ioo 4 Otto.
Orro (der Heilige), Bischof zu Bamberg , derPommern-Apostel genannt. Derselbe war Bau*meister, und lange an, Hofe Kaiser Heinrichs I V.in Diensten gestanden. Auf dessen Befehl hatte erden Bau der Hauptkirche zu Speier besorgt, undviele Kirchen, Klöster und andre Gebäude auffuh-ren und mit Skuccgturarbeit verzieren lassen StnZ8. oder 09. Sein Leben findet fich inleci. antiq. Er hinterließ einige Schriften. Jö-cher s. v. und Mühsen's Medaiklen-sammlung Th. II. S- 68. Von Otto s Handist auch die hölzerne künstliche Decke des Lauf-steins der Stadtkirche zu Leißnig in Kursachsen;man sieht an derselben die Apostel, Evangelistendie Taufe Christi rc. Sie wurde um 1642. vonihm verfertigt, wo er Bildhauer von Rosse» genanntwird. I. Ramprad sseisnigker-sshronica(daselbst 170Z. 4°.) S. 184.
— — ( ) So heißt auch irgendwo ein
Schmelzmalcr, der um 1776. in der Porzellan-fabrik zu Meißen gearbeitet habe.
Otto von Sennheim, ein Bischof, undgroßer Liebhaber von Holzarbeiten. In 16Z8.kommt er zu Frankfurt am Mayn vor, wo er eineStube getäfelt hatte, und einen Pult von Holz-arbeit, mit seinem Namen und obiger Iahrzahl,dem Pfarrkloster daselbst zum Andenken gab. A.A. von Lersner Chronik von Frankfurt amMayn (1706. Fol) Th. II. S. 122.
Grzel (David), Bürger zu Cökhen, NicolausHerrklar; und Jacob Klein von Dessau , warenWerkmeister bey Erbauung des Fürstl. Schlosseszu Cöthen, das unter der Leitung und nach denRissen de Murons, um r6«o. aufgeführt wurde.Der Werkmeister Erhard Meye starb noch vorVollendung des Baues um i 5 gg. S> LentzHaus Anhalt (1757.) S. 972.
* Ouailly ( d'), s. vailly im Lex. und
Dervailly in den gegenwärtigen Zusätzen.
Oval ( d'). Nach einem uns sonst ganz
unbekannten Künstler dieses Namens hat L Carsdas Bildniß des Bischofs von Amiens , P. Sa-batiers, gestochen.
Duax ( ). Name eines französischen Ku-
pferstechers, der um 1760. nach I. Denier gear-beitet haben soll.
Gudaan ( ). Derselbe hieß I. Nach ihm
hat ein Ungenannter das Bildniß des Malers Sa-muel Hoogstraeren gestochen.
*Oudendyck (Adrian), der im Lex. unterdem Art. seines Vaters Evert erscheint. Dieser,ein mittelmäßiger Künstler, war sein Lehrer. »AnAdrian" (heißt es bey Männlich) »gieng ein gu-ter Künstler verloren. Er suchte die Wahrheitauf dem bequemsten, aber irrigen Wege. In derNatur selbst, die er doch nachahmen wollte, suchteer nichts. Durch eignes Nachdenken hatte er nichtsgefunden, sondern alle seine Gedanken von An-dern, besonders von van der Velde, entlehnt;daher sein bekannter Beyname" Die Galerie zuMünchen besitzt von ihm eine Landschaft mit Zie-gen und Schaafen.
Oudinot oder Gdinor ( ). Erstres ist
der richtige Name. Ein französischer Künstler neue-rer Zeit, der bey dem Museum der Naturgeschichteangestellt ist, und wegen seiner treuen und mei-sterhaften Abbildungen von Insekten genannt znwerden verdient. FioriUo III. 540. Blätter nachfeinen Zeichnungen sah man (i 8 ui. u. 2.) in den^nnales 6 u IVIusöuin «l'tlistoire naturelle, undin Faujas de 6 t. Fond Histoire naturelle cle iarnonta^ne «le §t. Pierre «je illastriclit, undEdendess. Ls 8 sy cle 6 ec»loxie.
