788 Masaccio.
lab. XX). Alles in diesem Bilde ist voll Ausdruck,so daß es mit Recht ein redendes Gemäld genanntwerden kann. Die Schilderung , welche AnmbalTaro in einigen zu der Grabschrift dieses Künstlersbestimmten Versen, von dem Fortschritte oder viel,mehr dem Sprunge giebt, welchen die Malereydurch ihn gethan hat, ist sehr treffend:
piosi, e Is mis piliui-s »I ver tu pur,;l/stleßisi, psv.ivsi, le 6ie6i il Molo,l.» 6ie6i »Kell»; inreßui il Luona^mio,
^ lull, xli sliri, e 6s me «olo impsri.
Er hatte sich auf einige Zeit nach Rom begeben;aber auf die Nachricht, daß Cosinus, der Vaterdes Vaterlandes, der ihn liebte und beschützte, ausseiner Verbannung zurückberufen sey, reiste er eben-falls dahin. Wie man aus vasari und Baldinucci abnehmen kann, starb er nicht ohne Verdacht vonVergiftung, und hinterließ seine Güter einemBruder, Namens Giovanni, der ebenfalls Malerwar." Ungefehr eben so urtheilt Lanzi I. bi— 53 .von ihm: „Dieses Genie" (sagt er) »machteEpoche in der Kunst, und auch Meng» zählt ihnzu denen, die ihr eine neue Bahn gebrochen, vasaribemerkt: Alles, was vor ihm gemacht worden,könne man gemalt, das seinige aber erst wahr,natürlich, lebendig nennen; und an einer andernStelle: Kein Meister seiner Zeit habe sich so denNeuern genähert. Den Grund seiner Studien legteer durch Betrachtung der Werke von Ghiberti undDonatcllo; von Bruneleschi hatte er die Perspektivgelernt, und als er nun nach Rom kam, konnte ernicht anders, als an den Antiken sich vervoll-kommnen. Zu seinen ersten dürftigern Werken ge-hören seine St. Anna bey St. Ambrostus zu Florenz ,und die Kapelle der H. Catharina bey St. Clemensin Rom , wo er, noch als Jüngling, einige Gegen-stände der Leidensgeschichte und der gedachten Heili-gen vorstellte, und am Gewölbe die Evangelistenhinzufügte, welche allein vom Riktocciren verschontgeblieben. Noch ist die Arbeit schön genug für dieZeit, und wird übrigens noch von Einigen bezweifelt,ob solche ihm zuzuschreiben sey. Aber zu schon ge-dachtem al Carmlne in Florenz muß man ihn suchen.Hier liegen und verkürzen sich die Figuren mannigfal-tig und vollkommen; die Köpfe sind, nach MengsUrtheil, in Bäphaelischem Geschmacke, der Aus-druck überall den Sachen angemessen, das Nacktemit Wahrheit und Kenntniß bezeichnet; die mitRecht so sehr gepriesene Figur in der Taufe vonSt. Peter macht gleichsam Epoche in der Kunst, undscheint vor Frost zu zittern; die Drapperie ist nichtsminder als kleinlich, und bietet wenige, natürlicheFalten dar; das Colorit ist wahr, abwechselnd,zart und wunderbar harmonisch; der Relief so starkwiemöglich. Diese Kapelle, die, nach Masaccio '«Tod, von dem jünger,, Lippi vollendet wurde, wardnachher «ine Schule der beßten Florentiner, einesPeter Perugino, und selbst Raphaels; und merk-würdig war es, daß in einer Stadt, wie in Florenz ,wo so viele Köpfe sich beflissen die Kunst höher zubringen, keiner von ihnen, durch Nachahmungunsers Tbomaso die Stuffe erreichte, welche erselber ohne Nachahmung erstiegen hatte. Wie dieermeldte Kapelle in 1770. durch Feuer gelitten, undwas der Ritter Mengs und Christian von Männ-lich beygetragen, um davon so viel möglich zu rette»,s in dieses letztem Beschreibung derThur-pfalz-Bayerfchen Galerie Zu München I. 271—72.wo es dann weiter von Masaccio heißt: »Derselbewar ein Künstler im ganzen Umfange dieses Worts,ganz den Musen ergeben, und von der Wonnedurchdrungen, welche diese ihren Lieblingen bey Her-vorbringung edler Kunstwerke gewähren, sah ernicht, und achtete nichts, was um ihn her vor-gieng. Seine Schuldner benutzten diesen Umstand,zahlten nicht, u. s. f. Die Galerie zu München besitzt von ihm das gemüthliche Bild zweyer Alten,von welchen der Eine betet, der Andre seine Rechteauf die Schulter des erster« legt, und mit der Linkeneinen Rosenkranz halt. Don einigen seiner nichtmehr erhaltenen Gemälden ebenfalls al Carminesiehet man Zeichnungen bey dem Hamabjten P.
