772 Marchioni.
Kunst wenig bekümmerten. M/is-ia Lä. terr. I.126—27.
* Marchioni (Carl). Sein Gartenpallastdes Kardinals Alexanders Albani schien uns ebenseiner Zeit kein Meisterstück von reinem Geschmackezu seyn. Von ihm war auch der Hafen zu Ancona und (seltsames Zeug zusammen!) die Sakristey zuSt. Peter, welche letztre fälschlich dem Antoninizugeschrieben wird, und womit er sich ebenfallsschlechten Ruhm erwarb. Er st. 1780. Mrc.
— — ( ), ein neuerer welscher Baumeister,
wahrscheinlich des Obigen Sohn, nach dessen Zeich-nung, unter Papst Pius VI. zwey Uhren und diebisher fehlende, aber mit geschmackloser Verschwen-dung ausgeführte Sakristey *) der St. Peterskirchezu Rom angefügt wurden. Gerning III. 77.
Marchirolo ( Meister Baptist) So nenntMilizia (Lll. ters. II. 6g.) einen Baumeister, derj» 167z. das Stadthaus zu Aquila erbaute, alsMargaretha von Oestreich, Carls V. natürlicheTochter, und Gemahlin Herzog Octav Farncse vonParma, dort residircn wollte; ehemals ein großesGebäud mit einem hohen Thurm, in einem Winkel,das aber beym Erdbeben von 1700. einstürzte, undseither nicht mehr erbaut wurde.
Marchrs (Alexius dei). Lanzi I. 56 g. setztihn schon um 1710. in Wirksamkeit, und sagt vonihm: „Dieser Maler ist zu Nom wenig bekannt,ob man gleich von ihm dort in den Pallästen Nuspoliund Albani recht schöne Stücke Arbeit sieht. Besserkennt man ihn zu Urbino und in der umliegendenGegend. Man sagt, daß er, um einen Brandnatürlicher zu malen, in ein Heumagazin Feuereingelegt, deswegen für etliche Jahre auf die Ga-leren geschickt, und von Clemens XI. wieder be-gnadigt worden, dem er dann in dessen Pallast zuUrbino schöne Architekturen, Seefernen u. dgl.ungefehr a la Rosa gemalt. Einen Brand zuTroja von ihm sieht man bey den Edcln Sempronizu bemeldtem Urbino , wo er auch, wie sonst nochöfters, seine Geschicklichkeit in Figuren zeigen wollte,was ihm aber meistens nicht gelang; so daß er,so zu reden einzig für das Aeussere — für eine wahreFärbung, besonders vom Feuer, dann in dunkelnoder auch gelben Lüften, und überhaupt für einengewissen Verein des Ganzen einen glücklichen Pinselhatte. In einzelnen Theilen war immer etwas Ue-vertriebenes und Halbes."
— (Dominicusdei), Tempesti genannt.Von ihm kennt man, wahrscheinlich nach seineneignen Gemälden gestochen, die Bildnisse der Kö-nigin Maria Hyde, Gemahlin Jacob II. von Eng-land, des Arztes Franz Redi, des MathematikersVincent Viviani, u. s. f.
* — — (Joseph da). Derselbe war von Ge-burt ein Römer, und malte um 1720. die perspek-tivische Architektur der Sala terrcna in dem SchlossePommersfelden . Mcolai Reisen XI. i 5 Z. Ober nicht mit dem Marchini des Lex. Eine Personseyn dürfte?
— — ( ), ein Sohn des obigen Alexius,
ebenfalls Landschaftmaler, der aber seinen Vaternicht erreichte.
* Marck (Quirln), Zeichner und Kupfer-stecher, geb. zu Littau in Mähren 1703. Derselbekam sehr jung nach Wien , und zeigte schon damalsviele Anlage für die Kunst. Alsdann genoß er dasGlück, sich unter Schmutzern auszubilden, undward ein Schüler, der seinem Meister Ehre macht.Um 1796. war er Mitglied der Kaiser!. Akademie.Von ihm kennt man, von 1778—91. datirre histo-rische Blatter und Bildnisse. Unter den letzter»z. B. diejenigen des Wundarztes I. I. Plenk,nach I. M. Stock, des Grafen C. von Pellegrini,nach Vinancer; hauptsächlich aber das interessantehistorirte Blatt von kleinen Bildnissen der Kaiser!.
