Muratori.
stand«,iß des Helldunkels ausgeführt zu haben (nur,daß es nicht durchweg glücklich colorirk ist) erwarbihm einen bedeutenden Namen. Auch in kleinernWerken dann erschien er immer als ein guter Zeich-ner, und im Ganzen guter Coloriste; so in seinemPropheten im Lateran ; und so in seinem St. Ra-nierus, der einen Besessenen heilt, in der Haupt-kirche zu Pisa , welches «nan zu seinem Beßrenzählt. Nach ihm kennt man von I. I. Frezza einenSt. Francisc de Paula, vonJ . Roffi einen PapstPius V. auf den Knieen, und nach A. Wester-hout ein Bildniß Clemens XI. Hinwieder hatauch er einen St. Francisc de Paula, und dann:Die Poesie (Halbfigur), beyde nach seinem MeisterPasinelli in Kupfer geätzt.
* Murarori (Theresia), mit dem Beynamennegli Gcannabecchl Die Sirani lehrte sie zeich-nen, Taruffi und Pasinelli coloriren, und Josephdal Sole vollendete ihren Unterricht. Mit Bey-stand ihres Meisters malte sie in einer Kapelle beySt. Stephan zu Bologna einen St. Benedikt,der ein Kind von Todten erweckt, ein graziösesBild von schöner Wirkung, und neben dein Vie-les für sich selbst, /.am«: II. s. 172.
Murdoch (Patriz) schrieb eine sterspectivalinearls, die 1757. auch in's Französische über-setzt, zu Paris in 8°. erschienen war.
Mureau (Jphigenia). So heißt bey Fl'o-rillo III. 544 - eine französische Blumenmalerinneuester Zeit, Schülerin von van Dael.
* Muren» (Carl). In der Absicht, sich fürdie Curia geschickt zn machen, studirte er anfangsdie schönen Wissenschaften, die Philosophie und dieRechte, dann aber legte er sich aus besonders leb-haftem Hang auf die Baukunst. Der Kardinal Bar-berini, sein Gönner, war es, der ihn zu Vanvi-telli, welcher eben damals das Lazarerh zu Ancona baute, in die kehre that, mit der Absicht, daß erzugleich in der Wasserbaukunst sich üben sollte. InKurzem kam er so weit, daß sein Meister ihm ver-schiedene Bauten anvertraute, und daß, da jener»ach Neapel gieng, Murena nun unbedenklich fürsich selbst arbeiten konnte. Zu seinen ersten öffent-lichen Werken gehören: Die Olivetanerkirche aufdem Monce Morcino zu Perugia ; das Tabernakelfür die Olivetanerkirche zu Terni , und die Non-nenkirche St. Trinita zu Foligno . Diesen folgte,als jetzt sein Credit wuchs, die reiche Kapelle Zam-pai in St. Antonin de Portoghesi zu Rom , mitschönen Verzierungen in ihrem Innern, an welchenjedoch von M'lizia (I)ö. terr. II. 345—46 ) man-ches allzu^ Fantastische ausführlich gerügt wird.Besser gefallt diesem gerechten, aber strengen Kunst-richter die Sakristey der Kirche St. Augustin, mitihrem graziösen Gewölbe, und noch mehr das Kar-thcuserhaus St. Lucia della Chiavica, sowohl sei-nes einfachen und gründlichen Aeussern, als desverständigen Inner» wegen, welches Ordnung,Bequemlichkeit und Schönheit vereinige. Von ihmist auch die Kapelle Bagni in St. Aleffio, und zumTheil der große Altar in St. Pankaleon, welcherspäterhin, Gott weiß wie! von Andern beendigtwurde. Große Ehre endlich legte er mit der Zeich-nung zu einer Fa«;ade, für den Franz. Gesandtenzu Rom , Kardinal Rochechouart ein; und nochmehrere hätte er geerndtet, als eine tödtliche Krank-heit ihn (zehn Jahre vor seinem großen Lehrer)plötzlich dahin raffte. Er war (heißt es I. c. 548 .)ein rechtschaffener Mann, von edler Gesinnung,und im Arbeiten schnell und unermüdet In seinerKunst ließ er sich nie von Vernunft und Gründlich-keit abwendig machen; gab wohl auch etwa iy dieallgemeinen Mißbräuche, doch nie vollends in denherrschenden Schwindel (Aüiribiriri) seiner Zeit.
Muren» (Frater Lorenz), ein Carmelite, maltei 544 - über dein Portale der Kirche seines Ordenszu Genua , eine Verkündigung.
