Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
843
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Merigi. Merigi. 84Z

wollen gar wissen, er habe seine Werkstatt« schcharz matte einen Helden nach dem niedrigsten Lastträger,angestrichen, und wirklich den Lag nur von der eine Madonna nach einer dickstanimigcn Köchin.Decke hineinfallen lassen). Somit waren seine Hin- Reinbrand sagte, indem er eine Rumpelkammer«ergründe immer schwarz, und die handelnden Per- von alten Kleidern (vieillez barstes , was Hey-sonen stehen auf Einem Plan fest ohne Abstufung, denreich mit: alren - Heerden übersetzt) undAber mit alle dem bezaubern seine Werke eben durch Waffen vorzeigte: Dies seyen seine Antiken; ssar-die Wirkung dieser wunderbaren Conkraste. Mich- ravagesto bezeugte: Die seinigen fanden sich aufrige Zeichnung und schöne Wahl muß man nicht allen Straßen". (So eines Tags; ging dann gleichbey ihm suchen. Er lachte über jeden, der sich m ein Wirthshaus, und zeichnete eine vorüberqe-mühete, ein Gesicht zu veredeln, ein Gewand schön hende Zigeunerin). „Indessen" (wo von dem Me-zu schürzen, oder gar - eine griechische Bildsäule chanischen seiner Kunst die Rede ist) „muß mannachzuahmen. Im Pallastc Spada findet sich von gestehen, daß hierin sein Wesen breit und leicht,ihm eine St. Anna mit der H. Jungfrau, bey seine Manier bey aller ihrer Härte groß war; daßweiblicher Arbeit, deren Köpfe er sicher von der er eine vorzügliche Kenntniß von Licht und Farbenersten beßten Frau und ihrer Magd entlehnt hat. hatte; daß sein Colorit in dem erster» oft TitiansSo, wo nicht überall, doch meistens. Alles mußte würdig ist, und daß, wenn die Natur viclleichübertrieben ieyn: Die Waffenrüstungen rostig, die nie übler gewählt war, sie doch nicht besser gemalGeschirre zerbrochen, der Kleiderschnitt von, Groß- werden kann. In Bildnissen war er sehr glücklichvater her, hauptsächlich aber die menschliche Ge- weil er sich hier nur mit dem Nachahmen zu be-statt fast immer auf irgend eine Weise verdorben schaftigen hatte". — „poußin sagte von ihm:- so daß man einige seiner Altarbilder späterhin Er sey gekommen, um der Malerey den Garauswegnahm; eines besonders alla Scala zu Rom : zu machen." — „Seiner Fehler ungeachtet, vicl-Den Tod der H. Jungfrau, in welcher ein unge- leicht wohl gar durch die Bizarrerie derselben, cr-heuer aufgeschwollenen Cadaver zum Vorschein warb er sich einen Ruf, und hielt mit den Car-köinmt. In Rom sieht man dergleichen Arbeiten racci das Gleichgewicht. Seine Manier wardwenige von ihm: Die beßte dürfte eine Grablegung herrschende Mode; man mußte sich ihr unterwer-eiust alla Vallicella seyn, die dort mit dem lachen- fei,, um sein Glück zu machen. Valentin folgteden Darocci und dem sanften Guido zur Seite wun- ihr stets. Sie drang sogar bis in die Schule jenerdcrbar abstach. Weit mehr malte er für die Gal- großen Meister, und steckte, der weisen Warnungenlerien: Anfangs, wie schon erwahnr, Blumen und derselben ungeachtet, ihre Schüler an." „DerFrüchte; nachwerts auf ablaugen Tüchern lebens- über jedes andre Verdienst neidischeMann, konnte sichgroße Halb-Figuren (wie man's von da an liebte): indessen, als Hannibal nach Rom kam, doch nichtGeist- und Weltliches; letztres besonders aus der einbrechen zu sagen: „Nun hab' ich unter meinenLebensweise des Pöbels: Saufgelage, Wahrsa- Zeitgenossen endlich einen Maler gefunden." —ger-Bühnen, Speismarkte. Im Pallast Bvrghese „Im Königl. Französ. Kabinette befanden sichbewundert man (wer es kann, versteht sich) sein schon von Alters her von ihm vier Bilder: Dar-Mahl zu Emmaus, im Campidoglio seinen St. unter der (schon oben angeführte) Tod der H. Jung-Sebastian, in der Gallerie Pamphili seine Hagar frau, den die Kirche della Scala zu Rom (einermit dem sterbenden Jsmael, und jene Früchtever- Zeit verkauft hatte; das Bildniß des vorhin er-kaufcrin, die ja, nebst allen Beywerken, nicht na- wähnten Großmeisters von Malta , das man einemtürlicher seyn konnte. Noch