Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
894
JPEG-Download
 

894 Monaco .

werke, eines Mönchen / Pfarrers, Arzts und Rechts-gelehrten versucht hatte, war und blieb er endlichein Maler, wobey eine warme Fantasie, eine fer-tige Hand, und vieles Wissen gute Dienste leisteten.Kaum hatte er von Jos. Mazzuoli einigen Unter-richt erhalten, so hielt er sich schon für einen Ma-ler, und stellte seine Werke öffentlich aus. Da esihm aber noch am Technischen gebrach, seine Kö-pfe einförmig, seine Drapperie steif, seine Bilderüberhaupt schlecht vollendet waren, so that er ebeneiner Stadt wie Ferrara, wo es Kenneraugengenug gab, schlechtes Genügen. Bisweilen machteer es denn doch ziemlich gut. So in seinen bcp-den Geburten (der 5 ). Jungfrau, und Christi ) zuEt. Maria in Vado, wo das Colorit ziemlich Flo-rentinisch nach damaliger Zeit, und hin und wie-der gar von venetianischem Safte ist. Für seinBeßres indessen hält man eine Grablegung in derCapitular-Sakristey des Doms zu Ferrara . VielAndres gränzte dann ans Mittelmäßige, gefielaber doch immer durch eine gewisse Kühnheit undein Ganzes, das von Genie zeugt. Namentlichauch seine Färbung bezauberte den großen Haufen,wenn nicht durch große Wahrheit, doch durch einziemliches Leben. Einiges dann war in der Thatso schlecht, daß sein Schüler Bambini sich seinererbarmte, und es ritoccirte. Das Alles indessen laßtsich erklären, wenn man weiß, daß dieser Mannein Halbnarre war, endlich in wirkliche Frencsieverfiel, und in solcher einen Höfling des KardinalAldobrandino tödtetc, worauf er entweichen mußte,die Höfe zn Modcna und Parma besuchte, und anletzterm Ort wieder in seinem bessern Geschmackemalte. Grlandi s. v. Mora rühmt noch von ihmzwey große Bilder im Vresbyterium der St. Pauls-Kirche zn Ferrara , welche die Bekehrung und dasMartyrthum dieses Heiligen vorstellen. Seine Blü-thezeit scheint in 1570-80. zu fallen. II.

2. 247-49.

* Monaco (Peter), Zeichner und Kupferste-cher, geb. um 1708. (heißt es bey Rost IV. 221.höchst irrig), nennt doch Gandellim von ihm einschon mit 1740. datirtes Bildniß St. Thomas vonAquino , und gab er vollends schon >745. seine erstekacoolta <li 55 . Istorie sacre. (Or. in pol. Venet.)und nachwerts (1783.) die mit 57. Bl. vermehrte neueSammlung derselben, lauter fromme Gegenständenach Venetianischen Malern, und zwar (wie Hei-nscre: läöe Zönör. p. 95. bemerkt), so, daß er die-jenigen, welche ihm nicht religiös genug vorgestelltschienen noch geistlicher machte. Rost l. c.führt von ihm 16. Blatter, ein Derzcichniß meinessei. Vaters gegen ioo. nach folgenden Meistern a»:A. Arrigoni, A. Balestra, I. Belino, P. Bembi,Berghem, P. Bordone, P. Caliari, S. Cantarini,M. Cardisco, I. Carpioni, H. Carraccio, Castig-lione, Cignani, L. Dorigny, D. Fetti , I. Fora-bosco, A. Fumiani, I. Ghisolfi, L. Giordano,P. Liberi, L. von Leyden, I. Lys, S. Manaigo,I. Matthäi, P. Mulier, Piazetta, Pittoni, I.da Ponte, M. Preti, Rembrandt , S. Ricci, I.Nobusti, Ph. R006, P. Rubens , A. Ruthart, F.Solimena, B. Strozzi, A. Tempesta, I. B- Tie-polo, Trevisani, Tit. Vecelli, P. della Vecchia,I. Zais, und F. Zuccarelli. Unter denselben nenntFüßli I. 2Z4 25 . die Parabel mit dem Splitterund Balken im Auge, und Tobias der seinem Va-ter zum Gesicht hilft, beyde nach Fetti dannEva die dem Adam den Apfel bietet, nach Robusti,in die Sammlung von Louisa (l. c. l!I. 97.)die Flucht nach Egypten und den Fischzug Petri,beyde nach Giordano (I. c. 2o56> und end-lich Jakob und Rahel, und Jesus welcher derMagdalena als Gärtner erscheint, beyde nach So-limcna (l. c. 212 - iZ), und beschreibt die Gemälde,ohne übrigens die Stiche zu beurtheilen. Vonweltlichen Blattern kennen wir von ihm einzig dasBildniß Eansovino's nach Titian , und eine Land-schaft nach Berghem.

