Müller.
für die Pränumeranten 24. Louisd'or, und imBuchhandel 48 . kosten soll.
Müller (Joh. Lorenz), Maler zu Frankfurt amMayn, wo man i» einein Knnstkabiiiet einen (16Z1.)gemalten Prospekt dieser Stadt mit demDurchzugeGustav Adolphs, Königs von Schweden , zeigt (eingleiches Bild wird auch Samuel Hofmann vonZürch zugeschrieben). Merlan bediente sich dessen(wir denken für's Dlicatrum Isuropsourri). In1601. bemalte er mit Jacob Schäfer das Inniven-digc der Dächer, welche über den äussern Römer-thüren herausgehen, mir historischen Bildern. Hüs-gen S. 48 .
— — (Joh. Sebastian), Maler, Zeichner,Kupferstecher, Kupfcratzer, auch Botaniker, geb.nach Einigen 1715. nach Andern um 172». zuNürnberg , eines dortige» Kunstgärtners Sohn,lernre das Kupferstechen bey C. Wcigel und M.Lyroff, und gieng im I. ,744. mit seinem Bruder,einem architektonischen Kupferstecher, nach Eng-land, wo er sehr geschätzt, und Millar oder Mil-ler (bey Mensel II. heißt es: „Miller soll ersich nie geschrieben haben") genannt wurde. Erarbeitete in seiner beßten Zeit zu London 1760—67.Seine Blätter gehören allerdings zu den vorzüg-lichsten aus dem Boydelschen Verlage. Rost ll.räZ— 54 . Murr s Journal XI. 3 —22. giebteine ausführliche Notiz von ihm und seinen Arbei-ten. Dort heißt es auch von ihm: „Er hat einenvortrcflichen Charakter, ist ohne Falsch, und eineifriger Verehrer der geoffenbarten Religion" (wirsetzen hinzu auch der Freyheit. Er war genaumit dem berühmten John Wilkes verbunden . Zuseinem Beßtcn zahlt man: Eine H. Familie nachBarocci , von Earlom gezeichnet; die Enthaltsam-keit des Ecipio, nach Vandyck; Nero begeht dasLeichcnbcgangniß des Pompejns (nach Andern:Nero setzt die Asche des Briltaniciis bey), nachE. >e Gnenr. Dann von Landschaften: Eine solche ,mit der Geschichte von Apoll und Marsyas staffirt,nach EI- Lorrain; einen Mondschein nach van derNeer; das Innere des Pantheons, und Ansichtder Ruinen dc»eiben, »ach I. P. Pannini. Dieübrigen Meister, nach denen er gestochen hat, sind:W. Bellers, I. Dorra, Holdem, I. Iones, M.Meyrenü, Rubens , D. Leniers, P. LiUemontuud-R. Wright. Mehreres nach feiner eignenZeichnung. So besonders (1764.) eine Ruhe inEgypten, von ihm (fälschlich) mit: /tz/mr/lo p.(ein großes vortrcfliches Blatt), und zwey andre:Spanische Dame, die an ihren Liebhaber schreibt,u. s. f. (ebenfalls fälschlich) mit: S. /-äntto/acke /« OnL p. unterzeichnet, über welche er (noch1767.) an seinen Freund Murr schreibt: »Diesedrey Stücke sind meine eigne Erfindung, voninir gemalt und gestochen. Weder Pantoja nochMurillo hatten jemals Antheil daran. Es sinddrey Täuschungen für unsre englischen Kenner.Ich wollte sehen, wie weit ihre Wissenschaft sichversteige, und verkaufte die Gemälde In einenschlaue» Sammler. lIoch bis diesen Tag wis-sen sie den Possen nicht. Wir haben (bravo!)Thoren in England so wie in Dentschland, welchenichts für gut hallen, als was von alten Mei-stern ist." Dann finden sich von ihm Blätter inL. kIarrer's Drall« cle ja metkoäe antrgue 6«^raver «n plerro stne etc. b'ol. Donckr. 76h. —ittTbandler's Narmora ^runcieliana ?ol. Oxon.76a—64 in den liuins ok i'ocstum etc. bol. I.on-tlon 767. und in R- u. I. Adams Works in/Irchitecture kol. Donüon 778. Hauptsächlichaber ist noch seine Illustrativ d^stematis 8exua-iis ftinnsei ?ol. max. London 770—77. zu bt-merken, mit 104. von ihm selbst geatzten und ausgemalten Kupfertafeln, welche nach dem Urtheildes Ritters Linnäus an Genauheit Alles übertrafen,was man bisdahin von solcher Gattung gesehenhatte, und ihres Preises von 20. Guineen wohlWerth waren. Noch nennt der winklersche Ka-talog von ihm die vier Etuffen des weiblichenAlters, roth punktirt. Dieser geschickte Künstler
Müller. 92H
stbte noch 1789. Neueres von ihm ist uns nichtsbckannnt. S. noch unten I. G- Müller, undoben I. Miller.
