Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
759
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weil damals die achte Weise die Farben zu reinigen,eben so wie eine gute Grnndirart, fast überall ver-dorben war, und man über dem Haschen nachmomentaneni Effekt alle andere Rücksichten beyseitesetzte. Dann aber halte Manerri eine bessere Zeich-nung als Merigi, nicht gemeine Ideen, und schöneArchitektur, so daß man ihn noch lieber mit Guer-cino als mit Carravagio vergleichen möchte. So wirdz. B sein Elias beym Wachholderbaum im Domezu Pisa wegen seiner Wahrheit, und starken saftigenColorite sehr gerühmt. Mehreres dann sieht manvon ihm in der Karthanse zu Florenz und in ver-schiedenen Kirchen zu Siena , wo man besondersseine Ruhe in Egypten bey St. Peter di Castel-vecchio bewundert. In Galerien, wo die Bilderweniger nachdunkeln, findet man ziemlich schöneMadonnen von ihm, besonders aber eine Lucrcziabey H. Bandnielli von Siena . Auch gicng er bis-weilen von seiner gewohnten Manier ab; wie z. B.in seinem Triumph von David in der Großherzog!.Galerie, wo die Schatten gemäßigter und derganze Ton fröhlicher ist. Nach ihm hat Pazzi seinBildniß in der Galerie zu Florenz , H. Bruni einenSt. Georg, B- Capitclli eine H. Familie in sonder-barem Costume rein schönes Nachtstück), und eineMaria Magdalena , dann eine Andromeda, unddas Gattungsstück: Eines Jünglings der trinkt,und eines Alten der ein junges Mädchen liebkost(wieder ein Nachtstück) gestochen, S. Mulinariendlich eine Geburt Christi in Tuschmaniec geatzt,et Lr'mräeL.

* Manfredl (Bartholome). Lanzi l- 4 > 86 .nennt ihn einen Schüler des Roncalii, den manaber eher einen zweyten Earravaggio heißen möchte,nur daß seine Wahl etwas besser war. Sein Coloritfiel gern ins Schwarze; Halbkenner haben daherseine Bilder schon für Breughel's genommen.Meusel Arck). II. 92. 96. Von seiner Arbeitsieht man einzig in Kabinetten, und vielleicht trageneinige derselben, wie z. B. iu der GroßherzvglichenGalerie zu Florenz , irrig den Namen von Merigi,dem er so sehr glich, ohne ihn jedoch (mcyntMännlich) in seiner kräftigen Manier zu erreichen.Und bey /iorillo il. 372. heißt es: „Leider fehltees ihm an kräftiger Zeichnung, ob er gleich kraft-voll kolorirte. Eine zügellose Lebensart förderteseinen frühe» Tod. Gestochen nach ihm haben:I. Haußart eine Krämervertreibung aus dem Tem-pel (aus dem alten französischen Kabinet), und eineGesellschaft von Trinkern, die sich in dem Mu-seum Napoleon, und inLa » d 0 ns Annal. l V.i 3 . eine Abbildung davon im Umrisse befindet; B.Liscbetius dann eine Gefangennehmung im Oel-garten, aus der Brüsseler- (jetzt Wiener-) Ga-lerie (I. Maennl hat nachwerts ebendieselbe ge-schabt), und aus derselben Galerie spielende Sol-daten, die man hinwieder auch durch Fr. vanSleen geschahen kennt; endlich für die erste Aus-gabe des Esbinet lls Loyer ein Ungenannter (einigeglauben Bayer selber) einen Johann Baptist,ebenfalls in Schwarzkunst, /so« Zürnte p. 80.

Ma nfr edini (Emiiius), Maler, gebürtig vonDologug,Schüler von Ubaldo Gandolfi , dessen Zeich-nung als groß gerühmtwird. Von ihm selbst geätztkennt der Katalog von LOinkler ein kleines Blatt,das, sehr fein gearbeitet, einen jungen Mönchvorstellt, der den Teufel aus dem — Leib einerjungen Frau bannt, und sonderbar mittore all 0»ta. Lmi/ro Mru/recir 5 . bezeichnet ist.

— — ( ), Professor, ein geschickter neuerer

Ctempelschncider von Mailand . In 180Z. sahman von ihm eine schöne Schaumünze, welche dieStadt Parma zu Ehren ihres Mitbürgers, desberühmten Schriftgießers und Buchdruckers I. B.Bodoni, mit desselben Bildnisse siechen ließ. Def-fenrl. LZachr. Mehreres hieven s. man im Tüb.Morgenbl. 1807. S. 1128. woraus erhellet, daßerwähnte Schaumünze dem Gegenstand derselbenerst in 1806. ftyerlich sey überreicht worden.

