Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
795
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M a su c c i.

r'bk. »An Geist" (heißt es bey Lanz, I. 5 jo.) hatte er eben keinen ttebcrfluß; auch war es fürdie devoten, bloß lieblichen Gegenstände die ervorstellte, dessen nicht sehr vonnöthen. GrandioseZeichnung, Starke und große Wahrheit des Co-lorits waren gerade auch nicht seine Sache. Inseinen schönen Madonnen durfte er seinem MeisterMaratti von keiner Seile »achstehn. Auch in seinengroßem Bildern (Altarblattern), findet sich vieleAnmuth der Ideen von Engclchen und Kinder-gruppen, die bisweilen etwas ganz Neues undEigenes, und dennoch wie aus der Natur selbstGeschöpftes haben. Eines seiner beßten Gemäldein Rom ist eine St. Anna in der Kirche all' Nomedi Maria; dann eine Empfangniß zu St. Benediktin Gubbio ; zu Urbino ein Gk. Bonavcntura, seingrößtes Bild, voll wie nach dem Leben gemalterKöpfe, und mit auserlesenem Fleiß vollendet.Nach ihm haben I. Geheim eine Madonna mitdem Kinde, dem ein Engel eine Rose reichtI. Frey, neben vier Päpsten nach seiner Zeichnungein Kruzifix, von Algardi Frezza einen St.Joachim, der die H. Jungfrau lesen lehrt, unddie sieben Stifter des Serviten-Ordens A. Fritzdie Hochzeikfeyer Jacob III. (Prätendenten) mitClementina Svbiesky; I. Guttierez den PapstBenedikt XI. wie er seine Mutter empfangt; Eben-derselbe, dann I. C. Mallia und I. B. Sintcsverschiedene Heiligenbilder, M. Strello endlich dasBildniß der Englischen Königin (Prätendentin)Maria Clementina, vor der Hostie auf den Knieen,gestochen.

* -- (Loren;), des Obigen Sohn, dessenim Lex. unter dem Art. seines Vaters Erwähnunggeschiehet, starb um 1x72. Mrc.

* Masuccio, genannt der Erste. LlilllZiaI. iZZ. giebt diesem Baumeister ein Alter von 77. 1 .Nach ihm vollendete er Castel-Nuovo und St.Maria della Nuöva, welche Johann von Pisa an-gefangen hatte. Seinen Erzbischöflichen Pallast(nicht Kirche) nennt erwähnter Schriftsteller go-thisch ; an der Kirche St. Domenito Maggiorehingegen sey ein Funken bessern Geschmackes zuerblicken, und noch ein besseres Ebenmüaß zeigesich an derjenigen von St. Johann maggiore. Zuvielen andern Pallasten zu Neapel von seiner Bautegehören auch derjenige, welchen gegenwärtig (1781.)der Prinz Colombrano bewohne,

Mararana oder Maturana (Bartho-lomö), ein spanischer Maler, der zu Anfang desXVII. Jahrh, zu Valenzia lebte, und sich daselbstdurch Frescomalereyen, namentlich durch ein Bildim dortigen Collegium Lorpus vomini hervorthat.

Mararnov, oder Marrarnovi (Ph.).So heißt ein Russischer Kupferstecher des XVIII.Jahrh, von welchem man ein Bildniß des ZarenIwan Alexicwitsch kennt. /iorllioR.S.Ii. 9 s.

Materafil ( ). So hieß um i8c>ü. ein

italienischer Gcschichtsmaler zu Rom , welchenHchlegel, in feinem bekannten Sendschreiben anGoeche, unter die damaligen Bessern zählte.

Marernovi, s. den Art. Erda .

Marernus. So heißt in einem Zinsregisterdes Bartholomai-Stiftes zu Frankfurt am Main ,ohne Weiteres, ein Maler, der in >',99. das Eck-haus, dem jetzigen Römischen Kaiser gegenüber,bewohnt habe. Hüsgen rJ. A- S. 17.

issiarersdorf (Thomas), wie er bey Ger-""lg ganz irrig heißt, s. Murrn».

