Band 
Zweyter Theil [2].
Seite
1002
JPEG-Download
 

1002

Otl.

minder blühenden Colorit ansnehmen, sah manauf den dortigen Kunstsalons von 1807-9.

Der (Jacob), ein Knnstdilettante, geb. zuZürch 1762. malte gute Bildnisse» a. in Miniatur,und lebte noch daselbst 1810. Ein schönes Bild vonihm sah' man auf dem dortigen Kunsisalon 1802.

(Joh. Georg), geb. zu Schafthausenin der Schweiz 1782. eines dortigen PredigersSohn, erhielt, nachdem er seinen Vater bald nachseiner Geburt verloren, bey seinem mütterlichenGroßvater eine gebildete Erziehung, und war an-fänglich für die Handelschaft bestimmt. Alleinseine Neigung gieng auf die bildende Kunst, welchedurch die Kriegsscenen in der Schweiz , wo nichtzuerst geweckt, doch vorzüglich genährt wurden.Wahrend dem er sich nämlich in 1799. zu Zürch in Pension befand, waren es die Kosakifchen undTatarischen Lager in der Nähe dieser Stadt, derenseltsamer Anblick ihn außerordentlich reizte, so daßer sie mit dem lebhaftesten Interesse täglich betrach-tete, und allmählich den Versuch wagte, man-cherley Gruppen, einzelne Stellungen und Perso-nen derselben (einige mit der Radirnadel) zu skiz-ziren. Diese und andere malerische Auftritte desKrieges, die er nachher bey den verschiedenenArmeen, auf Vorposten und im Gefechte, baldals Zuschauer, oft auch als wirklicher Militair(er inkeresiirte sich für den Ausgang des damaligenFeldzuges sehr) zu sehen Gelegenheit hakte, undwobey er keine Gefahr scheute, sie recht in derNahe in's Aug zu fassen, fachten den in ihmschlummernden Funken zur Flamme an, und derTausch der Kaufmannschaft gegen die Kunst kamin 1801. nun wirklich zu Stande. In Zürch , woer sich hierauf noch an die anderthalb Jahre aufhielt,gewann er bald die Zuneigung und Freundschaftnrehrer der dortigen Künstler die ihn (vor allenLandolt und Breitinger) durch Rath und Er-munterung förderten. Von diesem wurde er nochbesonders in der Anatomie und den Stellungendes Pferdes unterrichtet. Im Herbst 1802. gienger mit dem Kupferstecher C- Merz nach Wien Indem dortigen gut eingerichteten Thierspithal stu-dirte er nun weiter die anatomische Kenntniß desPferdes mit größtem Fleiß, machte die sehr nütz-liche Bekanntschaft des Hippologen von Högel -müller, besuchte die Kaiserl. Stuttereyen in Hun-garn und Bannate, und sammelte sich in Skizzenden Stoff zu künftigen malerschen Ausarbeitun-gen. In Wien genoß er die Gunst mehrerer derangesehensten Personen, und es fehlte ihm nichtan mancherley Reizungen, sein Vaterland gegenOestreich zu vertauschen. Aber mächtiger als diesewirkten in ihm die Liebe zu seinem Geburtsland,zu seiner treuen Mutter und zu einer liebenswür-digen Braut. Nach dreymonatlichem Aufenthaltbereiste er noch einen großen Theil von Deutsch­ land , Holland und Frankreich , und kehrte im Spät-jahr i 8 o 5 . nach Schaffhausen zurück. Hier fienger sogleich seine Arbeiten in der Dataillenmalereyan, wovon er verschiedenen einen hohen Grad vonVollendung gab. Mit einer genauen und richtig-anatomischen Gestaltung des Pferdes in allen mög-lichen Stellungen verband er eine gute Zeichnungder menschlichen Figur, genaue Beobachtung desCostüme und der charakteristischen Physiognomieund Körperbildung der Nationen, aus welchener Personen vorstellen wollte, eine reiche selteneErfindungskraft und eine feurige geistvolle Com-position. Seine Zeichnungen und Gemälde befrie-digen den Kenner auch darin, daß sie allenthal-ben nicht nur militairische und taktische Kenntniß,sondern auch die der Gesetze der Reitkunst zeigen,wogegen so manche neue Bataillenmaler fehlen.Seine Landschaften sind gut gewühlt, und seinespätern Gemälde von warmem Colorit Mit Rechtwar von ihm zu erwarten, daß er bey den stren-gen Forderungen, die er an sich selbst machte,und bey seinem »»ermüdeten Fleiß in dem schwe-ren Fach der Schlachtenmalerey einst einen sehrbedeutenden Rang einnehmen, und (wie er selbst

