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welche auch Rost l. c. angiebt. Zu dem Bedeu-tendsten dürste gehören: Christus in der Wüstevon Engeln bedient, eine Abnehmung vom Kreuzeund eine Steinigung Stephani, nach le Brun;eine Madonna mit dem Kinde, nach F. Cantarini;die Tochter des Jephta , nach L Cheron; St. Lud-wig empfängt das Diaticum, Ebenderselbe in denHimmel aufgenommen, der Schutzengel, und einOpfer dem Jupiter Mactakor gebracht, alle nach I.B. Corneille; Joseph giebt sich seinen Brudern zuerkennen, und eine Darstellung im Tempel, nachM. Corneille; eine H Familie und eine Pieta, nachMignard; Moses im Nil gefunden, eine Verkündi-gung und drey kleine Bacchanale, nach N. Poussln;eine Madonna mit dem Kinde (jesus O. Komane Lverrss), nach G Rheni, und ein St. Peteraus dem Gefängnisse befreyt, nach Zampieri (diesesauch beyFüßli II. 299—Zoo. beschrieben); endlichttvey Nymphen an einer Quelle sitzend, in der sichNarcissus bespiegelt, eine schöne Landschaft. Seinezahlreichen kleinern Blätter dann, meist nach seinereigene» Zeichnung, waren voll Geist und Geschmack.
* Marieere (Peter Johann). Von früherJugend an erhielt er eine musterhafte Erziehung.Seine ausserordenklichen Talente entwickelten sichfrüh, besonders seine Liebe zu den bildenden Künsten.Mit diesem natürlichen Hange vereinigten sich meh-rere glückliche Ereignisse auf seinen Kunstreisen,um einen der größten Kenner seines Zeitalters ausihm zu machen. In 1717. begab er sich nach Wien ,wo sein Ruf schon vor ihm hergegangen war, undman ihm die Kaiser!. Kupferirichsammlung zumOrdnen übergab. Dieses Geschäft beendigte ermit eben so gründlicher Einsicht als Geschmack.Der Prinz Eugen äusserte den Wunsch, ihn bey sichzu behalten; allein er schlug dies Anerbieten aus,und gieng nach Rom . «Wenige Reisende" (sagtFtortUo III. 4i8.) » sind wohl mit einem so glühen-den, und zugleich zarten Sinne für die Schönheitender Kunst nach Italien gekommen, als Marterte,der dann überdies in hohem Grade Meister seinerSprache war, um oft mit ein Paar Worten dieempfangenen Eindrücke in Andern wieder zu er-wecken. Diese seltene Gcistesgabc offenbarte ervorzüglich rn der Beschreibung der Sammlungenvon Handzeichnungen und geschnittenen Steinenwelche Ero;ar hinterlassen hatte, und die eraus Gefälligkeit für dessen Familie unternahm.Diese, nebst seinen übrigen, theils frühern, theilsspätern artistischen Schriften, die sich überall durchNeuheit der Ideen, Geschmack Und Universalitätempfehlen, erwarben ihm i? 5 o. eine Stelle alsEhrenmitglied der Könlgl. Akademie." DieseSchriften sind vornehmlich: Brckitecture pran-^olse, on Kscueil des Plans des plus beauxedilices de prsnce. III. Noni. fol. Paris 727. —Bbre^e des Vies lies peintres pour le pecne'ild'Lstarnpes de II. Nom.iol. Paris 729.—
kecueil de tetes de caractere et de ctiar^es,^ravees par Nr. ls Comte de Oar/ü» d'apressta /^t-rcr» svec uns 1.ettre de
H?. psris 7Z0. — Hieraufdie erwähnte Oescription
sommsire des Qesseins des Grands maistresd'Italie, des pa^s-bas et de prance du Vabinetde ken Nr. ste tVormt etc. 8°. Paris 7^7. undQescription sommsire des pierres Aravees dece Labinet. — Qescription du Labinet de Nr.Lor/e»r II. Vol. fol. 7/^5. Dann eine
ähnliche von der Galerie Gerini, welche aberbeym Abdrucke so behandelt worden seyn soll, daßMarierte auf dem Punkte stand, solche nicht mehrfür seine Arbeit zu erkennen. //emecLe Idee Gene-rale p. 70. Das Hauptwerk dieses unermüdetenMannes war indessen sein: Nraite des pierres^ravees etc. II. Vol. fol. Paris 720. wovon, nebsteinigen andern/einer litterarischen Produkte, dasLex. bereits gründliche Notiz giebt. Weniger be-kannt dann, und doch von ganz besondern! In-teresse sind seine in den wettere pittoricke zer-streuten Briefe an Bottari, Gaburri u. s. f. Ausdiesen können diejenigen , welche nach dem Kenner-
Marillier.
