Band 
Zweyter Theil [2].
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1014
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ioi 4 Pajou.

hielt er (bis damals ohne Beyspiel) den erstenPreist. Zu Rom machte er einen vierjährigen Auf-enthalt. Bey seiner Rückkehr um 1760. wurde erin die Akademie aufgenommen. Sein Aufnahms-stück war ein Pluto mit dem gefesselten Cerberus;eine Arbeit voll Wahrheit und schönen Formen,zu einer Zeit" (heißt es nun hier)wo dieSculptur barbarisch, manierirt und ohne Grund-sätze geübt wurde; und um so viel merkwürdi-ger, da sein Lehrer selbst gerade zu denen gehörte,die den Geschmack ihrer Kunstgenossen durch Vor-schrift und Beyspiel wesentlich irre führten. Vonpajou sah man jetzt: Die Gruppen an der Fa-rads des Palais Royal von der Gartenseite, dieSculpturen am Palais Bourbon (während derRevolution zerstört), am Iuftizpallast zu Paris ,in der Kirche Samte Croix zu Orleans u. s. f.Hierauf die vortreflichen Statüen von Descarces,Bossuet , Pascal und Türenne, von welchen diedrey erstem im öffentlichen Sitzungssaale des In-stituts, die letztre in der Kaiser». Galerie der Tuile-rien aufgestellt sind. Eine allerliebste Psyche vonihm, in dem berühmten Moment vorgestellt, wosie ihren Amor verliert, wurde aus dem Salonvon 1789. auf Befehl des Königl. Baudirektorsd'Angevilliers (in der That, auf Anstiften der Nei-der unsers Künstlers) unter dem Vorwand allzu-großer Nacktheit, weggenommen. Als beson-ders merkwürdig nennt noch diese Notiz seineEtatüe des Dcmosthcnes, das Werk eines Dreyund Siebcnzigers, das indessen noch denselbengroßen Charakter der Arbeiten seiner frühern Zeittragt, und wovon das unausgeführte Modell inEyps sich im Saale des Erhallmigssenates be-findet ; und endlich das wunderschöne Modelleines Satyrkopfes, wofür ein Handlanger in sei-ner Werkstätte ihm zum Urbild gedient harte. Ebenso rühmlich, wie von seiner Kunst, wird in dieserBiographie auch von seinem Personalcharakter,seiner reinen aufrichtigen Seele, die nie nichtsArges besorgte, und daher mehrmals das Opfervon allerley Ränkeschmieden geworden war, dannvon seinem einnehmenden Umgänge u. s. f. gespro-chen. Selbst sein Aeußeres war voll Würde,und flößte jene Ehrfurcht ein, die man der Tu-gend schuldig ist. Während den Stürmen derRevolution, zum Theil auch seiner damals ge-schwächten Gesundheit zu pflegen, lebte er zuMontpellier . In diesen traurigen Tagen hatte erden beßken Theil seines in Ehren erworbenen Ver-mögens eingebüßt u. s. f. Am Schlüsse folgt nochein Verzeichniß aller seiner dem Verfasser bekann-ten Werke, das von seiner ungemeinen Arbeit-samkeit zeugt, da in demselben nicht minder als

Bilder in Marmor . . . 4>.

» ^iein ...» s;.

Bronze ... 5.

Blev .... 7.

» -- Holz und Carton . 64.

Blev . « . .

182.

aufgezahlt sind, einer Menge Büsten in Terra cotta , kleiner Modelle, der häufigen Zeichnungenund Skizzen in seinen Portcfeuillen nicht zu ge-denken. Seines letzten Hauptwerks, der Statüedes Generals Desaix, wird hier noch keine Erwäh-nung gethan. Noch bemerken wir, als etwasin der That Auffallendes, und, ohne nähern Auf-schluß unerklärliches: Daß in dem ganzen weit-schichtigen Werke von Landon's Annalen,der Arbeiten, oder selbst des bloßen Namens un-sers Künstlers keinerley Erwähnung geschieht.)

Paj 0 u ( ), der Sohn (ohne Zweifel des

Obigen; wenigstens wohnte er i 8 » 5 . gleich demsel-ben in den Galerien des Louvre), Maler, Schülervon Vincent- Jm^lmanackäe 8 6 osux-^rt 8 wirdvon ihm der Tod des Geta genannt. Späterhinwurde fein Oedipus , der seinen Sohn Polynicesmit Unwillen von sich stößt, sehr gepriesen. Fiosrillo III. 489. Früherhin, wie z. B- im Salonvon 1802. sah man auch Bildnisse von ihm. AuchLandon in seinen Annalen VI. 127. nennt dieses

Palavicino.

