Markos.
* Markos, Mareoz oder Markus(Iwan). Marro; ist der richtige Name. Russi-scher Bildhauer, seit 179/,. Professor der Kaiser!.Akademie der Schönen Künste zu St. Petersburg ,Adjunct-Rector derselben und Kollegienrath. Insah man von ihm auf einer dortigen aka-demischen Ausstellung eine Gruppe: „Die engel-glciche Großfürstin Alexandra" (heißt es beyJ'iorillo R. S. 84), »im Momente, wo siedie Erde verläßt, und ihr Genius die irdische Fackelauslöscht"; ferners einen colossalen Kopf desFeldmarschalls Romanzow, ein Basrelief in carra-rischcm Marmor. Von ihm heißt es in einemSchreiben aus dort vom 5. May 1804. „Derselbehat seine Bildung eben dieser Akademie zu ver-danken, wo er erzogen worden, und seine Reisenin Italien und Frankreich haben ihn auf eine hoheStufe der Kunst gebracht. So eben hat er dasMonument geendigt, welches die verwittwete Kai-serin ihren Eltern setzen laßt. Es ist 12^ hoch; diedabey befindlichen Statuen und Basreliefs sind vonweissem, die Architektur von grauem italienischemMarmor, und der Obelisk von russischem Granit.In Pawlowsk wird es in der Mitte eines dazugebauten Trauertempels aufgestellt. Ein anderesschön componirtes Grabmal für die GroßfürstinAlexandra wird er nächstens anfangen. Gegen-wärtig ist er mir dem großen Basrelief fürdie neue RasänifcheRirche beschäftigt (S. hier-über oben den Art. Marronow). In seinem Atte-lier dann sieht man eine Scizze zu einem colossalenmetallenen Denkmal, welches er den Auftrag hat,den beyden berühmten Freunden, Minin und Knias-Posharskij (die zu Anfang des XVII. Jahrh. Ruß-land von der Anarchie befreyt und das Haus Ro manow auf den Thron erhoben hatten), zu stiften,das auf dem großen Markte zu Moskau , wo dieHauptbegebenheit vorgieng, errichtet werden sollte.Jnlell. Bl. zur Jen. A. L. 1804. N°. 87- woder ganze Gedanke dieses Denkmals und die Ge-schichte seines Gegenstands naher beschrieben ist,und noch ausführlicher in einem dießfalligen Pro-gramme des Künstlers. S. beyde Aufsätze inMensel« Auch. I. 3. 172—75. II. 1. 190—95.Und ebendaselbst I. 3. 187. s. v. Markus dienähere Beschreibung des oben erwähnten Denkmalsder Großfürstin, welches sie in dem Moment vor-stelle, wo sie sich zum Himmel aufschwingt, undHymen sie mit der einen Hand aufzuhalten strebt,und mit der andern seine Fackel auslöscht. Diesesletztere Kunstwerk war von der Kaiserin Mutter be-stellt, und sollte, ebenfalls zu Pawlowsk , in der Gar-tenparty zu stehen kommen, welche die Prinzessin inihrer Kindheit als ihr Eigenthum ansah, und wofast alles von ihrer Hand gepflanzt und angeordnetist. Ein Modell davon sah man schon in demPetersburger-Salon 1802. und auf ebendemselbenvon unserm Künstler einen kolossalischen Kopf desFeldmarschalls Grafen Rumjanzow Sadunaisky,in — Basrelief.
Marrsche (Christian), ein Maler zu Leipzig ,der zu der dasigen Malerinnung gehörte. SeinMeister- oder wohl vielmehr Aufnahmesiück, hängtin der Oberhofgcrichtsstube des Rathhauses da-selbst; es ist ein Gemälde mit einer Scene ausdem Leben Christi und tragt die Jahrszahl^sixo.E. ä'trxmer- Inscript. Issps. p. 322.
Marryn (Thomas), ein englischer Künstlerdes XVIll. Jahrhunderts, gab in 1784. in Qucrfol.t!m universal LoiicboIo§is 2. Bande, welche inDeutschland 400. fl. Rh. kosten. Dieses Werkübectrift, nach dem Urtheil der Kenner (conf. A.L- Z. 1789. N°. 109.) Alles, was noch irgend voneinem Theil der Naturgeschichte erschienen ist. Aufdem feinsten, dem Pergamentgleichenden Papier sinddie Kupfertafeln nur im Umriß abgedrückt, und mitbewunderungswürdiger Kunst ausgemalt Nach deinVerhältniß des Preises dieser beyden ersten Theilewürbe das Werk auf den Werth von 24,00«. fl. hin-angestiegeu und ein Paar Menschenalter vttflosscn
Masacci 0. 787
seyn, ehe nur der jetzt bekannte Vorrath von Conchy-lien abgefertigt wäre. Fiorillo V. 344^45- Not. 8.
