Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
917
JPEG-Download
 

Moroni.

noch in Composition, noch selbst in der Zeichnungzu vergleichen, welche letztre an Trockenheit nochziemlich der Quatrocenkisten ihrer glich. DiesenFehler bemerkt j)asta (Ouiäa äi öer^smo) selbstin einem seiner beßten Werke (der Krönung der

H. Jungfrau) all« Trinita daselbst, so wie es hin-

gegen sehr schön colorirt ist. Wahrheit, Geistund Leben dann findet man übrigens in allen sei-nen Köpfen; so daß dießfalls aus der vcnetiani-sehen Schule seit Litian keiner so berühmt war-wie Er. Dergleichen befitzen z. B. die Galerie Car-rara, die Grafen Spini, u. a. welche wahrhaftzu athmen scheinen, und eben so Titianeschisch drap-pirt sind. Wollte man je etwas daran aussetzen,so wäre es mehr Musterhaftigkeit in der Zeich-nung und Stellung der Hände. II. 99.

Nach ihm hat G- D. Eampiglia sein Bildniß inder Gallerie zu Florenz , und A- Scacciaki eineDarstellung im Tempel, nebst der obenerwähntenKrönung der H. Jungfrau gestochen.

* Moroni (Peter), ward bisweilen auch Ma-rone Bresciano genannt.

Moroflni (Franz). Lanzi I. 2Z1. giebt Fi-dani (Schulet von Bilivelti) für seinen Lehrmeisteran. In dessen Styl malte er z. B-Pauli Bekehrungbey St. Stephan zu Florenz .

* Morouiile s. Maroulles.

Morozzi (Ferdinand), ein Edelmann vonColignano, gab in 177». einen architektonischenTraktat: «leite Oase äs OontaälNl. Ob er selbstausübender Künstlet war, ist uns unbekannt.

Morret (I. B.)- Kupfetstecher zu Paris ,gravirte in getuschter Manier, mit Farben. Im

I. t 8 c> 5 . erscheinen so von ihm die Bildnisse desKais. Napoleons im großen Caremonienhabit, unddes Pabst Pius VII. letztrcs nach einem nach derNatur sehr ähnlich gemalten Bilde von GatncreyrUnd seither, nach dc Marne : promenuäs äu Pla-tin äs L'snelon, und ?rvmenaäe ciu 8oir äsülr. äs lVIaleskerbes, welches (von P. M. AUFangefangen), er nur vollendete (Pr. 18. Fr: jedes.)

Morris (Robert). So nennt/iorillo V. 628.einen englischen Baumeister des 11 t. Jahrhun-derts, der in einem reinen Geschmack gearbeitethabe. Von ihm kennt man: Hectuess of -Vrcln-tsoturs in zwey Octav-Bändcn- welche viele brauch-bare Nötizze» enthalten.

(Thomas)- Stecher mit der Nadel unddem Grabstichel, geb. in England um 1760. undblühend um 1775 8 Z. Schüler von Woollet,arbeitete Vieles für den Boydelschen Verlag, undwird zu den guten englischen Landschaftstccherngezahlt. Von ihm führt Rost IX. 3 b 8(-9. einDutzend Blatter dieser Gattung nach G. Darret,A. Euyp, Gilpin- Loutherbonrg, W. Robertson,P. Eandby und G. Smith an; von welchen derBrandes'sche Catalog j B die Neigerbaitze nachGilpin ein schönes Blatt nennt. Bisweilen ar-beitete er auch. nach der Britten Weise, gemein-schaftlich mit Barwlozzi, F. Heare, W. Thomasu. s. f. wo denn die Landschaft von ihm, die Fi-guren (z. B. in der Fuchsjad nach Gilpin) vonBartolozzi waren. Irgendwo finden wir auch vonihm, aus seiner frühesten Zeit , eiu Gattungsstück:la b'emme rusee, nach I. Collet, angezeigt.

( ). So heißt auch irgendwo, ganz

ohne Weiteres, ein berühmter, wahrscheinlich eng-lischer Edelsteinschneider.

Morrison (C.). So nennt Basan(.ssc.)einen uns sonst ganz unbekannten Künstler, der1788. zu London zwey große Meeraussichte» , wo-rin man verschiedene bekannte Fahrzeuge zu Dou-vres u. s. w. wahrnimmt, nach Dood (R. Dodd?)gestochen habe. S. oben auch Morison«) Welchen Garrik (wie wir einiges Tag selbst pvn ihmnannte.

