Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
773
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Marcotti.

Marcoer, (Sebastian). Von einem solchen(wahrscheinlich irrig abgedruckten) Namen erscheintbey Fußli lll. 220. ein Kupferstecher, von welchemdort: St. Januarins, der unversehrt aus einemglühenden Ofen hervortritt, nach Ribera angeführtwird. In einem unsrer Verzeichnisse der Blätternach diesem letzter», finden wir obiges nicht, wohlaber eines, von dem Maler selbst geätzt.

* Marcuard (R.), hieß Robert oder Ro-bert Samuel, Zeichner und Stecher in Punktir-manier, geb. in England um 1760. und blühendzu London von 1778—80. einer der treflichsten vonBartolozzi's zahlreichen Schülern, der theils nachseiner eignen, theils nach seines Meisters Erfin-dung, und endlich auch nach verschiedenen Andern(doch eben wenig nach den großen) Bildnisse, Ge-schichtliches und Andres sehr schon geliefert hat.Zu dem Bedeutendsten dürfte gehören: Bartolozzi'sBildniß nach Reynolds; Edwin und Angelina,nach I. Flapmann, und Mehreres nach der Ange-lika, W. Beacht, W. Hamiltou, Th. Etothard,und W- Peters. Ungefehr 20. Blatter von ihms. bey Rost IX. 265 . verzeichnet.

* Marcucci (Augustin). In seiner Geburts-stadt Sieua ist er nicht bekannt, weil er vielleichtvon fremden Eltern stammte. Wie schon das Lex.bemerkt, war er einer von denen, die der SchuledcrCarracci zu Bologna eine neue entgegengesetzte,in welcher Er namentlich Unterricht gab. Malvasiazählt ihn unter die ersten Künstler seiner Zeit.

1. 227.

* Marcy oder Marsy (CasparundBaltharsar) Gebrüder. Marsp ist unstreitig der richtigeName. Von ihnen heißt es bey d'ArgensvllleII. 202. » Diese beyden Drüder haben eine MengeArbeit geliefert, welche ihren Namen auf die ent-fernteste Nachwelt bringen wird. Sie halfen sichwechselseitig, und arbeiteten gewöhnlich mit ein-ander. Der altere (Caspar) hatte mehr Wissen-schaft und Urthcilskraft; der jüngere mehr Geist,Feinheit und Leben; beyde aber hatten, wie gesagt,ihre Talente so vereinigt, daß man fast jedes Pro-dukt des Einen für das des Andern hallen kann;und jeder von ihnen glaubte, seinen eignen Ruhmzu.erhöhen, wenn er die Kunst des Andern geltendmachen konnte." Die Geburt des altern setztd'Argensvllle in 162 s. des jüngern in 1628. Beydelernte» bey ihrem uns übrigens unbekannten Vater.Um 1648. kamen sie nach Paris , wo sie ein Jahrlang ganz in der Stille bey einem Bildschnitzler inHolz arbeiteten. Sarazin, van Opstal, Anguierund Buyster entdeckten ihre Talente, und verschaff-ten ihnen Arbeit. Dann wurden sie bey demGtaatssekretair la Brilliere bekannt, der sein Haus(Nachworts l'Hotel de Toulouse) durch sie verzierenließ. Eben so sieht man von ihrer frühern Kunstin Stucco , im Schlosse Bouchcr bey EtampeS,im Hotel Salle' u. s. f. Ihr erstes, eigentlich öf-fentliches Werk war die Decoration der unternKapelle der Märtyrer in der Adteykirche zu Mont-martre, ebenfalls in Stucco , mit einem lebens-großen St. Dionys in Alabaster; dann Verschie-denes für den König in der Apollo-Galerie, und zuVersailles die metallenen Figuren an den Brunnendes Drachen, des BachuS und der Latona, mitsehr sinnreichen Erfindungen. Was ihnen abereigentlich einen ewigen Namen geben wird, sind imApollo-Bade ihre Tritonen, wie sie den Sonnen-pferden zu trinken geben, voll Feuer in der Eom-Position, und mit unvergleichlicher Feinheit undZierlichkeit des Meißels auSgesührt. Ihre letztegemeinlchaftliche Arbeit dann (das Grabmal desPolnischen Königes Johann Castmir, wie er Gottseine Krone und Scepter — zurückstellt!) siehtman zu St. Germain-des-Pre's. Alsdann, manweißt nicht warum, verließ der jüngere Bruder dieKunst, und genoß ruhig seines erworbenen Ver-mögens Von des ältern besondern theils frühern,theils spätern Arbeiten kennt man: Den anbrechen-den Tag, den Mittag, und Afrika , alle drey nach

