Band 
Zweyter Theil [2].
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994
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994 Oppenhaupt.

Dresden S. 112. Wohl derselbe, der in derLeipziger-Zeitung 1809. wahrend der Meßzeitsich als Miniaturmaler empfahl. S. Haymann58 s. wo es von Jobami Adolph ebenfalls aus-drücklich heißt:Er zeichnet zugleich Portraits mitSilberstifte und malt in Miniatur."

Gppenhaupr, s. Hoppenhaupr.

* Dppenorr oder richtiger Gppenord(Egidius Maria), geb. zu Paris 1872. war derSohn eines Ebenisten des Königs, von dem er dieersten Grundsätze der Zeichnungskunst erhielt. Als-dann ließ ihn der Vater Mathematik lernen undgab ihn hierauf weiter Hardouin Manscht zumUnterricht, dessen Freundschaft und Schutz er durchseine schnellen Fortschritte gewann. Acht Jahrehielt er sich in Italien auf, wo er trefiiche Stu-dien machte, und alsdann bey seiner Rückkehr sol-che bey einer Menge Bauten in Ausübung brachte,die sein eben so leichtes als glückliches Genie ver-riethen. Seine erste Arbeit zu Paris war derHauptaltar der Abtey von St. Germain de Pros,welchen er zugleich mit Skulpturen versah, undwovon d'Argensvllle I. 45556 den nähernBegriff giedt^; eben so wie von seinen Ergänzun-gen und Verzierungen der Kirche St. Sulpice,woran dort die noch etwas frostige Compositiondes Portals gegen die Seite der Pfalzstraße ge-rügt, dafür aber wieder der Hauptaltar sehr ge-rühmt wird. Mittlerweile erhielt er von dem Her-zog Regent die Stellen eines Direktors der Ma-nufakturen , und Gartenintendants der KöniglichenHäuser. In dieser Eigenschaft ordnete er dasprächtige Fest, welches gedachter Fürst in 1722.zu Villers-Coterets dem König bey dessen Rück-kehr von der Krönung gab. Üeberhaupt verstander sich auf Alles, was Dekorationen hieß, ganzbesonders. Don ihm ist ein Theil derjenigen inden Zimmern des Palais Royal , im Hotel desGroßpriors von Frankreich . Vorzüglich erkenntman den Charakter seines Geschmacks an einemkleinen Altar bey den Dominikanern in St. Ger­ vais , an den beyden mit Basreliefs verziertenGrabmälern von Erzt bey den Baarfüsser-Carme-litern bey Luxenburg , und eben so an der angeneh-men Orangerie im Hause Crozat. Seinen eigent-lichen Bauten dann kann man mit Recht den Vor-warf einer gewissen Schwerfälligkeit sowohl alsübertriebener Contoure machen, so wie überhaupt,daß er sich in Allem was Schmuck hieß zu sehrnach dem Geist seiner Zeit fügte, dennoch aber nichtselten wieder auf alte bessere Grundsätze zurückkam,die er sich in der Jugend eingeprägt hakte. Nachdiesem hin und her, schließt dann freylich dAr-gensville (I. c. 4Z8.) bedenklich genug für denRuf unsers Künstlers bey der Nachwelt:Daßder Beyfall, den seine Arbeiten erhielten bey-nahe den Verfall der Baukunst in Frankreich be-wirkt hätten", und nennt ihn daher den franzö­ sischen Borronum.Die Figur hingegen" (heißtes dann weiter)zeichnete er, wie ein Maler,und" (zum Theil schon wieder mit Einschränkungdes obigen Tadels)ja die Verzierungen in höch-ster Vollkommenheit", wie hierüber auch schon dasLex. urtheilt. Sehr geschätzt werden seine, theilsmit der Feder, theils mit Tusch gefertigtenZeichnungen. Und diese waren es eigent-lich (!) , die seinen Ruhm begründeten, da die ver-führerische Kühnheit derselben hinderte, zu bemer-ken, daß sie in der Ausführung nicht die nämlicheWirkung machen würde». Auch zog er sehrgroßen Vortheil aus diesem Kunstzweige, undmehr als Ein mittelmäßiger Künstler schmückte sichmit den Federn des unsrigen. Dom Neid mußteGppenord Vieles erdulden, und öfters wurdeihm von Mißgünstigen der Anlaß geraubt, sichüber seine Kunstvorfahren zu schwingen. Erstnach seinem Tod ließ man ihm volle Gerechkig-tigkeit wiederfahren. Seine ehemaligen ärgstenFeinde wogen seine Zeichnungen mit Gold auf;viele davon giengen ins Ausland.Die nach ihmvon Huquieres ans Licht gestellten Verzierungs-

Orban.

blättcr" (lenkt d'Argensvllle abermals umi sindvon einem edeln Geschmacke, der an das schöneAlterthum erinnert; nur weil reicher." Noch habenauch nach seiner Zeichnung B. Audran eine Schau-münze Heinrich 1 >., Cochin: Lalenclri er <l e la pglxen 17 <). gestochen, und Hnquier sein (O.) Bild-niß geätzt.