Oliaviani.

vorhatte) manches wichtige Ereigniß unserer Zeit,getreu und mit Geist ausgeführt, durch den Pin-sel anf die Nachwelt bringen werde. Ei» beson-deres Glück war es für ihn, das er dankbar schätzte,daß ihn günstige Glücksumstande in den Fall setz-ten , die freye Entwickelung seiner Talente nichtdurch ängstliche Nahrungssorgen hemmen zu müssen.Von Zeit zu Zeit versuchte er seine Kräfte auch inhistorischen Gegenständen milderer Art, und seineerste Arbeit in diesem Fache war seinem von ihmenthusiastisch geliebten Mitbürger, Johann vonMüller bestimmt: Sie stellte den Bruder Nie-laus von Flüe, in dem schicklalsvollen Zusammen-tritte zu Stanz (i§8i.) vor. Mit Begeisterungarbeitete er an diesem Werke, um es sowohl inhistorischer Wahrheit, als in artistischer Schön-heit , zu seinem Meisterstücke zu machen, als ihn(1808.) ein fast plötzlicher Tod an der Vollendungdesselben unterbrach. Zum Glück find die Köpfedas Wesentlichste! daran noch am meisten aus-gearbeitet, deren charaktervolle Ausdruck den Künst-ler von Genie und Seele verräth, der zu den schön-sten Hoffnungen berechtigte »In allen seinen Ver-hältnissen" (heißt es am Schlüsse eines schönen Ne-krologs: Hn 6ie b>t-uncle von 6. Orr 1808.)»waren reine Achtung für das Heilige und Sitt-liche, ein fester biederer Charakter, Herzhaftigkeitin Unternehmungen und Gefahren, strenge Recht-lichkeit, eine Menschenliebe, die keine Mühe nochGefahren für Andere scheute, unverstellte Beschei-denheit, Herzlichkeit und Munterkeit, seine aus-gezeichneten Charakterzüge, die ihm die Achtungseiner Mitbürger und das Wohlwollen Aller, dieihn näher kannten, verschafften, und bey seinemGradsinn und originellen gutmüthigen Witze denUmgang mit ihm so leicht und angenehm machten,daß man jedesmal bey seinem Weggehen wünschte,ihn bald wieder zu sehen." Schon auf den Kunst-salons zu Zürch sah' von ihm 1802. eine Kaiser!.Husarenpatrouille in Sepia; 1804. ein wüthendesPferd, das einen todten Chasseur nachschleppt undvon einem Husaren verfolgt wird, und i 8 c> 5 . eineBataille; diese beyden letzter« in Del. Don ihmurtheilte Füßli in Wien um i 8 o 5 : »Derselbe hatzu dem Bataillenfache, das er gewählt hat, sehrviel Talent; eine feurige und reiche Einbildungs-kraft und einen anhaltenden Fleiß. Seine Reisein die Kaiserl. Stuttereyen in Niederungarn, unddas anatomische Studium in hiesigem Thierspithal«haben ihm viel genutzt, und seine Pferde haben im-mer den wahren Charakter. Nur muß er sich nochin der Zeichnung menschlicher Figuren besser üben,um solche mit Bestimmtheit darstellen zu können, sowie Rugendas und van der Mculen solches gethanhaben." Zürcher -Journal für Litteratur undLunft S. (»9 5 o.

Dtt (Matthias). So hieß ein Maler undöffentlicher Lehrer der Zeichcnkunst an dem Kur-fürst!. Schulhause zu München , der dort in 1791.49- I. alt verstorben war.

(Susanna), geb. Hirzel. S. Hirzel.Auf dem Kunstsalon zu Zürch 1802. sah' man vonihr ein sehr schönes Fraucnbildniß in Oel.

Ottani (Carl). Soheißtbey Meusel (Mis-cellen Xlll. 57.), ganz ohne Weiteres, ein Per-spektivmaler.

Ottavlani (Carl), f. den gleich folgenden Art.

* (Johann) legte sich (nach Gandel-lmi) erst im Sechs und Dreyßigsten auf die Ku-pferstecher - und Kupferätzerkunst, und ward,einer unsrer Handschriften zufolge, um 1779. Kö-niglich-Spanischer Hofkupferstecher. Von seinerschönen Arbeit sind vornehmlich zu bemerken: Et.Hieronymus, St. Cäcilia, Angelika und Medoro,Mars und Venus, Diana im Bade von Actäon ,und drey Mädchen, ebenfalls im Bade von einemJüngling überrascht, alle geatzt nach Barbicri;dann: Die Patriarchen Adam, Abraham, Jsaakund Jacob, und die Propheten und Könige, Moses ,