* Monaco dell Isole d'Dro, s. Cibo.

M 0 n c e.

* Monaco (Carl). Seine Sk.Cajetan und St.Frauciscus hat M. Sorello in Kupfer gestochen.

* Monaldi oder Monaldini (Paul), einSchüler von Andr. Locatelli, malle in desselbenGeschmack, aber von geringerm Werth in Absichtaufrichtige Zeichnung. Colorit und natürliche Gra-zie, welche (sagt Lanzi l. 571.) gleichsam dasSalz seiner Gattung (der Bambocciadcu?) aus-macht.

* M0 nami (Peter). Derselbe ward geb. aufder Insel Jersey , und einem mittelmäßigen Leh-rer übergeben; fand aber in der Natur, die erfleifsig kopierte, ein besseres Muster. Da er ausseiner Wohnung das Meer in der Nähe und Ferne,und das Spiel der Wogen an den nicht weit ent-fernten Klippen des Gestades genau bemerken konnte,so malte er die vergänglichen Phacnomene des Oce-ans mit bewundernswürdiger Treue. Seine Werkesind jedoch selten, und ausser England wenig bekannt.In dem Saal des Gildenhaufts der Maler zuLondon findet man von ihm ein großes Bild mitder Jahrszahl 1726. Er st. zu Westminster 1749.Fiorl'llo V. 546 47 - Zwölfe von ihm und Swayiiegemalte und von Parr schön gestochene Marinenführt der Katalog von Brandes an.

* Monarr ( ), der Kupferstecher. Von

ihm kennt man das Bildniß des Fr. Ant Corrariusnach A. Nazari.

Monaro, ein Beyname von Joh. Mariadt Piers, in gegenwärtigen Zusätzen.

Monce (I. de la), ein Bildnißmaler, der sichwahrscheinlich um 1670. zu München mit seinerKunst beschäftigte (vielleicht der Vater des Folgen-den). Nach ihm hat C. G. ab Amiing etliche Blät-ter, unter denselben das Bildniß der ChurfürstinHenrielte Adelheid von Baiern (1675.) gestochen.M>c.

* (Remond Ferdinand de la), fran-zösischer Zeichner und Baumeister, geb zu Mün-chen 1678. und gest. zu Lyon 175Z. Den erstenUnterricht erhielt er von seinem Vater; alsdannvervollkommnete er sich zu Paris und Rom . Nachseiner Rückkehr verheurathete er sich zu Grenoble ,und schlug darauf 1731. seinen Wohnsitz zu Lyon auf.Uebcrall, wo er hinkam, ließ er Beweise seiner Kunstzurück. Zu Paris zwar arbeitete er noch meist fürdie Buchhändler. Zu Rom erhielt er von demHerzog Regenten den Auftrag, das Kabinet derKönigin Christina von Schweden , von dem dama-ligen Besitzer desselben, dem Herzog Vracciano, zuerhandeln. Hauptsächlich aber halte Lyon ihmmanche Verschönerung zu verdanke». Von ihmist die Zeichnung und Leitung der dortigen Bautedes eben so einfachen als edeln Portals von St.Justa; der Eingang des großen Hospitals mitseinen Flügeln und prächtigen Vorhalle, die sichmit einer Kupole endigt, und der Fa<;ade demVorplätze gegenüber; der Rhonequai von der Ka-pelle St. Esprit bis zum Port du Libre, und dieprächtige Kanzel der Dreyeinigkeits-Kirche, dieman für ein Meisterstück sinnreicher Kühnheit halt.Mehrere Unpäßlichkeiten veranlaßten, daß er dieAusübung der Baukunst frühe aufgab, und sich nurnoch von Zeit zu Zeit wieder mit Zeichnungen fürdie Kupferstecher beschäftigte. Nach ihm sind z. B.die Blätter zu der schönen Lausanner-Ausgabe derUebersetzung von Pope, und zu den vier Theilender Lsss^s sur I'blistoire cio 8cionces, clesKollos kettres et cles Arts 8^. k^on elies losfröres Oupla'm. Dann haben, nach seiner undGirards Zeichnung, L. d'Aigrcmonl, M. Daquoy,Fonbonne und A. Herisset gestochen: Vues clesPalais et ^arclins rlu üov; ferner, nach ihm be-sonders, Amling(?), Daudet, Cl. Dufios u. Poiliyeinige Bildnisse (letztrer Ludwig XV. wie er daserste Lit de Justice hält); B. Audran mathema-tische Thesen; F. Blondei Oocorakion <le LboeurUe di. O. n Paris ; A. Herisset den großen Altar