Dppermann (Clausi wurde um 1620. zumFürstl. Brandenburgisch-Culmbachischen Münzmei-ster bey der damals neuerrichttten Münze zu Bay-reuth ernannt. Hirsch deutsches MünzarchwIV. ii 5 . Ob er selbst ausübender Künstler war,ist uns unbekannt.

(I- H. N.) , geb. zu Braunschweig

176 .. Curland war sein erster Lehrer. Derselbe maltetheils in seiner Vaterstadt, theils zu Bremen undHamburg zwischen 1790. und r8oc>. Bildnisse inMiniatur mit Farben und Silberstift, wenn erwollte, nicht unfein und wohlgetroffen (anderwertsheißt es gar:In der freyen und geistigen Ma-nier des berühmten Fügers, de» zu erreichen ersich sehr bestrebte"). Hamburg . Büusilernachr.S. ZZZ-j. Aieu sel's rss. B-K>

( ) Daucommissat in Göttingen ,

lehrte um 180b. und noch 1809. auf der dortigenHohen Schule Verschiedenes von mathematischerWissenschaft, namentlich auch die bürgerliche Bau-kunst, verbunden mit Entwürfen aus der schönenBaukunst.

Gppi (Dernhardin), ein wenig bekannter ita-lienischer Kupferstecher, der um 1591. (nicht 1691.wie es irgendwo, wohl irrig heißt) arbeitete. Soz. V. (wie Gandellim glaubt, gemeinschaftlichmit villainena und Tb- Eruger, ib. Tugendennach der Zeichnung von I. Lanfranco, dem Kar-dinal Piecolomini zugeeignet; dann eine von En-geln unterstützte Maria Magdaicna, ohne Namendes Malers.

* Opstal (Gerard van). Die nach ihm vonL. Ferdinand geätzten Blätter, deren das Lex. ge-denkt, sind von L. Lestelin gezeichnet.

* Gr (Ccsar de). Mit diesem sonst ganz un-bekannten Künstlernamen: 0 » inv. 8tu.

bo ko. 1991 ist ein großes Blatt bezeichnet, wel-ches die Amazonenschlacht nach dem VI. B. derAeneis darstellt. Die Manier (heißt es im wmk-lerschen Gantkatalog) gleiche Eesar's Testa'sseiner, dessen das Lex. unter dem Art. perer'sTefta als Bruders oder Neffen dieses letztem ge-denkt. In solchem Fall aber müßte er, selbst alsBruder, der werr ältere gewesen seyn, da PetersGeburtsjahr in 1611. fallt.

Gram (Wilhelm), ein englischer Künstler ausder letzten Hälfte des XVlII. Jahrh, war anfäng-lich Architekt, legte sich aber späterhin auf die Land-schaftmalerey und brachte es in dieser Gattung zueiner großen Vollkommenheit. Seine wichtigstenArbeiten sah man im Cabinet seines Gönners Sir Edward Walpole . Fiorillo V. 671. Von eineml(l. Gram (doch wahrscheinlich von keinem Andernals dem unsrigen) besitzt die Kaiser!. Galerie zuSt. Petersburg (N°. 761.) eben auch eine Land-schaft mit einem Wasserfalle.

* Grazi (Andreas Anton) starb um 1690.Das Blatt nach ihm in Erozar's Sammlung,von welchem das Lex. spricht, stellt die Engel vor,welche Gedeons Vlies tragen, vom Grasen vonCaylus geätzt, von N. le Sueur in Holz ge-schnitten und in bläulicht Camajeu abgedruckt.

* oder Grazi'o (Carl und Niclaus),Gebrüder, geb. zu Florenz . Carl st. 176..

Orban (Johann Christoph). So heißt ineiner unsrer Handschriften ein Hof- Glas- undEdelsteinschneider des H. Herzogs von Weimar ,der dort noch 1785. in bereits dreyßigjährigemDienst gelebt habe.