Meulemee ster.
Meulen. 85z
Landschaften pflegte er meistens nach der Naturzu nehmen, und unter denselben die Ansicht vonFrankfurt zu verschiedenen Malen; besonders dendort in 1719. ausgebrochenen Brand, den er mei-sterhaft darzustellen, und das Feuer mit der gro-ßen Domkirche im Vordergrund in einen sehr nach-drücklichen Contrast zu stellen wußte. Neben demmalte er auch Bildnisse. „Hätten seine Arbeiten"(heißt es dann bey Hüsgen N. A. 356 - 5 /. etwaswidersprechend mit seiner eignen obigen Angabe)„mehr Haltung und ein besseres Colorit gehabt,so würden besonders seine Landschaften unter dengesuchten Cabinetsstücken ihren Platz verdienen".
Meulemeester (Ios.de), ein Kupferstecherzu Paris , gab in 1806. den Kopf der H. Cäcilianach Raphael ( 4 - L.), und eignete solchen demPräs. der Malere» - und Sculpkur - Akademie zuBrügges , H. Vinkelmann zu. 7-«^/. Seitder Zeit befand er sich in Rom , und lieferte dortjüngsthin für das I.VII. Heft des Musee ^ran-cais die Statue einer Amazonin, nach Granger'sZeichnung.
»Meulen (Anton Franz van der). Obgleichseine Eitern sich in guten Umstanden befände», solegten sie doch seinem Geschmack an der Kunstkeine Hindernisse in den Weg. Einige seiner frü-hern Werke kamen nach Frankreich le Brun machteden Minister Colbert auf ein Talent aufmerksam,das ihm besonders geschickt zu seyn schien, denKriegsruhm des damaligen Großen Königs zu ver-ewige». Er wurde nach Paris berufen, erhielt so-fort die Wohnung in den Gobelins, ein Jahrge-halt, und überdies reiche Bezahlung seiner Arbei-ten. Späterhin heurakhcte er (in zweyter Ehe) eineNichte von le Brun. Für sein äusseres Glück, mitdem Haupt der Künste in Frankreich in Verbindungzu kommen, war nun gesorgt. Allein dieser Vortheilward durch häuslichen Kummer vergiftet, der ihn insGrab stürzte. Von ihm heißt es bey Warelec:„Freylich, das Talent eines Künstlers darauf ein-zuschränken, daß er gewissermaaßen nichts als dasPortrait wirklich vorgefallener Schlachten, vonTruppen nach der neuern Taktik gereihet, und inwenig malerische Uniform gekleidet, darstellen soll,heißt seinem Genie Fesseln anlegen, und seinemhöhern Ruhme schaden; hinwieder war es dannfreylich eben auch für seinen Ruf zuträglich, daßman ihm Gelegenheit gab, interessante Gegenständefür eine enthusiastische Nation abzubilden, welcheimmerhin eine Freundin der Künste, und auf alledas stolz war, was die Hoffarth ihres Fürsten ausmachte. Für die Nachwelt verlieren van derMeistens Werke einen großen Theil ihres Jnte-resse's; man bedauert jene Fesseln; aber man be-wundert ihn nicht minder, wie er alle Mittel kannte,um sich derselben, so viel möglich, zu entledigen.Man laßt der Genauigkeit und Wahrheit seinerZeichnung, seiner geistreichen Touche, der Anmuthseiner Himmel und seiner Fernen, überhaupt derSchönheit seiner Farbe, die nicht so lebhaft, abervielleicht ächter als Bourgignon's ist, seinem leich-ten Blätterwerk, der Frifchheit seiner Landschaft,seinen trcflichen Licht - und Schatten - Massen,selbst wo er durch die Lage seines Gegenstandesund die Ordonanz der Figuren nicht willkürlichschalten konnte, alles Recht wiederfahren. Seinebedeutendsten Bilder, 29. an der Zahl, standenehemals zuMarly (jetzt zieren einige derselben, wieB. der Uebcrgang über den Rhein das MuseumNapoleon )". Noch rühmlicher, und vielleichtnoch richtiger charakterisirt Tarllaßon (S. 268—74 ) unsern Künstler, wie folgt: „van der Meu-ten jst als der Erste aller Maler von Kriegsvor-fallen neuerer Zeit anzusehn, und wahr im Gauricn, wie im Detail. Seine Originalität sprichtsich eben so sehr in den Gegenständen welche ergewählt, als in der Weise aus, wie er solche be-handelt hat. Und wohl ein ausgezeichneter Zugkeines Talentes ist der, daß er französische Formenwir flammischem Cvlorite gemalt, den Geist, wievaö Aussetzn, der Personen seiner Zeit vollkom-
