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Mitbürgern , lebte er glücklich, als ihn der Kriegnöthigre, sein Land zu verlassen. Auf seiner Aus-wanderung war es der wunderbare Zufall, daß ereben auf einen Offizier stieß, den er einst inRom gekannt hatte, und welcher ihn (er hatteschon den Strick um den Hals), vomTode rettete,womit eine blut- und beutdürstige Soldatenhordeihn bedroht hatte. Don Brügge, wohin er an-fangs gieng, vertrieben ihn wieder Krieg und Pest.Dann ließ er sich i 58 Z. zu Harlem nieder, wo dieFrüchte seiner Talente sein Glück wieder herstellten.Dort errichtete er eine Akademie, und führte inHolland den italienischen Geschmack ein <?). DieAnzahl seiner Gemälde ist beträchtlich, so wie dieseiner Cartons für Tapezereyen. Er war erfin-derisch in der Zusammensetzung, glänzend in seinerFarbe, hinlänglich csrrekt in der Zeichnung, zuletztaber etwas manierirt. In seiner Malergeschichtefindet man gesunde Urtheile, und große Unpar-theylichkeit. «van Mander " (sagt D.escamps)«war ein guter Maler, ein guter Dichter, einaufgeklärter (?) Gelehrter, ein kritischer (?) Philo-soph, und vorzüglich ein rechtschaffener Mann."Zu Amsterdam lebte er nur zwey Jahre vor seinemTode. Diesen (ächt französischen) Artikel überunsern Künstler l. (mit weit Mehrerm) bey Ware-lee und l'Evesque Indessen glauben wir, daßMännlich es mit seinem kurzen Urtheil weit bessergetroffen habe, wenn er von demselben sagt:« In seinen Werken überhaupt herrscht Feuer undErfindung; sie sind aber nicht selten übertriebenund manierirt." Nach He in ecke tracht. II.yg—100. war es während seinem Aufenthalte zuHarlem , wo er seine (auch dort gedruckten) Lebcns-geschichten der Maler, bey müßigen Gründenschrieb; von welchen eben dieser Schriftsteller (I.2 Zi.) bemerkt, daß man wenigstens dem, was ervon niederländischen Künstlern und ihren Nachbarnsagt, mehr als allen Neuern trauen müße. DiesesWerk erschien zuerst 1604. 4 "- späterhin i 6 > 6 — 18 .zu Amsterdam in 4 ^- und in neuern Tagen wiederdort 8°. 1764. Die winklerschen und Lrandes-schen Kataloge und ein Derzeichniß meines sei.Vaters führen an die 70. Blätter an, welche G.van Been, C. Draaw, N- Braeu, C Clock, Z.Dölendo, I. Falk, C- Fritsch, I. van Ghennldieser Vieles), A. Halweg, P. de Jode, N.Lastmann, O. H. Lohde, Matham, I. van Meurs,I. Müller, C. Ploos, I. Saenrcdam, I. Suy-derhoef, O. H. Tode- I. C. Visscher, G- Win-gendorp und Ungenannte nach ihm gestochen haben.Darunter bemerken wir von ganzen Folgen: Dieheidnischen Gottheiten (20. Bl.) von Braeu —Eine Passion von Dolendo und van Ghcyn gemein-schaftlich in 14. Bl. — die 12. Stämme Israelsvon letzter«!. Dann aus einem Dlrtzend Bildnissendasjenige des Arztes Th- Bartholinus von Suy-derhoef und des Königes Christian I V. von Däne-mark , von Halweg. Aus den historischen dasKapitalblatt: Paul und Barnabas zu Lystra, vonSaenredam; das Urtheil Salomo's , von Hondius;Perseus und Andromeda, und der Raub der Eu-ropa , zwey sehr feine Blätter von van Ghcyn ; dieAnbetung der Dreyeinigkeit, von Ebendemselben.Ferners einige Allegorien, Moralien u. dgl. wiez. B. die Kenntniß von sein selbst, der falsche Ruhm,die Frau die ihren Man» ausschimpft, und: All'Uebertriebenes ist tadelswerth von C- Braaw; derEsel, den man wascht, bezahlt mit Beißen, vonvan Been. Item drey große Wahrheiten: Vsstibiterra, cujus itex est puer — Dcataterra,cujus Uex est nobUis! — nnd Cyclopen, dieauf ihrem Ambos — Menschenköpfe schmieden,alle wieder von van Gheyn; ein Kavalier, derseine Laute nach derjenigen einer Dame stimmt(wohl nach einer Zeichnung) von C. Ploos; dasJa! und Nein I die sich über das Weltrund zanken,mit: Ikfeicüiou (?) Ireri curavit signirt;
und endlich von ihm selbst das schwer zu ent-ziefernde Blatt: Eine Alte, vor welcher ein Knabegeht, und ein zweyter hinter ihr, der mit einerFackel einer jungen Tochter leuchtet, die aus einem
Manetti.