starker aber war er in Titian gleich schätzte; und — die Zigeunerin", mitDarstellung von Balgereyen, Mordthaten, ver- welcher Meriqi eines Tags die abentheuerlicheräkherischen nächtlichen Ueberfallen, und kurz sol- Eitelkeit hatte, beweisen zu wollen, daß es sort-cher Bubenstücke, die ihm selbst so wenig fremd hin unnütz sey, Naphael und die Antiken zu studirwaren, daß sie, wie billig, ihn mehrmals in die ren. Alle drey werden l. c. beschrieben und beur-schrecklichsten Lagen versetzten, und seine Geschichte theilt; die zwey erster,, eben so bey LandonzueinemGewebevonSchändlichkeit machten. Seine An. lV. 26. und 5 g. der davon Abbildungen imFlucht von Rom fallt ins Jahr 1606. In Malta Umrisse (von dem Tod der H. Jungfrau wahrlichsollen sich von seinen beßten Arbeiten finden, wo nicht zum Nachtheil) giebt, und überhaupt überder damalige Großmeister Vignacourt es nicht ver- unsern Künstler viel Lobenswerthes spricht. Auchschmähte, ihn zum Ritter seines Ordens zu schla- Taillasson (Observsrions sur guelques xrnnstsgen. Nach einer solchen Ehre hatte ihn vornehm- ttemrres 90-94.) macht einige gute Bemerkungenlich Joseph Cesar! von Arpino lüstern gemacht, über ihn. So sagt er z. B. «Alle, welche ihmder, als Carravaggio ihn eines Tags auf den Duell genau gefolgt sind, oder die ihn, mit Beybehal-lud, ihm erwiederte: Erschlage sich mit Keinem, tung ihres Charakters, doch nachgeahmt haben,der nicht Ritter, wie Er, sey Seine, theils lä- werden immer minder berühmt bleiben als Er";cherlichen, theils ärgerlichen Händel eben mit Jo- (wir möchten doch Guercino ausnehmend „Sehrsepin, dann mit Friedr. Zucchero, Guido Rheni, stark in einigen Theilen der Kunst, und sehr schwachu. a. kurz mit Jedermann, muß man in der in andern, wurde er von Vielen bewundert, voneigentlichen Geschichte lesen. Den letzter,, möchte Vielen aber" (auch von seiner schätzbaren Seite)man für seine Gutmüthigkeit küssen, wenn man „wenig gefühlt, und bitter getadelt zsteckire)".hört, wie er sich begnügte, von diesem seinem Erz- Und an einer andern Stelle (etwas köstlich, aberseind bloß zu sagen: „Er sey auch gar zu natür, nicht minder wahr): „Niemand hat besser, wielich"! Bey wareler und l'Evesque dann heißt Er, das gemalte Luch verschwinden gemacht."cö von ihm, neben Andern,, wie folgt: »Um die »Jedes Bild, das nicht getreu „ach der Natur ge-Natur zu studiren, verttrcheitte er sich, dieselbe malt war, nannte er — gefärbtes Papier." „Dienicht in ihren gewöhnlichen Wirkungen zu sehen. Dominikaner zu Antwerpen besaßen eines seinerUm das Licht zu male», fing er es auf, und raubte Bilder, welches Rubens seinen Meister nannte" *).ihm jene sanften Ergießungen, welche eine Folge „Die schon vorhin erwähnte Grablegung aus derseiner Gesetze sind. Er hatte nicht bloß keine Be- Kirche Vallicella in Rom , ist eine von den vor-kaimtschast mit der idealischen Schönheit, son- züglichsten der dortigen französischen Kunsterobe-den, nicht einmal Gefühl für die gemeine, welche rungen **)". Und am Schluße: „Sein Ruf istsich in wohlgewählten Mustern findet, es sey denn, um so viel verdienter, weil sich zu den wirklichendaß sie gerade durch Zufall auf ihn stieß. Er Schönheiten, die sich bey ihm finden, die entschie-

"') Merkwürdig genug, wenn^diese Anekdote wahr seyn sollte, da es hingegen bey Descamps Reise durch Flan-dern u. s. f. D. Uebers- V. von eben diesem Bilde das die Maria» nebsi dem Kinde und dem H. Do-miniknö vorstellt, welche dem Volke den Rosenkranz austheilen, heißt: „Die Wirkung ist kräftig; c» ist aberAlles zu scharf abgeschnitten; dadurch wird das Bild hart u. s. f.". Bedeutendes Verdienst muß er indessenbesessen habe», da man aus eben dieser Nvritz erfährt: Daß van Dyck das Bildniß desjenigen, der solches derKirche geschenkt, verfertigt habe-

Auch dieses Bild wird be» llando» I. c. 110. gewürdigt, und nach Verdienst, mit allen seinen Schönheitenund Gebrechen, im Umrisse dargestellt.

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