* M ü 1 ler (Joh. Sigmuud K Bildnisse nachihm haben gestochen: Boccklin einer Maria Elisab.Volker,», G. Fink sein eignes, B. Kilian Wil-helm Schmids, und Winter W. G- Pachelbl's.
— — — — — — ein geschickter Ku-pferschmied in mechanischen Arbeiten, gebürtig vonNördlingen , blühete um 1780. Meusels Mus.X. 5Z8.
* — — (I. S.) Von einem solchen führtder Gantkatalog von Brandes die zwölf Monate,in I. Schmidhammer's Verlage gestochen, an,welche aber wahrscheinlich ebenfalls dem obenerwähnten Joh. Sebastian zugehören.
— — (Joseph). So nennt von Männlicheinen Geschichtsmaler, von dem man glaube, daßer aus Erding gebürtig, und um 1760. gestorbensey. Znverläßig starb er zu München , wo er ge-raume Zeit lebte. Dort sieht man verschiedeneDeckenstücke von ihm, und in der Königl Gale-rie ein kleines Etaffelcygemald: St. Martin zuPferde, von zwey Engeln begleitet.
— — — — von Langen«», Leutmerizer,
Kreises, erhielt von der Privatgesellschaft patrio-tischer Kunstfreunde zu Prag in 1804. den Preißeiner Schaumünze von 10. Dukaten für eine Zeich-nung nach der von dein dortigen Direktor Berg-ler gemalten Kopie der Venus coelcstis von Titian .Meusels Arch. I. 4 - 192.
— — (Liborius ), Kurfürst!. Münzmeistcr zuBerlin . Man findet feinen Namen auf Kur-Bran-denburgischen Thalern, Goldsgulden und Duka-ten von 1620-47. Derselbe st. i58o. M'colal.
— — (Loren;), Schreiner in Nürnberg i585.damals 58. Jahre alt. Derselbe ist uns bloß durchsein Bildniß bekannt.
— (Lucas), gewöhnlich Tranach, vonseinem Geburtsorte (zwar nicht Cranach sondern)Tronach, einer Stadt im Bambergischen, alsogenannt. Sein eigentlicher Name war LucasSünder. Seine Zeitgenosse» hießen ihn MeisterLucas. Woher ihm Las Epitheton Müller kam,unter welchem er meistens erscheint, ist uns unbe-kannt. Seine Geburt fallt, den glaubwürdigstenNachrichten zufolge, in 1470. Don seiner erstenBildung ist uns nichts bekannt; doch will manwissen, daß er schon von seinem Vater das Zeichnenerlernt habe. Don der Zeit an, da er die Kunstzu üben anfieng, diente er über 60. Jahre demSächsischen Hofe mit beyspielloser Treue. KurfürstFriedrich der Weise, ein großer Beförderer derGelehrsamkeit und aller nützlichen Künste, nahmihn in seine Dienste auf; mit ihm reiste er 149Z.nach Palästina, und bildete dort die merkwürdigstenGegenden ab. Bald nach seiner Zurückkunft wurdedie Allerhciligenkirche zu Wittenbcrg erbaut, undvon den berühmtesten In- und Ausländern mitBildern ausgeschmückt, unter welchen sich damalsschon Arbeit von ihm befand. In 1006 warddurch seine Beyhülfe die erste Druckerey zu Willen-berg von Georg Doering, einem Goldschmiede an-gelegt (Sachs- Rurkabin. 172g. S. i 5 .) Jetztbewarben sich die würdigsten Gelehrten um seineFreundschaft, und fanden an ihm einen Mann vondeutscher Redlichkeit und uneigennützigem Dienst-eifer. D. Tbrkstoph Scheurl schrieb, seiner Kunstzu Ehren, schon in 1609 einen förmlichen Panegy-ricus; mehrere andre, darunter Rarlstadr, dichtetenlateinische Verse auf ihn, worin sie den Geist nuddas Leben seiner Gemälde, und daß sie nicht bloßnachgeahmte Natur, sondern die Natur selbst seyen,nicht genug zu erheben wußten. Der Ruf seinerKunst verbreitete sich bald an allen Höfen deutscher Fürsten; er wurde dahin berufen, und so entstan-den die Galerien zu Wien, Prag und München ,welche ihrer ersten Anlage nach ganz sein WerkCccccc