M u n ck.
„er Köpfe und einer gewissen Grazie in der Stel-lung und Regung seiner Figuren bey. Man sehessiue Geschichten Jacobs und Salomons in denLoggien des Vatikans, und Andres was er inRom theils in Gesellschaft mit Perin del Vaga ,theils für sich allein gearbeitet hat, wie z. B.bey Ct. Jacob der Spanier, wo nur die schlechteAusbesserung zu bedauern isi. Nach dein Tod seinesgroßen Meisters kehrte er bekanntlich nach Haus-und ward dort gleichsam der Stammhalter einerganzen Raphaelilchen Nachkommenschaft. Hiermuß man ihn eigentlich sehen, besonders bey St.Paul in seiner wunderschönen Geburt der H. Jung-frau b. Christi). La'iZl 1 . § 25 . und II. 262.Nach Fiorillo I. i 3 s und II. 2/ch—§6. hielt derStyl dieses Künstlers das Mittel zwischen Raphael und Correggio , oder verband vielmehr die Correkt-heik und den Ausdruck des erstem mit der Lieb-lichkeit des letztem. Noch bemerkt er (nach ssi-raboechi), daß unser pellegrin mit pellegrmAretusr eine und dieselbe Person, und hinwieder,daß er höchstwahrscheinlich der Vater von ssesarArerusi gewesen sey; wonach auch das Lex s. v.Arerusi zu verbessern wäre. Sein Todesjahr bleibtauch „ach Allem, was das Ley. hierüber bemerkt,sehr ungewiß. Lancillor (Etiron. IVIsc.) setztsolches gar in 1521. andre in 22. an. Woher wohlpilkingron seine Angabe von ihätz. geschöpft hat?Was H. Golzins nach ihm gestochen, haben wir,selbst von Barrsch , bisher nicht erfahren können.Und Andres »ach ihm ist uns vollends unbekannt.
Munck, s. Münck.
Munclair, s. Muncler, in den gegenwär-tigen Zusätzen.
Mund (Elisabeth), geb. zu Frankfurt amMayn in 1761. lernte bey ihrem Vater Iah.Samuel. Sie malte wohlgcrathene, sehr be-liebte Blumenstücke. Diese Künstlerin heyra-thete den Kupferstecher G. I. ctoenrgen, undgab i» der Zeichnungs-Akademie ihrer Gcburtsstadtjungen Töchtern Unterweisung; daher auch ihr(178Z.) früh erfolgter Tod sehr bedauert wurde.Wahrend ihrem Ehestand fing sie auch an in Ku-pfer zu atzen, und sah man von ihr ;. B. zweykleine Blatter in geschlagener Arbeit (?) HüsgenM A- H'2—jö.
— — (Johann Samuel), der obigen Künst-lerin Vater, Fresco- und Architekturmalcr zu Frank furt am Main . Mensel I. Viel mochte freylichan seiner Kunst nicht seyn, da Husgeri l. c. des-selben bloß im Vorbeygehen Erwähnung thut.
Munderli», s. Münder!»».
Mu » d > cka (Caspar), Steinschneider zu Nürn berg , st. l 5 tz 8 .
— — (Daniel), Maler daselbst, geb. ih8s.
— (Johann), Goldschmied daselbst, r(>22.(damals §2. I. alt.) Diese drey Künstler sinduns bloß durch ihre Bildnisse bekannt.
Mundr ( ). So nannte Mensel (I.) um
1778. ohne Weiteres einen Miniaturmaler zu Ber-' lin, bemerkte aber (ll.) späterhin (1789.), er mäßewohl wegfallen, da Mcolai desselben keine Er-wähnung gethan.
Munerer ( ), ein neuerer Miniaturmaler
zu Paris , Schüler von Jsabey. Auf dem dorti-gen Salon von i8od. sah man von ihm verschie-dene Bildnisse der Akteurs von der römischen Oper,Chenard's, des Herrn und der Frau Gcvaudan,u. a. von verschiedenem Gehalt; ein Paar Köpfevortreflich, die Hände gewöhnlich schwach gezeich-net, und die Drapperie bisweilen trocken. DerPausanias Francais S- 409. würde ihn den er-sten Künstler vom zweyten Range seiner Gattungnennen, wenn sein Colorit minder graulicht wäre.Anderwärts (Meusels Archiv 11 . öä.) wer-den die gleichen Arbeiten von ihm „kraftvoll" ge-nannt.