Becher trinkt — Alles recht in dem holländischenDuiikelsiiin damaliger Zeit.
* Mander (P.). Von dem sonst wenig be-kannten Kupferstecher dieses Namens werden irgend-wo ein oder mehrere Blätter, mit: Apostel rubri-zier, angeführt.
Mandevare (N. Alex. Michel), Malerund Professor zu Paris , Mitglied des dortigenKunst-Athenäums, gab seit 1804. Principes rsi-
sonnes äe pa^sa^e, ä 1'usa §e tzes ecolss des
Oepartemens, das in einem dem Athenäum darübererstatteten Rapporte sehr gerühmt wurde, und wo-von bis End ermeldtcn Jahrs bereits sechs Liefe-rungen erschienen waren, von welchen jede imAusland 4. Fr. kostete. stes I. 100. etc.wo von diesem Werke der nähere Prospekt ertheiltwird. Auf dem Pariser-Salon von 180V. sah manvon ihm ein Gouachebild, von welchem es inMeusei's Auch. II. 4 - äi. heißt.- Es sey sehrschön und kräftig; aber der Maler mißbrauche seineLeichtigkeit, und arbeite zu praktisch. Lands»dann (pa)'s- ct'pableanx 6e (jenes lll. 26—27.)nennt seine Zeichnung breit und fest, seine Massenkräftig, und seinen Baumschlag markigt und leicht;und giebt dann I. c. die Abbildung zweyer seinerLandschaften in niederländischem Geschmack. Auchdort wird seine oben erwähnte Anleitung zum Land-schaftszeichnen für das Beßte dieser Art gehalten.
Mandrocles. Anstatt der Citation im Lex.von Junius, setze die von Monaldini. Die vonihm über den Pontus Thracicus erbaute Brückewar von Schiffen sehr künstlich zusammengefügt,und so stark, daß die ganze zahllose Persische Armeeüber dieselbe aus Asien nach Europa nbergicng. DasGedächtniß eines so vorübcrgehnden Denkmalsseiner Kunst suchte er daher durch ei» Gemäld zuverewigen, welches Herodor noch im Tempel derJuno zu Games fand. M/rH Lä. terr. I. 02.
* Maiidpn (Johann). Ein kleiner schlechterHolzschnitt, wie man glaubt von Lauren; Janson,soll diesen allen Künstler, freylich dort M Imöingenannt, vorstellen. Heinecke Lssachr. II. 101.
* Man eili oder Manerri (Joh. Bapt.).
Nach ihm hat N. Laignicl den Gichlbrüchigen beyder schonen Pforte, und St. Peter, der die Straßedes Heils zeigt, gestochen. und (l^c.
* Marienri (Vincenz). Lanzi I. ,gi. führtvon ihm zwey Bilder, einen St. Stephan imDome zu Tivoli, und einen St. Taver, al Gicsuzu Rom an, und giebt ihm übrigens das nämlicheZeugniß, wie das Lexikon: Daß er wenig Geniebesessen, aber fleißig gemalt, und das Colorit wohlverstanden habe.
* Manescardi (Justus), s. den ArtikelP ernst.
Manessler (ThomaM. So heißt irgendwo,ohne Weiteres, ein Künstler, nach welchem W.Vallet geätzt habe.
Manesssn-Maller (Allain), von Paris ;Ingenieur in Königl. Portugiesischen Diensten um1670. Man hat von ihm: 1.65 travanx <le Mars
u. s. tv.
* Manerri (Dominicus). Nach ihm hatauch F. Curli ein auf das Wappen des HausesChigi anspielendes Blatt gestochen.
*- - (Joh. Bapt.), s. Manelli.
* — — (Rutilius). Nach Lanzi (I. ZZ7.)geb. 1671. und gest. 1627. In seinen Arbeiten(sagt dieser Schriftsteller) findet man eine mindereWahl als in Carravagio's, den er sich vornehmlichzum Muster wählte, aber stärkere Schatten, undbisweilen so starke, daß solche das erfoderlicheGleichgewicht zwischen Licht und Dunkel aufheben,wie solches mehrern seiner Zeitgenossen widerfuhr.