Bild in Lebensgröße von drey Figuren: Oedi­ pus , Polynices und Antigone: Eine auffallende (D,eindringende, und dabey einfache Composition.

paise oder Daix (Johann de la), s. Jac.Pape.

palach ( ). So hieß, nach einer unsrer

Handschriften, ein Kaiserl. Hofmaler zu Wien ,um welche Zeit wird nicht gemeldet; dann aberhinzugefügt: Daß Ritter-Hausen in seinen Merk-rvürdigk. von München S. 96. ein Altarblattin der dortigen Augustinerkirche beschreibt, dasmit diesem Namen bezeichnet ist, und einen St.Nicolaus vorstellt; eben so, wie auch ein Chor-Altarblat in der Servitenkirche zu Innsbruck (Ver­ mählung Mariä ) dessen Arbeit seyn soll.

* palacios (Franz). Derselbe verlorseinenLehrer Velaquez, als er kaum sein Zwanzigsteserreicht hatte. Seine Geschichts- und Bilduiß-malereyen werden sehr gerühmt. Von öffentlichenWerken von ihm findet man nur in der Kirchede las Recognidas zu Madrid einen St. Onu-frius. Fiorillo IV. 292.

(Gabriel), wird Ebend. S. 271. un-ter denjenigen angeführt, welche in 1661. die Frey-heit der Malerey vertheidigten, und es dahin brach-ten, daß ihre Innung von Abgaben, Zöllen, Kriegs-diensten u. s. f. befreyt wurde.

* Paladins (Archangel«). Ihr selbstgemal-tes Bildnis; in der Galerie zu Florenz hat P. Cam-pana gestochen.

(Joseph), ein sizilianischer Adelicher,Maler im X V ll. Jahrh, wird von /hanzi I. 62 b.)aus einer Handschrift kürzlich angeführt.

* Paladins, s. Aabarelli.

palaiseau ( ). So wird im ^Imanaclr

6e8 6esux ^rt8 von 1800. ganz ohne Weiteres,ein damals zu Paris lebender Baumeister genannt.

* palamedes (A.). Ohne Zweifel kein An-drer als der Anton Stevens, Bruder des pala-medes Stevens, dessen im Lex. unter dem Art.dieses letztem 8. v. Stevens Erwähnung ge-schieht. Zwey militairische Gesellschaftsstücke vollAusdrucks, und fleißig ausgemalt, aus dem Ca-binet des H. Kaufmann Fischers von Potsdam werden in Meusel's ssf. Mus. S. 9910».beschrieben. Gestochen nach ihm hat W. I- Bin-nemann das Bildniß des Gottesgelehrten Joh.Coccejus.

palamo (Jsaak). Von einem Kupferstecherdieses Namens kennt man, neben Andern», dieBildnisse der Aerzte Martine; und I. Cervi, letz-tes nach V. Ariarte. Mohsen S. 29. u. 160.

palanr (Anna von), eine gute deutsche Dich-terin (welcher Zeit?), wird zugleich als eine vor-trefliche Zeichnerin gerühmt, paulini gelehr-tes Frauenzimmer.

palarino (Joh. Baptist) zu Rom in der er-sten Hälfte des XVI. Jahrhunderts; ein in derThat künstlicher Echreibemeister, gab ein: hibronuovo ci'imparare ä gerivors lli tutte 8 »rte lot-tere snticke et mocierus, <lr tutte na^ioni,con nuove regele, nu 8 ure et e 88 empi auf65 . Blättern in 4^., davon 48 . von ihm Seitevor Seite geschrieben, und nach solchen in Holzgeschnitten sind. Es werden hier viele gekünstelteSchriftarten und auch eine Anzahl von Alphabe-ten orientalischer Völker gefunden, worunter dennfreylich mehrere sind, die niemals existirk ha-ben. In den Jahren i 545 . n. 1961. wurde diesesSchriftenbuch, mit einer Vermehrung an lateini-schen Versalbuchstaben und Zügen, von neuemgedruckt. Breirkspfs Gesch. der Schreibet,herausgeg. von Roch S. 56 .

palavicino oder paravicini (Alexan-der), des nachfolgenden Josephs oder Julius