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und die besondere Achtung des H. von Hagedorngenoß, da er durch seine Aufführung in der Thatein Muster für alle dortigen Schüler war. Hierstiftete er die innigste Freundschaft mit Fügern ausWien. Nach vierjährigem Aufenthalt in Dresden giengen beyde nach Leipzig , wo Füger sich seinenUnterhalt durch Miniaturmalen, und Mechau vor-nehmlich durch feine Zeichnungen zu kleinen Blätternfür Buchhändler erwarb. Aber beyde strebten nachHöherm. In 1776. reisten sie (der unsrige miteinem dreyjahrigen Kurfürstlichen Gehalte von lov.Thlr.) über Wien und Prag nach Rom , wohinihnen bald auch feine Landsleute Bach und Seydel-mann folgten. Anfangs mochte er wohl vor,zügliche Lust bezeugt haben, Geschichtsmaler zuwerden; allein die Stuffe in dieser höchsten Kunst,gattung, zu welcher damals schon David, noch alsScolar der Französischen Akademie in Rom , undbald auch Füger sich geschwungen hatte, scheinenihn muthlos gemacht zu haben; er warf sich ganzin die Landschaft. In dieser waren Claude Lorrain unter den Alten, und Philipp Hackert unter seinenZeitgenossen, vornehmlich seine Vorbilder. Diesenletzter» konnte er hoffen zu erreichen, so bald ernur treu die italienische Natur copire, und warsicher, im Staffage mit Figuren, ihn weit zu über-treffen. Ucberhaupt aber dachte er nicht darauf,irgend eine Manier durch vieles Copiren nach An-dern sich anzueignen. Seine Bilder waren daherschon frühe keine Reminiscenzen, sondern Dar-stellungen der eignen Beobachtung der Natur —Darstellungen seines Geistes; und da dieser Geistein gebildeter Geist war, so entwischte seinem Pinselauch nie etwas Unedles oder Unmoralisches- Achnrlich mit ihm dachten über seine Gattung ein Paardamalige englische Künstler in Rom , und Wutkyaus Wien . Mit diesen machte er öftere Fußreisen,auf denen die Gegenden gleich mit Farben aufsPapier hingeworfen wurden. Ueberhaupt befander sich zu Rom so wohl, daß er sein ganzes Lebenda zu bleiben wünschte. Allein der Herr von Hage-dorn und der neue Generaldirektor der Dresdner-Akademie, GrafMarcolini, verlangten seine Rück-kehr. Gegen End 178«. reiste er mit einer reichenSammlung von Studien durch die Schweiz nachHause, wo er zwar, gegen seine Hoffnung, wederin Dresden noch Leipzig eine eigentliche Anstellungerhielt, doch aber mit einem kleinen Jahrgehalt zumMitglied der Akademie ernannt wurde. Nach demWunsche seiner Eltern schlug er seinen Wohnsitzwieder in Leipzig auf, wo er jetzt selten mehr Buch-Händler-Arbeiten, und eben so wenig Privatunter-richt im Zeichnen übernahm, obschon er um Beydeshäufig angegangen wurde; einzig aus Freundschaftförderte er die bewundernswürdigen Fortschrittezweyer Frauenzimmer (der Demois. Dause undFelir) im Landschaftzeichnen. Oelgemälde glaubteer (in einer damals schon bösen Zeit) nicht gutverkaufen zu können; er malte daher nur wenige.Gezeichnete Landschaften von ihm, einige auch inAquarell gemalte, fanden desto leichtern Absatz;mir dergleichen und mit der Radirnadel beschäftigteer sich daher auch am meisten. Doch vollendete erwenige seiner angefangenen Platten. Noch suchteer um diese Aeit, die französische Weise, in Tusch-manier zu atzen, herauszubringen; und es gelangihm. So verlebte er beynahe 10. Jahre. Mittler-weile waren seine Eltern gestorben; und nun sehnteer sich von Leipzig weg. Nach Dresden mochteer, ohne förmliche Anstellung nicht gehen; dazuwar aber keine Aussicht, obschon es seit DietrichsTode dort an einem einsichtigen Lehrer in der Land-schafts-Malerey fehlte, da selbst der sonst ver-dienstvolle Zingg, in mehrern Rücksichten, hiefürnicht geeignet war, und es ihn vollends empörte,als jetzt der Pastelmaler Schmidt zum Professorder Akademie mit einem ansehnlichen Gehalt ernannt
») Sollte ein Künstler-Paradorou wokl begründet seyn,der Hauplsitz der bildenden Kunst seyn werde, sobaldes die Residenz eines weltlichen Fürsten, so drebtdann tritt die Kunst zurück; dagegen man bey demspricht noch träumt, als von Malcrep, Sculptur , M
