Band 
Zweyter Theil [2].
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25o Nash.

rara eröffneten Akademie fleißig nach dem Nack-ten zeichnete, und alsdann nach Bologna gieng,wo er Verschiedenes nach den Carracci und ihrerSchule copirte. In den Kirchen seiner Geburts-ftadt sowohl als in dortigen Privatcabinektcn fin-den sich viele Beweise dieser seiner Studien. Un-ter die vollendetesten derselben gehören zwey Wun-der von Er. Beuedikt nach Ludwig Carracci's undGuido's Urbildern zu St. Michele in Bosco, diesich bey den Olivetanern zu Ferrara befinden, unddie berühmte Communion des tzieronymus nachLudwig Carracci, in der Karthause ebendaselbst.Nach den Carracci dann war Guercino sein lieb-stes Vorbild. Bisweilen übte er sich auch in eig-nen Erfindungen; der Charakter derselben hatteimmer etwas Grandioses, Belebtes, Mürbes undFreyes; das Colorit dann zog etwas aufs Glü-hende. So gehören z. B- zu seinem Eignen: EineSt. Francesca Romana , bey erwähnten Oliveta-nern; eine Himmelfahrt bey St Francesco, undmehrere Nachtmaiscenen in Klöstern und bey Pri-vaten (bey den Cisterziensern allein fünfe); All'dieses zu Ferrara . Auch malte er alla Scala nebenEinem der Carracci , neben Bononi und Scarsel-lino; und bey einem Verkaufe der dortigen schö-nen Bilder, welcher in 1772. zum Behufe des Spi-thals de Projctli vorgenommen wurde, galten auchdie scinigen. Obgleich vornehm und begütert, ar-beitete er fast unermüdet, und wollte, wiescheint, auch jemanden von den Seinigen, gleichenRuhm erwerben, was ihm aber (s. den vorherge-henden Art.) nicht gelingen mochte. Er starb umi 63 o. II. 2. 258.

kHasb ( ), ein neuerer englischer Baumei-ster. Von ihm sieht man, neben Andcrm, zuDulwich ein Casino in einem neuen Styl von Land-schafls-Hausbauten, welcher die Vortheile der inEngland geübten innern Einrichtung mit der Ma-nier des Palladio am Aeußeru sehr gut zu vereini-gen wußte. I. 17Z.

* LJasini (Anton). Sein selbst gemaltesBildniß befindet sich in der Galerie zu Florenz .Nach ihm haben P. S. Bartoli eine große These,F. Fariat eine Allegorie auf Alexander VII. , L.Faucci eine Madonna mit dem Kinde, A. Loren-zini das Bildniß der H. Cunigunda Königin vonPolen, I. F. Denturini de» Mond auf seinemWagen, F. M Visconti wieder eine H. Familiemit drey Figuren, und A. Wcsterhour das Wun-der St. Johanns von St. Facondv gestochen.

* (Apollonius)/ des folgenden JosephLJiclausen Sohn, dessen im Lex. unter desselbenArt. Erwähnung geschieht, geb. zu Florenz 1697.und gest. um 1754. Nach Lanzi 1 . Regist. wäredieser, nicht Anron (wie hingegen das Lex. be-sagt) Geistlicher gewesen. Wir glauben aber, daßLanzi irrt, der diesen Künstler 1 . c. p. bannselbst wieder Lavaliere nennt. Seinem Vater kamer nicht gleich, behauptete aber dennoch eine ziem-lich rühmliche Stelle unter seinen Zeitgenossen.

* (Joseph Niclaus). GandeUini setztseine Geburt in i 65 o. und Lanzi in 1(174. Er liegtzu Siena in der Kirche de Servi di Maria beydem Altar seiner Familie (wo auch ein Bild vonihm hängt), in dem nämlichen Grab Mit seinemVater Franz, seinem Bruder Anton und seinemSohn Apollonius.Derselbe" (heißt es dort)

hatte die Eigenschaften, welche wir schon an meh-rern seiner Mitbürger gerühmt haben; eine glü-hende , reiche, dlchtersche Einbildungskraftdichterisch freylich in dem damaligen welschenSinn, daß solche nämlich durch keinerlei) Gesetzgezügelk war. Denn eben so waren auch gewöhn-lich seine Bilder beschaffen; man hätte darin mehrOrdnung, eine gewähltere Zeichnung, und mindergemeines Colorit gewünscht; dagegen aber fandman bey ihm immer ein machinoseü Wesen, eineHand die ihres Pinsels Meister war, ein impo-santes Ganze; so daß man, einigermaaßen wenig-stens, wie Redi, von ihm sagen konnte, er be-

