteer Bekanntschaft mit van Somer, von dem erdas ganze Geheimniß erlernte. Eben so stifteteer Freundschaft mit Decket, und beyde arbeitetenzusammen, und halfen sich Wechselsweise. Er hateine beträchtliche Menge Bildnisse gestochen, da-runter man das mit der Unterschrift: t/rs
/mmter für das beßte hält. Noch etliche andresind: Den Hamet und Dr. Robert Cony, beydeohne Namen des Malers; dann die Herzogin vonCleveland , und der schon oben angeführte GrafArthur von Essey, beyde nach Lely; der Graf vonShaftesbury, nach F. Greenhill, u. s. f.
Luttl'chuys (Simon). So heißt ein unssonst unbekannter Künstler, nach welchem C. vanDalen der jüngere die Bildnisse Jacob, Herzogsvon Uork, und Heinrichs, Herzsgs von Glocestergestochen hat.
* Lutz, s. Luz.
* Luycken (Caspar), den das Lex. unter demArt. seines nachfolgenden Vaters anführt, geb. zuAmsterdam um 1660. (a. b. 1670.) stand aber inAllem (im Leben, wie in der Kunst) demselben weit
Luz.
nach; dessen ungeachtet werden die Bücher, woreiner für holländische Verleger die Menge Blatter mitdem Grabstichel gestochen hat, sehr gesucht. Meh-rere davon : Seine zwölf Monate und vier Jahrs-zeiten, das Wunder mit den fünf Drodten, eineKreuzigung, St. Taver der dem Kaiser von Japan das Evangelium predigt, die Jesuiten -Missionäredie bey dem Kaiser von China Audienz erhalten,und Kaiser Josephs 1 . Ehrfurcht vor dem H. Sa-kramente, dann allerley Klcidungstücke, n. s. f.meistens nach seiner eignen Erfindung, werden beyRost VI. 158—29. und anderwerts angeführt.
* Luycken (Johann), Zeichner und Kupfer-ätzer. Er starb zu Amsterdam . Dieser Künstlerhat immer nach seiner eignen Zeichnung gearbeitet;ist aber (wiewareler wohl richtig sagt) mehr durchden Reichthum seiner Compositionen als durch dieBehandlung seiner Nadel merkwürdig, welche je-doch ebenfalls nicht ohne Verdienst ist. Man würdeeinen bessern Genuß davon haben, wenn er mehrVerschiedenheit der Töne und zugleich bessere Har-monie hineingebracht hätte: Somit ist es über-trieben, wenn Einige ihn den holländischen Callot,la Bella und le Clerc nennen. Immerhin aberfindet man in seiner bekannten großen Bibel vor-lrcfliche Figuren, bisweilen einen Adel und eineLeichtigkeit des Ausdrucks, die man nicht genugbewundern kann, und überall eine beherzte Aus-führung. Rost VI. 257 — 58 . wo von ihm ange-führt sind: Die zehn Gebote (10. Bl.); die Ge-schichte von Läpp - und Finnland (17. Bl.); die-17. Bl. zu Thevenors Reisen (1682.,; 17. andrezur Geschichte Wilhelm III. von England; 28. zurRepublik der Hebräer; Schauplatz der Märtyrer(io 5 - Bl) kl. qu. 40. eine höchst interessante Folge.Dann von einzelnen Blättern: Jonas predigt denNiniviten; Ermordung Heinrich IV. ; Flucht derProtestanten bey Widerrufung des Edikts vonNantes , und das Blutbad der Bartholomäus- Nacht , in 2. Bl. (sein Capitalblatt). Weit mehrerenoch enthalt ein Verzeichniß meines sel. Vaters;wieB. ein Leben Christi (24. Bl.); das Leben derersten Christen (92. Bl.), und so onwrmräigsWerelä ( 5 i.Bl ', u. s. f. was Alles Denkmälerseines eignen religiösen Feuereifers seyn mochten.VNalps rühmt auch seine Landschaften, wegenihrer leichten und angenehmen Ausführung. SeineBlatter sind gewöhnlich mit I. I.. oder 4 . I.. ss.auch I. Imyclc fe. bezeichnet. Conf. den Katalogvon Brandes, der noch überdies nach ihm (wahr-scheinlicher als nach seinem Sohn) anführt: DasGleichniß vom ungetreuen Haushaltet-, nach einerZeichnung, in Zeichnungsmanier von Ploos vanAmstel (ein seltenes Blatt); Jesus ruft die Kinderzu sich, in gleicher Manier von H. Spilmann, und:Zwey Frauen, die vor einem Hause spielen, inTuschmanier von G- de Sain (schön und selten).
Luynes (die Herzogin von) ätzte um 176g.kleine Landschaften zu ihrem Vergnügen: HveoI'uiäe äs son teinturier, muni 9ns le plusAranä nornbrs äss -Amateurs, sagt Basan(Lä. seo.) recht lustig!
Luyp (Albert). So heißt ein uns sonst unbe-kannter Künstler, von dem sich ein Bild in derBrambeckschen Galerie von Söder befinden sost,welches Mamsell Prestel in ein in Oel illuminirtesBlatt gebracht hat.
Lutz (Franz Anton). So hieß ein deutscherOelmaler, von dem uns aber während seines 68.Jahre langen Aufenthalts hienieden durchaus nichtsAnderes bekannt worden, als daß er am 10. Märzi 8 c> 5 . zu Nürnberg gestorben (wohl auch dort ge-boren) sey. LNeu s. Arch. II. 2. 186.
* — — ( ), der deutsche Maler, der
zu Florenz arbeitete, hieß Johann. Nach ihm hatI. Mogalli eine Aufopferung Jsaaks gestochen.SEstn. Höchst wahrscheinlich aber ist dieser Luzmit dem unten folgenden Joh. Lps Einer undderselbe-