Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
982
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9ij2 Oder.

und Franco Bolognese zierte er verschiedene TücherPabst Bonifaz Vlil. mit seinen Bildern. Danre(kurvst. L. IX. v. 79-84.) gedenkt seiner mitRuhm, scheint aber doch, vor ihm, dem FranzBolognese die Palme zu geben.

Oder (Leonhard). So heißt irgendwo einalter Formschneider von Lyon , von dem man einBlatt mit der Ueberschrift kenne: Portrait de 1 aLi^ue Infernale ciu tems ds Henri III. K. d. kr.

Gdevaere oder Vdvaer ( ), erstrer

ist wohl der richtigere Name, ein Künstler ausBrügge (anderwerts heißt es irrig aus Brüssel ),erscheint, unsers Wissens, zuerst im HImanacKdes Keaux-Lrts von l8»z. unter den damals zuParis lebenden Bildnißmalern, ein Schüler vonDavid. In ermeldtem Jahr erhielt derselbe denersten Preiß der Malerei) des Nationalinstitutszu Paris , und damit das Pensionat der franzö­ sischen Schule zu Rom . Die Aufgabe war derTod des Phocion, der mit vier seiner Mitbürgerzum Schierlingsbecher verurtheilt wird. Don die-sem Bilde, das sich in Landaus Anna!. IX.abgebildet findet, heißt es dort (S. 21.), es seynüchtern componirt, von correkter Zeichnung undkräftiger Farbe, so daß man die beßte Hoffnungvon dem Talent seines Urhebers schöpfen könne.Bey seiner Rückkehr nach Brügge nahmen seineMitbürger ihn mit Enthusiasmus auf. IVo«n.

I V. 8r. In den neuesten Jahren scheinter wieder nach Paris zurückgekehrt zu seyn. We-nigstens zeichnete er für das Museum Napoleon (Heft XXXVI. XI.VI. LVIII. u. H) die vierElemente nach Albano, die von Dupreel, Lignonund Courbe gestochen wurden; und für's XlXll.Heft Clelia mit ihren Gespielen, nach Stella,von Massard dem Vater gestochen.

Gdieuvre ( ), ein Maler und Kunst-

händler zu Paris , gab nach der Mitte des XVIII.Jahrh, eine sehr zahlreiche Sammlung von Bild-nissen berühmter Personen (mit ihren Lebensbe-schreibungen von Dreux du Radier, unter demTitel: Lurope Illu 8 tre) ans Licht, woran nichtselten die beßten Kupferstecher der damaligen Zeitin ihren jüngern Tagen arbeiteten; daher denndiese Sammlung nicht wenig schätzbar, und derbekannten frühern von Desrochers weit vorzuziehenist. Ein Äerzeichniß meines sei. Vaters zählt die-ser Bildnisse a» die 35 ». auf. Unter den Stechernderselben erscheinen dort keine geringern, als Ba-lechou, Daulle, Fessard, Fiquet, unser deutscherG. F. Schmidt, Lardieu u. s. f. Dann mußder unermüdete Mann noch irgendwo Kupferplattrchcn von Melan aufgefunden haben, die er (wahr-scheinlich mit geringer Nachhilfe) sehr geschickt zuseinem Zweck zu benutzen wußte. Heinecke l.57h. will, von ihm selbst gestochen, ein Bildnißvon M- Angela kennen.

Odinor, s. Dudinot.

Odior ( ). So heißt ein vorzüglicher Sil-

berschmied neuester Zeit in Paris » der in 1808.ein Service aus Vermeil für die Kaiserin Mutterverfertigt hatte, welches wegen seiner Ciselierar-beit als ein wahres Kunstwerk bewundert wurde.Tüb. Morgenbl. i8»8. S. lOlg.

Od 0 ( ), ein Goldschmied des XI. Jahrh,

gebürtig aus Caen . Dort sah man von ihm imChor der Abteykirche St. Stephan ein prächtigesDenkmal, welches Wilhelm Rufus seinem Vater,Wilhelm dem Eroberer, errichten ließ. Das-selbe war mir Gold, Silber und Juweelen reichverziert; die Spitze bestand aus einem Probier-stein , und wurde von drey weißen marmornenSäulen getragen; unter ihnen lag die Staküedes Königs auf einem Piedestal, mit einer Jnn-schrift und der Jahrzahl 1087. Als man imI. r 522 - das Grab öffnen ließ, fand man denKörper Wilhelms noch ganz unversehrt, und da-bey eine goldene Tafel, mit einem (wahrscheinlich

Oechsel.

neuern als dem ursprünglichen) Nekrolog in so.nicht unfeinen französischen Versen, die sich mitff. enden:

z« mis ä mort et 8 nixsnte et 8 ept mille

dleuf cents <iix liuit, et psr sinxi U'ui, 8 oult

ku! kio/ ä'Xngloin, tensnt teute leur isle.

