Band 
Zweyter Theil [2].
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918
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In einer Charakteristick von ihm bey Rost heißtes dann:Seine Köpfe und die Extremitätenseiner Figuren sind mit Geist und Feinheit behan-delt , und die Zeichnung ist meistentheils richtig.War er in etwas zu tadeln, so ist es in der Eile,mit der er seine Gedanken entwarf, da er näm-lich nicht immer die ganze Aufmersamkeit anwandte,welche historische Compositionen in Ansehung derProportion der Figuren erfordern; bey ihm sindsie oft etwas schwerfällig. Dieser Fehler ist aberdurch die Fertigkeit seines Pinsels und durch denfreyen Schi seiner Werke vergütet. Seine Zeich-nungen dann stehen bey den Kennern in fast nochgrößerm Ansebn, als selbst seine Gemälde. Da-hin gehören diejenigen im Besitze der HH. RichardPayne Knight, Josua Fortnum u. a. Mehrerederselben sind theils von ihm selbst, theils vonseinen Schülern, I. Haynes, R. Blyth u. a. geätztund gestochen. So z. B. die schon genannten 12.herrlichen Charakterkopfe nach Shakespeare (1772.3<z. kort. welche in England selbst nicht mehr zufinden sind); i 5 . Studien nach S. Rosa, G. Lai-resse u. a. (1776.), und: Natur und Genie führenGarrik in den Tempel von Shakespeare (1779 ),endlich eine Madonna, die den jungen St. Jo-hann lesen lehrt, nach Guercino , aus ReynoldsSammlung (diese aste von ihm selbst geatzt). Ueber00. andere, nach ihm, von seinen beyden gedach-ten Schülern führt der Catalvg von Brandes an.Seine übrigen Stecher waren Th Burke, W-Dlckinson , I. Dixon, R. Dunkarton, V. Green,C. Grignion, I. Hall, Ponnet, S. F- NavenetW. Ryland, I. B- Smith, deren Blätter in ge-dachtem Catalog u. a. w. bald alle schön, unddort als die vorzüglichsten genannt werden: Derschon erwähnte St. Paulin predigt den Britten,von Haynes geatzt; die Schauspieler Persons undMoody im Charakter von Varland und Maj. O'Fia-herty (Westindier Act IV. Sc. 9.) von Dickinsongeschabt, ein seltenes Blatt; nach den ebenfallsschon oben angeführten Bildern die Schlacht beyAgincourt , und König Johann bestätigt die MagitaCharta (zwey wunderschöne Pendants), beyde inpunktirter Manier, jenes von Burke, dieses vonRyland; und: Pompejus , der die Erichthv überden Ausgang der Schlacht Raths frägt (eine sehrgelehrte Compositioni von Dunkarton. Rost IX255 27 - Lonk. Ebendas die Art. Blvrh, Burke,Dickinson, Dunkarton, und v. Green. BeyDallaroay II. 207. heißt es: Daß, nach denCartons unsers Künstlers, Pearson (1776.) dieFenster der Kapelle des Brazenose-Collegiums zuOxford gemalt habe. Eben so entwarf er denCarton zu dem großen Gemälde, welches Jarvisfür ein Fenster der Cathedrale von Salisbury aus-führen sollte. Da er eine besondre Fertigkeit be-saß, viele kleine Figuren zu gruppiren, so bedientesich Paton seiner, als er für die Kaiserin von Ruß-land die berühmten Seeschlachten malte. Als Ku-pferstecher arbeitete er um 1769. für den Verlagvon Boydell.

* Mores oder Moreuo (Ludwig) von Felstro; nach Einigen derselbe, welcher schon obenals perer LuzZo erscheint, st. nach i 5 o 5 . Auch zuFlorenz brachte er die Grotesken in Schwang.Eben so in Venedig , wo man aber keine Spurmehr von seiner Arbeit findet. Nebst AndreasCosimo war er einer der Ersten in dieser Gat-tung; auch übte er diejenige, die man Sgraffitto nennt. Einige wollen wissen, daß er den Kriegs-dienst wählte, weil es ihm an Kunstbestellung ge-fehlt habe. Lanzi I. i 55 . Z74. II. 145. s. v./e/tro. ste /<orrte»ai.

* Morvillo (Simon), genannt Bons oderBruno. Nachrichten von seinen Arbeiten datirensich von 157195. Lanzi I. 6. s. v.

