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Personen. Doch sieht man in St. Francesco seinerVaterstadt diesen Heiligen ;u den Füßen des Ge-kreuzigten , mit einigen Engelchen, die seinenSchmerz und seine Trauer theilen. Sein selbstgemaltes Bildniß dann besitzt ebenfalls dort derMarckese Moffl. Einige Nachrichten von ihm,soll, de la vüUe (?rsk. al Nom. Xl. 6elp. 20.) zufolge, ein Canonicus de Giovanni (?)ertheilt haben.
Mustacchi (il), s. Ravello , in den gegen-wärtigen Zusätzen.
* Mufti us. Unter seiner Leitung wurde derTempel der Ceres errichtet, den Plinius auf seineKosten neu erbauen ließ, und welchen dieser Künstlermit Säulen, Statuen, u. a. Ornamenten ver-schönerte. Nki/rLM Lll. ter2. 1 . 8 -j.
Muftpan (Johann), gebürtig ausEnghien,trug den Titel eines Königlichen Lapetenwirkers(-zrrss-m-rker) unter Heinrich VIII. von England.Fiorillo V. 2i5. wo des Reichthums und derMannigfaltigkeit dieser Art Kunstwerke Erwähnunggeschieht, welche gedachter Monarch besessen hatte.
Muszinsky oder Musiskisky ( ).
So heißt irgendwo, ohne Weiteres, ein Künstler,nach dessen Zeichnung I. B. Brühl das Bildnißdes F. I. Mylius, und I. Frank dasjenige desG. D. Eoschwiz, zweyer Aerzte, gestochen haben.
Murel (T-). Und so ein Kupferstecher, vondem man die Bildnisse Th. Fantet de Lagny nachA. S. Belle, und des Pfarrers L. F. Toureus nachRestout kennt.
Murl (Johann Baptist). Die Abbildung desPallastes, wovon im Lex. die Rede ist, befindetsich in der bekannten Sammlung von RömischenPallästen, führt aber dort das Darum von 1Ö99.Noch kennt man nach ihm ein seltenes Blatt: tuLonsolaclon, von C. Bloemaert.
* — — (Johann Franz), s. Muci.
Mutln (Adrian). Unter diesem Namen wer-den irgendwo, ohne Weiteres, zur Baukunst dien-liche Verzierungen in Folio angeführt.
Murrna (Thomas de). Von einem altenKünstler dieses Namens ward vor mehr als Ztt. I.Mancherley gefabelt, und endlich, wie wir glauben,von Tiraboschi die Wahrheit gefunden. Auf derFestung Karlsstein in Böhmen wurde nämlich inzuerst von dem wackern Künstler DuirinIahn ein uraltes Oelgemälte von drey Abtheilun-gen entdeckt, deren mittelste zur Unterschrift hatte:
()ui<> VPUL boc tilixil? tie pilixit,
k)us>e viüss, leclor, ülius auctor.
Dieses Rabiftni wurde von Einigen dahin gedeutet,baß Thomas wohl von einem unweit Murrers-dorf gelegnen Böhmischen Schlosse Rabi zugleicheinen adelichen Geschlechtsnamen mitgeführt habenkönne; Murina aber mußte ihnen sodann, ohneWeiteres, Murrersdorf seyn. Andre hingegenfanden in hlutlnu, wie natürlich, nichts weiterals Modena , und wurden bloß dadurch irre, daßfreylich bisher nirgends eines Modenesischen Künst-lers gedacht sey, bis endlich Tiraboschi einensolchen in Burchelari's Lomment. lNomorab.muitiplic. biist. CsrvisivL (4". Nsrvis. 6i6.p. 28.) in ff Worten bestimmt auffand: Anno au-tM iZh2. fair llepictum prsssens Lapitulum(Dominikanerkloster zu Trevigi) p«-r T'üomaM 4 epickorem. Damit fällt nun eine wahr-scheinlich während der Hitze des Streits cursircndeNotiz, welche anhebt: „ Thomas de Mutina,geb. zu Muttersdorf in Böhmen um 1200. arbeitetezu Prag 1297.", wohl ohne Weiteres; und auchder Zweifel — ob der Zahn wirklich golden (dieBilder von Murina in Oel gemalt) seyen, wasz. B. Herr Fiorillo II. 2.42. nicht anzunehmenscheint — vermindert sich wenigstens um ein halbesJahrhundert. Sobald der Ruf jenes aufgefundenenBildes nach Wien kam, wurde solches auf Kaiserl.
Mutoni.