Murer (Alonso), ein spanischer Maler, ge-meiniglich der Alre genannt, um ihn von seinenSöhnen, welche gleiche Kunst übten, zu unter-
Murillo.
scheiden, geb. gegen End des XVII. Jahrh, undgest i7Ür. Seine Lehrer, und die Verhältnisse,welche zur Ausbildung seines Geistes mitwirkten,sind uns unbekannt; nur so viel weißt man, daßer an dem Malagailla einen großen Gönner hatte»Er «var ein vortrefiicher Zeichner, der seinen Figu-ren viel Grazie zu geben, und durch ein kräftigesHelldunkel einen starken Effekt zu erzielen wußte.Schätzbare Bilder von ihm findet »nan in demKreuzgange St. Augustin und Franciscus zu SesVilla, und bey den Carmelitern zu Bajadoz. SeinMeisterstück aber ist ein St. Franz de Paula inder Kirche de los Observantes (?).
* Murillo (Bartholomö Stephan), stammteaus einer Familie, deren eigentlicher Name Este-ban war. Nach Einigen ist Sevilla selbst seinGeburtsort, und 1V18. sein Geburtsjahr. Dasich schon in seiner zarten Kindheit ein außeror-dentlicher Kunsttrieb in ihm regte, so schickte manihn in die Schule seines Anverwandten, Juandel Castillo, bey dem er zwar richtig zeichnenlernte, im Colorit aber zurückblieb, weil derselbedem Kunstgeschmack der Florentiner folgte, derdurch Vargas und Villegas nach Sevilla ver-pflanzt wurde. Murrllo machte in kurzer Zeitreißende Fortschritte. Nachdem sein Lehrer sichin Cadjx niedergelassen hatte, arbeitete er jetzt fürsich allein Alles was ihm aufgetragen wurde (so-gar für die Messen), und gewann so eine großeFertigkeit des Pinsels und ein gefälligeres, dochetwas manierirtes Colorit. Aus dieser ersten Pe-riode sieht man von ihm Mehreres zu Sevilla .Eben um sich eine geschmackvollere Färbung zuerwerben, wollte er den Unterricht Peters de Moja,eines Schülers von Dandyck, oder gar denjeni-gen dieses letztem selbst sich zu Nutze machen,und zu dem End nach England gehen, als er denTod desselben erfuhr, und der erstere weiter gieng.Er steng daher an, eine zahllose Menge Heiligen-bilder in Oel zu malen, die nach Indien geschicktwurden, und ersparte sich dadurch ein hinreichen-des Wanderschastsgeld, womit er in Mö- zuerstnach Madrid gieng, wo sein Laudsmann Velas-quez ihn sehr freundschaftlich aufnahm, und ihmdie Erlaubniß auswirkte, die Meisterstücke vonTitian , Rubens , Dandyck, Ribera , so wie seineeignen zu kopiren. Nun wurde (man weiß nichteigentlich warum) sein Entschluß, nach Italien zu gehen, ganz aufgegeben. Nach ein Paar Jah-ren kehrte cr nach Sevilla zurück, und setzte jetztdurch seine Gemälde iin Kloster St. Franciscjederinann in Erstaunen. Sie waren in einem ganzneuen Styl, «den der Dandyck, Spagnolettound Velasquez ausgeführt, und erwarben ihmAufträge von allen Seiten. Zwey Hauptwerkein diesem Style sind: Die HH. Leander und Jsidorin der Sakristei) der Kachedrale zu Sevilla . DieKöpfe von beyden sollen Bildnisse bekannter Män-ner gewesen seyn. Ein andres seiner Meisterstückewar sein St. Anton von Padua (i 656 .) für eben-genannte Kirche, die ihm den weitem Auftragverschafte, vier Bilder für St. Maria da Biancaauszuführen. Seine ruhmvollste Periode indessen,war von 1670—8«. während welcher er, nebenAndern», acht große Werke für die Kirche desHospitals Sän Jörge della Caridad zu malenhatte, die ihm mit 78,1, 5 . Realen bezahlt wurden.Die sechs größer» derselben stellen Szenen aus derH. Schrift dar, welche sich auf Werke der Barm-herzigkeit beziehen: Moses , der Wasser aus deinFelsen schlägt; der Verlorne Sohn, in den Armenseines Vaters; Abraham, der die Engel bewir-thet; das Wunder mit den Brodten und Fischen;die Heilung des Gichtbrüchigen; Petri Bcfceyungaus dem Gefängnisse. Die zwei» kleinern : St.Johann de Dios und St. Jsabella, Konigin vonPortugall, welche, in Gesellschaft einiger Frauens-personen, die Armen heilt. Wer das ganze Ver-dienst des Murillo kennen will, der findet esin diesen Bildern: Seine gründliche Kenntniß derAnatomie in der Figur des Gichtbrüchigen; dieschönen Massen seines Licht- und Schattenspiels
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