Moreland.
Den ander» Morgen, bey einer nüchternen Audienz,warf ihm der Freund seine Liebe zum gemeinenVolke vor. Jetzt zog Morland eine seiner beßicnZeichnungen hervor, in die er gerade das Innerejenes Hauses mit allen seinen vier - und zwey-fiißlgen Einwohnern mir der größten Wahrheit auf-genommen hatte, und fragte, wo er denn solchesfinden könne, wenn er es nicht in der Mitte derGemeinheit suche? Und diese Zeichnung war dieScizze zu einem seiner beßten Gemälde. — Mor-land eröffnete in der ehemaligen Poeten-Galerievon Macrlin eine eigene Galerie, welche imi Ge,malde enthielt', und i8u5. von einem Privatmanngekauft wurde» Die meisten sind in Kupfer ge-stochen von seinem Schwager Ward. — Keinerübertrug je der Leinwand plumpere Bauer», be-soffenereMatrosen, treuere Esel und fettcreSchweiuea!S Morland, dessen Genie wirklich in dem Fachegrößer als sein Gegenstand war. Seine ausführ-liche Biographie von I. Hasse!: Nemoirs c>k tüeUko ot' ths late Moi Zaust» wird, so wie
das Meiste andere, über ihn Geschriebene, vonseinem spätern Biographen und zwanzigjährigenFreunde Lollmgs für unzuverläßig und zum Theilfür verläumderisch erklärt. Das Wichtigste ausden Nachrichten dieses letzter» findet sich, wie schonerwähnt, in den Eng!. Misc. von 'I. T- Hültnerertrahirt. Da Morland unstreitig der größteTrinker in England war, so hat man sein Bildnißmit einem Glas in der Hand. Ein andres, vonR. Müller gemalt, und von W. Ward gestochen,soll das ähnlichste seyn. Noch erschien ein drittesi8»5. nach einem Urbild, von ihm selbst gemalt.In 1806. sah' man: a derjes of prinks illustra-tive nk a countrv lil'e, )kkor/a»st, gestochenvon Thomas VOilkinson.
* Moreland ( ), des Obigen Vater,
hieß G. Heinrich. Nach ihm haben W. Blocke,Eorbutt, P. Dawe, E. Dayes, Th. Gaugaln,R. Houston, G. Keating, G. Kingth, Nilson,I. Watson und I. Wilson, fast lauter schöne Blät-ter, theils Bildnisse, besonders aber Gattungsstückemeistens in Schwarzkunst geschabt, von welchen derKatalog von Brandes ein Zehnd, ein Derzeichnißmeines sei. Vaters aber ein Zwanzig anzeigt, understrer: Das oben in Georgs Art. erwähnte schla-fende Mädchen, welches ein junger Mensch miteinem Faden unter der Nase kitzelt, von Dawe, wohlirrig ihm zuschreibt. Sechs Blätter von diesem letz-tem, nach unserm Morland, sind bey Rost IX.s v. Darve (.mit 1759—79. dakirt): Zwey schöne,Louisa betitelt, aus dem Gedicht der Miß Bowlers. v. Ga.ugain (mit 1789. datirt), was oben eben-falls unter dem Evh» erscheint, dann noch zweyandre, die Bauern-Amme und ein Knaben-Exer-citium, 8. v. Renting angezeigt.
Morland (Mistriß). So nennt Fiorillo(V. 871.) ohne Weiteres eine englische Malerin ausder letzten Halste des XVlll. Jahrhunderts, derenArbeiten im Salon zu Liverpool (1787.) zu denbessern gehörte.
