Band 
Zweyter Theil [2].
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Neefs.

* bFeefs (Jacob), Kupferstecher und Kupfer-eher, geb. zu Antwerpen um i6Zo. (Basan ^6. «ec.sagt mit gewohnter Dreistigkeit 16Z9.), Zeitgenossevon mchrcrn berühmten Künstlern seiner Gattung.Derselbe arbeitete vorzüglich mit dem Grabstichel,den er mit großer Leichtigkeit führte, und zeichnetedie menschliche Figur ziemlich richtig, aber ineinem ekwa6 manierirken Styl. Die Charaktereseiner Kopfe, zumal derjenigen welche Ausdruckverlangen, sind oft übertrieben. Man kennt vonihm, theils Historisches, theils Bildnisse; und inbeyden Gattungen wird er von Liebhabern geschätzt.Von seinen Bildnissen sieht man mehrere in derbekannten Sammlung^ von und nach Vandyck;Ictztrer muß ihn geschätzt haben, da er das vonihm selbst geepte Bildniß Franz Snyders von un-serm Vkeefs mit dem Grabstichel ausarbeiten ließ.Dann andre nach Dicpenbcck, Fruytiers, O.uel-linus, Seghers und van Thnlden. Von Geschicht-lichem besonders nach Rubens ; wie z B. den so-genannten Kleinen Engelsturz, den auch Füßli IV.-/,2/,Z. anführt; Melchisedech überreicht demAbraham Brodt und Wein; Christus am Kr^uz:b)coe lVIator tun (nicht, wie es bey Rost selt-sam heißt: Jesus übcrgiebt den Johannes seinerMutter ; die Marter von St. Thomas (eine großeComposition); das Urtheil von Paris und der Tri-umph der Gaiathea (das Waschbecken von Carl l.genannt); dies geetzt, und selten. Dann nachI. Jordaens : Christus vor Pilato; der Satyrund der Bauer welcher Kalt und Warm bläst.Nach E- Ouellinus: St. Rochus, der für die Pest-kranken bittet. Nach G. Geghers: Hiob , von sei-ner Frau mißhandelt; Christus und die sechs Buß-fertigen ; der Heilaud erscheint der Magdalcna.Auch nach welschen Künstlern: Eine H. Familienach Haun. Carracci , und eine von Engeln gekrönteMadonna Ferner: l'omya incroituü beräinsucil-^n-wriaci Intuiitis Hispsniso in Bl. nach Th.van Tbulden u. s. f. u.f. wobey wir bemerken, daß,was er nach niederländischen Meistern gearbeitethat, nicht selten auch von andern vorzüglichern Ste-chern seines Landes und seiner Zeit gefunden wird,und wir daher versucht sind zu denken, daß meh-rere seiner Blatter als bloße, doch nicht werthloseCopien zu betrachten seyen. Rost VI. 22022.VHinkler s. v. der verschiedenen Meister, nach wel-chen er gestochen hat. Mrc.

* lJeefs (Peter). » Seine gothischen Kirchen"(heißt es bey LOarcler nach Descamps) stellte ermit solcher Genauheit vor, daß man leicht einejede erkennen kaun.^ Er wußte bald ein Grabmal,bald ein Orgelgehäus vorthcilhaft anzubringen,unterbrach so die Einfachheit der Wirkung, wel-che ein einziges Licht in einem regulären Gebäudverursachen muß, und stellte das interessant dar,was kalt zu seyn drohet. Sonach giebt es keineGattung, welche nicht durch die schöne Kenntnißdes Helldunkels einen verführerischen Reiz erhal-ten konnte. Anfangs folgte dieser Künstler derdunkeln Manier seines Meisters; aber in der Folgesah man von ihm helle Bilder, und diese sind seinegeschätztesten. Mir einer guten Färbung verbandenseine Arbeiten das Verdienst einer richtigen Luft-perspektive; ein allmahlig zunehmender Dunst ent-fernt die Gegenstände stuffenwcise. In Deutsch-land besitzen von ihm: Die Galerien zu Wien undDresden (beyde das Jnncre der Hauptkirche zuAntwerpen, zu Dresden besonders schön); andresdiejenigen von Ealzchalum, Sanssoucy und Lich-tenstein. A. I. Premier hat nach ihm die gedachteKirchenspaccace zu Antwerpen aus der Wiener-Ga-lerie gestochen; wahrscheinlich dasselbe Blatt, dessendas Lex am Schluß des Art. von diesem Künstlergedenkt.

