Michaelis.
kammerers. Von ihm stand (ehemals wenigstens)das Bildniß einer bärtigen 6',. I. alten Frau, diei„ 17Z2. im Lazarethe zu Dresden verstorben war,in dem dortigen anatomischen Kabinette. Hasche,1. 5l-3. u. 5?/,. der ihn irrig Johann Gottfried nennt. Letztrer war der Name seines Vaters,Kirchners und Königlichen Hofoptikus zu Dresden .In dem dortigen mathematischen Salon befindet sichvon diesem I. Gottfried ein großes Brennglas,was er aus einem unförmlichen Stücke Glas (imDiameter 17. Zoll) ohne alle Maschinen, aus freyerHand gearbeitet hat. Die dabey gebrauchtenHandgriffe beschrieb er in einer gedruckten lateini-schen Abhandlung; weswegen ihn die KaiserlicheLeopoldinische Akademie der Wissenschaften mit demBeynamen — /Irckimecieg 8ecunllu8 aufnahm.In der Anatomirung der Baumblatter war er sogeschickt, daß er dem Königl. Naturalienkabinetteei» dreymal gespaltenes Blatt übergab. S. Sachs-
Buriosttären-Rab. 17^2. S. 40.
— — (Johann Wilhelm), Kupferstecher,geb. zu Wittemberg; lernte zu Hamburg . Er ar-beitete einige Zeit zu Berlin , und hernach zu Star-gard in Pommern , wo er 1707. gestorben ist. Vonseiner Arbeit findet man in Lecinauns XotitiaI)nlver8itatl8 krsnoos. Mcolai. Namentlichwerden von ihm irgendwo die Bildnisse der beydenRechtsgelehrten Sylvester's von Braunschweig,und Marc Nhvde's angeführt.
MschaIl 0 rv (Alexander und Andreas). Sonennt Fiorillo (R- S- II. 72.), ganz ohneWeiteres, zwey Kunstschüler der Akademie zu St.Petersburg (in welcher Gattung wird nicht gesagt),die in 179^- goldne Preißmünzen, der zweyte vonerster, der erste von zweyter Größe erhalten hatten.Einer von ihnen ist wahrscheinlich derselbe, welcherseither (180/,.) im Russischen Hofkalender als Archi-tekt und nunmehr wirklicher Akademiker erscheint.
Mich»klon (Claudius), Bildhauer, geb. zuLyon 1750. Sein Lehrmeister ist uns unbekannt.Um 178h. gewann er den Preiß der Akademie, undmit demselben das Pensionat der französischen Kunstschule zu Rom . Dort befand er sich spätestensum 1788 Von ihm ist das Denkmal, welches dieFreunde des in diesem Jahr daselbst verstorbenenMalers Drouais in der Kirche St. Maria in Vialata errichten ließen. Es wurde dafür ein Concurseröffnet; Michallon gewann den Preiß, trug,gleich seinen Kunstgenoffen, zu Anschaffung desMarmors, Erztes, u. s. f. seinen Antheil Unkostenbey, und schlug dann jede Bezahlung für die Aus-führung eines Werkes aus, welches allgemein füreines der schönen Produkte neuerer französischerBildhauerkunst betrachtet wird. Dasselbe stellt inBasrelief die Malerey, Sculptur und Architekturvor, die sich, wie um die Wette becifern, auf einerPyramide den Namen desjenigen zu verewigen,dessen frühzeitiger Tod der Gegenstand ihres Be-dauerns war. Oben an befindet sich dessen Bildnißin Medaillon. Eine Abbildung davon (ohne dasBildniß) giebt Land011 Annal. Vil. 9g. undnennt es in edelm und reinem Styl verfaßt, »ndder pausamas Fran<-ais (schlechter, doch mitdem Bildniß), wo man dann von unserm Künstlerliest: „Er arbeitete täglich, um sich in einer Kunstzu vervollkommnen, die er leidenschaftlich liebte.Sein entschiedener Geschmack für das Studium desAlterthums offenbarte sich in allen seinen Produkten;»nd vortreflich wußte er zu unterscheiden, was sichvon den Meisterstücken der Antiken, nach seinemGenie anwenden ließ. Um 1797. (wahrscheinlichaber früher) war er wieder in Paris . Dorr siehtman von ihm zwey Düsrcn: Das eine von Winkel-mann, das andre von dem trcflichen alten Bild-hauer Johann Gougeon. Beyde (zuverläßig dasletztre) befinden sich in dem Museum der französ.Alterthümer; und ebendaselbst ein Abguß seinesDenkmals von Drouais in Erzt, welches er dahin— geschenkt hatte. Dieser Künstler starb 1798.höchst elender Weise an dem Fall von einem Gerüste,
Michel. 865
auf welchem er an Verzierung des Innern im fran-zösischen Theater arbeitete. »«»fair
345—4^- und Mrc.