» Oudry (Joh Baptist). Einige geben seinGeburtsjahr zu Paris erst in i 685 . oder 86. an;seinen Tod Alle in 1766. zu Beauvais (BasanL«l. se«. allein zu Paris ) an. Die Uni'versaliat
Oudry.
seiner Kenntnisse, indem er, außer der Malerei),die Architektur, Perspektive und andre Künste trieb,bewogen den Czar Peter, der sich eben zu Paris aufhielt, ihm eine Stelle zu Moskau anzubieten;da ihm aber seine Freunde dahin zu gehen abrie-lhen, so mußte er sich, weil er bereits sein Ver-sprechen gegeben hatte, so lange verborgen halte»,bis der Monarch abgereist war. Nachdem er eben-falls einen andern Ruf nach Dänemark ausgeschlargen hatte, erhielt er (1717-) eine Stelle bey derKönigl. Akademie, nebst ^Gehalt nnd Wohnungim Louvre. Sein Aufnahmsbild stellte den Ueber«fluß vor. Um dieselbe Zeit malte er die schon imLex. erwähnte Geburt, und St. Gilles, beyde fürden Chor der Kirche St Leu zu PariS ; danneine Anbetung der Könige für den Capiielsaal vonSt. Martin de Champs. Seine größte Stärkeaber besaß er allerdings in der Darstellung vonThieren, worin er sich, weil er an allen Königl.Jagdparthien Theil nahm, immer mehr vervoll-kommnete. Eines seiner schönsten und größtenWerke in dieser Gattung war dasjenige zu Marly,wo er den König mitten unter zwölf Ministernfeines Hofs zu Pferde, und viele Jagdhunde dar-stellte, welche alle (so gut als die Höflinge) nachdem Leben gemalte Bildnisse sind. Auch sagteLargilliere eines Tags im Spaß zu ihm: „Duwirst nichts als ein Hundemaler werden " Er selbsterscheint ebenfalls in einem Winkel des erwähntenBildes, als Zeichner jener Scene. FioriUo III.554 — 25 . und wareler. Bey diesem letzten, dannheißt es noch, neben Andcrm: Daß eben Largil-liere es war, welcher ihm vortrefliche Grundsätzeüber die Farbe beygebracht; ferner, daß er an-fangs Bildnisse gemalt, ohne jedoch die Geschichteaufzugeben, für die er lange eingenommen war;endlich, daß auch seine Landschaft gut sey, under unter einem Zelt kanipirt habe, um sie nachder Natur zu studire» Diese war in Allem sosehr sein vorzüglicher Meister, daß er z. B. mehr-mals nach Dieppe gieng, bloß um die Fische nochganz frisch zu malen. Eben so, wenn ein frem-der Dogelinder Königl. Menagerie anlangte, wurdeer ihm unverzüglich zugesandt. Auch Blumen,Früchte, Gemüse und andre Beywerke, wie Va-sen , bronzene Basreliefs u. dgl. stellte er znmTäuschen vor. In seiner Kunst war er unermü«del bis an seinen Tod. Als der trefliche Mann(er war sehr fett) vom Schlagftuß betroffen ward,und fühlte, daß ihm die Finger steif geworden,rief er unaufhörlich aus: »Ich sterbe, wenn ichnicht mehr arbeiten kann." Noch rühmt die Ge-schichte seinen edel» Charakter. Z. B. als zur Zeit,wo er noch Larg illiere's Schüler war, eine Schweins-und eine Bärenjagd, nach holländischen Meister»copirt, dem Lehrer so wohl gefielen, daß er denBeutel offnere, ihm solche abzuhandeln, schlugOudry es aus, und bot sie ihm zum Geschenk an.Daß er Mehreres nach seinen eignen Gemäldenmit vielem Geschmack und geistreicher Behandlunggeätzt habe, ist bekannt, und Rost VIll. 6 Z. (nachwareler) bemerkt richtig: Er sollte vorzüglich vonandern Stechern zn Rath gezogen werden, wenn sieBlätter dieser Gattung zu behandeln haben. Dortwerden von ihm, nebst einigen einzelnen cznm Theilauch Gattungssiücken; wie z. B. le pot lle OKam-bre und Usnoune conpe le cüapeau «le Urr-xotm), 26. nach Scarron's römischem Romanangeführt, welche hingegen Andre L. Surugue( 58 . Bl.) zuschreiben, die aber wahrscheinlicherzwcyerley Sammlungen sind; dann ein Heft Jag-den (,2. Bl ) von ihm geatzt, und von Ph. leBas mit dem Grabstichel beendigt. Die Stecherdes bekannte» (eben nicht ganz gelungenen) Pracht-werks seiner Lafontainischcn Fabel» waren: Che-vilet, Eisen und Ferth; die übrigen M- Anbert,P. Aveline, I. Daulle, I. R. Ren und N. C. Sylvestre. Von ihm kennt man einen Aufsatzüber die (nicht anatomischen, wir es im Lex.durch Druckfehler heißt, sonder») akademischenStudien. Auch von einzelnen Blattern nennt manz. B- ls 5 >,rprise litt ltenar-l von Beaiivarlcl;