titel streben, lernen, wie viel dazu gehöre, solchenzu verdienen Aon ihm war auch der Text zu den:peintures anticpies des Grafen von Eapius, unddie Beschreibung deüGuffes der Rittcrstatne LudwigsXV. Weltberühmt war dann das prächtige Ka-binet von Zeichnungen, Kupferstiche» und so vielenandern Seltenheiten, das er sich selbst errichtet hat,zu welchem allen wißbegierigen Einhemiischen undFremden der Zutritt verstattet ward, und dessenöffentliche Versteigerung zu Paris in 1775. dieSammlung so mancher Liebhaber durch ganz Eu-ropa bereichert hat. Dabey befand sich eine K-nnst-bibliothek aus allen Sprachen, wo er bald in jederSchrift unterrichtende Bemerkungen auf den Margi-nalien beyfügte. Ein durchschossenes Exemplar vonGriandl's Abecedsrio piktorigue mit seinen Zu-sätzen , dessen Bafans Katalog dieses Kabinets amSchlüsse gedenkt, wurde, wie wir von zuverläßigcrHand wissen, nicht verkauft, sondern von seinemältesten Sohne zurückbehalten. Von den mit 1 ^.Mm-iette sxc. bezeichneten Blättern führt ein Ver-zeichniß meines sel. Vaters an die 70. N°. an. EinenGt. Francisc aus diesem Verlage nennt der Katalogvon Brandes selten. Von ihm dann selbst geatztkennt mau, neben Andern:, das Bildniß des AbtCrozat, nach der Zeichnung der Demois. Doublet;einige Landschaften nach Guercino , und etlicheStudien vonKcpfen nach L. Carracci undPierin delVaga. Rost VII. 575—7/,. Unter den Deutschen kannte wohl niemand Mariette's Verdienste besserals der H. von Heinecke, und ließ solchen (wiesonst so Wenigen) volle Gerechtigkeit widerfahren.Man s. darüber die häufigen Anführungen keinerArbeiten, gelehrten Untersuchungen, u. s. f. in derIdee Generale sowohl als in den Vsachr.chreir vonKünstlern und Luktsifachen dieses Kunstschrift-stellers.
* Marigo, s. Mango.
Mariis (Horaz von). So heißt irgendwo,ohne Weiteres, ei» Künstler der durch Kupferstichebekannt sey.
Marillas ( ). So heißt ein Kupfer-
stecher, von dem uns nichts Anderes als ein Heftbekannt ist, welches znm Titel führt: XonvesnxNropüess ou Lartoucützs, representant les -Vrtset les 8ciences, composes avec les attributsgui les caracterissnt, dedies a son Naikrs/ot, psintre, welchen letztem wir eben sowenig kennen.
* Ma rill, er (Clemens Peter), geb.zu Dijon 1740. t». k. 17/sst.) lernte zuerst bey einem Malerdieser Stadt, und machte dort schnelle Fortschritte.Alsdann kam er 1760. nach Paris in die Schuledes damals berühmten Halle. Allerley widrigesGeschick, und die Pflicht, seine Familie zu unter-stützen, nöthigte ihn aber, die Bahn der höher»Kunst zu verlassen, undllch ganz als Zeichner vonallerley kleinen Compositionen für den Buchhandelzu widmen. Mit mannigfaltigen Kenntnissen undeinem fruchtbaren Genie begabt, war er in solchenArbeiten sehr glücklich. Auch er selbst führte dieRadirnadel ungemein zart und geistreich, bald nacheigener, bald nach stemderZeichnung. AufeinemLandgute bey Melun lebte er als ein Weiser, theilteseine Zeit zwischen den schönen Künsten und ver-schiedenen Stellen im Administralivfache, die ereben so geschickt als uneigennützig besorgte, als in1808. mehrere sich schnell folgende paralytischeZufälle ihn der Kunst und seine» Freunden entrissen.Zu seinen eigenen beßken Blattern gehören diejeni-gen, welche er für die Voxa^e pittoresgue de ia8uisse geätzt hat; einige, glauben wir, auch fürdie Vo^aßes d'ltalie; ferner Apollo und dienen»Musen (ro. Bl.) nach eben so viel Antiken, vonihm mit der Nadel angefangen, und von Voye;dem Acltern beendigt; endlich drey Hefte Blumenund Chiffres nach St. Aubin, und 2/ Blumen-sträuße. Nach seinen Zeichnungen dann erschi n:Edition complette de la llible en pran^ois»