* Marucelli (Dalcrius). Lanzi (I. 192.)nennt ihn einen Schüler von Santi Titi, undMaler von einigem Werthe.
* — — S. auch MarusceUi.
Marveglia oder Marvuglia ( ),
Baumeister von Palermo , war 1802. an die Stell«des verstorbenen Architekts Calderari von Diccnza,zum auswärtigen Mitglicde des Instituts der Wissen-schaften und Künste zu Paris , in der Klasse derKünste aufgenommen worden. ?er<i//. xmbl.
* Marvie (M.), hieß Maria oder Marin,geb. zu Paris 1722. Von ihm kennt man noch:
üe öerz;-op-2oom (1747.) nach Brouard;ein Feuerwerk bey der Geburt des Herzogs vonBurgund (1721.) nach Cochin; lUans et Llöva-tions cls ls Ulace Xanc/ (1765.), U. s. f.Dann nach ihm: le Lallet <lu ?rince cle Laternevon I. P. le Bas.
* Marullo (Joseph). Nach Lanzi 1.621.ahmte er seinem Meister Stanzioni so glücklich nach,daß seine Arbeiten auch von Kennern mit des erster»verwechselt wurden. So in seinen sehr schönenBildern bey St. Severino zu Neapel . Im Verfolgedann verfiel er in Absicht auf Zeichnung und Coloritin eine Härte und Schärfe, die ihn ganz um seinenRuf brachten.
* MaruscelIi oder Marucelli (JohannStephan). Einige halten ihn auch für einen Floren-tiner. Nach Lanzi I. 236. trug er Vieles zu Aus-zierung der Tribune im Dom zu Pisa bey. Dannrühmt man sein Gastmal der drey Engel bey Abra-ham wegen seiner glücklichen Erfindung und schönenFärbung. Sein sclbstgemaltes Bildniß in der Ga-lerie zu Florenz hat C. Gregori gestochen.
* — — (Paul), derDaumeister. EeinPallasiMadama ward 1642. erneuert; ein Blatt nach dem-selben findet sich in der Sammlung (?) der Pallastezu Rom .
Marx (Heinrich), malte im dürftigen Geistseiner Zeit (i5«2.) einige Figuren auf dein Kirch-hofe der H. drey Könige zu Sachsenhausen. H. S-Hüsgen N. Ausg. S. 16.
* Marziale (Marc). Lanzi II. 32. nenntihn einen ziemlich dürren Nachahmer des Bellini.Don ihm kennt man, neben Andern:, eine Reini-gung Mariä bey den Penitenziern zu Venedig schonmit 1488. darirt, und die Junger von Emaus inder Galerie Contarini daselbst, noch mit 1208.unterzeichnet.
Mavzo (Andreas und Urbanus). So heißenbey Fior-'illo (IV. 372 ) zwey spanische Maler,Gebrüder, von Valenzia, in der zweyten Hälftedes XVII. Jahrhunderts. Von beyden findet manindessen wenige öffentliche Arbeiten. Der erste sollein Zögling des Nibalta gewesen seyn.
Marzolini, s. Malini.
* Masaccio (Thomas), von seinem aussernAnschn, welches dürftig und sehr vernachlässigtwar, also genannt. Sein eigentlicher (alt-adclicber,sagt Männlich) Name aber war Tomaso Guidl.Baldinucci hat sein Leben mit vorzüglicher Genau-heit behandelt. „ Mit einem hohen Geiste begabt"(heißt es bey Liorillo I. 70—7». und 277—78.)„lernte dieser Künstler, seinen Figuren nicht bloßden Schein des Lebens, sondern Geist und Seelezu geben. Die Bewegungen der letztem scheinendurch die des Körpers hindurch, und diese redende,ausdrucksvolle Malerey wird durch gute Zeichnungund richtig angebrachte Lichter und Schatten nochmehr gehoben. Unter seinen Werken sind vorzüglichdie in der Kirche dcl Carmine zu Florenz m bemerken,wo er die Apostel Petrus und Paulus abgebildethat, wie sie zum Gefängniß verdammt werden.(Ein schlechtes Blatt davon s. in derDrruria pittrico
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