Mortimer. 917

Mortier (Peter), und seine Nachkommen,waren niederländische Kunstverleger des X VIII.Jahrhunderts (170547.), aus deren Verlage einVerzeichniß meines sei. Vaters hauptsächlich Land-charten, Plane von Städten, Gegenden, Belage-rungen u. s. f. anführt Von ganzen Werken:sUnns äss toutes les Villes äs 1 s kiollsriäsLZlises et Därstces puklics äs Is Vllle äs Oezr-äen lVInisons st )sräins äs -(orkvllet I»celsbre Ville ä')Vmsteräsm etc. c»u l'on vollses principäles LZIises, ses Däistces süperbes,ses Keiles Vues etc. le tont äessine sur leslieux les strincipsux Käistces et Vues äsla Ville äs kottcräam. Dann die große Bibelvon Luyken u. s. f.

* Morrimer ( Johann Hamilton). Anstattdieses Art. im Lex. setze:

Maler und Kuvferatzer, geb. 17/,,. (sl. b. 1740.)zu Eastbourne in Sussex, der Sohn eines dorti-gen Zollbedienten. Derselbe ward mit allen An-lagen zu einem großen Maler, einem fruchtbarenGenie und der lebhaftesten Einbildungskraft aus-gerüstet. Den ersten Unterricht in der Malereyempfieng er von seinem Oheim, einem mittelmas,sigen Künstler, von dem man ein Altarblatk inAylesburychurch antrifft; späterhin kopierte er dieNatur, vorzüglich die wilden und romantischenSecküsten. Da sein Vater stets den Schleichhänd-lern und Spitzbuben, welche dort ihr Wesen trie-ben, auf der Spur seyn mußte, und der Sohnihn oft bey dergleichen Expeditionen begleitete,so hatte er Gelegenheit, ihre Schlupfwinkel undsie selbst genau kennen zu lernen, und wußte sieso vortreflich , wie SalvatorRosa *), zu zeichnen.Nachdem er sich eine Zeitlang unter Hubson's Lei-tung gebildet hatte- ging er zu Reynolds über,und hattö damals Wright aus Derby zu seinemMitschüler. Einige Bilder von ihm, welche Ci-priani und Moser zu Gesicht bekamen, wurdenvon diesen Künstlern so schön gefunden, daß sieihn dem Herzoge von Richmond empfahlen, derihm seine Galerie öffnete, und ihn gerne in seinebesondern Dienste genommen hatte. Die erste Ar-beit, die den Grund zu seinem künftigen Ruhmlegte - war die Bekehrung der Britten durch denH. Paulinus (gegenwärtig das Altarblatt einerKirche zu Chipping-Wycomba). In 1774. verfer,tigke er einen Eyclus von vier Bildern (jetzt imBesitze des Arztes Kippis, in der Gegend von Bu-ckingham), die er die Sruffenfolge des Lastersoder den N?eg zum verderben betitelte, undwelche die vier Momente aus dem Leben einesRäubers, von seiner Anwerbung an bis ins Ge-fängniß, darstellen. Der LVeg zur Tugend,den er ebenfalls malte, wollte ihm nicht glucken;vielleicht, weil er damals ein zu ausschweifendesLeben führte, das er jedoch - auf Anrathen seinesFreunds, des Dr. Bates, änderte, der ihm einegeräumige Wohnung und einen fchönen Gartenzu Ayleöbüry einräumte. Um diese Zeit legte ersich mit vielem Ernst auch auf die Bilvmßmale-rey, und fand so großen Beyfall, daß er durchdiesen neuen Kunstzwcig 90«. Pf. Sterl gewann.Sein ganzes Wesen schien sich zu andern; so lie-derlich er sonst gewesen war, so ordentlich und frommwurde er nun, und erwarb sich daher allgemeineLiebe und Achtung, starb aber in der Blüthe seinerJahre 1779. Seine Hauptwerke sind folgende:König Johann, der die Magna Charta unterzeich-net; die Schlacht bey Ägincourt; ein allegorischesBild auf die Gesundheit; zwölf Charaktere nachShakespeare , nebst der lragiichen und komischenMuse, der Malerey und Dichtkunst; Homer , derden Griechen seine Gesänge detlamirt (dey Mc.Alex Wtight); eine Zauberin, die von einem Mäd-chen um ihr Schicksal befragt wird; Pompejus ,dcr von einer Wahrsagerin deuÄuSgang der Schlachtvon Pharsalia erfahren will, u. s. f. Seine Bild,nisse, die jeovch «einem Geschichtlichen nachstehn,sind ebenfalls zahlreich. Fiocillo V. -47 49 -in Italien horten) bin Shakespeare unter den Künstler»!