Natali.

taube den Zuschauer; dieß bey Anlaß seiner Ku-pole in der Kapelle St. Antonio in der Apostel-kirche zu Rom , und in seinen Großen Prophetenim Lateran , wo er mit Lutti und andern der büß-ten damaligen Römer wetteifert. Noch für besserhalt man feinen Et. Lconhard in Madonna delPianto zu Foligno , wo er sich auch am Gewölbals einen guten Freskanten zeigt. Vornehmlichaber muß man ihn zu Siena sehen, in seinen vierMenfchenenden (Tod, Gericht, Himmel und Hölle),bey den borkigen Conventualen, wo sich so vielAnderes findet, das ihm weichen muß. Und kurz,wer ihn verachten will, sage: Was hatte Italien damals Besseres auszuweisen? /.Mrrst l. 3 jo)l.FioriUo I. 4. dann rühmt diesen Künstler be-sonders als Bildnißmaler. GandeUini endlichbemerkt theils überhaupt seine Leichtigkeit, großeMaler nachzuahmen, theils wie er sich insbeson-dere! P. Veronese und P. Bereitn,i zum Mustervorgesetzt habe. Nach ihm hatte ihn der Groß-herzog von Florenz hauptsächlich gebraucht, zuVenedig und in den Städten der Lombardie Corpien nach den schönsten Bilder» zn nehmen; undendlich wäre es nicht Kaiser Joseph (wie das Lex.sagt) sondern Leopold gewesen, der ihn zum Rit-ter schuf. Gestochen nach ihm hat A. WesterhsutSt. Johann de St. Facnndo, der eine Frau auseinem Ziehbrun» durch Wunder rettet; eine schoneCompostlion. Daß er eine kleine (artige) H. Fa-milie (Maria, Joseph uud der kleine St Johann)geetzt habe, besagt schon das Lex. aus welchem derganze Art. über diesen Künstler bey Rost IV. 83 .bis 85 . (bloß dieses Blattgens wegen) wörtlichabgeschrieben ist!

* i/lasocchio ( ), wahrscheinlich der LJic-

laus des Lex. dessen das Lex. unrcr dem Art. sei-ner Söhne Erwähnung thur. Lanzi II. 14. hältihn, wo nicht für einen Schüler, doch für einenNachahmer von Genliie da Fabriano , und schließtsolches aus einer Tafel von ihm in Sc. Bernar-bin zu Bassano .

* T?ason (Peter). C. van Dalen und San-drart haben, beyde, nach ihm das Bildniß Carlö II.von England gestochen.

* Nassini, s. bJasini.

* sJarali (Carl), Guardolino genannt, warauch späterhin ein Schüler von Guido. Damitnicht zufrieden, hielt er sich lange in Rom undGenua auf, wo er überall das Beßte studirte.Während dem er zu Genua eine Frist im PallastDona malte, zog er dort an I C- Procaccmo,der sich vorher der Sculptur befliß / einen Schü-ler , der nachwerts zu den beßten Nachahmern desgroßen Allegri gezahlt wurde. Wunderbar! Denner selbst inzwischen, da er sich noch besser auf Ar-chitektur als auf Malerey verstand, malte wenig;doch das Wenige gut genug, vorzüglich in seinerVaterstadt Cremona ; wie z. B. eine St. FranzeöcaRomana in der dortigen Kirche GiSmondo, die,wenn nicht vortrestich, doch mehr alö mittelmäßig "

ist. T.NK-L- II. 534.

* (Franz), s. unten Joseph u. s. f.hJarali.

* (Joh. Daptista), ein Sohn des obi-gen Carls, der im Lex. kürzlich unter dem Art.seines Vaters erscheint, wurde von demselben so-wohl in der Malerey als in der Architektur unter-wiesen; alsdann gieng er nach Rom , wo er unterPeter von Cortona in der erster» weitere Fortschrittemachte, dort einige Altartafeln, größere Arbeitenaber zu Cremona hinterließ, wo er eine Schule hielt,und darin Beretini's Styl einführen wollte, wasihm aber nicht recht gelang Von ihm sieht man indasiger Kirche des PredigerordcnS eine große Ta-fel, welche eine» Heiligen vorstellt, der Ketzer-bücher verbrennt, mit guter Architektur, und dasGanze eines Nachfolgers von Cortona nicht un-werth. Lanzi II. 17879. der seine Blüthezeitin 1057 . und seinen Tod um 1700. setzt. Hand-