Oechsel.
mmgsmedaille; diejenigen auf den russischen Siegüber die Türken (1770.), und auf den intenkirtenMord des letzten Königes von Polen (1771.); eineandre auf den Huöertsburger-Frieden; dann meh-rere Gelegenheitsstücke auf Sedevacanzen, Jubel-Hulvigunas- Vermählungfeyern u s. f. Auch imEdelsteinschneiden zeichnete er sich sehr aus, unddiese Beschäftigung war ihm, als Erholung vonseinen übrigen Arbeiten, vorzüglich angenehm. Da-bey war er ein biederer, aufgeklärter, religiöserMann, ohne Anmaaßung und Prahlerey, vonGeiz und Verschwendung gleich weit entfernt, wohl-thätig, mitleidig und ein angenehmer Gesellschaf-ter. Er st. 1787. welches Jahr er als das Fünf-zigste seiner Bedienung bey der Reichsstadt Nürn berg ansehen konnte. Meusel's Mus. VI.35 - 38 . und Hkc.
* Gechsel, s. auch Gepl.
Gechslin (D-). So hieß ein Kupferstecherzu Einsiedeln , der um 1777. elende Heilige undGnadenbilder, auch den sogenannten — Kirch-weyh-Gchsen geliefert hat.
Decker, Geckher, Gekler, Ockerauch A eck er und Acker (Joseph), wurde in176c». zu des bayerschen Kreises General-Münz-waradein von dem Reiche verpflichtet. Hirschdeutsches Münzarchiv VIII. 287.
Geckermann (Rudolf Ernst). So hießein Münzmeister zu Danzig um i/tzö.
Beding (Philipp Wilhelm ). Bey Busch inDraunschweig lernte er drey Jahre. In 1722.schickte ihn der dortige Herzog Ludwig Rudolf nach Nürnberg , wo er unter Preißler, Kupetzkiund Demarees arbeitete und sehr viele iDüdnisseund historische Stücke verfertigte. Hauptsächlichmachte er sich des Kupetzki's Manier zu eigen.In 174». folgte er dem Rufe des Dänischen Hofsnach Mona. Dort m-sire er, neben Anderm,das große Altarblatt in der neuen lucherschen Kir?che: Die Anbetung der III. Könige. Zuseinen schön-sten Bildnissen gehörte dasjenige seiner Gattin,Barbara Helena Preißler , welches ihr Bruder,V- D. Preißler, so lieblich in Schwarzkunst ge-bracht hat; dann sein eigenes in der Galerie zuSalzdahlum , das er noch als Zwey und Sieb-jige rmalte. Er st. 1781. Nach ihm geschabtkennt man noch von dem schon genannten D. D.Preißler die Bildnisse seines ältern Schwagers,G- M- Preißler, und des Arztes D. Cuperville.Ferner, gestochen nach seiner Zeichnung, von M.Tyrof, I. G. Preißler, A. A- Beck u. a. mehrereBlätter antiker Vasen, Statuen und geschnittenenSteinen aus dem Herzvglich-Braunschweig. Cabirne«e. Meusel I. II. Ganrkaralog von Cru-slus (Dresd . 786.'i In Meusel's zJ. Mi'sc.XIV. 701—4. befindet sich von von ihm ein in1769- geschriebener Aufsatz, worin er einige seinerschon oben erwähnten Lebensumstände noch näherselbst erzählt. Während seines Aufenthalts zuNürnberg malte er sowohl in Oel als in Miniarniatur und Email, und wurde öfters an die be-nachbarten Höfe zu Ansbach, Bayreuth , Erlan gen , Bamberg , Sulzbach und Oettingen berufen,wo seine Bildnisse gut bezahlt wurden. „Ungeach-tet ich nun" (fährt der Ehrenmann fort) „meinGlück an verschiedenen Orten hätte machen kön-nen, und ich überdies im Sinn hatte, noch eineReise in Italien zu thun, so zog mich dennochein geheimer Trieb immer wieder nach Nürnberg zurück. Die einzige Tochter meines würdigen Leh-rers (Preißlers) war das Ziel aller meiner Wün-sche. Ich hatte Gelegenheit gehabt, nicht nurihre Geschicklichkeit in der Kunst, sondern vornehm-lich ihr edles und vortrefliches Herz kennen zu ler-nen." Er erhielt sie (1729.), und lebte mit ihrin der vergnügtesten, obwohl kinderlosen Ehe bisan ihren Tod. Nach seiner Verheurathung hielter sich (wie schon das Lep. bemerkt) noch 12. I.theils in Nürnberg , theils an den benachbarten
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Höfen auf. Dort copirte er, neben Anderm, dieauf dem Rathhaus befindliche berühmte Takel,welche Sandrart auf den nach dem schwedischenKrieg (1648.) erfolgten Friedensschluß für denPrinzen Piccolvmini gemalt. Wahrend seines Auf-anthalts in Altona lieferte er in seinen Nebenstun-den verschiedene Bildnisse für den dänischen Hofu. s. f. Zu Braunschweig gab er dem damaligenErbprinzen, und in der Folge noch drey andernPrinzen Unterricht im Zeichnen. Diese Beschäf-tigung brachte ihn ziemlich von der Malerey ab.Doch sah man noch von ihm die Bildnisse des re-gierenden Herzogs sowohl als des Erbprinzen,welche nach England kamen." So weit unser Künst-ler selbst. In einem beygefügten Nekrolog heißtes dann von ihm: „Beding war ein herrlicherMann. Er harre Religion und einen vortreftzchenCharakter, war ein angenehmer Gesellschafter,stets munter und aufgeräumt" u s. f.
