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Hat man nur Einiges von ihm gesehn, so erkenntman bald alles Uebrige. An Genie fehlte es ihmgewiß nicht, das in einigen seiner Werke hell genughervorleuchtet, /.»»si ll. »70-77. der sich irrt,da er das Todesjahr dieses Künstlers, mit dein-jeuigen seiner drey Söhne in » 63 «». setzt. Er über-lebte sie Alle, und mit ihnen noch einen guten Theilseiner Enkel, zehn volle Jahre, und schloß dann(wie hingegen eben dieser Schriftsteller mit seinemgewohnten Geiste sich ausdrückt) die schöne Schule,welche zwey erlauchte Veroneser zu Vicenza gestiftethatten.
' Maganza (Hieronymus ), Alexanderszweytaltester Sohn, wär ihm in seinen Arbeitenbehelfen, starb bekanntlich » 63 c». an der Pest, undhinterließ ihm seine Stube voll Kinder, /b. »77.
— (Johann Baptist), der Aeleere, ge-nannt Magagno, Alexanders Vater, ein vor-treflicher Bildnißmaler. Selbst Erfundenes kenntmau Weniges von ihm; aber was man (in Vicenza )davon besitzt, trägt das Gepräge eines leichtenGenius, der auch in seinen Gedichten vorherrschendist, die er in dem Paduanischen Bauecndialektschrieb, und welche selbst den Beyfall eines Taffound Trissino hatten, /b. 96-96. Nach ihm hatsein Bildniß in der Galerie zu Florenz Gregorigestochen.
— der Jüngere, des obi»gen Alexanders ältester Sohn, seine Stütze inder Arbeit, eiferte ihm in der Geschicklichkeit nach,und übertraf ihn bereits an fleißiger Ausführung,wie aus seiner Geschichte St. Benedikts bey St.Justina zu Padua erhellet, als ihn ebenfalls dergroße Tod von » 63 o. dahin raffte, und auch Erseinem 7/,. jährige» Vater einzig die Last einer zahl-reichen Haushaltung hinterließ. ll. »77.
* — — (Marc Anton), Alexanders dritterSohn, der ebenfalls seinem Vater beholfen war,und aber mit seinen beyden Brudern in gleichemTodesjahr noch sehr jung verstarb, /ü.
Magar'ea ( ), ein wenig bekannter Maler
von Ancona , im XVIII. Jahrh. Von ihm siehtMan dort die Galerie des Marchcse Triomphi, undmehreres in dasigen Kirchen, das, besonders einBild in Suffragio , zu dem Gedachtesten gehört, wassich in Ancona findet, ^ü. I. 669.
* Magarri (Peter Anton). EaiiZi II. 47 1.nennt ihn einen nicht unfeinen Künstler für seineZeit, von dem man in etlichen Kirchen einige Nach-ahmungen nach Piazetta und Tiepolo sehe; denndamals hätten junge Anfänger mehr nach denLebenden gefragt, welche wirklich Gewinn machten,und sich dafür wenig um die ediern Todten be-kümmert.
Magdebortz (Heinrich de), goß » 464 - dasmessingne Taufgefaß in der Petrikirchc zu Berlin «Es zeigt in crhobner Arbeit die zwölf Apostel nebstJoseph und Maria, und einen Deckel, der an einerKette am Gewölbe hängt.
Mager (Moriz), ein Glasmaler von Paris gebürtig, trat »68». als Laybruder in den Recollets-Orden. Er starb zu Revers 1709» im 49 - Jahresetz,es Alters. Er und sein Ordensbruder AnronGabler schrieben über ihre Kunst, ie f^rei/ I. c. »2.