Mascherins.
Lector Fontana zu Pavia . In Kabinetten findetman äusserst Weniges; die Galerie Pitti hält vonihm einen jugendlichen Kopf, der zu leben scheint,in großen Ehren. Nach ihm kennt man von Thomasparsch eine Sammlung der vornehmsten Köpfe ausseinem mehr erwähnten Hauptwerke gestochen undilluminirt. So heißt es nämlich in den 8erieliitrstti Vll. 22. Dagegen führt der winklerscheKatalog nach ihm 6. Blätter (ohne den Titel) vonThomas Pirole in rother Zei'chnungsmanier Hr. Fol.an, welche sechs seiner vorzüglichen Gemälde zuFlorenz (wohl immer die Vorgenannten) darstellen,und mit der großen Composirion einer Marter vonSt. Andreas anheben.
* M asa n i (Bernabe), heißt richtiger Masini.
Mascagin (A ), ein junger Künstler, erhieltden ersten Privatpreis der Anstalt der zeichnendenKünste zu Prag 1808. für eine Zeichnung: Simsonund Deiila. Anderwerts (in einer unsrer Litteratur-Zeitungen) heißt es, etwas unverständlich, daß vonder K- Ständischen Akademie zu Wien auf die beßreCvpie der gedachten Zeichnung, ebenfalls in 1808.ein Preiß gesetzt, und vertheilt worden.
* Mascagio (Donatus), und, seitdem erin den Servilen-Orden trat, unter dem NamenFra Arsenio bekannt. Liorillo I V. 172. sagt vonihm, daß er sich zu Valladolid in Spanien nieder-gelassen, und dort Vieles gearbeitet habe. Allein,wie es scheint, kehrte er späterhin wieder nach seinemVaterland Florenz zurück. Dort (heißt es bey LanziI. 2Z1.) sieht man von ihm Verschiedenes in einemeben nicht mürben und saftigen, aber dafür sehrfleißigen Styl. Am meisten Ehre mache ihm aller-dings das schon im Lex. angeführte große Bild zuVallombrosa, welches die Schenkung von Ferrara an den Römischen Stuhl durch die Gräfin Mathildisdarstellt. In Prag muß sich ein Bild von ihm be-finden, welches Simw» und Delila vorstellt, nachdem ein junger Künstler (Carl Schön) 1808 eineZeichnung verfertigte, die von der dortigen Gesell-schaft patriotischer Kunstfreunde den Preiß erhielt.Meusel's Arch. ll. 4 - r 53 .
Mascall (Eduard). Einen solchen Namenfindet man, als Zeichners zu Cromwell's Zeiten, inDugdale's IVlonusticon ^Nßücanum. Von ihmnennt auch walpole S. 27g. ein Bildmß desProtectors, das sich in der Sammlung des Herzogsvon Chandos befand.
Mascarennos (Hieronymusi, BischofvonSegovia , unter der Regierung Carl II. soll nach.fiorillo (IV. 540.) die Malerey nicht bloß geliebt,sondern mit Glück selbst geübt haben.
Masch (I. L.), ein berühmter Dildnißmaler,arbeitete zu Leipzig um 175«. Nach ihm hat C.Frilsch das Bildniß des Superintendenten Winklerszu Hildeshcim gestochen. Hkc.
* Mascherins (Octavian oder Anton).Wir halten den erster« Namen für den richtigen.Fan;, I. 47a. giebt ihm das Alter von 82. Jahren,und glaubt, daß seine Kunst als Baumeister mehrernWerth als seine Malerey habe, der er indessenebenfalls alles Recht widerfahren läßt. Sein Lehrerin der Malerey (sagt Männlich) ist unbekannt;er scheint aber nach Fr.Francia's und Albr. DürersWerken studirt zu haben, indem die seinigen Aebn-lichkeit mit jenen, und den Geschmack des deutschen Künstlers haben. Ein kleines Staffeleygemald(Christus am Kreuz; unten Johannes und die H.Frauen) besitzt die Münchner -Galerie. Als Architektgab er, neben Andern,, auch die Zeichnungen zuden Vorderseiten der Kirchen St. Spirito und St.Maria della Scala, welche, samt der Kirche St.Maria Transpontina, ein Ungenannter nach ihmgeätzt hat. M-c. Milizia (Lä.rer?. II.) führt nochvon ihm bloß einen Borticus auf Monte Cavallo,nebst der schon im Lex. bemerkten Schneckenstiegean — dann den Pallast des Prinzen Santa Croce (jetzt Monte della Pieta), die Kirche St. Salvator