Band 
Zweyter Theil [2].
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Paqani.

Pagani (Jvh. Philiberk), Mitglied der Aka­ demie Clemeiitina zu Bologna , gab 1770. (8°.)pitcui's e 8culture cli lVlociena. Ob er selbstausübender Künstler war, ist uns unbckanni.

* (Lactantius), s. a Rimino.

* (Matthäus), der Maler zu Rom ,der im Lex. unter dem Art. desjenigen von Vene­ dig erscheint, war Mitglied der Akademie Unito-rum, undgab mehrere Schriften ans Licht. Jöcher.

(Paul). Hagedorn nennt seine Ma,

»ier extravagant. Die Galerie zu Dresden besttztvon ihm eine büßende Magdalena; diejenige vonSalzthalum: Die nackte Dclila, Simson auf demSchovße, und Simson, bey ihr von den Phili-stern gebunden.

(Vincenz), da Monre Rubbianoim Kirchenstaat . So heißt bey Lanzi I. ein alterKünstler von dem man zwey mit seinem Namenund der Jahrszahl 1829. unterzeichnete Bilderbey den Conventualen zu Sarnano sieht, welchealler Aufmerksamkeit würdig sind.

* Dage ( ), der Blumenmaler, hieß Ste-

phan. Um 1710. kam er nach Berlin .

* paggi (Joh. Baptist), Maler, Bildhauer,

Architekt, Tonkünstler (er soll die Theorbe entdeckthaben) und Schriftsteller. All' dieses wurde ergegen den Willen seines Vaters, der ihn durch-aus zum Kaufmann haben wollte. (Dagegenhatte seine Mutter immer für seine Neigung ge-sprochen). Zu der Malerey kam er, bereits mitallerley schöner Wissenschaft ausgerüstet. Die Poe-sie half ihm erfinden; die Philosophie beym Aus-drucke; die Geschichte, jeden Gegenstand nachGebühr zu behandeln. Lucas Cambiasi hatte seineersten Studien geleitet; dann bewog ihn sein bren-nender Eifer für die Künste, stets Künstlergesell-schaft zu suchen, und besonders mit einem geschick-ten Bildhauer aus Lucca , Caspar Forzani, dieinnigste Freundschaft zu stiften. Vieles, wie z B.

Architektur und Perspektiv, lernte er bloß aus Bü-cher». Bey Soprans muß man lesen, wie derjunge Mann, durch die Aussicht einer reichenHeurath verführt, die betretene Laufbahn ver-lassen wollte, aber bald wieder darauf zurückge-zeitet wurde, als die Braut und ihr Vater, daer eben mit ihnen nach Indien verreisen sollte,zu Mailand an der Pest starben; und ebendaselbstdas seltsame Ebenkheuer, welches seine Verban-nung veranlaßte. Er gieng nach Toscana zu einerZeit, als eben Cigoli und andre junge Künstler,von dem ermatteten Styl ihrer Schule zu demdlühendern und kräftigern des Lombardischen sicherhoben. paggi stand ohnehin schon auf dieserbessern Bahn; und man sah von ihm bald nach seinerAnkunft zu Floren; mehr als Ein schönes Bild. Soz. B. eine H. Familie in der Engelskirche, undSt Catharina von Siena, die einen Gefangenenbefreyt, in St. Maria-Novella, das wegen dergeschickten Mannigfaltigkeit in der Composizion,der Staffirung mit zierlicher Architektur undder glücklichen Ausführung sehr gepriesen wurde.

Indessen war damals noch nicht so fast großeKraft, sondern ein gewisser ihm ganz eigenerAdel in den Gesichtsbildungen, so wie überhauptZartheit und Grazie der Hauptcharakter seinerWerke, so daß ihn Einige dafür mit Barozzio,und selbst mit Allegri verglichen. Im Verfolgekam dann noch eine Starke hinzu, die man be-sonders in seiner Verklarung bey St. Markus derDominikaner wahrnimmt, und eben so in dreyPasslonsgeschichten in der Karthause zu Pavia .

Viele andre Arbeiten von ihm kamen theils an dendeutschen Kaiserhof, theils nach Frankreich undSpanien , wohin er auch öfters eingeladen wurde,was er aber Alles, in Hoffnung, sein Vaterland

') Doch mit dem wesentlichen für die Bürgerey ru Genua schädeltrefftnden Unterschied: Daß hier nicht etwa

der Adel, svndern die Herren und Meister der Maler beweisen wollten: Daß Gewinn aus Kunst gelogen

einen Adelichcn entehre.