Marechal. 77Z

le Dtuns Zeichnung in den Gärten von Versailles ;Enceladcs, unter den über ihn gemälzten Felsen, indem davon genannten Boöqu.t; die Wachsamkeit,im Sicgelzimnicr; zu St- Dcnys die Figuren derTapferkeit und Freygebigkeit, an Turenne's Grab;ein Basrelief an der Pforte St. Martin (Mars,mit dem Wappcnschilde von Frankreich , der einen— Adler verfolgt!), und (bey des Künstlers Todunausgeführt geblieben und nachher von A Flamenvollendet) die Entführung der Orythia durch Lo-rcas, in den Tuilerien. Üebrigcns sind alle Kennerder Meynung, daß Caspars Bilder in einer kleinernManier, und weit weniger vollendet als diejenigenwaren, welche die beyden Brüder gemeinschaftlichbearbeitet hatten. In 1667. wurde Caspar in dieAkademie aufgenommen, und in 1629. Professoran derselben. Da er diese Stelle sehr nachläßigbekleidete, wurde er solcher bald wieder entlassen,gelangte aber in 166g. neuerdings dazu, wo er ihrbann fleißiger oblag, in 167». Adjuncr des Rectorswurde, und in dieser Eigenschaft zwey sogenannteConferenzen verlas, deren eine den berühmtenTorso im Belvcdere, die andre eine Theorie derMalerey und Sculptur zum Gegenstand hatte.Balrhasar kam in die Akademie 1672. wurde zu-gleich Professor Adjunck, starb aber gleich im fol-genden Jahr, /,6. I. alt ''nach Dandre' Bardorr168 s. 56 . I. alt). Don ihm besonders sieht manin einem der Akademiesäle ein Brustbild von Mar-mor, welches eine in Schmerz versunkene schöneFrau darstellt. Man kennt keinen Schüler von ihm.Caspar hingegen bildete deren mehrere/ nicht ganzunberühmtc. II. 202 — 209. aus

Familien-Nachrichten. Nach ihren Skulpturen habengestochen: G. Audran lepoint ciu )our, u. l'^friguevon Caspar; Edelink eine Venus (den Mittag),ebenfalls von Caspar und die Latona (von Beyden);I. Marot das Mausoleum Joh. Easimirs (vonBeyden); St. Picard ihre berühmte Gruppe derTritonen; C. Simmoneau Caspars Figuren anTureune's Grabmal; S. Lhomassin für seineSammlung Mehreres (Xo. 65 . 6 g. 87. 88. iZ 5 .129.)^c. In Lande,n's Annalen (XV. ic» 5 .^ siehtman die Beschreibung und Abbildung im Umrisseder von Caspar Marcy angefangenen und vonAlberr Flamen vollendeten Gruppe in demGarten der Tuilerien: Boreas Raub der Orythia,wovon es dort heißt: »Der Styl ist nicht sehrstrenge, aber doch nicht ohne Adel; von poetischemWurfe, correkter, breiter und fließender Zeichnung,und von markichtcr Ausführung Wenigstens die-sen letzter» Vorzug, der den Anblick eines plastischenWerkes so anziehend macht, kann man den Skulp-turen aus dem Zeitalter Ludwig Xl V. nicht streitigmachen. Wie viele unsrer neuern Künstler glaubensich der Antike zu nähern, indem sie Steifheit inden Stellungen, Trockenheit in den Umrissen, undKleinlichkeit in den Details affektiern, und — be-kriegen sich, wenn sie ihre Muster lieber in denUeberresicn der römische» Kunst beym Verfall der-selben, als in den Meisterstücken der griechischensuchen!"

Marcy ( ), der Obigen Vater. S. den

gleich vorhergehnden Artikel.

* Mardefelt (Freyherr von). Derselbe warKönigl. Preussischer Gesandter am Hofe Peter desGroßen und malte daselbst sehr ähnliche Bildnisseder ganzen Kaiserlichen Familie. Er starb um 1726.auf seinen Gütern in Pommern .

* Mare (Floren; oder Lorenz, Richard de la).Ein Vcrzeichniß meines sel. Vaters fuhrt ein Aehndnach ihm gestochener Bildnisse, neben Andern dasdes berühmten Gärtners Johann de Quintinie,sowohl von Edelink als von C. Vermeulen an.

Marechal ( ), ein sehr geschickter fran-

zösischer Künstler neuester Zeit, bey dem Museumder Naturgeschichte zu Paris angestellt, wo er dieSäugethiere mit unglaublichem Fleiß auf Perga-ment malte, und nicht allein den Strich der Haare,n. s. f. kurz — nicht allein den Rock/ sondern auch