Befehl dahin gebracht, und von dem damals dorteben mit einer neuen Anordnung der Kaiser! Galeriebeschäftigten H. von Mcchel an der Spitze derdeutschen Schule aufgestellt. Eine Beschreibungdesselben (im Mittelstück die Madonna mit demKinde, zur Rechten St. Wenceslaus, zur LinkenSt. Palmatius) findet sich in der Beschreibungder LR. Galerie (8°. Wien 78Z.) S. 229—Zo.wo die Leseart der angeführten Verse Ksresinikiliu8 ist. Von unserm alten Künstler heißt esdann in einer Abhandlung des erwähnten G.. Iahnsvon den ältesten Malern in Böhmen (S. Archivder Geschichre u. Statistik, insonderheit vonBöhmen 8°. Dresden 792. Th. I ): „Derselbekannte, wie man sich leicht vorstellt, keine Luft- undLinienperspektiv, malte, auf Kreidengrund mitGold bedeckt, Hände und Füße schlecht; die Köpfefleißiger, doch nur im Umrisse, aber unvollständig.Seine Falten waren leicht, und in große Parthiengebrochen. Die Fleischfarbe fiel in das Rothe oderGraue. Seine Bilder zeichneten sich vor allen an-dern alten Gemälden auf dem Schlosse Karlstcindurch den Schmelz der Farben in der Carnation undden Gewändern aus. Sein Pinsel ist geleckt; abersein Stoffscheint, ungeachtet verschiedener Farben,von Blasen oder Leder zu seyn." Bey Lanzi H.204. endlich, wo ebenfalls von dieser Kunstsellen-heir gesprochen wird, erfährt man, daß der Domi nikaner j)- M. Federtet, der das Bild in Kupferbringen ließ, die Entdeckung gemacht, daß der Va-ter des Thomas — Borafino, nicht Rabi- nochRartfino, mit dem Zunamen von Modena ge-heißen , und um iöi 5 . Bürger und Notar zu Tre-viso gewesen sey. Jn der ssh Bibl. der Sch. Lv u.F. L. (wir erinnern uns den Augenblick nicht inwelchem Bande) ward dieser Gegenstand, und der-jenige eines andern alten Malers (Theodorjch)einst ebenfalls ausführlich besprochen; in welchemSinne aber, ist uns gleichfalls aus dem Gedächt-niß entfallen.
* Murtus (Cajus). Dieser einsichtsvollerömische Baumeister blühete 100. I. vor Chr. SeinTempel der Ehre und Tugend stand bey den Trophäendes Marius, für deren Ueberresie man noch dasalte Gemäuer bey St. Eusebius hält. Derselbewar, zwar nur von gemeinem Stein, nach denrichtigsten Grundsätzen der Kunst erbaut; von Mar-mor hätte man ihn zu den kostbarsten und berühm-testen des Alterthums gezählt; auch glaubt man,es seyen einige Schaumünzen zum Andenken unsersMurtus geprägt worden. Mtltzta (lLch.ter?. i.67—68.). Dem Lex. indessen zufolge hätte er ihn nur(in seinem Innern) verziert; und auch erwähnterSchriftsteller scheint zu vermuthen, es sey hier vonden beyden Tempeln die Rede, welche ursprünglichMarcellus für Tugend und Ehre so an einandererbauen ließ, daß man (wie sinnig!) nur durch denerstem in den zweyten gelangen konnte; daher auchdort, auf Cicero's Antrag, das Senats-Dekretergieng: Ind'emplo ljonoris et Virtutis kkonoskabitus esset Virtutl. Vtrruvtus dann, (I.. VH.circ. ün. strsek.), aus dem am End alle dieseKunden gezogen sind, drückt sich darüber also aus:tzUl ( 0 . lV 1 .)> M3ANS scientia ccmstsus» seclesklonoris et Virtntis Illarianse cellse, coium-narumgue et epistzstiorum s^nnnetrias le^itlmissrtis instltutis perkecit.
Muro di Ftcarolo, s. Hercules Sarriin den gegenwärtigen Zusätzen.
*— — divers na, s. Franz Tonn.
Murone (Carl), Baumeister und Bildhaueraus der Lombardie; arbeitete vermuthlich um 16Z0.zu Genua , /tattt'.
Mutoni (Joh Baptist), von Scarnafigi,einem Flecken in Piemont, gebürtig; trat anfangsin den Jesuiter-Orden, und lernte die Architektur-und Perspektiv-Malerey bey dem berühmten P.Andreas Pozzo. Er verließ aber die gedachte Ge-sellschaft, und begab sich in das Veltlin, wo er zuVervio 1742. 80. Jahre alt starb. Man siehet von