Sollte vielleicht heißen: Las bisher Fehlende an der
Marcos.
Familie zu Wien, ganzer Statur, den Kaiser Leopold in der Mitte, wie er von dem König und der Königinvon Neapel Abschied nimmt Dann von eigentlichhistorischen: Cleopatra zeigt dem Augustus das Bild-niß Cäsars, nach Battoni (ein Gegenstück zu Wille'sTod des Marc Anton); eine schlafende Venus mitdem Amor, nach FranceSchini; eine H. Familie,nach Giordano; Cimon und Per», nach der Ba-ronesse von Pclisky, ein ganz vortrefiiches Blatt,welches er dem Munizipalrath seiner Vaterstadtgewidmet hakte; Susann» und die beyden Alten,und Alexander und Diogenes, beyde nach Ru-bens ; Hcrodias nach van Thulden; dann vonGattungsstücken: Den verliebten Geizigen, nachBraun. Rost II. I26—27. Meusel ll.
Aus neuern Tagen haben wir von diesem Künstlernichts weiter vernommen, ausser daß im I. 180/,.nach guten Handzeichnungen, die in Rom vonberühmten Meistern nach Antiken verfertigt worden,ganz vortrefliche Bildnisse zu des Reichsritters vonGeusau Geschichte der Röm. Kaiser (40. Wien )von ihm gestochen wurden.
Marck ( van der). So heißt irgendwo einuns sonst unbekannter Kupferstecher, geb. zu Utrecht 1697. der nach G- Hoet gearbeitet haben soll.
* Marck-Willems, s U)illems.
Marcken (Mademoisellei, wird bey FiorilloIII. 626. unter der Rubrik franzasischer Bildniß-und Gattungsmaler neuester Zeit genannt.
* Marco de Ravenna oder Ravigna-no, s. Ravenna .
* — — (Sän Martina). »Man kennt"(heißt es im O)inklerschen Gantkatalog > »deneigentlichen Künstler nicht mit Gewißheit, der einigegeätzte Blätter mit diesem Namen signirk hat; nichtunwahrscheinlich dürfte es Franz primariccioseyn. (G. den Art. Eaint-Marrin im Lexikon).Immerhin verrarh der Styl seiner Nadel einengeübten Maler." Alsdann werden von ihm ange-führt: Moses Mutter nbergiebt den Knaben, umihn zum Nil zu tragen; Christus zu Emaus; derbarmherzige Samariter; Apoll schindet den Mar-syas; die in Schilfrohr verwandelte Syrinx. ^
* Marcolini (Franz), Buchdrucker, Form-schneider und Baumeister, geb. zu Forst um 1600.und ließ sich um G-jo. zu Verona nieder. Sein6iarömo lle pensieri enthält Sinnbilder, wie jz. B. des Nejds, des Schicksals, des Elends, desSchreckens, u. s. f. und eine Menge witziger und jgut vorgetragenerEinfalle, welches er Alles selbst miteben so sinnreichen Holzschnitten nach Jos. Porta's !(Salviati's) Zeichnungen zierte. Rost III. 1^7. jAn der Spitze findet sich sein Bildniß. (Este/üm.
Marconi (Marco), von Como , lebte umihoo. und war vielleicht ein Zögling der Veneliani- !schen Schule, aber eben kein würdiger Nachfolgervon Barbarella. Tassr II. Ho,. !
* — — c Rochus), arbeitete um i 5 c> 5 . Za- 'nerri rühmt ihn als einen guten Schüler von !Bellini. Seine Vorzüge waren genaue Zeichnung, >saftiges Colorit, und ein fleißiger Pinsel. Seine !Umrisse waren eben nicht immer weich; seine Köpfe Ibisweilen roh, oder gar pöbelhaft. Neben dem
im Lex. von ihm Bemerkten werden auch seineApostel in St. Johann und Paul zu Venedig ge-rühmt Seine Ehebrecherin, Giorgione's werth,stellt Lanzi II. 70. in die Sakristey St. Pantaleon,sagt aber, daß er sie mehrmals wiederholt habe.
In Privatgalerien sieht man von ihm Kniestücke.
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* Marcos, mit griechischen Lettern, nennt sich,auf einigen seiner geschnitrnen Steine, der berühmteMarc Tuscher. Murr.
Sakristep.