9K4 Neumeister.
Entwürfen wurden 1809. zu Halle im Saalkreisedie Promenaden und andre Verschönerungen, beyGelegenheit der Einrichtung einer neuen Badean-statt daselbst, angelegt. Halli'scher Courier.An Kunstarbeiten verfertigte für diese berühmtenAnlagen der verstorbene (wird 1798 gesagt) Des-säuische Hof-Bildhauer Ehrlich die Basreliefs andem Denkmahle des Fürsten Dietrichs, nach desHerrn von Erdmannsdorf Erfindung, und densogenannten sterbenden Fechter, nach dem antiken-Originale im Clemcntinischen Muses, in Steincopirt; beydes steht im Garten. An dem Haupt-eingange des Schlosses daselbst sind auch in Ni-schen die beyden Statüen der Ceres und Fortunavon ihm. — Johann Andreas Jrmer, Hoftischler,ein geschickter Mann, verfertigte die Hauptthürezum Eingange ins Innere des Schlosses, so wiefast alle die schönen Tischlerarbeiten in demselben.— Torre, der jüngere, der ein geschickter dortiger-Mauermeister genannt wird, machte für das Ca-binet der Nacht in der neuen Aulage Gypstafeln,worauf Lectisternien (Schmäuse!, Tänze, die vierJahreszeiten u. s. f. befindlich sind, so wie auchdarin der Fußboden von seiner Hand ist. Dieserbesteht aus gegossenem schwarzen Estriche mit co-quelicotfarbigen eingelegten Vasen und Blumen.Auch der verehrungswürdige Fürst Franz, odermit seinem ganzen Namen Leopold, Friedrich,Franz von Dessau, geb. 174«. kömmt hier selbstals Bauverstaudiger vor. Er erbaute nämlich densogenannten offenen Gartensitz, ein massives Ge-bäude im Garten, diesseits des Sees; doch wirddabey gleichsam zur Entschuldigung angeführt, daßdies sein erster Versuch in der Baukunst gewesensey, den er, noch vor seiner Reise nach Italien (in welchem Lande er die Kunst unter Winkelmannsiudirte) gemacht. A- Rode wörlitz (Dessau 1798. 8°.).
V!eu meist er (Joh. Georg) wurde 1760. zuAugsburg zum Bischöflich-Würzburgischen Münz-meistcr verpflichtet. I. T- Hirsch deutschesReicks-Münzarch. Th. VIII. 206. u. 229. -Ober selbst ausübender Künstler war, ist uns unbekannt.
rJeumillner (Johann). So heißt irgend-wo. ohne Weiteres, ein Baumeister zu Wien ,der um 178 j. in dortiger Kunstakademie studirt hatte.
zJeuner (Hans) war des Fränkischen KreisesMünzwaradcin um 1291. I. C- Hirsch deut-sches Reichs Münzarchiv VIII. 29.
(lenrone (Cäsar). So heißt in einer unsrerHandschriften ein uns sonst ganz unbekannter Ste-cher, der um 1680. Blätter zu dem damals inParis erschienenen klercure §alrmt geätzt habe.
Vlenstock oder rsseustuck (M. oder N.),ein Künstler aus Basel . Auf dem Berner-Salon1804. sah man von ihm eine Landschaft, von wel-cher es in Mensel'« 2 lrch. I. 4 - 55 . und seit-her in der Bibl. d. R- u. B. Runste I. 2. 228.(aus ersterm wörtlich ausgeschrieben) heißt: »Die-selbe verräth viel Talent und Geschmack ; beson,ders ist ein herrlicher Purpurduft über die Fernegegossen, welcher in dem reichen Mittelplan unddem schattigren waldigren Vorgrund herrlicheWiederscheine hervorbringt. Wir ermähnen HerrnzJeustuck, der sonst nur ein Dekorationsmaler ist,sich der eigentlichen Malerey, und besonders derLandschaft ganz zu widmen." Die stille Antwortdes wackern Künstlers an seinen Kunstrichter kön-nen wir uns leicht vorstellen. Auch auf dem Zür«cher-Salon 1807. war von ihm eine Landschaft mitarkadischen Figuren ausgestellt, und 1809. eineandre, mit Lcda und dem Schwan staffirt, beydein Oel , welche von Kennern geschätzt wurden.
lJeurvardt (Jacob), ein Gießer aus Ber lin um 16/,2. Dann die Gießer Loren; Röckriyaus Stettin um 1682. und Heiny aus Berlin um 1688. werden in I. I. Möllers hundert-jährigem Gedächtnisse d. Lrößnischen Thurm-brandes rc. (Troffen 1097.) S- 8- angeführt.