* lJeer (Arlhus van der), geb. zu Amsterdam i 6 i 3 . und ebendaselbst in hohem Alter gestorben.Männlich, der von diesem Künstler ein Bild ausder Münchner -Galerie anführt, drückt sich überihn so aus: »Er gab den Schatten unter seinenBäumen eine so erfrischende Leichtigkeit, daß es

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wirklich keine Farbe, sondern nur gehemmte Licht-strahlen zu seyn scheint. Stillstehende Leiche, wo-rinn sich die herumstehenden Bäume im klarenWasser verdoppeln, oder in welchen der Mondsich spiegelt, wußte er auf eine täuschende Art vor-zustellen. Noch besitzen von ihm in Deutschland die Galerien zu Dresden und Salzthalum, jedeszwey, und diejenige von Lichtenstein Ein Bild(die zu Salzthalum denn doch eines, das kei-nen Mondschein darstellt). Dann ein solcher vonihm, im Cabinet des H. Fischers in Potsdam wird beschrieben in Mensels pJ Mus. S 102.Gestochen nach ihm haben, nebst den schon imLex bemerkten Meister»: I. P. le Bas, Mason,I. le Dean, I. Wood und A. Zingg. DerQ)ink-lersche Katalog nennt 21. Bl. von ihm, und un-ter diesen als schön: Den Mondsaufgang, vonAliamet; Ri^sir (ebenfalls einen schönen Mond-schein), von Austin ; eine Gegend zwischen Haagund Rotterdam , von le Bas; wieder zwey Mond-scheine, von Durek ; den Kanal bey Hartem, vonMajor; nochmals ein NoonllAbt von S. Miller(Müller); Ansicht von Lillo, von le Veau; undendlich noch ein Mondlicht von pikantem Effekte,von Vivares. Eonf. In neuern Tagen

dann sah man nach ihm abermals eine Nacht, ausder Galerie Brabeck, ein großes Blatt von I. T.Prestcl, welches braun abgedruckt 16. Fr. so. Kr.und colorirt ZZ Fr. kostete, worin (heißt es inder Biblisch, d. R. u. B Rünste I. 2021.)das Helldunkel reizend behandelt, die Lichtparthiensanft, und das Gewölk leicht schwebend seyen, undwelches, kurz, den Kenner und den Naturfreundgleich befriedigen müße. In den Vablosux etc.<ie la Oslerie se Llorence (Eah. XXIII.) end-lich findet sich wahrscheinlich nach ihm, oder dannnach seinem Sohn Eglon , eine Landschaft vonPillement geetzt, und von Niquet dem ältern mitdem Grabstichel vollendet.

* sieer (Eglon van der), desArchus Sohn,lernte zuerst bey seinem Vater; da er aber lieberFiguren malte, gieng er in I. Vanloo's Schule,der besonders nackte Weiber so gut darstellte. Hiermachte er schnelle Fortschritte Schon in seinemZwanzigsten begab er sich nach Paris , und kehrtedann nach drey bis vier Jahren in sein Vaterlandzurück. Zu Rotterdam vermählte er sich mit einerreichen Tochter, deren Mitgift aber zum Theil inRechtskändeln verschleudert ward, und dann nachihrem Tode vollends verloren gieng. Sie hinter-ließ ihm sechszebn Kinder, und eine zweyte, dieTochter des Malers du Cbarel, welche selbst gutMiniatur malte, machte ihn wieder zum Wittwermit nennen. Bey einem so zahlreichen Haushaltsah' er sich genöthigt, seine Kunst nach Brodt ge-hen zu lassen, und malte nun meist Landschaften,die sich besonders durch das schöne, meist nur garzu genaue Detail seiner Vorgruude auszeichnen,welche wahre Garten ausmachen, da er nämlichjede Pflanze, jede Blume auf dem Stengel, sofortnach der Natur pinselte. Fünf Jahre nach demTod seiner zweyten Gattin g,e»g er, man wißtnicht warum, nach Düsseldorf , und hcuratheredort bekanntlich zum drittenmal. Der König vonSpanien ernannte ihn zu seinem Hofmaler. Selbstdahin zu gehen . konnte Eglon, der die Ruhe liebte,sich nicht entschließen. Männlich dann rühmtbesonders seine Gescllschaftsstücke, und die wahreDarstellung der verschiedoien Stoffe an seinenDrapperien. Die Galerie zu München besitzt vonihm zwey in Atlas gekleidete Damen, deren dieeine die Laute stimmt, die andre, »ach einer Aderöff-nuug, in Ohnmacht auf einem Fußteppich liegt;bey ihr ein junges Mädchen, das sie als todtbeweint. Noch sieht man in Deutschland von ihm:In der Wiener-Galerie zwey Landschaften, undin derjenigen zu Salzthalum das Bildniß einesjunge» Niederländers. Sei» eigenes, »ach ihmselbst, bat G. M. Preißler gestochen; dann P.Chcnu die Badenden, worein van der Werf dieFiguren gemalt; le Vcau den Kanal von Vprcs

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