Beding (Barbara Helena), geb preißler,Gattin des Obigen. malte und zeichnete ebenfallssehr schön, und atzte verschiedene Blätter, nnrer wel-chen sich ein großer Prospekt von Altona befindet.Sie starb zu Braunschweiq 1708. Alle andern vonihr angegebnen Todesjahre sind unrichtig. Meu-sel II. und Ebendess. Miscell. XIV. 70Z.In dem schon oben angeführten Nekrolog ihresManns heißt es von ihr: „Sie war bey einemguten äußern Ansetzn eine trcfliche Frau zum Um-gang, und beynahe von dem Charakter, wie derMann. Auch war sie sehr geschickt, malte gutin Miniatur und spielte die Flöte ganz artig Mankann nicht leicht zwey Eheleme finden, die so gutmit einander leben, und sich so wohl zu einanderschicken. Es war ein wahres Vergnügen, diesebeyden Personen bey einander zu sehen."
* Besele (Franz Jgnaz). Nach Winkler(wir glauben irrig) geb. zu München , und, nachMännlich, 1721. Bey Goetze lernte er zu Augs burg . Ein achtjähriges Studium in Italien hatteseinem Geschmack Eigenheit und Festigkeit (?) ge-geben. Sein Colorit war gut und kräftig Erstarb zu München 1797. ohne Dermögen-nnd ohneUnterstützung seiner Familie. Die dortige Akade-mie besitzt von ihm sein Dildniß, das er noch alsein Drey und Siebenziger gemalt hatte Gesto-chen nach ihm hat F. L. Jungwierth eine Geiße-lung Christi und das Bildniß des TonkünsilersF. Reiner. Von ihm selbst geatzt dann kennt man:Die Samaritanerin, ein Altarblatt von seiner eig-nen Erfindung, und die Tochter des Dibutadcs,als erste Dildnißmalerin. Von eini-
gen seiner radirten Blatter heißt es: Daß gedach-ter Jungwierrh sie mit dem Grabstichel überarbei-tet habe.
Gehme (Carl Friedrich), eines BildhauersSohn von Berlin , geb. 1758. ließ frühe Anlagenzur Kunst von sich blicken, lernte aber nicht beyseinem Vater, sondern bey Jenner in Potsdam ,zu dem er schon in seinem Dreyzchnlcn kam undmehrere Jahre blieb Alsdann ging er nach Dres den , wo er sich auf der dortigen Akademie weiterausbildete, hierauf verschiedene deutsche Städtebesuchte, eine Zeitlang in der Porcellanfabrik zuHöchst am Mayn poufsirte, und z. D- an demneuen Bau Bolangaro mitarbeitete, endlich aberzu Frankfurt das Bürgerrecht erlangte. Hierlebte er wenigstens noch um 1790 und arbeitetemit Beyfall in Stein und Holz. So sieht mandort von ihm einen .8»!vatc>r ülukilli auf demKastcnhospithal, das Belhmannsche marmorneDenkmal im Senkenbergischen Stift, und dieschönen Säulenkapitale an den beyden neuerbau-ten Bekhauscrn der Reformirtcn. Hüsgen zJ.
A. 452-53.
— — (Christian Gottlieb Emanuel), gebür-tig aus Weimar , lernte bey Kraus und Heinsius,und wird irgendwo als akademischer Zeichcnmei-ster zu Jena um 1785. genannt. Er, oder viel-leicht ein Sohn von ihm, lebte noch in der näm-