Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
893
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Molle.

racino, geb. 1677. zu Savigliano in Piemont,und gest. um 1640. Lanzi <ll. 2. Z66) 8. V.

nennt ihn , unter den Künstlern seinesLands und seiner Zeit, als einen Mann von nichtgeringem Verdienste. Die meisten halten ihn füreinen Schüler der Carracci . Daher, oder wenig-stens von der Nachahmung dieser großen Kunst-lichter, sein rühmliches Epitheton. Nach dem Padredella valle indessen hatte er in 1621. noch alsein ziemlich schwacher Künstler und unfester Zeich-ner in seinem Vaterland gelebt, und alsdann,durch Beystand einiger Maler von seiner Bekannt-schaft, weitere Fortschritte gemacht; wozu dannvielleicht das Studium nach einigen Gemäldenund Kupferstichen der Carracci nicht wenig bey-tragen mochte. Noch mehr Zweifel hegt der sorg-fältige Graf Durando über seine Bildung in dergedachten Schule. Wie dem immer seyn mag,(fährt dann Lanzi fort) zeigt er sich in seinen bes-sern Werken als ein korrekter, energischer Zeich-ner, wenn auch nicht edel, doch lebhaft und man-nigfaltig in seinen Männerköpfen, dafür freylichnicht sehr graziös in den weiblichen; ein guter,Heller, doch bisweilen etwas schwacher Coloristalso abermals nicht nach der Carracci Weise. ZuTurin hält man eine Abnehmung vom Kreuze inSt. Dalmazio für sein beßtes Bild, woran indes-sen das Gedränge der Figuren (auch nicht der Bo-logneser Art und Kunst) gerügt wird. Wer in-dessen theils seinen eigentlichen, theils seinen vollenWerth kennen will, muß ihn an seinem Geburtsortsuchen, wo alle Kirchen von seiner Arbeit besitzen.S. oben den Art. Johann sslarees, den Einigefür unsers Molinari Meister halten. Einen Mannvon großem Geiste möchten wir ihn, nach all'Obi-gem , mit Fiorillo II. 9ZH. denn doch kaum nennen.

M 0 l l 0 (Lranquillo), ein Kunsthändler in Wien ,(oder Salzburg ?) bey welchem 1800. vier Heftevon Reissers malerischer Reise durch Salzburg ,mit Kupfern nach Schlotterbeck's Zeichnungenerschienen waren. Oeffenrl. Nachr.

Molner (Mr. Friedrich), von Erfurt , goßlUo. den mekallnen Laufstein in der Cacharinen-Kirche zu Brandenburg , Mcolai.

* Molo (Caspar), s. Mola.

* Molyn (Peter de), der altere, Maler undKupferetzer, geb. zu Harlem um 1600. SeineLandschaften staffirte er mit frey behandelten Fi-guren aus; seine Färbung war frey und natürlich.Eine Bauerngesellschaft unter freyem Himmel siehtman von ihm in der Münchner r Galerie, vonMännlich. Dieser Künstler hat sich auch durcheinige geatzte Blätter von schöner Wirkung desHelldunkels bekannt gemacht. Dieselben werdensehr gesucht, und sind eben so geschätzt, als dievon Johann van de Beide, in dessen Geschmackesolche gearbeitet sind. Rost V. 385 . nennt zweyFolgen von dergleichen, jede von 4 Dl. mit Bauern-hütken und Figuren staffirt, und von 1626. datirt.Bartsch IV. 910. indessen will von unserm Mo-lyn einzig eine der gedachten Folgen kennen, undglaubt, daß die andre, unbedeutende, und bloßmit p. ül. inv. bezeichnete von irgend einem Ano-nymus herrühre. Von der ihm bekannten, höchstseltenen, urtheilt er: Sie sey ganz mühelos, fastmit bloßen Umrissen geätzt, und enthalte Gruppenvon sehr wohl gezeichneten Figuren , in Landschaf-ten, deren verschiedene Gründe geschickt angebenseyen. Zu bemerken ist dann freylich, daß Rostseine beyden Folgen ausdrücklich mit dsoü/ntec. 162h. und nur die eine noch mit dem exc.bezeichnet wissen will. Gestochen nach ihm dannhaben W- Akersloot; G. Baillö, eine Landschaftmit Vieh; I. van Goyen, eine Landschaft; S.Middimann: tbs Oktale; H. Spilmannd. See-prospekte mit Schissen und kleinen artigen Figu-ren; I. van de Beide einen großen Prospekt derStadt Harlem in drey Blättern, hauptsächlich aber:I'Ltoils <ies Uois oder la Veille cle troi8 iioiz,und: la I.LUterno maligne, zwey eben so schöne.