Neyre.
Nervcastle (Herzog von), englischer Dilet-tante neuerer Feit, Besitzer eines reichen Gcmälde-cabinets zu Clumber in Northumberland . Dai-iaremz, II. 271.
Vlevocourr (Richard) zeichnete um 1660.verschiedene Klöster in England, die von W Hol-lar und D. King radirt sind. Man findet sie in:AitFcia/e IVIonastlvon ^nZIicanum.
Lsserodoerfer (Johann), ein Rechenmeisterzu Nürnberg , gab i 549 - ein Kl. in Folio vonseiner Kunst ans Licht, worin sowohl der Titelals die Schriften und Figuren zierlich von ihmin Holz geschnitten sind. Unger giebt sein Mono-gramm, und vermuthet, dieser Künstler habe auch»ach A. Dürer gearbeitet.
V! ewe (Cornelius). So heißt bey Fiorillo V.Z8v. ganz ohne Weiteres, ein mittelmäßiger eng-lischer Maler des XVII. Jahrh.
Vkervmann (Wilhelm), s. den Art. GeorgFarringron in den gegenwärtigen Zusätzen.
Newton (Eduard). So nennt Steuer einenenglischen Kupferstecher, von dem er ein Bildnißdes Tonkünstlers William Lansur anführt.
— — (Franz Milner), s. E-Durch.
— — (Jacob), Stecher mit der Nadel unddem Grabstichel, geb. in England um 1746. undblühend zu London 1770—78. wie Strurr glaubtein Anverwandter des Obigen. Don ihm kenntman: Eine italienische Landschaft mit Kühen,nach Cl. Lorrain; zwey andre schöne italienischeGegenden, nach M. Ricci, und den Schäfer (tbsRerüsman), ein Hirtenstück mit antiken Figuren,nach F. Zuccarelli, welches der Katalog vonBrandes sehr schön nennt. Dann Verrumnusund Pomona, nach I. B. Cipriani, und endlichein Bildniß von Sidney Parkinson. Rost IX. 212.^5c. Noch nennt Basan (Lci. s«-o.) von ihmein Blatt in punktirter Manier: Armida, nachReinagle.
lJeyen (Joh. Samuel). So heißt bey Men-sel II. ein Goidarbeicer und Wachsboffirer ausfreyer Hand, auch Zeichner und Maler zu Nürn berg , geb. daselbst »722. von dem wir aber seit-her (1789 ) nichts weiter vernommen haben. S.auch den folgenden Art.
bleuer (Friedrich), ein Petschaftsiecher undwirklicher Medailleur, von Talenten, der es beyseinen schönen Anlagen noch sehr weit bringenkann, geb. zu Erfurt von unbemittelten Elternum 1784. Da es ihm an hinlänglicher Unter-weisung fehlte, lernte er Vieles durch sich selbst.Er ätzt und sticht auch in Kupfer, verfertigt Stem-pel, schneidet in Holz, poussirt und malt etwas;doch sind das Vorzüglichste seine Petschafte inStahl und Messing, deren viele ins Ausland kom-men und manchmal mit einem X. bezeichnet sind.Mrr. Fast vermuthen wir, daß dieser Künstlerein Sohn des obigen I- S. lJeyen sey, unddort oder hier die Rechtschreibung des Geschlechts-namens irrig seyn dürste.
ksseygaß ( ), ein Maler zu Ofen um
1808. Wahrscheinlich Mehreres von ihm s. inden Vaterland. Blättern f. d. Oestreich. Bai-serstaar. Jahrg. 1808. X°. XXIV.
Lsseykam (Joh. Michael) und Jacob Meix-ner waren 1746. Hof-Goldarbeiter, und erstererauch Münzwardein zu Bayreuth . Joh AdamHerold war, zu gleicher Zeit, an gedachtem Hofe,Hof- Gold- und Silberarbeiter. Brandenburg .Culmbachisch. Adreßkal. 1746.
Vkeymann ( ), bekannter Kunstliebhaber
des XVIII. Jahrh. Der Katalog seines Cabinettserschien 8°. I'aris 77b.
L^eyre (Carl), ein Ebeniste und Sculpteucpraktjcien zu Grasse . Von ihm sah man auf der