* Matham (Adrian). Rost V. 2Z/,. nenntihn Zeichner und Kupferstecher (Hernecke läoe8önöra!e p. 20 ',. auch Malcr), geb. zu Harleinum 1600. Jener glaubt, daß er wahrscheinlichch den unten folgenden bekannter» Künstlern dieserFamilie gehöre, und namentlich ein Gcnoße vonTheodor (andre, wie Malpö gar, daß er dessenBrnder) sey. Nach wmkler, der ihn als Stecher

Matham. 79Z

den übrigen Matham's gleich stellt, starb er um1870. was aber mit der Angabe des Lex. (einerReise dieses Künstlers 1700. nach der Barbarey)so wenig bestehen kann, daß wir entweder in irgendeinem der angeführten Daten einen großen Jrchumvoraussetzen- oder zwey Künstler dieses Namensvermuthen müßen. Wie dem immer seyn mag:Die Gattung des bey Rost angeführten scheint dasGroteske gewesen zu seyn. Neben den Platten,die er zu einem großen Werke gestochen, welches(jZirard Thrbault in 1628. unter dem Titel: ^ca-aömis stü i'iöspös in Fol. ans Licht stellte, kenntmehr erwähnter Schriftsteller l. c. L-äö. von ihm:Das goldene Wcltaltcr (1620,), und einen Alten,der eine Frau umarmt, welcher er einen Geldbeutelreicht, beyde nach Golzius; einen Bettler und eineBettlerin (Er ltye.rt, Sie singt) nach A. van derVcnne; sechs Figuren, die sich mit Küchcninstrn-mcnten herumbalgen, und ein Paar'Bildnisse nachF. Hals,. A. Myyaert, u. s. f. (Fach seiner Zeich-nung hinwieder hat I. Matham z. B, dasjenigedes Kupferstecherle Blonds, AZ. Hoüar dann, wieschon das Lex. bemerkt, ein liegendes Bologncser-Hündchcn gestochen, und N Verkolje einen trin-kenden und schmauchenden Bauer in Schwarzknnsigeschabt, steint/ei-, LrÄiresex,

* (Jacob). Er hatte noch kaum 10.Jahre, als seine Mutter sich in zweyter Ehe mitHeinrich Golzius vermählt« , der ihn zum ge-schickten Stecher bildete. Vergleicht man seineBlatter mit Joh. Saenredam'S, so muß er diesem,freylich weichen; indessen kennt man sehr viele vonihm» die selbst Golzius, dessen Arbeit die seinigetauschend glich, Ehre machen würden^ Die reichsteund genaueste Litteratur derselben findet sich beyAarrsch uz, ,zz21Z. welcher 2Z9. unstreitigeBlatter von ihm, und 76. andre anführt, an welchener Mehr und minder Antheil haben mochte. Dar-unter: Nach seiner eigenen Zeichnung 6l. Dieübrigen nach Th. Barentsen, A. Bloemaert, M-Boys, P. Bramer, M A. Buonaroti, P.Cagliark(Vcroneic^, D. Calvaert, Jos. Cesari, Corn. Cor-nclis, A. Dürer , A Eishcimer, P. Franceschi,H. Golzius (. St.), M. Hemskerk, C. Kettel,Langepier (P. Aertsens;, L van Leyden , C- vanMander, M. Mircvelt, P. Moelse, I. Palma ,B- Bvcchietti (Barbatello), E. O.uirini, I. vanRavesteyn, Jac. Rvbusti (Tinlorett)., I. Rotten-hammer, Rubens , P. van Ryck, F. Salviati,Sanzio (Raphael), R. Savary, B. Cpranger,P. Soutmann, Jos. Daicriani, T.'Vecclli, D.Vinkebooms, H. Vranck, S. Vranck, I. Wildens,F. und Th. Zürcher» dann eben die 76 unge-wissen, und endlich noch 17- Blatter, welche vonLiren Meistern unter seinen Zeitgenossen ^C- Docl,N> Braeu, G. van Breen, G- Gauw, I. vattSichem , Und W. Swaneburg) nach ihm gestochenwurden. Bey Rost V. 22802. wo es von ihmheißt:Nach dem Muster seines Großvaters führteer den Grabstichel mit großer Freyheit; doch möchteman seinen Schrassurcn mehr Stärke und Farbewünschen", werden dann ebenfalls an die 70. Blättervon ihm angeführt. Dörderst einige Bildnisse nachGolzius, Mirevelt, Morelscn und andre ohneNamen des Malers. Dann Mehreres nach italie-nischen Meistern: Nach Raphael den Parnaß, undeine H. Familie, welche die Republik HollandCarl» II. von England geschenkt hatte; nach Buo-naroti die Staküen des Moses und eines das Kreuzhaltenden Christus; nach Tician eine H. Familiemit der H. Catharina, und die Vereinigung vonVenus, CereS und Bacchus; den Besuch der Elisa-beth nach Caiiari, und Manches nach den Juccari,die den Niederländer» besonders angemessen waren.Ferner Z.j. Bi. alle nach Golzius, wovon besondersdie sogenannte Tafel des Ccbes (nicht des Lebens,wie es bey Rost durch Druckfehler heißt), eineweitlauftige Zusammensetzung von mehr als Luv.Figuren, auf drey Blattern, sehr selten und einCapitalblatt der Stecherkmist ist. Dann Manchesnach Bloemaert , eine sehr seltene Folge von fünfIiiii 3