Paglia.

wieder zu sehen, ablehnte. Die Schwierigkeit,welche seine Zurückberufung fand, und die Weise,wie solche endlich besiegt wurde, erzählt uns eben-falls Soprans weitschichtig, aber dennoch in mehrals Einer Rücksicht lehrreich genug. Der ehren-volle Ausspruch, den endlich in 189c». die Häuptervon Genua zu seinen Gunsten thaten, bewegtenselbst Rubens , von Antwerpen aus, um eine Ab-schrift der diesfälligen Prozeßakten zu bitten, derener sich auch glücklich bediente, um einen jungenKavalier, der, um seinen Unterhalt zu verdiene»,die Malercy trieb, und mit ähnlichen Hindernis-sen *), wie paggi, zu kämpfen hatte, zn retten.Nach seiner Rückkehr zierte er seine Vaterstadt nochmit mehreren schönen Bildern, welche freylich nichtalle dasselbe Verdienst haben, da ihn allmähligdas Alter, vielleicht auch einige häusliche Sor-gen drückten. Zu den beßten werden zwey beySt. Bartholomeo, und ein Kindermord im Pal-laste Doria (1606.) gezählt, in welchen er mit Ru­ bens und Vandyck zu wetteifern schien. Uebereinen um dieselbe Zeit, aus Veranlaßung vonLomazzo's Nrattsto üeila lsttturL und läes rietNemvio, von ihm erschienenen seltenen gedrucktenBogen (worin er zeigen wollte, daß sich allesWissenswürdige in dem Kunstgeschwätz des Er-ster» auf wenige Seiten bringen lasse), s. allerleyNotizzen bey Fiorillo 1 l. 877-78. Der richtigsteTitel desselben scheint folgender zu seyn: »ifini-2 lone e Oivisione tlella pittura lii 6. kk. /ÄLAr,blobile (lenovese e pittore. bol. 6eneva 807.Und was er zur Verbesserung des Geschmacks derMalerschule ;u Genua gethan, welche Gefahr lief,zwar eine Pflanzstätte braver Coloristen, aber da-bey nachläßiger Zeichner zu werden s. Lanzi 1 l. 2.Z08b. Erst in seinem Sechs und Fünfzigstenhakte er zur Ehe gegriffen, und in derselben nochzwey Sehne erzielt. Rares setzt seinen Tod, zuGenua , in 1627. und HHannlich seine Geburt in188-j. an. Bey letzterm heißt es: paggi com-ponirte mit vielem Geist, Verstand und Feuer.Da er fast beständig große Bilder für Kirchen,und Vieles in Fresco arbeitete, so sind seine Staf-feleygemälde sehr selten. Die Galerie zu Mün­ chen besitzt von ihm: Moses schlägt Wasser ausdem Felsen, Halbfigur in Lebensgröße; und die-jenige zu Schleisheim: Christus ruft den ZöllnerMatthaus zum Apostelamte, 8^ breit und Z^hoch.Gestochen nach ihm haben: I. B. Barbe eineH. Familie (artig), D. Falcini und C. Galle,beyde: Adam und Eva im Paradiese (wie es beyEinigen heißt), oder wohl eher (nach winkler)Pandora, die dem Epimechus die schickssalsvolleBüchse reicht; ebenfalls Galle und R. Guidi:Christus, der mit seinen Eltern aus dein Tempelkömmt; wieder Galle eine Rückkehr aus Egypten,und Venus und Cupido; letztres auch C- Suru-gue; A. Scacciati einen gepeitschten Heiligen ingrün Camajcu; G. Vallet die schon genannte Rück-kehr aus Egypten, ein schönes Blatt; S. Poma-rede des Künstlers Bildniß in der Galerie zu Flo­ renz ; Ph. Thomassln u. a. Er selbst soll eben-falls etwas uns Unbekanntes geätzt haben, was(beyläufig zu bemerken) Rost III. 22829. stattin einer vollen Seite, in zwey Zeilen anzeigenkonnte. Lcrnf.

* paglia (Angelus Anton), der im Lex. un-ter dem Art. seines nachfolgenden Vaters erscheint.Lanzi II. 189. macht aus ihm wahrscheinlich irrigzwey Wesen, Ungelus und Anton, von welchener aber nichts als ihren Namen anzugeben weiß.

* (Franz). Seine Stärke (heißt esbey Lanzi I. 0.) bestand in Bildnissen; doch siehtman auch Altarblätter von ihm (eines der geschätz-testen in der Kirche Carita, seiner Vaterstadt).Sein Jmpasto und sein Helldunkel sind gut; aberGeist und Gewicht seiner Arbeiten ist dünn und