wurde. Auf einmal entschloß er ych, um ganzfreyer Mann zu leben, wieder nach Rom zu gehn,(1790.). Hier, so lange die Engländer Italienbesuchen konnten, hatte er voll auf zu thun. Zu-gleich verband er sich mit seinen beyden Lantsleuccn,Reinhardt und Dies, zur Herausgabe mehrererrömischen Gegenden in Tuschmanier, die viele»Beyfall fanden und verdienten. Dieselben erschienenin zwölf Lieferungen (die letzte um 1798.), derenjede 3. Rthlr. kostete. So lebte er in emsigerAusübung seiner eigenen und im Genuß aller übri-gen schönen Künste (namentlich auch Musik hattegroße Reize für ihn), im Umgänge mit Künstlernaus allen Nationen, in der schönen Natur so vielerherrlichen Gegenden r»n Rom , abermals die glück-lichsten Tage, als die bekannten großen politischenVeränderungen ihn neuerdings von dort entfernten,und er, bald nach dem Einzüge der Franzosen und derWegführung des Papstes *), nach Deutsch-land zurückgieng, und nun seine» Wohnsitz aufimmer zu Dresden nahm, ohne jedoch mit derdasigen Akademie in neue Verbindung zu tretten.Jetzt dachte er darauf, durch große Oelgemäldesich dauernden Ruhm zn erwerben. Die Sujets zuBelebung seiner Landschaften wählte er anfangs ausHerders zerstreuten Blättern, und aus Manso'smythologischen Versuchen und vermischten Schrif-ten ; späterhin, als er sah, daß für solche Gegen-stände aus der Fabelwelt wenige Menschen Ginnbesitzen, aus der Geschichte Abrahams . In sechsgroßen Bildern stellte er lauter Handlungen diesesPatriarchen dar, die dessen Glauben an Gott be-weisen.- Da er wahrscheinlich während der Arbeitfand, daß er bisher zu selten in Del gemalt, undman daher seinem Pinsel Trockenheit, nicht mitUnrecht zum Vorwürfe mache, entschloß er sich,zwey Meisterwerke von Claude Lcrrain zu copiren.Diese Copien waren bewundernswerth, und hattenganz die Wanne der Originale. Gewöhnlich ar-beitete er nur sehr langsam; denn seine Bilder er-fodertcn vieles Studium. Er schlug oft mehrereBücher nach, um einen ganz deutlichen Begriffvon der Gegend zuhaben, die er darstellen wollte;dieser gemäß wählte er nicht nur die Baumartcn,sondern auch die Pflanzen im Vorgruude. Aufseinen Gemälden findet man nicht nur bestimmt dieTageszeit, sondern auch den Luftstrom angegeben.Was ihm (Hört, hört!) an den meisten Neuernunerträglich fiel, war die wenige Bestimmtheit inAbsicht der Baumarten; das Gestopfte in denBlättern , durch die der stärkste Wind nicht dringenkönnte, so wie die nur auf Effekt berechnete, durch-aus unwahre Beleuchtung, und die Vermischungdes Charakteristischen ganz verschiedener Gegenden.Auch die Figuren waren nicht nur trcflich gewählt,und paßten stets zu der Landschaft, sondern auchin Absicht auf Zeichnung und Stellung können siezn Vorbildern diene». Nur den Köpfen wäre bis-weilen ein lebendigerer Ausdruck zu wünschen. Socharakteriflrt unsers Mechau's Kunst ein Aufsatzin der ZZibl. d. red. u. bild. Lünsie V. i. itz—Zö.aus welchem der bisherige Art. über ihn entlehnt ist.Dann heißt es bey Rost II. 29Z. etwas allgemeiner:
„ Kenner rühmen an seinen Landschaften einen festenbestimmten Vorkrag, schöne Formen in den Baum-massen , wohlgezeichnete Figuren, und richtigeVerhältnisse sowohl als die äusserste Nettigkeit desGanzen. Den geübten Naturzeichner erblickt manüberall." Kurz, und wir denken wahr, dann ur-theilt die Schrift: wmkelmann und sein Jahr-hundert S. Zg/j- 45 - wenigstens von seinen Ar-beiten in Rom (wo solche sehr gesucht, und ge-wöhnlich theuer bezahlt wurden), über ihn: »Das .Kräftige, Dreiste in der Behandlung, und dasCharakteristische im Ausdruck der Gegenstände hatteer weniger in seiner Gewalt als Reinhard; abersein Pinsel ist zarter, das Colorit lieblicher, heiterer,
welches er zum öftersten äusserte: Daß Rom nickt mehrdie päpstliche Regierung aufbort? Denn (sagte er) wirbsich Alles um Politik, um Handel, ums Militär herum;bisherigen dortigen schlechten Gorerno vo« nichts wedernftk u. s. f.