* M 0 rell (Andreas). Die merkwürdige Ge-schichte dieses berühmten Mannes verdient beyFüfili II. 169-195. ganz nachgelesen zu werden.Hier nur zerstreute Züge. Die Münzkunde studiereer anfänglich deswegen, weil sie ihm die Erzählun-gen der Geschichte theils bewahrheiten, theils wider-legen sollte. Carl Patin, den er zu Basel , undEzechiel Spanheim , den er zu Paris kennen lernte,dienten ihm hauptsächlich zu Vorbildern, und zurErmunterung etwas mehr als Gewöhnliches zuleisten. Die reife Frucht alle dessen war sein The-saurus, weicher aber bekanntlich erst Zo. und 5<i.Jahre nach seinem Tod erschien. Zu seinen Wider-wärtigkeiten in französischem Dienste gehörte esvornehmlich, daß er dreymal in die Bastille ge-worfen wurde — es versteht sich, weder Er noch
Mo.relli« 91-
Andre erfuhren niemals warum: Die gemeinsteVermuthung war, um ibn abzuhalten, dem Rufenach andern Höfen zu folgen. Diesen Unfall ertruger mit Gleichmuts), und schrieb darüber an Loyuard:Er hoffe, daß er, auch im Kerker eingeschlossen,in einem neuen Glanz erscheinen würde, und seineHoffnung betrog ihn nicht. Nach Rainsant's Todewurde ihm die Oberaufseherstelle über das Könjgl.Münzkabmet, unter dem Beding aufgetragen, wenner Katholik werden wolle. Er schlug es aus. In,Abzeichnen von Münzen besaß er wirklich eineStarke und Geschwindigkeit ohne gleichen; mitwenigen Zügen wußte er seine Köpfe gleichsam zubeseelen, denn erhärte ihre Abbildungen, und ebenso auch den Jnnhalt der Reverse, auch ohne dieHülfe der Originale, im Gedächtniß. Endlichtrieb ihn vollends die Bigotterie eines Geistlichenvon Paris nach der Schweiz zurück, wo er in 169s.wieder anlangte. Sofort erhielt er einen neuenRuf von dem Grafen von Schwarzenburg-Hohen-stein, und machte für denselben eine numismatischeReise nach Holland, wo er sich aufs genaueste mitPcrizonius verband. Von da gicng er nach Berlin ,wo er abermals erfuhr, daß Hofluft nicht daswahre Element für großherzige Wissenschaft sey.Nachdem in i/on. eine Apoplexie ihn des Gebrauchsseiner rechten Hand beraubt hatte, nahm er ChristianSchlegeln zu seinem gelehrten Gehülfen an; undstarb dann endlich (ixvZ.) auch am Gemüth ange-griffen. Der bekannte Jesuit Jouberr zeugte vonihm, nach seines Ordens Weise *). Hinten anseinem 't'üesnurus dlummor. Imperat. findet sichvon Gor, eine Erkläruna der Trajanischcn Säule >welche Morell während seines Aufenthalts zuParis , nach den dortigen Modellen in Gips, auf sgenaueste gezeichnet harte. (Wo mögen wohl dieseZeichnungen hingerathcn seyn?).
Morelle ( ). So heißt bey Meusel,
(Mus- Vl. 96.) ein französischer Kupferstecher,der nach Ph. Hackcrt, Moore u. s. w. Landschaftengeliefert habe. Nach diesem letzten, (1788.) nament-lich ein Dianen-Bad (Pendant zu der Dianen-jagd, uach Ebendemselben, von Morghen), wobeyder Maler den Stecher selbst geleitet habe; mitdem Beysatze: „Nach Woollet dürfte, besonderswas den Effekt betrift, nicht leicht etwas Besseresin dieser Art gesehen werden."
* Morelli (Bartholomö). Es gelang ihm,(sagt Lanzi H. 2. iciö.) vornehmlich in Fiesco.Besonders rühmt man die Kapelle des HausesPepoli bey St. Bartholomauö dei Porto, welchevon der Decke bis zum Fußboden »0 schön von ihmbemalt ist, daß man solche in Absicht auf Zeich-nung und Colorit für Albani's Arbeit nehmen möchte.
* — (Franz). Auch bey Lanzi I. 502.heißt es, daß man diesen Maler von Florenz durchnichts anders kenne, als daß er der erste Lehrer vonJohann Baglioni gewesen sey.
* — — (Fulgentius), Vater des folgendenLazarus, s. den Art. dieses letztern im Lexikon.
— — (I-B-). So nennt Heinecke (I-löseenörale p. 72.) einen ^ wahrscheinlich Dologne-sischen Künstler, der das Titelblatt zu den 1707.^von Zanottl cdirten ?itture cll Dba/str
e lViccolo nell 1n8titutc> sti llolo^n»
gezeichnet habe, und der somit keiner von denMorellr des Lex. (etwa ein Nachkömmling desBaumeisters Barrholonrö M?) seyn kann.
* — — (Lazarus). Zwey seiner Arbeiten,den Engel mit den (b'leaux?). und das GrabmalClemens X. s. in Bonnani s bl. ll. p. 716- undRmt. Vempl. Vst. p. 91.
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