Mulloz. 9ZZ
M»"ickhülfen (Joh. van), Zeichner undKupferstecher, geb. in der Provinz Friesland , umih-W. (Dasan K6. sr-v. sagt wohl irrig itzlii.).Nebe» den bereits im Lex. bemerkten Meistern hater gestochen »ach W. van Jugen, M. MuSscher,D. van der Plas, Anna Schurman » (ihr eigenesBildniß), A. Stegh, I. D- Vois und Weyandt;meistens Bildnisse, von welchen VI. ,1,9—7c,.etliche, ein Verzeichnis meines sei. Vaters aberan die 2«. anführt. Erms. er kir-a-räc;.
Unter diesen ist der Bürgermeister Dirkscn Spie-gel »ach Limburch (- 685 .) ein Meisterstück desGrabstichels, und auch der Admiral Tromp, nachvan der Plas, ein schönes Blatt. Geschichtlicheskennen wir nichts von ihm, alS: Herbst und Win-ter nach Lairesse (Gegenstücke zu Frühling undSommer von Bari nach van Dyck), und, wennman will, das Titulblatt zu verzascha's Kräu-terbuch, ebenfalls nach Lairesse.
Muniö ( ). So heißt im Hlmanac-Ii des
Leuux-Hrks von i8«z. ohne Weiteres, ein damalsin Paris lebender Landschaftsmaler.
Munier (Johann). So nennt Fiorillo III.i8u. einen uns sonst unbekannten, aus Lothringen gebürtigen Maler des XVIl. Jahrh, von welchemman meisterhafte Landschaften kenne, und der zuRom gestorben sey.
Munk, s. Mü'tk.
Munkenoß (Franz), s den Art. I. Bran-dauer in den künftigen Zusätzen.
Munii ( ). So heißt bey Fiorillo (V.
829.) ei» englischer Maler, der bey der Londner-Kunsiansstellunz von i 8 «- 4 . sich, mit etlichen an-dern, durch Landschaften nach der Natur von Wa-les ausgezeichnet hatte.
Mu,10 z (Bartholome). So nennt FiorilloIV. 92. ohne Weiteres, einen berühmten spani schen Kunststicker gegen End des XVI. Jahrhun-derts.
— — (Evarista), ein spanischer Maler, geb.zu Valenzia 1671. und gest. 1787. Derselbe warein Zögling des Conchillos, und vergütete die Feh-ler der Zeichnung in seinen Werken durch ein un-gemcineS Feuer und reiche Erfindung. DieserKünstler hatte das seltsame Schicksal, zwey Frauenzu heiraryen, deren Männer für todt gehalten wur,den, dann aber beyde nach Spanien zurückkamen,und ihr Eigenthum zurückfoderten. Fiorillo I V.
378—79-
* — (Sebastians „Derselbe „(heißt es
I. c. 318—19. „hatte einen freyen Pinsel, weil ersich viel mit der Wasscrmaicrcy beschäftigte, unddie zahlreichen Dekorationen verfertigen half, dieman beym Einzug der Donna Louisa von Orleans errichtete. Mit dem Gelde, das er durch diese Ar-beit gewonnen, ging er nun wirklich nach Rom ,besuchte die Schule deS Marakli, und bekam durchdas Studium der Antike und der großen italie-nischen Meister einen höhcrn Begriff von der Kunst.Jedoch ließ er sich zu sehr von dem Geschmack derspätern römischen Schule hinreißen, indem er eingrelles Colorit und eine geräuschvolle Compvsitiondem Ausdruck, dem Adel der Formen und einerrichtigen Zeichnung vorzog. I. I. id8j. ging ernach Spanien zurück, arbeitete zuerst, gemein-schaftlich mit seinem Lehrer Coello, zu dessen größ,ter Zufriedenheit, in Saragossa , fand hieraufBeschäftigung in Madrid , dann in der Galeriedel Cierzo, und wurde in 1688. zum KöniglichenMaler ernannt. Zu seinen vornehmsten Werkengehören acht Bilder mit den Thaten des H. Eloyin Salvador zu Madrid , und die Marter von Gr.Sebastian, welche gegenwärtig in der SacristeyCarmen Descalza aufbewahrt wird". Noch an einerandern Stelle (l. c. 338 — 38 .) liest man, wohlvon keinem andern als unserm Munnoz: Er habe,gemeinschaftlich mit P. Camacho im Kreuzgaugedes Klosters de la Merced zu Lorca Geschichten