Or n'est il nae (niemand!) txnt 8018 fort et itsbiie,

Oui «zusnU c'ert tsit ne 86 repa. 8 e.

Alort m's äetait <;ue xuis il eenäre vils.

Oe tonte cl>o 8 S on jouit uns xv 8 S.

Um die erwähnte Eröffnung zu verewigen, wurdesolche abgemalt; und das Bild dabey aufgehängt.Allein die Calvinisten zerstörten es zugleich mitdem Grabe; daher die Geistlichen von Caen in1642. ein andres (?) verfertigen ließen. FiorilloV. 44 - 45 .

Gd 0 ( ), ebenfalls Goldschmied in Eng-

land unter der Regierung Heinrich III. wahrschein-lich ein Nachkömmling des obigen. Derselbe hattedie Aufsicht über die Arbeiten in Westminster. In12Z7. ließ ihm der König 4. Pf. n. Sch. ausder Schatzkammer entrichten, um damit die Ma-lereyen in seinem dortigen Zimmer zu bezahlen,und isZg. wieder demselben und seinem SohnEdward 117. Sch. i». Den. für Del, Firnißund Farben, womit man die Bilder im Zimmerder Königin ausgeführt hatte, was freylich (bey-läufig zu sagen) dem ersten Anschein nach einesder Zeugnisse wäre, womit man Johann van Cyckden Ruhm, die Oelmalerey entdeckt zu haben,bestreiken könnte. Florillo V. 9495. der aberhinwieder in seinen Ll- Schr. I. S. 189. u. ff.die Vertheidigung dieses letztem auf sich nimmt.

Vdorannus, ein Mönch im Kloster St.Pierre le Vif zu Sens , geb. 986. hatte guteKenntnisse in den. mechanischen Künsten, vorzüg-lich aber in der Goldschmiedskunst. Da ihn aberdie übrigen Mönche des Klosters wegen seines ein-gezogenen Lebens haßten und verfolgten, so begaber sich nach St. Denis bey Paris, wo er 1045.noch lebte. Man hat auch Schriften von ihm.Grohmanns biograph. Handwörrerb.

* Gdus (Maurus), s. Dddi.

Vdvaer, s. Gdevaere.

Debschelwiy (L. W. F. von), ein sächsi-scher Edelmann. Nach seiner Zeichnung kenntman einen gestochenen Grundriß von Dresden ,welcher mit D v. direx. bezeichnet, und

im Haag bey P. de Hondr 1758. in gr. Fol.erschienen ist.

* Oechsel oder Vexiern (Joh. Lorenz oderLeonhard). Leonhard Vexiern scheint sein rich-tiger Name gewesen zu seyn, Medailleur und Edel-steinschneider, geb. zu Nürnberg r/i 5 . (was frey-lich mit einem Dat. im Lex. kaum zu reimen ist).Derselbe trat bey einem Münzgraveur in Regens­ burg , seinem nahen Anverwandten, 1728. in dieLehre, und erwarb sich während seines siebeniäh-rigen Aufenthals daselbst eine große Fertigkeit inseiner Kunst. In i7Z5. begab er sich nach Wien ,wo er durch die Bekanntschaft mit dem Kaiser!.Hofmedailleur Richter und dem Münzgraveur Sen-naro noch größere Fortschritte machte. Dort wurdeihm die Aufnahme in die Kaiser!. Münze untervortheilhaften Bedingen angeboten, denen er aberdie Ausführung einer vorgenommenen Reise nachMoskau vorgezogen hätte, als ihn seine eigne Va-terstadt zurückrief, welchem Ruf er folgte, 1707.sich in Nürnberg niederließ, und nur von Zeit zuZeit auf kurze Fristen auswärtigen Einladungenzu Verfertigung von Münzstocke» folgte. Soz. B- 1746. u. 48. nach Bayreuth ; 175z. nachLeipzig (wo er das Diplom eines Königlich-Pol-nisch- und Kursachs. Hofmedailleurs erhielt); 1789.wieder nach Bayreuth ; 1760. nach Würzburg ;r/kZ. nach Fulda . In r/ 65 . schlug er einen sehr vor-theilhaften Ruf nach Warschau ebenfalls aus. Untervielen andern feiugcschiiittcuen Schaumünzen kenntman von ihm: Kaiser Joseph II. Maynzische Krö-