M 0 rus (Caspar). So heißt inDescampsReisen, ohne Weiteres, ein Künstler, welcher denschönen Altar der Maler und Bildhauer in derCathedralkirche zu Antwerpen verfertigt habe.

Moser.

Mosca (Franz) Moschino genänttt, der imLex. unter dem Art. seines Vaeers Sütwn erscheint.Im Dome zu Orvieko sieht man von ihm die Sta-tuen von Gott, den Engeln, der H. Jungfrauund des Siegs, ch- /chtttr««:.

* (Franz), der Maler von Mantua , wel-cher im Lex. ebenfalls im Art Simon Mosca's zufinden ist. Von ihm ist es ohne Zweifel, daß esbey Lanzi ( 1 . 4 Zo.) heißt:Ich habe vou einemMosca ich weiß nicht ob einem Italiener oderFremden sprechen hören, den Einige zu RaphaclsSchule zahlen. Gewiß ist ein Christus der zurSchädelstätte geht (jetzt auf der Akademie zu Man-tua ), den man ihm zuschreibt, ein RaphaelischesBild. Indessen konnt' er auch bloß ein Nachah-mer von Sanzio seyn".

Moschalorv ( ). So heißt ein Russischer

Bildhauer unter der Regierung der Kaiserin Ca-tharina II. Zögling der Akademie zu St Peters-burg , der sich durch eine Copie des FarnesischenHcrkuls, und eine Flora im Pallaste Sarskojeselo,eine» Namen gemacht. J'iorilio R- S. H. 48.

Moscherosch ( ). Unter diesem Namen

will jemand 6. (ungenannte) gestochene Blätter ge-funden haben.

Moschkow ( ). So heißt im Russ. Hof-

kalender von i 8 c> 4 - ganz ohne Weiteres, einGeschichtsmaler zu St. Petersburg , und Mitglieddortiger Akademie.

Mosenbach ( ). So hieß der Zeichnungs-

meistcr an der hohen Schule zu Wittcmberg i8vh8. Geffenrl. Lk

* Moser (Georg Michel). Seine Biographiebey Füßli I V. 12908. und Leu Suppl. s. v.verdient ganz gelesen zu werden. Hier holen wirnur noch Folgendes nach. In 1729. verheurakheteer sich mit Ntaria Guynier, der Tochter eines Ma-lers von Grenoble . Bey seinen Bemühungen umdie Stiftung der Akademie erfuhr er den Neid derEingebornen, und Hogarch's insbesonders.Schon früher war dieselbe dadurch wieder in's Sin-ken gerathen, daß sein Meister Hayd unter dieHcrrnhuter ging . und zum Bischof nach Pcnsylva-nien berufen ward. Endlich kam sie (doch erst 1768).denn doch zu Stande. Reynolds war zum erstenPräsidenten, und Moser zum zweyten, mir einemGehalt von 100. Pf. Sterling erwählt. Von demKönig erhielt er noch besonders ein ansehnlichesGeschenk, für die Unverdrossenheit, womit er eineso schöne Stiftung befördert hatte; und er undseine unten folgende einzige Tochter wurden inden Adelstand erhoben. Späterhin wurde ihmauch in dem der Akademie eingeräumten alten Pal-laste Sommersetshause seine lebenslängliche Woh-nung angewiesen. Mittlerweile fuhr er fort, uner-müdet in seiner Kunst für den englischen Hof so-wohl als für das Ausland, bald Schaumünzen(so z. B. den großen Medaillon auf Georg III. )dann weiter Tobacldosen für diesen und denKönig von Spanien zu liefern; und alle diese Ar-beiten, jede seiner Zeichnungen, Modelle u s. f.zeugten ebensowohl von seinem edeln Geschmackals von seinen kieken Kenntnissen im Mechanischender Kunst. In Mehrerm war er Erfinder. Sowußte er das Schmelzmalen auf einen bisdahinunbekannten Grad der Vollkommenheit zu bringen,und seine Farben waren von besondrer Schönheit.Er st. 1780.

(Maria), Georg Michels Tochter,die sich in England gebildet hat, und zu einemder 40. ersten Mitglieder der von ihrem Vater ge-stifteten Königl. Akademie ernannt wurde, lebtenoch 1789. Dieselbe übertraf den Vater noch inder Kunst, und besaß, zumal in Blumenstückcn,eine bewundernswürdige Gabe täuschender Dar-stellung. Von ihrer Hand sind die geschmackvollenDekorationen einiger Zimmer im Königl. Pallastezu Windsor, da sie tzämlich besonders viel für die