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meines scl. Vaters enthalt an die 20. nach ihm ge-stochene oder geschabte Bildnisse; wie z. B- dieKaiserin Maria Theresia von Daullö, Faber,Halben, Kilian, und Müller; Kaiser Franz I. vonCamerata und Kilian; Joseph II. von Hayd; dieganze Familie Franz I. von Petit, Pieffio undSchmitner, des Prinzen von Kaunitz von Hayd;Friedrich l. Königs von Schweden , von Geringius;des Künstlers eigenes Bildniß, ebenfalls von Hayd,von Schmutzer (selten), und von Joh. Christ.Eckardt. Dann von Gattungsstücken: Einen Bassetsfpieler, und eine Person, die ein Buch (Portefeuille)halt (Dertolli), beyde von I. Stenglen in HaydsVerlag in Schwarzkunst geschabt. //ÄL/e»-. Zs-an-ries.
Mezburg ( ), ein, wahrscheinlich deut-
scher, Landkartenzeichner desXVIll.Jahrhunderts.Von seiner Arbeit kennt man eine solche von West-Gallizien. Deffenrl. Vlachr.
Mezieres ( ). So nennt Landon
(Annai. IV. 97.) einen uns sonst unbekannten fran zösischen Bildhauer der neuern Zeit. Von seinerArbeit an der Restauration des berühmten Brunnsdes Jnnocents zu Paris s. oben in dem Art. Daujouund I'Hulilers. In den Xouv. lles Hrts I. Z74.wird er überdies ein geschickter Künstler genannt,dessen sich Choiseul Gouffier bedient hatte» seineGalerie mit Modellen alter Architektur (wie z. B.von den Capitalcrn und dem ganzen Entablementder sogenannten Laterne des Demosthenes zu Athen )zu bereichern. Eine Abbildung dieser letzter» s. I. c.
* Mezner oder Merzner ( ^ ), dessen
das Lex. unter (6. W. veftner Erwähnung thut,ein Bildhauer und Schüler Johann Böhmens zuSchneeberg; nach der Zeit setzte er sich in Nürnberg ,wo er in der letzten Hälfte des XVII. Jahrhundertsals ein geschickter Mann in seiner Kunst florirte.Neue Vers. nützl. Sammlung B. I. S. 1081.
* Mezu (Gabriel). Nachahmer von Douwund Terburg war dieser Künstler nicht, wenn siegleich (wie das Lex. bemerkt) seine Muster gewesenseyn mochten; und eben so hatte er eine geschmolzs«ere, breitere Manier, als Mieris, und wußteDen angewandten Fleiß unter einer gewissen sorg-losen Leichtigkeit zu verstecken, von Männlich.Daß er nur im Kleinen malte, ist bekannt, »und"(setzt de L'onrenai hinzu) »bloß wenn die Launeihn anwandelte." »Die Wahl seiner Figuren"(heißt es dann weiter beywareler) »ist edel, undseine Zeichnung von sehr gutem Geschmack; seineStellungen sind weder kalt noch gezwungen, diePhysiognomien graziös. Er scheint van Dyck imEolorit eben so wohl als in der Zeichnung der Köpfeund Hände nachgeahmt zu haben. Seine Bildersind zwar nicht köstlicher als Douw's, aber seineTouche ist freyer und breiter, und die Farbe niegepeinigt. Er hatte nicht nöthig, einander ent-gegengesetzte Farben anzubringen, um die Gegen-stände abzusondern; die Verschiedenheit der Nü-ancen, der Substanzen, und der Stelle worauf siesich befanden, reichte hin, um einen Gegenstandvon gewisser Farbe gegen einem andern von gleicherFarbe in gehörige Haltung zu bringen; eine Praktik,die das Resultat von dem Studium der verschiedenenDichtigkeit der Luft nach den verschiedenen Distan-zen ist. Seine Werke sind in Frankreich (wie über-all), selten, und mit Recht hochgeschätzt". Nebendem schon im Lex. bemerkten Bilde, wurde noch einandres von ihm: Der Krautmarkt zu Amsterdam ,auf der Auction Gaignat um 20,800. Livr. verkauft.(In neuern Tagen dann zu Baris: Ein schlafenderJäger für 12,000. Fr. und eine Musik-Lehrstundefür 4820.). Im I. 16Ö8. ließ er sich den Steinschneiden; man weiß nicht, ob er die Operationüberlebt hat. Gestochen und geschabt nach ihmhaben: Avril, (l'^ucomne, schön) H. Bari), leBas, Madm. Döizot, A. F. David (dieser denerwähnten Uarcüc aux Herdes, schön), Daulle,A. Delfos, Dunker, l'Evesque, I. Gole, G.Greenwood, L. Halbou, Jngouf, D- Koedyk,
Michaelis.