Manglard. 759

Mangeiu ( ). So heißt ein französischer

Kupferstecher, der nach l'Allemand: ls korce äsi'/gmour und Is Iriomplie äs la Denäreüss(Zwillinge), und nach S. Rosa le .8 ?SMN1S8 labcr-rieussg gestochen habe, und aber wahrscheinlichniemand anders, als die Margar. Theresc De-launay, geb. Mangejus, der gegenwärtigenZusätze ist.

Mangejus, s. Delaunat.

Manger (Heinrich Ludwig), geb. zu Kitsch,einem Sachsen-Altenburgischen Dorfe 1728. einesGärtners Sohn, der sich bey Leipzig niederließ,und ihm den ersten Unterricht in der Zeichnung gab.In seinem Vierzehnten kam er in das Haus desSradtbaumeisters Schmiedlein, eines trefiichenMannes, durch dessen Unterstützung er nachher,nebst Mathematik und Physik, die Architektur stu-dirte, und bey Zingg Privatstunden im Zeichnenerhielt. In 1753. kam er nach Berlin , wo erunter Biering, Gonkard, Hildcbrand und Unger,theils die Entwürfe, theils die wirkliche Aus-führung verschiedener Bauten besorgte. Zu An-fange des siebenjährigen Kriegs that er verschiedeneReisen in Deutschland , und erhielt nachher denUnterricht der Königlichen Pagen. In 1762. zeich-nete er den Hofplan zum neuen Schlosse (nach denMaaßen der korinthischen Ordnung) woran abernachwerts Vieles verändert wurde. Für die König-lichen Bauten in der Stadt machte er seit 176-j.die meisten Anschläge. Die Potsdamischen Bau-arbeiten wurden fast alle von ihm besorgt. Er starbmit dem Titel eines Königl. Preussischen Bauin-spektors daselbst, 1789. In einem Nekrolog vonihm heißt es: «Er war ein Mann von gutenakademischen Studien und ausgebreiteter Wissen-schaft, und hat sich durch verschiedene architek-tonische und pomologische Schriften bekannt ge-macht. Noch kurz vor seinem Tod gab er eineinteressante Baugeschichtc von Potsdam in 3 . Octav-bänden. Mensel ll. und Mus. Xll. 602.

Mangia ( ), ein Bildhauer, nach wel-

chem der Thurm neben dem Rathhause zu Siena den Bcynanicn Mangiana soll bekommen haben,weil er die daran befindliche Statüe verfertigte.Reyßler XI.V. Brief.

Mangln ( ). So Wird im ^Imanricb

äes Ue8ux-Art8 von r 8 o 3 . ohne Weiteres, eindamals in Paris lebender Baumeister genannt.

Maugior (Otto), ein Bildhauer aus Tra-bant, studirte in Italien . Derselbe soll den in derKöniglichen Kunstkammer zu Berlin verwahrtenCupido, der einen Bogen schnitzt, aus Marmorverfertigt haben, den man sonst gemeiniglich dem/ran; D.uesnoy , genannt Flamingo zuschreibt.LIicolai Beschreibung von Berlin S. 684.

* Manglard (Adrian), geb. 1688. undgest. 1760, 61, oder 62. Fiorillo (III. H2Z.)nennt ihn einen talentvollen, und Lanzi (I. 670.)einen Künstler von gründlichem, natürlichem undstets mit sich selbst übereinstimmenden Geschmacke;ein kurzes, aber schönes Lob '. Nach der Schrift:Vinkelmann und sein Jahrh. S 244. warenindessen schöne Behandlung und guter Farbentondas Hauptverdienst seiner Arbeiten Unter diebeßtcn derselben zählt man gewöhnlich diejenigenim Pallast Nuspoli zu Rom . Er genoß die Ehre,Derncts Lehrer zu seyn. Landon (I?uv8. etDabl.ä«8 6enre lll. 42.) bemerkt, daß Vernet von ihmden Geschmack der großen Linien, die Wahl derGebäude, und die Vertheilung der Massen gelernt,dann aber vervollkommnet, was jener bloß ange-deutet habe. In Italien (heißt es dann weiter),wo man leichter als sonst nirgends ein schwachesColorit verzeiht, hatte er sich großen Ruhm er-worben. In Rom findet man in der That seinBeßtes, und wird er dort mehr geschätzt als inFrankreich Im Französ . Museum sieht manvon ihm ein sehr einfach componirtes Bild von