men gefaßt, und doch dabey von der Schönheitder Farbe seiner Schule nichts eingebüßt hat. Inseinen Schlachten hätte bald jeder Soldat die Stelleerkennen können, wo er gefochten. Da LudwigsEroberungen weit mehr Belagerungen als offeneFeldschlachten darbieten, so malte er auch wenigervon den letzter,,. Dann eine Menge der Königl.Landsitze, Städte und deren Umgebungen — eineGattung, welche aufhört trocken zu seyn, wennman sie so, wie er, zu geben weiß. Die Städteliegen bald immer im Hintergrund; die Landschaftist oft unermeßlich. Manchen fügte er interessanteEpisoden bey: Den Einzug des Königs zu Dün-kirchen, der Königin zu Arras ; und die Prachtder Natur bildet dann mit diesem Hofpomp dieedelsten Contraste. Man hat von ihm einige eigent-liche Landschaften von solcher Größe und Weiteder Aussichten, daß, wo er auch keine Armeenhingestellt, man sagen möchte, er habe ihnen dochihren Platz beybehalten. Sein Colorit ist glän-zend. aber wahr; in der Composttion ist Alles inThätigkeit, wo es seyn soll im Tumult, aber ohneVerwirrung. Von Rauch, Staub und Wolken,wußte er treflichen Vortheil zu ziehen. Niemandmalte Pferde, besonders Cavalleriez-Pferde, besserals er; und eben so ihre tapfern Reuter. DenSoldat stellte er nicht so fast in wüthendem Hand-gemeng, als so vor, wie sich ganze Bataillonebewegen, heroisch ihren Führern gehorchen, mit-ten im Allarm kaltblütig bleiben, und, wie matbe-matisch , den Tod berechnen, den sie geben, oderhinwieder unbeweglich empfangen. Alle seine Werketragen einen Charakter von Größe; auch lebte erimmer entweder am Hofe, oder mitten in der Ar-mee des großen Königs, und die Siege desselbenmachten gleichsam seine gewöhnliche Gesellschaftaus (man sehe auch nur sein eignes, edel stolzesBildniß von van Schuppen nach Largilliere an).In den Vorgrund stellte er öfters den König undseine Feldherren: Wahre Bildnisse, welche aber we-der Langeweile verrathen, noch solche machen, undderen Ausdruck und Bewegung die Rolle zeigt,die sie spielen. Einige seiner größten Bilder wur-den in Lapisserien gebracht, aber durch Wiederho-lung so verdorben, daß sie aux Gobelins im schänd-lichsten Staub liegen; desto mehr bewundert mandie übrigen, welche noch heut zu Lage bey Solenni-täten aufgestellt werden. Selbst für den Geschich-schreiber können solche von großem Nutzen seyn,da sie ihnen manche Kriegsoperationen vielleichtmit mehrer Genauigkeit zeigen als selbst die Denk,Würdigkeiten der Zeit, und nämlich von dem spre-chen können, was sie gesehen haben". Die nachseinen Gemälden und in seinem Verlag verfertig-ten Blatter der Gebrüder Bonnart, Huchtenburg,Baudoins seines Schülers (diese die beßten u. a.werden auf roi. und mit denen von A- Genoels,welche ebenfalls in van der Meulen's Ver agerschienen, auf i 33 . geschätzt. Ein raisonirendesVerzeichnis derselben s. in Meusel's zJ. Mis-cell. XIV. 687-700. Der obenerwähnte Ueber-gang über den Rhein in 1672 namentlich, ist vonSünoneau gestochen. Auch in den neuesten Lagensah' man nach ihm für's III. IX. XX. u. XXIX.Heft des Musee /ran<;ais gestochen, nach Swe-bac's Zeichnung: Das gleich vorgenannte Passats<lu kkin , Vue 60 Dinsrit, u. Prise äs Lour-tra^, alle drey von Dupleffis - Dertaux geätzt,und, das erste von Laurent, das zweyte von Dau-det und das dritte von Lorieux mit dem Grabstichelvollendet; dann Halts äs Lavalisrs und Oonvolmilitaire, beyde von Hulk. Ein andrer Stich nachdem letztgenannten, von Berkaux und Filhol, fin-det sich auch in XXXII. Hefte der Osllerie »I-stoire et elemsntalre; unh ein kleines Blakt nachder Ikalts äs Luvaliers in Candons pAVs»b^et l'ableaux äs (isnre l. rr.wo zugleich das sehrartige, bloß 7" hohe und -9 f«" breite Bild be-schrieben wird.
* Meulen (Peter van der), dessen das Lex.unter dem Art. seines Bruders, Anrsn Fran;