* Magges oder Mages (Joseph). Er,sterer ist der richtigere Name. Anstatt dieses Artiim Lex. setze: Geb. » 728 . zu Jmst im TyrolischenObcr-Jnnthal, eures Nagelschmieds Sohn, dermehrere Geschwister hatte, und darum von seinemVater kaum für den Lohn seiner Lehrzeit von 3—4.Jahren unterstützt werden konnte. Nach derselbenreiste er mit andern seiner Landsleute noch schwachin der Kunst, gen Wien , und hielt sich dort wiedereinige Jahre auf, wo er die Akademie zwar fleifslg,aber mit so geringem Nutze» besuchte, daß er vonseinen Lehrern weggewiesen wurde. Voll Unmuthsgieng er hierauf nach Augsburg , und kam in das
Maggi. 749
Haus des Malers Rothpletz, wo sich seine Talentein kurzer Zeit — vielleicht an dem Sonnenscheinder Liebe für die Tochter seines Meisters entwickelte,die er bald darauf heirathetc. Von seinen Arbeitensteht man zu Augsburg vieles in Freseo und Del,theils in Kirchen, wie z. V. bey St. Salvatoreine Maria Aegyptiaea, und in der Domkirche dasH. Grab; theils in mehrcrn Privathäusern; weitBesseres aber noch in seinem Geburtsort, vornehm-lich eine Marter des St. kaurcutius, womit er diedortige Kirche dieses Heiligen beschenkte; dann inder Pfarrkirche ebendaselbst einen St. Jacob, alsSieger in Verkündigung der christlichen Religion,und an gleichem Ort einen Kelch, auf welchem erin Email, das er ebenfalls verstand, das Abcndmalund mehrere Auftritte aus dem Passion vorstellte;ferner in der Benediktincrkirche Oktobayern zwcyAltärblätter St. Bencdikt und St Scholastica, undirgendwo (in Oktobayern oder in der Jesuiterkirchezü Augsburg ) eine sehr schöne Maria oder Magda-lcna, wie sie das Abendmal empfängt. Dieserwenig bekannte, aber wirklich bcmerkcnswertheKünstler starb in seinen beßten Jahren an einer epi-demischen Krankheit »769. und hinterließ nichts destominder ein hübsches Vermögen, das er sich durchseinen ungcmeinen Fleiß erworben hatte, und mitwelchem er seine dürftige Eltern bis au ihr Ende,so wie nachwerts seine Geschwister fürdauernd un-terstützte, und diesen Segen, so wie seine stetenFortschritte in der Kunst, nach seinem frommen Sinn— wem anders, als dem Geber aller guten Gabenzuschrieb. Bey Männlich heißt es von ihm:»Seine Färbung ist hell, seine Behandlung keckund leicht, und sei» Geschmack der neuere venetia-nische, in weichem kaum noch einige Spuren vondem alten Ernst und der Wahrheit zu finden sind,welche wir in den Stiftern dieser Schule bewundernIn der Galerie zu München befindet sich von ihmeine Himmelfahrt Maria, der Entwurf zu einemDeckenstück. Nach von Srerren soll er auch mitglücklicher Erfindung für Kupferstecher und Kunst-verleger gezeichnet haben. So ;. B- hat Rugendas nach ihm einen St. Hieronymus gestochen. Meu-sels rJ. Misc. I.84. II. 2ZZ—34. Von StertenS- 029. und Mrc.
* — — (Theresia), des Obigen einzige Tochter,übte ihres Vaters Kunst mit glücklichem Erfolge,starb aber in der Blüthe ihrer Tage, gleich ein Jahrnach ihm. Mensel i- c- 233 . und
Maggi (Carl), ein Venetianer, reiste in denJahren »070—78. durch die Levante , Syrien undEgypten, und machte zu seiner handschriftlichenReisebeschreibung (die im I. »784. aus der Biblio-thek des Herzogs de la valiere um 200c,. L. manweiß nicht wohin, verkauft worden selbst die Zeich-nungen, welche er nachwerts durch die berühmtestenKünstler seiner Zeit in Miniatur malen ließ. Vllo, e/üvisnertarione inconi» scl alouni ViagAiittori Ve-ne2»an». 40. Vener:. 8 o 3 .
->- — (Hieronymus ) und Marmors (Jo-hann), zwey italienische Baumeister und Inge-nieurs, wurden, nebst Andern, von» Senate zuVenedig , wegen eintretenden Türkenkriegs um »67».nach der Stadt Famagusia in Cypern gesandt.Maggi war eigentlich ein Rechtsgclehrtcr, undvon Anghieri im Toskanischen gebürtig; er studirteanfangs zu Bologna Bcredtsamkeit, Geschichte,Mathematik und Philosophie, nebst den Rechten,ward Doktor zu Pisa , und »668. Richter zu Ama-tricani. Zu erwähntem Famagusia dann erfand erverschiedene neue Fcuermaschinen, die aber — bloßzum Beweise dienten, daß Theorie ohne praktischeKenntniß unnütz sey. Als die Türken in 1671.diesen Platz eroberten, wurde er nach Konstantinopel in die härteste Sklaverei) gebracht, und 1672 garstrangulirt. Nebst verschiedenem Andern, hat «rauch über Fortifikation geschrieben. H. A. Hieu-niaier' s v 0 nRa fiIe Reise d. Melschl. u.Hispa,,. 4. Leip?. 72L. und Jocver.