Michail ( ), ein Niederländer; staffirte
nebst einigen andern Künstlern die Landschaften desberühmte» Jacob van Artois mit Figuren. Erblühete wahrscheinlich nach der Mitte des XVII.Jahrhunderts.
Michaud (Madame), s. Michaulr.
Michaulk (Georg), Zeichner und Stecher mitder Nadel und dem Grabstichel, geb. zu Abbeville 1762. Schüler seines Landsmanns Aliamet, demer durch seinen Geschmack Ehre macht. NebenAnderm kennt man von ihm: Acis und Galatheanach la Fosse, und ein todter Christ nach A Schia-vone für die bekannte dalerie llu palg>8 ko^al;noch 1806. für das XI.VIII. Heft eben dieser wie-derauflebenden Sammlung, eine H. Familie vonParmesan; dann einen großen Theil der Garten-parthien von Monceau (einem Landhause bey Paris ,einst dem Hause Orleans gehörig), nach der Zeich-nung von Carmontel . Rost VIII. 33/,.
* — — Michau, Michaut, auch Mi-ch» (Theobald). Starb zu Antwerpen um 1735.I. B- O le Brun in seiner Oalerie <les peintresb'iam.'Mil.-! sagt von ihm, er habe angenehm lindpikant componirk, und mit Erfolg in Leniers Ge-schmack gearbeitet. Andre seiner Landschaften habeneine so große Aehnlichkeit mit denen von Bouts,daß ein mittelmäßiger Kenner sie leicht verwechseltvon Männlich. Der winklersche Gantkatalog-führt ein Zehnd (meist schön genannte) Blätter,(Gegenden nm Brügges , Apres, an der Maaßu s. f.) an, welche le Bas, Coucher, Dequeoau-villers, Malbete und Mathien nach ihm gestochenhaben; so wie auch in den neuesten Tagen Ant.Morghen für das XI. Heft des Musee ^ran^aiseinen Winter, nach Swcbac's Zeichnung. Einekleine Abbildung dieses lctztern s. in Laudon's?a)'83Ae8 et Nableaux äe Oenre I. /5 wo zu-gleich das allerliebste Gemald beschrieben ist Dortheißt es, nach dem besagten le Brun, daß seinemeisten Landschaften aus der Natur um Brüssel genommen seyen.
— — ( ). Ob es der oben genannte
Georg, oder ein andrer Künstler dieses Ge-schlechtes sey, von dessen Entwurf eines Denkmalsfür die Armeen auf dem Platz der St. Magdalenen«Kirche zu Paris , um 180h., so wie mehr AndererEhrenmcldung geschah, ist uns unbekannt.
— — oder Michaud (Madame), einerneuern französische» Künstlerin in Paris , vielleichtGattin des gleich Vorhergehnden, wird kürzlichbey Liorillo III. 524. rühmliche Erwähnung gethan.Ohne Zweifel die nämliche, welche im Hlmansotille8 Keaux-/ 3 rt 8 von I8n3. unter den damals zuParis lebenden Bildnißmalern 8. V. Micüaucierscheint.
* Michel (Clodion), der Bildhauer, lerntebey Lambert Sigisbert Adam . (Ikc.
— — (German ), malte 1528. die Fenster-gläser für das Portal der Kathedralkirche zu Aurerre.ie ^ier/ 1) I. 6. iH- Ob derselbe nicht vielleichtein Sohn des im Lcx. kürzlich erwähnten GerardMichels seyn dürfte? Fiorillo 1>I. roh. scheintdiesen Künstler unter die Schüler oder doch Nach-ahmer des Primaticcio zu zählen.
— — (I. ), ein französischer Maler. N.Bazin, I. le Bacyen u. s. w. haben um den Anfangdes XVlll. Jahrhunderts Bildnisse nach ihm ge-stochen ; jener der Sachs. Henriette dc Foix deCandale, dieser des Minnner-Mönchen EmanuclMaignan.
— — (Johann Baptist), Zeichner und Stechermit der Nadel und dem Grabstichel, so wie inPunktir- und Röthelmanier, geb. zu Paris 1748.
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