Mona. 893

als in guten Abdrücken seltene Nachtstncke; undendlich die 12. Monathe von Weirotter. /^ürk/r»'.

* Mombard ^G.). So heißt irgendwo, ohneWeiteres, ein Kupferstecher, von dem man eineTaufe Christi nach F. Albani kenne.

* M 0 mbasili 0 ( ), arbeitete zu Turin

um ili7o. Lanzi II. 2. äyö. der ihn kurzwcg ei-nen Bildnißmaler für den dortigen Hof nennt.

* M 0 mpekli (kucas). In seinen ersten Wer-ken folgte er seinem Meister Bonvicino; nachheraber arbeitete er ausss Süße hin, und gab in ei-nen ziemlich nervenlosen Styl. Den bemerkens-werthen Grund dafür s. im Lexicon. Danr:r II. ioo.

Mommaerrs (Johann), Goldschmied ausder Gemeinde St. Lorenz bey Antwerpen, erhieltin 1808. von der Kunstakademie zu gedachtem Ant-werpen das Acceffit für Zeichnungen von Zierathen./>»///. ^»ü/.

*Momnrers (Heinrich). Von diesem wenigbekannten niederländischen Künstler liest man beyvon Männlich:Er malte schöne Landschaften,und hatte seine Kunst in den Gegenden von Rom nach der Natur studirk. Seine Färbung ist wahrund kräftig". Die Galerie von München besitztvon ihm eine Landschaft mit einer Bäurin die ei-nen Eimer trägt, nebst Kühen und Schaafen staf-firt. Dann findet sich in Mensel's N Mus.85 . aus der Sammlung des H. Kaufmann Fi-schers in Potsdam von ihm beschrieben: DerProspekt einer Straße in Rom mit einem Kräuter-und Wildpretinarkt, von welchem es dort heißt:»Die Figuren sind brav gezeichnet und gruppirt.Ueberhaupt ist das Gemald ausgeführter, als diemeisten dieses Künstlers zu seyn pflegen".

* Momper (Jost), genannt Eervrugbr.Er malte" (heißt es bey Männlich)mit aus-serordentlich leichtem und flüchtigem Pinsel, ver-nachläßigte dabey das Studium der Natur, undward manierirt". Dagegen liest man bey Wa-reler.-Da man nicht weiß, wer sein Meisterwar, so nimmt man an, daß er keinen andernals die Natur gehabt, und daß diese es sey, welcheihm eine Manier eingeflößt habe, die keiner ir-gend eines Malers ähnlich gewesen, dessen Werkeer habe sehen können. Betrachtet man seine Bil-der in der Nähe, so bieten sie nichts als flüchtige(nicht, wie es bey Heydenreich heißt, geruschre)Entwürfe (e8c>ul88es touokee8) dar; sieht mansie in angemessener Entfernung, so thun sie dieWirkung der Natur, die er immer zu Rath zog.Er war glücklich in der Wahl seiner Gegenden,reich in weit verbreiteter Composition (I'etenstusyui'l llonnoit üe 5L8 compositlons), verständigin Ausspendung der Lichter, und geschickt in denAbstuffungen; aber manierirt in der Form seinerBäume, und sein Colorit gewöhnlich allzu gelb-licht. Seine Landschaft staffiere er mit kleinenFigürchen (und Thieren); bisweilen thaten dieswie schon das Lex bemerkt), Teniers ^der Vater)und der Sammt-Breughcl für ihn. Was aber im-mer das Verdienst dieses Künstlers seyd mochte,so werden seine Arbeiten, ihrer erwähnten Nach-läßigkeit wegen, wenig geschätzt". Das Jahrseines Todes ist unbekannt. In der ehemaligenKönigl. Französischen Galerie sah man sechs Bil-der von ihm. Auch die Galerie zu München be-sitzt von ihm eine gcbürgichte Landschaft. Von ihmselbst, mit starken Striche» geätzt, kennt man einegroße, durch ungeheure Felsen gesperrte Gegend,mit Figuren; ein sehr seltenes Blatt.

Gestochen dann nach ihm haben auch C. Visscherden Frühling, E. van Panderen den Sommer,Th. Galle den Herbst und Winter. Rost V. 3 i 5 .(wo es heißt: C. Visscher alle vier Jahrszeiten)und

* Mona, Monna oder Monio, auchMora l.Dominicus). Nach Lanzi II. 2. 247.st. er 1V02. 52. I. alt. Mona heißt er auf sei-nem Grabstein. Nachdem derselbe allerley Hand-