Lingee, C- Mechel, Pelletier, W. Pethcr (denrauchenden Holländer, schön geschabt), V. M.Picot, (tde cnrresponcliriF saöv > schön), C.Ploos, I. Quinkhard, I. Epilsbury, Tbelokt,W. Vaillant, I. Watson (vorzüglich schön ge-schabt: tde Ülusicsl I.ac!^, aus dem Kabinet desPrinzen von Oranien; tde Oisdadillö und tdellutcli Loocdmaicl); I. G- Wille (dieser la Tri-coteuss. la Luisiniere dollancloise (wovon sichdas Urbild in der Galerie zu München befindet),und l'Odservstenr äistrait). Arauäes.
Bey dem erstem sind ih. bey dem letztem 32 . Blät-ter nach unserm Künstler angeführt (ein Verzeichnißmeines sel. Vaters hat 38 ), und an der Spitze der-selben bey winklcr ein mit: 0. Netsu f. bezeichne-tes, welches eine alte Frau vorstellt, die vor ver-schiedenen Taques (?) sitzt, und wahrscheinlich eintgroße Seltenheit ist. In den neuesten Tagen dannkennt man nach ihm: la Dluslciemic liollarnloise(vielleicht obige Musical Vacl^), von Maßet gezeich-net, von Chataigne geätzt, und von P. Audoin mitdem Grabstichel vollendet, für's XXX l V. Heft desMusee Frangois, und für's I-V. Heft: Militaire,talsant servir cles rakraicdissemens a une jeunesemme, von Chasselats dem Sohne gezeichnet, undebenfallsvon Audoin schön gestochen. Endlich voneinem Ungenannten, im Umrisse (für die Vablettescl'un Amateur <lcs Xrts, par Xt. Laterne) ein Con-cert, dessen Urbild sich in der Sammlung des Prin-zen von Radziwil zu Nieborow befindet. S. auchMecxs in den gegenwärtigen Zusätzen.
* Mezzadri (Anton). Lanzi II. 2. i 53 .sagt von ihm (doch nicht zum Tadel), daß Bologna von seinen Früchten und Blumen voll sey.
Miani ( ). So heißt bey Hennings
S. 48. ohne Weiteres ein italienischer Geschichts-Maler des XVIII. Jahrh, welcher einige Zeit inKopenhagen gearbeitet habe, aber wieder in seinVaterland zurückgegangen sey.
* Micarino ( ). Gandellin,, der
(einzig) eine» alten Kupferstecher dieses Namenskennen will (den er von D- Beccafumi, Micarinogenannt, ausdrücklich unterscheidet), giebt wirklichtin Monogramm von ihm an, das keineswegs aufdiesen letztem deutet, und bemerkt dann, daß seineBlätter in gothischem Geschmack gearbeitet seyen,ohne indessen eines derselben zu benennen.
Michael (Johann Jonas). So hieß einKünstler, der in i? 83 . zu Gotha als KabineksmalerUnd zugleich als Aufseher bey dem dortigen Kuusiskabinet angestellt war. Derselbe starb vermuthlich1791. Gorh. Adreßkal. Nach ihm hat, nebenAndern, G A. Wolfgang zu Augsburg (17S9) dasBildniß einer Frau M. Müllerin gestochen. Wahr-scheinlich der nämliche, den Hüsgen (N. A 56 i.)Michaelis, und einen vortreflichen Künstler nennt,der mit großer Gleichheit einen meisterhaften Pinselund feuriges Colorik zu verbinden wußte.
— — (Wilhelm), der Aelrere. So heißtim Sachs. Kur. Rab. 1729. S- 22. ein in 1828.zu Wittenberg verstorbner dortiger Goldschmied.
— — S. auch Schmelzer (Michael) in dengegenwärtigen Zusätzen.
Michaelis (G I.), ein junger Künstler vonAmsterdam , erhielt im I. i 8 o 5 . den ersten Preißder dortigen Gesellschaft Felix Meritis im Fachelandschaftlicher Ruinen merkwürdiger Schlösser u.s. f. bey stürmischem Hcrbstwctter dargestellt.
— — (Johann Gottlieb), geb. zu Dresden 170 ',. ward in 1727. an dem dortigen Hofe als Kunst-kammcrer-Adjunkt, mit dem Auftrage angestellt,daß er die mathematisch-physikalischen Instrumenteder Kunstkamnier ergänzen und in Ordnung bringensollte. Seine diesfallige Arbeit, in zwölfVolumenbeschrieben, ist noch vorhanden. Er starb zu Dres den 1740. mit dem Titel eines geheimen und Kunst-